  {"id":27186,"date":"2023-07-13T15:19:39","date_gmt":"2023-07-13T13:19:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16285-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:40","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:40","slug":"16285-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16285-01\/","title":{"rendered":"Konditionierung gebrauchter Bentonitsuspensionen durch mineralische Zuschlagstoffe bei gleichzeitiger Gewinnung von Sekund\u00e4rrohstoffen f\u00fcr die Herstellung hochw\u00e4rmed\u00e4mmender Leichthochlochziegel"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gebrauchte Bentonitsuspensionen fallen u.a. im Spezialtiefbau an. Deren Entsorgung wirft aus \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Sicht Probleme auf. Ziel des Vorhabens war die Erarbeitung der Grundlagen eines wirtschaftlichen und umweltgerechten Aufbereitungs- und Verwertungskonzepts. Das Konzept sollte auf der Entw\u00e4sserung der Suspensionen mit Hilfe von mineralischen Zuschlagstoffen beruhen, welche sich als Filterhilfen eignen und als Abstoffe in anderen Industriezweigen anfallen k\u00f6nnen. Der aus Bentonit und Zuschlagstoffen bestehende Filterkuchen sollte einem Ton-Sand-Gemisch entsprechen und als Rohstoff bei der Herstellung hochw\u00e4rmed\u00e4mmender Leichthochlochziegel eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen vergleichender Laborversuchsreihen wurden 25 potentielle Filterhilfen auf ihre Eignung getestet. Die verwendeten Suspensionen kamen aus dem Bau von Schlitzw\u00e4nden und Bohrpf\u00e4hlen sowie dem Tunnelbau. Die Versuche wurden in einem Baustofflabor der Fa. Bilfinger &#038; Berger, die umweltrelevanten Analysen (Suspensionen, Filterhilfen, Filtrat) am Institut f\u00fcr Umwelt-Geochemie der Universit\u00e4t Heidelberg durchgef\u00fchrt.<br \/>\nMit ausgew\u00e4hlten Filterhilfen (gebrauchte Kieselgur, Perlitstaub, Bimswaschschlamm und M\u00fcllverbrennungsasche (MVA)) wurden anschlie\u00dfend im Technikumma\u00dfstab Entw\u00e4sserungen mit Kammerfilterpressen praxisnah realisiert und optimiert. Gleichzeitig konnten ausreichende Mengen Filterkuchen f\u00fcr die keramotechnischen Untersuchungen an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule N\u00fcrnberg gewonnen werden.<br \/>\nHier wurden nach Vorversuchen zum generellen Einsatz von Bentoniten die Filterkuchen aus Bentonit und Zuschlagstoffen bis max. 40 Ma.% mit einem Ziegel-Rohton vermengt. An insgesamt 1364 Formlingen (Labor-Ziegel und W\u00e4rmeleitplatten) erfolgte die Bestimmung der Trocken- und Brennschwindung, Rohdichte und Scherben-Rohdichte, Druckfestigkeit und Scherben-W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegt der ausf\u00fchrliche Abschlussbericht von 01\/2002 vor.<br \/>\nDie Eignung als Filterhilfe hat sich in den Labortests bei einer Vielzahl der gepr\u00fcften Stoffe best\u00e4tigt, z.B. Perlitstaub, gebrauchte Kieselgur oder M\u00fcllverbrennungsasche (MVA). Auf dem Markt steht also eine Vielzahl potentieller Filterhilfen in Form mineralischer Abfallstoffe oder niedrigpreisiger (Sekund\u00e4r-) Rohstoffe zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nDie keramtechnischen Ergebnisse zeigen, dass alle Feststoffgemische in der Ziegelindustrie verwendet werden k\u00f6nnen. Die enthaltenen Filterhilfen weisen vergleichsweise niedrige Sch\u00fcttgewichte auf. Dadurch werden schwerere Tonmineralien in der Ziegelrohmasse substituiert und die Scherbenrohdichte herabgesetzt. Die gleichzeitige Erniedrigung der W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit f\u00fchrt zu der gew\u00fcnschten w\u00e4rmed\u00e4mmenden Wirkung.<br \/>\nUnter w\u00e4rmetechnischen Gesichtspunkten und auch bez\u00fcglich der Druckfestigkeiten sind die Bentonit-Filterkuchen mit Perlitstaub, gebrauchter Kieselgur und Bimswaschschlamm besonders gut f\u00fcr die Ziegelherstellung geeignet.<br \/>\nDie mit M\u00fcllverbrennungsasche hergestellten Probek\u00f6rper erbrachten bei praktisch allen Tests die schlechtesten Ergebnisse. Wenn der w\u00e4rmetechnische Effekt nicht im Vordergrund steht, kann die diese zumindest als Abmagerungsmittel eingesetzt werden. Der zugesetzte Massenanteil sollte jedoch niedrig sein, um eine zu starke Festigkeitsminderung zu verhindern.<br \/>\nDie umweltrelevanten Analysen der Filterhilfen erbrachten keine besonderen Auff\u00e4lligkeiten. Nur die verwendete M\u00fcllverbrennungsasche wies erh\u00f6hte Schwermetall- und Salzgehalte auf. Dies ist ein weiterer Grund, M\u00fcllverbrennungsasche ggf. nur in geringen Massenanteilen zu verwenden.<br \/>\nDie gesetzten Arbeitsziele wurden fast vollst\u00e4ndig und in der erwarteten Zeit erreicht. Allerdings ist wegen der Komplexit\u00e4t der Einflussgr\u00f6\u00dfen zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt keine seri\u00f6se Wirtschaftlichkeitsbetrachtung m\u00f6glich. Die Wirtschaftlichkeit h\u00e4ngt insbesondere vom Standort der Filterpresse und des Verwerters (Ziegelei) sowie der regionalen Verf\u00fcgbarkeit der Filterhilfen ab. Die Kostenvorteile, die sich \u00fcber die Nutzung sekund\u00e4rer Filterhilfen und die Vermeidung von Deponierungskosten ergeben, m\u00fcssen gegen einen unter Umst\u00e4nden gr\u00f6\u00dferen logistischen Aufwand gerechnet werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Verwertungskonzept auf das jeweilige Bauvorhaben angepasst werden muss. Seine besondere Bedeutung d\u00fcrfte in der Abwicklung gro\u00dfer Spezialtiefbau-Projekte, z.B. im Tunnelbau, liegen.<br \/>\nDas neue Konzept entspricht dem Prinzip der Abfallverwertung bzw. -vermeidung. Zus\u00e4tzlich entf\u00e4llt der Einsatz von Flockungsmitteln f\u00fcr die Filtration. Deponiekapazit\u00e4ten werden geschont, wie auch die Rohstoff-Ressourcen f\u00fcr die Ziegelherstellung (Tonersatz).<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es ist geplant, das Verwertungskonzept in folgender Form zu verbreiten:<br \/>\n\u00b7\tDirekte Informationen an Spezialtiefbau-Unternehmen (z. B. Ausz\u00fcge aus dem Abschlu\u00dfbericht, Ver\u00f6ffentlichungen)<br \/>\n\u00b7\tVer\u00f6ffentlichung in Fachzeitschriften aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Spezialtiefbau, Ziegelindustrie<br \/>\n\u00b7\tVortr\u00e4ge, Seminare und Veranstaltungen der FH N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus Sicht der terracontrol GmbH k\u00f6nnte auf Basis der im F\u00f6rderprojekt erzielten guten Ergebnisse bereits ein Gro\u00dfversuch im Rahmen eines gro\u00dfen Spezialtiefbau-Projektes durchgef\u00fchrt werden. Neben den technischen und genehmigungsrechtlichen Aspekten w\u00fcrde ein Gro\u00dfversuch erg\u00e4nzende Hinweise zur Wirtschaftlichkeit des Verfahrens geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gebrauchte Bentonitsuspensionen fallen u.a. im Spezialtiefbau an. Deren Entsorgung wirft aus \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Sicht Probleme auf. 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