Die ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô des Nationalen Naturerbes sind vom Menschen geprägte Landschaften. Ein Großteil der heutigen ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ôkulisse, rund 120.000 Hektar, wurde über viele Jahrzehnte militärisch genutzt. Im DBU Naturerbe mit seinen knapp 70.000 Hektar sind 64 von 66 ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô ehemalige militärische Liegenschaften. Als Truppenübungsplätze, Standortübungsflächen, Munitionsdepots oder Fliegerhorste prägten sie insbesondere das 20. Jahrhundert. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Abzug von Streitkräften wurden viele dieser Areale aufgegeben. Was zunächst wie eine Zäsur wirkte, eröffnete zugleich eine einmalige Chance für den Naturschutz: großflächige, weitgehend unzerschnittene Landschaften konnten dauerhaft gesichert werden. Mit der Übertragung ehemaliger Militärliegenschaften in das Nationale Naturerbe bekam der Naturschutz Vorrang vor anderen Nutzungsinteressen. Heute stehen auf den DBU-Naturerbeflächen der Schutz natürlicher Prozesse, die ¹óö°ù»å±ð°ù³Ü²Ô²µ der biologischen Vielfalt und – wo möglich – eine behutsame Naturerfahrung im Vordergrund.
Die ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô des Nationalen Naturerbes haben eine bewegte Vergangenheit. Ein Großteil wurde ehemals militärisch genutzt – über lange Zeit und mehrere Staatsformen hinweg. Viele der ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô wurden im 20. Jahrhundert durch die Wehrmacht im nationalsozialistischen Deutschland sowie nach 1945 durch alliierte Streitkräfte oder die Nationale Volksarmee (NVA) genutzt. Sie sind damit Zeugnisse von Kriegsvorbereitung und Zwangsarbeit, später von politischer Abschottung und sicherheitspolitischen Spannungen der Nachkriegszeit. Diese Vergangenheit ist Teil ihrer Identität. An einigen Orten bleibt die ehemalige militärische Nutzung ein sichtbares Erbe. Wir verstehen die uns anvertrauten ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô als Orte des Wandels: von Kampfschauplätzen und militärischer Nutzung hin zu Frieden, Biodiversität und langfristiger Verantwortung. Der Schutz dynamischer Prozesse steht im Vordergrund, schließt jedoch die Vermittlung historischer Zusammenhänge mit ein.
So widersprüchlich es erscheinen mag – die militärische Nutzung mit ihren Schießanlagen, Panzermanövern und Fluglandeplätzen trug vielerorts zum Erhalt außergewöhnlich wertvoller Lebensräume bei. Intensive Landwirtschaft, Siedlungs- und Verkehrswegebau sowie Tourismus waren hinderlich für den Militärbetrieb, deshalb blieben große ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô frei von Düngung, Versiegelung und Infrastruktur. Panzerfahrten, Brände oder Erdbewegungen schufen zudem offene Bodenstellen, Sandflächen und Pionierstandorte, auf denen sich spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ansiedeln konnten. Viele dieser Strukturen sind in der heutigen Kulturlandschaft nur noch selten zu finden. Durch extensive Bewirtschaftung und Pflegemaßnahmen wollen wir diese artenreichen Biotope auf den Naturerbeflächen erhalten.
Die militärische Vergangenheit stellt das heutige ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ômanagement vor besondere Herausforderungen. Auf vielen DBU-Naturerbeflächen sind Kampfmittelreste oder bauliche Relikte vorhanden. Der Umgang damit erfordert Fachwissen, langfristige Planung und hohe finanzielle Mittel. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem im DBU Naturerbe Salzunger Vorderrhön, Dammer Berge, Stegskopf, Zeitzer Forst und Rüthnicker Heide für mehrere Millionen Euro Gebäudereste zurückgebaut, Betonflächen entsiegelt und Munitionsreste geborgen. Es handelt sich dabei um umfangreiche Bauvorhaben, die einen großen Eingriff in den Naturhaushalt bedeuten. Auf einigen DBU-Naturerbeflächen gelten behördliche Gefahrenabwehrverordnungen und ein striktes Wegegebot.