Bergwaldprojekt e. V.
Waldschule
Otto-Hahn-Str. 13
97204 Höchberg
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) verzeichnet einen exponentiell wachsenden Einsatz. Die globale wirtschaftliche Wirkung von KI-Lösungen wird bis 2030 auf 22,3 Billionen US-Dollar prognostiziert, rund 3,7 % des weltweiten BIP. Diese Entwicklung hat erhebliche ökologische Konsequenzen: Aktuelle Studien (Jegham et al., 2025) zeigen, dass der Energieverbrauch pro Anfrage je nach Modellkomplexität zwischen 0,3 und 33 Wh variiert. Hochgerechnet auf Milliarden täglicher Anfragen entstehen massive Umweltlasten. Ein zentrales Problem ist die fehlende Transparenz der großen Anbieter: Detaillierte Verbrauchsdaten werden nicht veröffentlicht, keine bestehende LLM-Plattform bietet Echtzeit-Verbrauchsdaten oder ermöglicht einen direkten ökologischen Ausgleich für den verursachten Ressourcenverbrauch.
Neben dieser ökologischen Dimension stellt sich zunehmend die Frage der digitalen Souveränität: Nahezu alle weltweit genutzten LLM-Plattformen werden von US-amerikanischen Tech-Konzernen entwickelt und betrieben. Europäische Nutzer*innen sind damit strukturell von außereuropäischer Infrastruktur abhängig – mit Konsequenzen für Datenkontrolle, Verfügbarkeit, Preisgestaltung und technologische Selbstbestimmung. Gleichzeitig verschärfen Klima- und Biodiversitätskrise die Belastung globaler Ökosysteme, während finanzielle Mittel für Wiederherstellungs- und Erhaltungsmaßnahmen knapper werden. Die wirtschaftliche Lage führt bei Naturschutzorganisationen zu Finanzierungsengpässen, obwohl der Handlungsbedarf steigt.
Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer innovativen, transparenten EU-basierten KI-Plattform, die Ressourcenverbrauch messbar macht und ökologischen Ausgleich integriert. Durch akademische Partnerschaften soll die Herangehensweise schrittweise zu einer robusten, wissenschaftlich validierten Methode ausgebaut werden.
Die Plattform verbindet Transparenz und Nachhaltigkeit und zeigt Nutzer*innen über eine integrierte „Balance Bar“ in Echtzeit ihren individuellen Energie- und Wasserverbrauch ihrer KI-Nutzung. Darauf basierend wird über ein integriertes Prepaid-System ein definierter Prozentsatz (2,5 %) jeder Transaktion direkt in die Projekte des Bergwaldprojekts e.V. zur Wiederherstellung von Ökosystemen abgeleitet. Die Plattform ermöglicht digitale Souveränität und Datenhoheit durch vollständigen Nutzerzugriff auf persönliche Verbrauchs- und Nutzungsdaten. Zusätzlich fördern Transparenz und Nutzungsfeedback eine verantwortungsvolle KI-Nutzung.
Das Vorhaben gliedert sich in fünf aufeinander aufbauende Phasen über zwölf Monate.
Phase 1 (Monat 1–2) etabliert die rechtlichen und wissenschaftlichen Grundlagen: Ein externes Rechtsgutachten sichert DSGVO- und GDPR-Konformität sowie Haftungsfragen ab. Parallel erfolgt die Kontaktaufnahme mit Hochschulen zur Validierung der Berechnungsmethoden für den Ressourcenverbrauch (kWh, Wasser und evtl. CO₂e), basierend auf dem Benchmarking-Framework von EcoLogits. Die Konzipierung und Recherche zur technischen Entwicklung finden in dieser Phase statt.
Phase 2 (Monat 1–3) umfasst die technische Entwicklung: Aufbau der EU-Hosting-Infrastruktur mit erneuerbaren Energien, Programmierung der multi-modell-fähigen Plattform, API-Integration führender Open-Source-Sprachmodelle und Implementierung der Echtzeit-Tracking-Systeme („Balance Bar“) sowie des Prepaid-Wallet-Systems mit automatisiertem 2,5-Prozent-Ökosystembeitrag. Hier werden viele Open-Source Lösungen (wieder)verwendet.
Phase 3 (Monat 3–4) dient der Qualitätssicherung durch Alpha- und Beta-Tests mit dem Bergwaldprojekt-Netzwerk, Bugfixing und Optimierung der Nutzerführung.
Phase 4 (Monat 4–6) realisiert den Public Launch mit Marketingkampagnen und B2B-Akquise.
Phase 5 (Monat 7–12) sichert Dauerbetrieb, wissenschaftliche Evaluierung bzw. Optimierung und Veröffentlichung der Open-Source-Methodik als Branchenstandard.
Die sequenzielle Struktur gewährleistet, dass rechtliche Absicherung und wissenschaftliche Validierung der Berechnungsmethoden der technischen Entwicklung vorausgehen, während Test- und Markteinführungsphasen die Plattform bis zur Marktreife optimieren. Innovativ ist die Kombination aus Echtzeit-Umwelttracking und automatisiertem Mikro-Ausgleich, die über den Stand des Wissens, der Technik und der Praxis hinausgeht. Hier wird ökologische Verantwortung zur messbaren Standardfunktion jeder Interaktion. Durch wissenschaftliche Fundierung, EU-Hosting mit vollem Datenhoheitsanspruch und Open-Source-Transparenz entsteht ein neuer Standard für nachhaltige KI-Nutzung, der nicht nur Bewusstsein schafft, sondern auch direkt konkrete Maßnahmen in den Ökosystemen finanziert.