Konzeptionelle Mehraufwendungen für ein 14-geschossiges Holzhochhaus in Pforzheim
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Baugenossenschaft Arlinger eG
Hohlohstr. 6
75179 Pforzheim
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens
Ziel des Projekts „CARL“ war der Nachweis der technischen Realisierbarkeit, der brandschutztechnischen Sicherheit sowie der ökologischen Leistungsfähigkeit eines mehrgeschossigen Holz-Hybrid-Hochhauses im urbanen Kontext. Ausgangspunkt des Vorhabens war der weiterhin hohe Einsatz energieintensiver, konventioneller Baustoffe im Bauwesen sowie der wachsende Bedarf an nachhaltigen und ressourcenschonenden Bauweisen.
Vor diesem Hintergrund sollte das Projekt aufzeigen, dass der Baustoff Holz auch im Hochhausbau geeignet ist, konventionelle Materialien wie Beton und Stahl in wesentlichen Bereichen zu substituieren. Gleichzeitig wurde angestrebt, die Vereinbarkeit eines hohen Holzanteils mit den Anforderungen an Architektur, Funktionalität, Brandschutz und Wirtschaftlichkeit exemplarisch nachzuweisen.
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden
Zu Beginn des Vorhabens erfolgte eine umfassende Analyse der bautechnischen, brandschutzrechtlichen und ökologischen Rahmenbedingungen. Darauf aufbauend wurde ein integrales Planungskonzept entwi
ckelt, das ein Holz-Hybrid-Tragwerk mit einem aussteifenden Betonkern sowie ein spezifisches Brand
schutzkonzept mit umlaufenden Betonkrempen umfasst.
Die Umsetzung basierte auf einem hohen Vorfertigungsgrad der Bauteile sowie einer Just-in-Time-Logistik,
um Bauzeiten zu verkürzen und die Ausführungsqualität zu sichern. Der Planungs- und Bauprozess war durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachplanern, Behörden und weiteren Projektbeteiligten geprägt. Ergänzend kamen Low-Tech-Strategien, insbesondere im Bereich der natürlichen Belüftung,
sowie Konzepte zur regionalen Materialbeschaffung zur Anwendung.
Ergebnisse und Diskussion
Das Projekt konnte erfolgreich realisiert werden und bestätigt die grundsätzliche Umsetzbarkeit eines Holz-Hybrid-Hochhauses im urbanen Kontext. Insbesondere die ökologische Qualität, der hohe Anteil nachwachsender Rohstoffe sowie die Effizienzgewinne durch Vorfertigung sind positiv hervorzuheben.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Umsetzung mit erheblichen planerischen, technischen und organisatorischen Herausforderungen verbunden ist. Insbesondere Anforderungen des Brandschutzes sowie derhohe Abstimmungsbedarf mit Behörden führten zu einer gesteigerten Komplexität und erhöhten Kosten. Das Projekt ist daher als Prototyp und Leuchtturmvorhaben zu bewerten, dessen Erkenntnisse für zukünftigeEntwicklungen von hoher Bedeutung sind, jedoch derzeit nur eingeschränkt auf wirtschaftlich optimierte Standardbauweisen übertragbar erscheinen.
Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation
Das Projekt „CARL“ erfuhr eine hohe öffentliche und fachliche Aufmerksamkeit und wurde als beispielhaftes Leuchtturmprojekt wahrgenommen. Die Ergebnisse wurden im Rahmen von Fachveranstaltungen, Besichtigungen und Veröffentlichungen einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Darüber hinaus erfolgte eine kontinuierliche kommunikative Begleitung des Projekts, wodurch ein aktiver Wissenstransfer in Fachkreise sowie in die interessierte Öffentlichkeit gewährleistet werden konnte. Die Präsenz von Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Praxis unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens für dieWeiterentwicklung des nachhaltigen Bauens.
Fazit
Mit dem Projekt „CARL“ konnte ein städtebaulich prägnantes und ökologisch ambitioniertes Gebäude realisiert werden, das die Potenziale des Holz-Hybrid-Hochhausbaus eindrucksvoll demonstriert. Das Vorhaben
leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung nachhaltiger Bauweisen und zur Etablierung des Bau
stoffs Holz im urbanen Hochhausbau.
Gleichzeitig zeigt das Projekt deutlich die bestehenden Herausforderungen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Planungsaufwand und Genehmigungsprozessen auf. Für eine breitere Anwendung sind insbesondere die Standardisierung technischer Lösungen, die Optimierung von Verfahren sowie die Weiterentwicklung geeigneter Rahmenbedingungen erforderlich.
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330.675,00 €
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06.12.2018 - 30.04.2025
Bundesland
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