  {"id":27685,"date":"2026-05-30T10:32:47","date_gmt":"2026-05-30T08:32:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37524-01\/"},"modified":"2026-05-30T10:32:48","modified_gmt":"2026-05-30T08:32:48","slug":"37524-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/37524-01\/","title":{"rendered":"Urw\u00e4lder in (Mittel)Europa &#8211; Verantwortung \u00fcbernehmen f\u00fcr das Europ\u00e4ische Naturerbe (Urwald-Verantwortung)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Âé¶¹´«Ã½ (DBU) f\u00f6rderte in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rainer Luick von 2017 bis 2019 ein Forschungsvorhaben, das sich mit der Inventarisierung von Urwaldreservaten in Rum\u00e4nien besch\u00e4ftigte. Weniger als 1 % aller europ\u00e4ischen W\u00e4lder sind noch Urw\u00e4lder; der Gro\u00dfteil davon (au\u00dferhalb von Russland) liegt im Karpatenbogen und hier in erster Linie in den rum\u00e4nischen Karpaten. Dort gab es noch um das Jahr 2000 gesch\u00e4tzt 200.000 ha W\u00e4lder, die \u00fcber Jahrtausende ohne Nutzungseinfluss waren, bzw. nur marginale Spuren historischer Nutzungen aufweisen (so genannte \u201cQuasi-Urw\u00e4lder\u201d). Mit dem EU-Beitritt und dem Engagement von ausl\u00e4ndischen Holzkonzernen, die \u00fcberwiegend aus \u00d6sterreich und Deutschland stammen, sind diese Urwaldfl\u00e4chen auf vermutlich schon weniger als 100.000 ha geschrumpft. Massive illegale und \u201clegalisierte\u201d Einschl\u00e4ge, aber auch ein vielfach nur in der Theorie bestehender Schutzstatus, sind die Ursachen. In diesem ersten Projekt wurden Kartierungen von Urw\u00e4ldern und Quasi-Urw\u00e4ldern durchgef\u00fchrt, die f\u00fcr den sogenannten Rum\u00e4nischen Urwaldkatalog gemeldet wurden. Insgesamt wurden W\u00e4lder in einer Dimension von 15.000 ha angesprochen; im Detail wurden ca. 5.200 ha untersucht und f\u00fcr 32 Gebiete Gutachten entsprechend den Kriterien des Nationalen Katalogprojektes erstellt. Mit den nach Abschluss des Projektes noch erkannten Gebieten wurden insgesamt rund 5.500 ha Urw\u00e4lder und Quasi-Urw\u00e4lder verteilt auf ca. 50 Teilgebiete in den Katalog aufgenommen.<\/p>\n<p>Das hier vorgestellte F\u00f6rderprojekt hat folgende Zielsetzungen:<br \/>\n(1) Identifizierung und Kartierung von Vorschlagsfl\u00e4chen f\u00fcr das auch von Rum\u00e4nien zu erstellende Inventar von Schutzgebieten f\u00fcr Prim\u00e4r- und Alte W\u00e4lder als zentrales Ziel der EU-Biodiversit\u00e4tsstrategie 2030 und ebenso als Element der v\u00f6lkerrechtlich verbindlichen UN Kumming-Montreal-Vereinbarungen.<br \/>\n(2) Wertsch\u00f6pfungsoptionen f\u00fcr Menschen und Gemeinden \u00fcber die Installation von nachhaltigen Wildnis-(Urwald)-Tourismus in Regionen aufzeigen, wo noch gro\u00dffl\u00e4chige Urwald- und Quasiurw\u00e4lder vorhanden sind und erste Umsetzungsschritte gemeinsam entwickeln. Der zentrale Gedanke dabei ist, dass \u00fcber das Belassen der W\u00e4lder ein regelm\u00e4\u00dfiger und nicht nur einmaliger Profit generiert werden kann.<br \/>\n(3) Erfahrungen bereitstellen, Wissen vermitteln und technisches Know-how trainieren, mit der Zielgruppe interessierter regionaler Akteure und Freiwilliger. Diese wurden \u00fcber Workshops zu eigenen Kartierungen von Urw\u00e4ldern und Alten W\u00e4ldern und zu Beitr\u00e4gen zum Komplex Regionalwirtschaft motiviert, und dazu, sich in entsprechenden Projektans\u00e4tzen zu engagieren und eigene Projekte zu initiieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<\/p>\n<p>Die Koordinierung des Projektes lag bei Prof. Dr. Rainer Luick und Prof. Dr. Monika Bachinger. Die wissenschaftlichen Arbeiten wurden von Experten aus \u00d6sterreich und Rum\u00e4nien durchgef\u00fchrt (Matthias Schickhofer und Ion Holban). Die Arbeiten und Methoden umfassten Desktop- und Vor-Ort-Recherchen und Kartierungen, Workshops (Pr\u00e4senz, Online oder Hybrid) und intensiver Erfahrungsaustausch mit lokalen Akteuren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Arbeitspaket Kartierung von Urw\u00e4ldern und Alten W\u00e4ldern<br \/>\nInsgesamt wurden in den beiden Fokusgebieten (1) F\u0103g\u0103ra\u0219 Mountains und (2) Domogled-Valea ca. 80.000 ha mit wahrscheinlichem Vorkommen von Prim\u00e4r- und Quasi-Urw\u00e4ldern erfasst und kartiert. Davon waren ca. 55.000 h in (1) und ca. 24.500 ha in (2). Erg\u00e4nzend wurden f\u00fcr (1) ca. 32.600 ha und f\u00fcr (2) ca. 17.300 ha als notwendige Verbindungs- und Wiederherstellungsfl\u00e4chen vorgeschlagen. Die Vorschl\u00e4ge wurden Regierungsbeh\u00f6rden und EU-Institutionen \u00fcbermittelt und werden ausf\u00fchrlich in einer separaten wissenschaftlichen Arbeit publiziert.<\/p>\n<p>Arbeitspaket regionale Wertsch\u00f6pfung \u00fcber sanfte (Ur)Wald-Wildnis-Erlebnisangebote<br \/>\nDie Analyse zeigte, dass es in den Karpatenr\u00e4umen mit Vorkommen von gro\u00dffl\u00e4chigen Urw\u00e4ldern und Alten W\u00e4ldern bislang kaum Tourismus-, Informations- und Bildungsangebote gibt; weder von lokalen\/kommunalen und von \u00fcbergeordneten staatlichen Einrichtungen, noch von privaten Anbietern. Hauptprobleme, die gleichzeitig Herausforderungen und L\u00f6sungsstrategien erfordern sind: (1) praktische keine Zug\u00e4nge mit \u00f6ffentlichem Verkehr und wenn nur vereinzelt und sehr rudiment\u00e4re Zugangswege mit privaten Verkehrsmitteln; (2) nur sehr wenige Pfade, die in interessante Waldgebiete f\u00fchren; oft sind diese kaum ausgeschildert (oder verschwundene Beschilderung), sind abschnittsweise gef\u00e4hrlich oder durch forstliche Eingriffe zerst\u00f6rt; (3) es existiert oft nur eine rudiment\u00e4re oder keine Infrastruktur in r\u00e4umlicher N\u00e4he.<br \/>\nZentrale Ergebnisse des Arbeitspaktes sind:<br \/>\n(1) Basierend auf Desktop- und eigenen Vor-Ort-Recherchen und Austausch mit lokalen Akteuren Entwicklung eines Online-verf\u00fcgbaren Informations- und Beratungstools \u201cBest Practice Primary Forest Tourism: Inspiration &#8211; guidance &#8211; checklists &#8211; for nature and wilderness tourism developers and practitioners\u201d. (2) In den Fokusgebieten F\u0103g\u0103ra\u0219 Mountains und Domogled &#8211; Valea Cernei National Park wurden jeweils 4 Trails ausgew\u00e4hlt. Diese wurden teils mehrfach, auch mit Testpersonen begangen und notwendige Daten f\u00fcr eine Charakterisierung erhoben, die auch von Geodatenportalen wie Komoot oder OsmAnd importiert werden k\u00f6nnen. (3) Entwicklung und Hosting eine Projekthomepage, die nach Projektende von interessierten Karpatenbesuchern und Anbietern von Tourismusangeboten genutzt werden kann. Diese enth\u00e4lt Tourbeschreibungen, praktische Hinweise und \u00f6kologische Hintergrundinformationen.<\/p>\n<p>Arbeitspaket Transfer und \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Erfolg<br \/>\nF\u00fcr den Transfer von Wissen und Erfahrungen und zur Schulung wurden mehrere Seminare durchgef\u00fchrt, die auch praktische Komponenten beinhalteten. Mit Experten und interessierten Gruppen wurden Testwanderungen durchgef\u00fchrt. Von Beginn an erfuhr das Projekt ein intensives internationales Interesse, was sich in einer beeindruckenden Presserezeption darstellt. Erste Touranbieter haben basierend auf der Arbeit Angebote entwickelt und erfolgreich durchgef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Âé¶¹´«Ã½ (DBU) f\u00f6rderte in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rainer Luick von 2017 bis 2019 ein Forschungsvorhaben, das sich mit der Inventarisierung von Urwaldreservaten in Rum\u00e4nien besch\u00e4ftigte. 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