
In den kommenden Wochen rücken auf der DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald schwere Maschinen an. Die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, hat Pflegemaßnahmen auf dem insgesamt rund 1.900 Hektar großen ehemaligen militärischen Sperrgebiet östlich von Zeulenroda-Triebes in Auftrag gegeben, die der betrieb Thüringen-Erzgebirge koordiniert.
Waldarbeiten beschleunigen Entwicklung zu naturnahem Wald
Derzeit wird der Waldentwicklung im DBU Naturerbe Pöllwitzer Wald auf die Sprünge geholfen. „Hier würde natürlicherweise Buchenwald sein“, sagt Tobias Leikauf, ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ôbetreuer im DBU Naturerbe. Um aus den vom Menschen angepflanzten Fichten- und Kiefernwäldern wieder naturnahe Laubmischwälder zu machen, werden jetzt auf rund 120 Hektar Nadelbäume entnommen. Im Süden und Westen der Fläche finden derzeit voraussichtlich bis Ende September Maßnahmen statt, bei denen vorwiegend Kiefern und Fichten eingeschlagen, an die Forstwege gebracht und dort gestapelt werden. Durch diese Waldarbeiten wird die Entwicklung zu naturnahem Wald unterstützt, der sich Leikauf zufolge dann langfristig zu Wildnis weiterentwickeln könne. Denn das DBU Naturerbe will in einem allmählichen Prozess die von Nadelbäumen geprägten Bestände in klimastabilere Laubmischwälder umbilden, die sich dann letztlich eigendynamisch entwickeln können. „Wir schaffen Licht und Raum, um geeignetere Bedingungen für teilweise bereits vorhandene Laubbaumarten wie die Rot-Buche zu schaffen und die Chancen zu erhöhen, dass sich Laubbaumbestände entwickeln können“, ergänzt Försterin Hellen Lippold vom Bundesforstbetrieb. Aber auch andere Pflanzen- und Tierarten profitieren kurz- und langfristig von der Umgestaltung.

Pflegemaßnahmen von Ende Juli bis Ende September
„Im Wald arbeiten wir derzeit auch entlang der L 2346 mit einem Harvester und einem Forwarder“, Lippold. Neben diesen Holzerntemaschinen sind ihr zufolge zusätzlich Bagger und Lastwagen zu sehen, da parallel zur Holzaufarbeitung auch dringend notwendige Sanierungen von Waldwegen stattfinden. An der K 513 zwischen Pöllwitz und Dobia wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Zeitraum vom 10. bis 14. August wegen der Arbeiten im benachbarten Waldgebiet reduziert. Hier werden Bäume im Zuge der Waldumgestaltung und zur Verkehrssicherung gefällt. Der Bundesforstbetrieb bittet Verkehrsteilnehmende, das Verkehrstempo entsprechend anzupassen, die geänderten Straßenregelungen zu beachten und aufmerksam zu fahren. In Abstimmung mit der Naturschutzbehörde beginnen die Pflegemaßnahmen Ende Juli und sind voraussichtlich Ende September beendet.
Pöllwitzer Wald ist Teil des Nationalen Naturerbes
Der Pöllwitzer Wald zählt zum Nationalen Naturerbe, das insgesamt 164.000 Hektar umfasst. Dazu gehören neben ehemals militärisch genutzten ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô Gebiete entlang der früheren innerdeutschen Grenze, Treuhandareale und stillgelegte Braunkohletagebaue. Das DBU Naturerbe verantwortet den Naturschutz auf 66 ¹ó±ô䳦³ó±ð²Ô mit rund 70.000 Hektar in zehn Bundesländern. In den Waldbeständen des DBU Naturerbes mit „insgesamt schätzungsweise 55.000 Hektar werden mittel- und langfristig große Gebiete der natürlichen Entwicklung überlassen“, sagt Leikauf. Damit leistet die Stiftungstochter einen bedeutenden Beitrag zum Schutz der Biologischen Vielfalt.