Grünlandverbund in der Allerniederung – Nachbewilligung
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Naturschutzstiftung Heidekreis
c/o Landkreis Heidekreis
Harburger Str. 2
29614 Soltau
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens
Das Projekt dient der Erhaltung und der Vermehrung von naturschutzfachlich wertvollem Grünland in dem vor allem für Bodenbrüter und nordische Gastvögel sehr wertvollen Überschwemmungsgebiet der Aller, u. a. FFH- und Vogelschutzgebiet, innerhalb des Heidekreises, Niedersachsen.
In der zunehmend intensiv landwirtschaftlich genutzten Allerniederung wird im Rahmen des Projekts ein fachlich fundiertes ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ômanagement mit Auswahl und Umsetzung ökologisch wirksamer und kosteneffizienter Maßnahmen zum Grünlandschutz etabliert. Die Erarbeitung eines Praxisleitfadens zur zielartengerechten Grünlandbewirtschaftung für verschiedene landwirtschaftliche Betriebsformen und Schutzgüter dient als Planungsgrundlage und Beratungsinstrument.
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden
Maßnahmen- und ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ôauswahl durch DSS Ecopay: Zur Auswahl geeigneter Maßnahmen und ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô für das gesamte Projektgebiet dient die Weiterentwicklung und Bereitstellung eines softwarebasierten Entscheidungsunterstützungssystems (DSS). Es ermöglicht die Abschätzung der Wirkung von unterschiedlichen Mahd- und Beweidungsregimen auf zu schützende Zielarten und Lebensraumtypen sowie deren flächengenaue Kostenabschätzung.
Umsetzungsplanung von Naturschutzmaßnahmen auf Partnerbetriebe: Auf für das Projektgebiet repräsentativen Partnerbetrieben erfolgt die Erstellung einzelbetrieblicher Naturschutzpläne in Zusam-menarbeit mit den Landwirten. Dabei werden auf Basis der softwarebasierten Maßnahmen- und ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ôauswahl Integrations- und Umsetzungsmöglichkeiten von Naturschutzmaßnahmen unter Berücksichtigung individueller Belange des Betriebs und landschaftlicher Rahmenbedingungen geplant.
Des Weiteren erfolgt eine ökonomische Bewertung der Maßnahmen auf Betriebsebene durch Beratung und Anwendung von Betriebsplanungsrechnungen.
Maßnahmenumsetzung und -finanzierung: Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt auf den ausgewählten ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô der Partnerbetriebe. Dabei erfolgt ein bedarfsangepasster Einsatz unterschiedlicher Finanzierungsmittel (AUM, Förderprogramme des Ökolandbaus, Ersatzgeld). Dies ermöglicht die Umsetzung eines vielfältigen Maßnahmenrepertoires.
Erfolgskontrolle: Es erfolgt die Durchführung praxisorientierter Erfolgskontrollen. Die Ergebnisse dienen der Validierung der DSS-Ecopay-Software sowie ggf. einer Anpassung der Maßnahmen. Ausgewählte Erfolg versprechende Maßnahmen werden in den Praxisleitfaden aufgenommen.
Ergebnisse und Diskussion
Inzwischen wurden alle Projektjahre des AllerGrün Projektes mit einer insgesamt vierjährigen Laufzeit erfolgreich umgesetzt. Schwerpunkt des ersten Projektjahres war die Ansprache der Projektpartner und der sechs landwirtschaftlichen Partnerbetriebe, eine Naturschutzberatung der Betriebe mit Auswahl geeigneter ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô und Maßnahmen sowie die Präsentation des Projektes durch eine Auftaktveranstaltung und weitere öffentlichkeitswirksame Aktionen. Bei den ausgewählten Naturschutzmaßnahmen handelte es sich um aus Landes- und EU-Mitteln finanzierte Agrarumweltmaßnahmen. Insgesamt wurden im Rahmen des Projektes auf 180 ha Grünlandflächen Agrarumweltprogramme neu beantragt.
In der zweiten Projektphase zählte zu den Schwerpunkten die weitere Ausarbeitung und Anpassung des softwarebasierten Entscheidungsunterstützungssystems „DSS-Ecopay“ an die regionalen Gegebenheiten der Allerniederung, um geeignete ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô und Maßnahmen zur ökologisch wirksamen und kosteneffizienten ¹óö°ù»å±ð°ù³Ü²Ô²µ von Zielarten und Biotoptypen des Grünlands auszuwählen. Eine Anwendung der Software erfolgte exemplarisch. Ebenfalls zählten die weitere Erfassung und Erfolgskontrolle der Maßnahmenflächen sowie die Evaluierung bisheriger Naturschutzmaßnahmen im Projektgebiet zu einem der Schwerpunkte in dieser Projektphase, indem ausgewählte Referenzflächen (landkreiseigene ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô mit Nutzungsauflagen, bestehende AUM-¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô sowie bestehende PIK ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô) kartiert wurden. Weiterhin erfolgte die Fertigstellung der sechs einzelbetrieblichen Naturschutzpläne sowie des Erfolgskontrollkonzeptes.
Im letzten Projektabschnitt inkl. der Nachbewilligung kam es zur finalen Überarbeitung des Zielartenkataloges sowie zur Durchführung der Betriebsplanungsrechnungen anhand zwei landwirtschaftlicher Partnerbetriebe. Die ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô- und Maßnahmenauswahl im Projektgebiet war bezüglich der Agrarumweltmaßnahmen bereits abgeschlossen, dennoch erfolgte in der letzten Projektphase eine intensive ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ôakquise bzgl. der langfristigen Sicherung von Maßnahmen im Rahmen von Kompensationsverpflichtungen. Zur Umsetzung solcher produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen (PIK) in der Allerniederung wurden im Rahmen des gesamten Projektes Vertragsverhandlungen über mindestens 20,91 ha Acker- bzw. Intensivgrünlandflächen geführt. Die ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ôkontrolle der Maßnahmenflächen, die Beratung bzw. Betreuung der landwirtschaftlichen Partnerbetriebe sowie die finale Anpassung und exemplarische Anwendung von DSS-Ecopay zählten zu weiteren Aufgabenschwerpunkten während dieser Projektphase. Darüber hinaus wurde im letzten Projektabschnitt der Praxisleitfaden erarbeitet und fertiggestellt. Der Praxisleitfaden dient u. a. als Maßnahmenkatalog mit Umsetzungs- und Finanzierungsmöglichkeiten und gibt Hinweise zur Auswahl geeigneter ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô und Maßnahmen auf Basis des Zielartenkatalogs.
Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation
Bezüglich Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation des AllerGrün-Projektes wurden folgende Aspekte realisiert:
- Pressemitteilungen, Website-Auftritt, Logo, Flyer, Infoplakat, Messe-Stand etc.
- Auftakt- und öffentliche Informationsveranstaltung, vier Projektpartnertreffen, zwei Ecopay-Anwenderworkshops, Zielartentreffen, diverse Arbeitsgruppentreffen, Abschlussveranstaltung
- Teilnahme mit einem Informationsstand an verschiedenen Veranstaltungen und Messen
- Netzwerkausbau mit anderen Projekten
Fazit
Zusammenfassend betrachtet konnte das AllerGrün-Projekt zielführend realisiert und die Vielzahl der verschiedenen Projektinhalte trotz zeitlicher Verzögerungen, begründet durch die laufende Schutzgebietsausweisung in der Allerniederung des Heidekreises, erfolgreich umgesetzt und abgeschlossen werden. Das übergeordnete Ziel, naturschutzfachlich wertvolles Grünland in der Allerniederung zu erhalten und zu vermehren, wurde erreicht. Zudem wurden im Zuge des Projektes eine Vielzahl an verschiedenen Beratungs- und Planungsinstrumenten entwickelt, die in Zukunft nicht nur in der Allerniederung als Hilfestellung zur Auswahl und Umsetzung von ökologisch wirksamen und kosteneffizienten Maßnahmen zum Grünlandschutz dienen, sondern auch überregional auf andere Projekt- bzw. Untersuchungsgebiete übertragbar und anwendbar sind.