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Projekt 39213/01

Predictive Spatial Analytics for Solar Energy Grid Integration: Enhancing Reliability and Efficiency

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Technische Hochschule Rosenheim (THRo)
Fakultät für Angewandte Natur- und
Geisteswissenschaften
Hochschulstr. 1
83024 Rosenheim

Zielsetzung

Solarstromprognosen spielen eine entscheidende Rolle bei der Beschleunigung und ¹óö°ù»å±ð°ù³Ü²Ô²µ des Übergangs zu einer nachhaltigen Energieerzeugung, -verteilung und -nutzung. Zuverlässige Prognosen für Photovoltaikanlagen tragen dazu bei, die Nutzung von Solarenergie effektiver zu planen und zu optimieren. Dadurch wird der Anteil erneuerbarer Energien im Gesamtenergiemix erhöht und der ökologische Fußabdruck der Energieerzeugung verringert.

Anders als bei satellitengestützte Prognosen ermöglicht ein Netzwerk aus bodengestützten Wolkenkameras und meteorologischen Sensoren eine verbesserte zeitliche und räumliche Auflösung von Kurzfristprognosen für solare Einstrahlung, was die Genauigkeit der Prognosen erhöht. Das Projekt beinhaltet außerdem die Weiterentwicklung meteorologischer Kenngrößen, um detailliertere Einblicke in Einstrahlungsüberhöhungen und -volatilitäten zu gewinnen sowie ein vertieftes Verständnis für die flächige Verteilung der Solarstrahlung zu erlangen. Die Analyse verbessert zudem das Verständnis des Zusammenspiels von solarer Einstrahlung und Wolkenbewegungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Solarstrahlungsprognosen mit realen Energieerträgen aus einem PV-Forschungsfeld (digitaler Zwilling). Diese Integration eröffnet die Möglichkeit, die Solarstromprognosen präzise mit den Echtzeit-Monitoring-Daten zu verknüpfen und kontinuierlich zu optimieren.

Zuverlässige Solarstromprognosen spielen eine entscheidende Rolle bei der Beschleunigung und ¹óö°ù»å±ð°ù³Ü²Ô²µ des Übergangs zu einer nachhaltigeren Energieerzeugung und -nutzung. Die Entwicklungen tragen dazu bei, die Umweltauswirkungen, die konventionelle Methoden der Energieerzeugung verursachen, signifikant zu reduzieren. Die Verringerung der Abhängigkeiten von konventionellen Energiequellen, die meist mit Umweltbelastungen und Ressourcenverknappung einhergehen, ist von zentraler Bedeutung für die ¹óö°ù»å±ð°ù³Ü²Ô²µ einer nachhaltigeren Zukunft. Neben der zuverlässigeren Integration von Solarstrom wird durch das Projekt auch die Versorgungssicherheit erhöht und natürliche Ressourcen geschützt.

Arbeitsschritte

Das Projekt kombiniert hochauflösende Messinfrastruktur, KI-basierte Bildverarbeitung und physikalische Modellierung, um die Kurzfristvorhersage solarer Einstrahlung im Minutenbereich zu verbessern. Die Umsetzung erfolgt in fünf Arbeitspaketen. Zu Projektbeginn wird am Standort Buttenwiesen (Illemad) eine Messinfrastruktur aufgebaut, bestehend aus drei ASI. Diese Kameras werden durch Pyranometer und einem Rotating Shadow Band ergänzt, um Referenzdaten für die Validierung zu liefern. Die Kalibrierung der ASI-Systeme erfolgt mittels einer Open Source Toolbox, um Fischaugenverzerrungen zu korrigieren und eine exakte Wolkenpositionsbestimmung zu ermöglichen. Erhöhte Montagepositionen schützen die Hardware vor Wildtierschäden, während eine automatisierte Datenübertragung (FTP, MariaDB, InfluxDB) die kontinuierliche Datenerfassung sicherstellt. Parallel dazu wird ein Forschungsdatenmanagement entwickelt, das die Echtzeit-Datenerfassung, Qualitätskontrolle und Langzeitarchivierung definiert. Das SmartMonitoringSystem integriert zusätzlich PV-Anlagendaten via VCOM-API und prüft die Plausibilität durch automatisierte Checks. Standardisierte Datenformate gewährleisten die Kompatibilität mit externen Analyse-Tools.

Im Anschluss liegt der langfristige Fokus auf der Entwicklung KI-basierter Modelle für die Wolkenanalyse. Das RAFT-Modell erfasst Wolkenbewegungen mit Sub-Pixel-Genauigkeit. Ein hybrides MAE-DINO-Modell kombiniert selbst-überwachtes Lernen mit physikalischen Korrekturen, um die Wolkenerkennung zu verbessert. Die Trainingsdaten werden aus dem ASI-Netzwerk gewonnen und mit meteorologischen Referenzdaten validiert.

HELIOS setzt neue Maßstäbe in der solaren Kurzfristprognose, indem es höhere Auflösungen, Echtzeitfähigkeit und KI-Physik-Hybridmodelle kombiniert. Durch präzise PV-Einspeiseprognosen können Netzengpässe reduziert, Reservekraftwerke eingespart und der Speicherbedarf verringert werden.

Ergebnisse

Im Projekt konnten wesentliche Fortschritte bei der hochaufgelösten Kurzfristvorhersage solarer Einstrahlung erzielt werden. Die aufgebaute Messinfrastruktur am Standort Maierhof lieferte unter realen Bedingungen kontinuierlich hochwertige Daten und erwies sich – trotz anfänglicher technischer Herausforderungen – als robust und zuverlässig. Die Kombination aus All-Sky-Imagern, Ceilometer, Pyranometer und weiteren meteorologischen Sensoren ermöglichte eine konsistente, multimodale Datengrundlage für die Modellentwicklung und -bewertung.



Das entwickelte Datenmanagement stellte eine zentrale Voraussetzung für reproduzierbare Ergebnisse dar, da es eine automatisierte Qualitätssicherung, strukturierte Datenaufbereitung und langfristige Archivierung gewährleistete. Dadurch konnten Fehlerquellen frühzeitig erkannt und die Integrität der Datensätze sichergestellt werden.



Auf algorithmischer Ebene zeigten RAFT-basierte Verfahren deutliche Vorteile gegenüber klassischen Methoden bei der Schätzung von Wolkenbewegungen, insbesondere unter komplexen atmosphärischen Bedingungen. Auch die Kombination physikbasierter und datengetriebener Ansätze im SkyFusion-Framework erwies sich als besonders leistungsfähig, da sie realistische Himmelsbild- und Einstrahlungsprognosen ermöglicht. Für deterministische Vorhersagen lieferten LSTM-Modelle die besten Ergebnisse und übertrafen etablierte Referenzmodelle.



Die Ergebnisse zeigen zudem, dass rein physikalische Modelle allein nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, da sie die Dynamik von Wolkenprozessen nur eingeschränkt abbilden können. KI-basierte Ansätze erzielen hier deutlich bessere Resultate, speziell bei hoher Variabilität der Einstrahlung. Vor diesem Hintergrund ist in einer zweiten Projektphase vorgesehen, den Einsatz von KI-Methoden weiter auszubauen und stärker in die Vorhersagesysteme zu integrieren.



Die Analyse der Messdaten verdeutlichte zudem, dass starke Einstrahlungsschwankungen vorwiegend bei aufgelockerter Bewölkung und hohen Wolkengeschwindigkeiten auftreten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung in Messung, Modellierung und Prognose.

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Während des Projekts wurden die Ergebnisse fortlaufend veröffentlicht: Den Auftakt bildete ein Vortrag zum Forschungsvorhaben auf dem Workshop „Minute Scale Forecasting for the Weather Driven Energy System“ vom 9. bis 12. April 2024 an der Technischen Universität Dänemark (DTU, Risø Campus). Erste Ergebnisse wurden anschließend auf der 41. EU PVSEC in Wien (23.-27. September 2024) vorgestellt. Auf der 38. EnviroInfo in Kairo (12.-14. November 2024) folgte ein weiterer Vortrag, begleitet von einer Veröffentlichung in den Conference Proceedings (LNI). Im März 2025 wurden auf dem 40. PV-Symposium (11.-13. März) die Ergebnisse des 1. Internationalen ASI-Workshops vorgestellt, der im Rahmen des Projekts initiiert worden war. Zwei weitere Publikationen erschienen auf der EnviroInfo 2025 (17.-19. September) und wurden ebenfalls in den LNI veröffentlicht. Zusätzlich fanden mehrere Präsentationen in Hochschulseminaren und -veranstaltungen statt. Ein Höhepunkt war der 1. ASI-Workshop am 25. und 26. Februar 2026 in Rosenheim mit 25 Teilnehmenden vor Ort und 79 Online-Gästen aus aller Welt. Aufgrund der sehr positiven Resonanz wird im Oktober 2026 ein zweiter Workshop folgen, der Auftakt zu einer regelmäßigen Workshop-Reihe.

Fazit

HELIOS zeigt insgesamt, dass die Kombination aus hochauflösender Messinfrastruktur, systematischem Datenmanagement und modernen KI-Methoden die Kurzfristvorhersage solarer Einstrahlung deutlich verbessert und damit einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Photovoltaik in dezentrale Energiesysteme leistet. Die entwickelte Infrastruktur am Standort Maierhof lieferte zuverlässig hochwertige Daten, während das Forschungsdatenmanagement eine robuste Grundlage für deren Qualitätssicherung und Nutzung schuf.

Auf methodischer Ebene erwiesen sich insbesondere RAFT-basierte Ansätze zur Wolkenbewegungsschätzung sowie das SkyFusion-Framework als leistungsfähig, da sie physikalische Modelle und datengetriebene Verfahren erfolgreich kombinieren. Ergänzend lieferten LSTM-Modelle die besten Ergebnisse für deterministische Einstrahlungsprognosen.

Die Analysen verdeutlichen zudem, dass vorwiegend bei aufgelockerter Bewölkung hohe zeitliche und räumliche Auflösungen entscheidend sind, um starke Schwankungen der Einstrahlung abzubilden. Insgesamt bestätigt HELIOS damit das Potenzial KI-gestützter, integrierter Vorhersagesysteme, die Prognosegüte signifikant zu steigern und so die Effizienz sowie die Dekarbonisierung des Energiesystems nachhaltig zu unterstützen.

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174.643,00 €

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01.01.2024 - 31.12.2025

Bundesland

Bayern

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Klimaschutz
Ressourcenschonung
Umweltforschung
Umwelttechnik