  {"id":27585,"date":"2025-06-27T10:32:24","date_gmt":"2025-06-27T08:32:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35673-01\/"},"modified":"2025-06-27T10:32:24","modified_gmt":"2025-06-27T08:32:24","slug":"35673-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35673-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines umwelt- und fischgesundheitsfreundlichen Membran-Denitrifikations-Verfahrens f\u00fcr landbasierte Salzwasser-Aquakultur-Kreislaufanlagen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt zielte darauf ab, ein innovatives Verfahren zur Wasseraufbereitung in Aquakultur-Kreislaufsystemen zu entwickeln, das den Frischwasserverbrauch vermindert, die Belastung des Prozesswassers minimiert und Stickstoffverbindungen wie Nitrat effizient reduziert, um die Umweltbelastung zu senken. Durch die Kombination eines Denitrifikationsreaktors mit einer Ultrafiltrationsmembran sollten die Wasserqualit\u00e4t verbessert, Emissionen verringert und das Wohlbefinden der Fische gesteigert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Arbeiten begannen mit der Konstruktion eines Membran-Denitrifikationsreaktors (MDR), der eine Ultrafiltrationsmembran mit einem Denitrifikationsverfahren kombiniert. Mit einem Laborreaktor wurde die Reinigung der Membranen durch R\u00fccksp\u00fclung und Bewegung von Granulaten und die Funktion als Denitrifikationsreaktor in einer marinen Umgebung gepr\u00fcft. In einer halbtechnischen Anlage wurde das Konzept getestet. Zuvor wurden Methoden zur Analyse von Wasserparametern, mikrobieller Aktivit\u00e4t und Fischgesundheit entwickelt und angepasst. Onlinesensoren zur \u00dcberwachung von pH-Wert, Sauerstoff- und Nitratkonzentrationen sowie Steuerungssysteme f\u00fcr Pumpen und Ventile wurden implementiert. Parallel dazu wurden in Laborversuchen Batch-Systeme mit biologisch abbaubaren Festsubstraten (BAFs) als Tr\u00e4germaterialien und Kohlenstoffquelle eingesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das entwickelte Verfahren erwies sich als wirksam bei der Entfernung von Nitrat und Mikropartikeln.<br \/>\nBatch-Versuche zeigten, dass die biologisch abbaubaren Festsubstrate als Kohlenstoffquelle und Tr\u00e4germaterial f\u00fcr die Denitrifikation im Meerwasser geeignet sind. <\/p>\n<p>Mit dem Labor-MDR konnte die Funktion von Denitrifikation und Filtration im Meerwasser unter ung\u00fcnstigen Bedingungen durch Messungen von chemischen und physikalische Wasserparametern verifiziert werden. Weiterhin wurden technische Probleme identifiziert und teilweise gel\u00f6st, die zu Modifikationen des Labor-Reaktors f\u00fchrten und anschlie\u00dfend auch beim halbtechnischen Reaktor realisiert wurden.<\/p>\n<p>Der halbtechnische MDR wurde in einer marinen Aquakultur-Kreislaufanlage unter realen Bedingungen eingesetzt. Dabei zeigten die Messungen eine signifikante Reduktion der Nitratkonzentrationen, was die Effektivit\u00e4t der Denitrifikation unter den spezifischen Bedingungen der Meerwasser-Aquakultur best\u00e4tigte.<br \/>\nDie Tests zur Membranreinigung durch hydraulische R\u00fccksp\u00fclung allein ergaben, dass die Methode nicht ausreichend war. Der Einsatz von Kunststoffgranulaten als mechanische Unterst\u00fctzung der Reinigung kann nicht abschlie\u00dfend beurteilt werden, da die Granulate in der Reaktorkonstruktion aufgrund von Verstopfungen sich noch nicht optimal bewegen lie\u00dfen. Weitere Herausforderungen ergaben sich auch in der marinen Umgebung, da die Stabilit\u00e4t der Biofilme und die Anpassung der Bioz\u00f6nose an Salzwasser langsamer verliefen als im S\u00fc\u00dfwasser.<\/p>\n<p>Die Untersuchungen zur Tiergesundheit zeigten, dass die optimierte Wasseraufbereitung zu einem R\u00fcckgang von Krankheitssymptomen und einer Minderung von Stressindikatoren wie den Cortisolwerten f\u00fchrte.<br \/>\nTrotz technischer Probleme, darunter Verz\u00f6gerungen bei der Materialbeschaffung und Funktionsausf\u00e4lle bei Komponenten, konnte die Umsetzbarkeit des Verfahrens in der Praxis nachgewiesen werden. Langfristig k\u00f6nnte die Technologie nicht nur den Wasserverbrauch in Aquakulturen senken, sondern auch die Umweltbelastung durch salzhaltige Abw\u00e4sser und reaktive Stickstoffverbindungen deutlich reduzieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Markus Sterneberg 2024: Einfluss eines Membran-Denitrifikations-Reaktors auf das Mikrobiom und die Fischgesundheit in Salzwasserkreislaufsystemen\u0093, Vortrag EAFP-Tagung (European Association of Fish Pathologists) vom 9. bis 11.10.2024 in Ulm.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt hat gezeigt, dass die Kombination von Denitrifikations- und Ultrafiltrationsverfahren eine nachhaltige und effektive L\u00f6sung f\u00fcr die Wasseraufbereitung in Aquakultur-Systemen ist. Durch die Verminderung von Nitrat- und Partikelkonzentrationen im Wasser werden sowohl \u00f6kologische als auch \u00f6konomische Vorteile erzielt. Die verbesserte Wasserqualit\u00e4t f\u00f6rdert das Wohlbefinden der Fische, vermindert Krankheitsrisiken und f\u00fchrt nachhaltig zu einer Verbesserung der Tiergesundheit.<\/p>\n<p>Die Weiterentwicklung der Verfahrenstechnik, insbesondere bei der Membranreinigung und der Integration biologisch abbaubarer Materialien, ist jedoch erforderlich, um die Prozesse effizienter und kosteng\u00fcnstiger zu gestalten. Insgesamt liefert das Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung ressourcenschonender und umweltfreundlicher Technologien f\u00fcr die Aquakultur und hat das Potenzial, die Nachhaltigkeit der Fischproduktion langfristig zu sichern. Weitere Forschungen sind erforderlich, um die Technologie zu optimieren und eine breitere Anwendung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt zielte darauf ab, ein innovatives Verfahren zur Wasseraufbereitung in Aquakultur-Kreislaufsystemen zu entwickeln, das den Frischwasserverbrauch vermindert, die Belastung des Prozesswassers minimiert und Stickstoffverbindungen wie Nitrat effizient reduziert, um die Umweltbelastung zu senken. 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