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Wiederverwendung von Stahlbetonteilen

Im Rahmen eines Projekts des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wurde gezeigt, dass die Wiederverwendung von Stahlbetonbauteilen im Vergleich zur konventionellen Bauweise das Potenzial bietet, die CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Während für viele Baustoffe bereits etablierte Verwertungswege am Ende ihres Lebenszyklus existieren, fehlte für Stahlbeton bislang ein Konzept, das über das reine Recycling hinausgeht und eine tatsächliche Wiederverwendung von Bauteilen ermöglicht.
Vor diesem Hintergrund erarbeiteten die Ingenieur*innen ein standardisiertes Konzept zur Wiederverwendung von Stahlbetonbauteilen. Im Zentrum steht ein modulares Baukastensystem, das Rückbau, Aufbereitung und erneute Nutzung strukturiert miteinander verbindet und damit einen Beitrag zur zirkulären Bauwirtschaft leistet.

Stahlbeton ist eine Konstruktionsmethode, die als Verbundbaustoff Beton und Stahl entsprechend der jeweiligen Materialeigenschaften gezielt kombiniert wird. Während Beton Druckkräfte aufnimmt, übernimmt der Stahl die Zugkräfte. So entstehen besonders tragfähige Bauteile.

Modulares System zur Wiederverwendung von Stahlbeton

Das entwickelte Vorgehen wurde in einem Leitfaden zusammengeführt und umfasst alle Schritte von der Zieldefinition über die Bewertung und Dekonstruktion von Bestandsgebäuden bis hin zur Aufbereitung und Wiedermontage der Bauteile in Neubauprojekten. Kern des Ansatzes ist ein Baukastensystem, das Bauteile wie Stützen, Decken und Wände integriert und über standardisierte, lösbare Stahlverbindungen flexibel kombiniert. Das Konzept wurde zudem anhand eines realen Rückbauvorhabens praktisch erprobt, bei dem Bauteile selektiv demontiert, digital erfasst, bewertet und für eine erneute Nutzung vorbereitet wurden. Die ökologische Bewertung begleitete den gesamten Prozess.

Hohe COâ‚‚-Einsparungen und erfolgreiche Praxiserprobung

Die Ergebnisse zeigen, dass die Wiederverwendung von Stahlbetonbauteilen technisch prinzipiell umsetzbar und ökologisch vorteilhaft ist. Durch das Baukastensystem und die standardisierten Verbindungen können Bauteile mehrfach genutzt und flexibel in neue Konstruktionen eingesetzt werden. In einer beispielhaften Anwendung bei der Errichtung eines Stahlbetonrahmens konnten die CO₂-Emissionen gegenüber einer konventionellen Bauweise um rund zwei Drittel reduziert werden.
HIerbei zeigt sich, dass insbesondere Transportwege einen wesentlichen Einfluss auf die Umweltbilanz haben. Zukünftige Optimierungen bei Anschlussdetails sowie verbesserte Aufbereitungsprozesse bieten weiteres Potenzial, um Wirtschaftlichkeit und Effizienz zu steigern und die Wiederverwendung im Bauwesen breiter zu etablieren.
In weiteren Untersuchungen sollen für den konzeptionell entwickelten modularen Baukasten für rückgebaute Stahlbetonbauteile zusätzliche Standards für Schnittstellen sowie automatisierte Verfahren zur Aufbereitung der Bauteile erforscht werden.

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Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Massivbau und Baustofftechnologie (IMB)
Abteilung Massivbau
Gotthard-Franz-Str. 3
76131 Karlsruhe

DBU-AZ: 39080

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