  {"id":26562,"date":"2023-07-28T10:32:08","date_gmt":"2023-07-28T08:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/32479-01\/"},"modified":"2023-07-28T10:32:10","modified_gmt":"2023-07-28T08:32:10","slug":"32479-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/32479-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Sch\u00fclerfirmen als Instrument zur F\u00f6rderung von Inklusion"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit der Inklusion sind tiefgreifende Ver\u00e4nderungen in der schulischen Landschaft angesto\u00dfen. Sch\u00fclerinnen<br \/>\nund Sch\u00fcler, die als verhaltensauff\u00e4llig, lern- oder motivationsschwach gelten, sollen durch die<br \/>\nRegelschule nicht mehr ausgesondert werden. Das stellt die bisher in Deutschland dominierende Unterrichtsgestaltung<br \/>\nan Regelschulen, die kognitive und motivationale Homogenit\u00e4t voraussetzt, in Frage und<br \/>\nerfordert neue Antworten auf vielf\u00e4ltigen schulischen Handlungsfeldern, insbes. der Methodik und Didaktik<br \/>\nund der Organisation des Schulalltags. Vor allem das soziale Lernen und Methoden der Binnendifferenzierung<br \/>\ngewinnen noch st\u00e4rker an Gewicht.<br \/>\nIm allgemeinbildenden Bereich haben sich Nachhaltige Sch\u00fclerfirmen bew\u00e4hrt, um dieser zunehmenden<br \/>\nHeterogenit\u00e4t durch geeignete innovative Lernformen Rechnung zu tragen. Nachhaltige Sch\u00fclerfirmen<br \/>\nsind praxisorientierte Unterrichtsprojekte, die mit realen Produkten und Dienstleistungen am realen Markt<br \/>\nUmsatz und Gewinn erzielen und dabei das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung verfolgen. Sie haben<br \/>\nsich gerade an F\u00f6rderschulen, aber auch an Haupt- und Realschulen bew\u00e4hrt, k\u00f6nnen die Sch\u00fclerinnen<br \/>\nund Sch\u00fcler dort nach ihren jeweiligen F\u00e4higkeiten und M\u00f6glichkeiten eingesetzt werden und ihr Knowhow<br \/>\neinbringen. Das schafft Motivation und Selbstvertrauen. Die Mitarbeit in der Sch\u00fclerfirma erm\u00f6glicht<br \/>\nso eine praxisnahe Berufsvorbereitung, \u00fcbt umweltgerechtes Handeln und verbessert die Berufsaussichten<br \/>\ndieser Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler.<br \/>\nNach Schulabschluss bleibt jedoch die Arbeitsplatzsuche f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit sonderp\u00e4dagogischem<br \/>\nF\u00f6rderbedarf eine besondere Herausforderung. W\u00e4hrend der Gedanke der Inklusion im allgemeinbildenden<br \/>\nBereich inzwischen mehr und mehr umgesetzt wird, sind im berufsbildenden Bereich<br \/>\ndazu erst erste Ans\u00e4tze entwickelt und nur zum Teil erprobt. J\u00e4hrlich verlassen etwa 50.000 Jugendliche,<br \/>\nbei denen ein sonderp\u00e4dagogischer F\u00f6rderbedarf festgestellt wurde, die Regel- oder F\u00f6rderschulen.<br \/>\nNur eine geringe Zahl dieser Schulabsolventen nimmt eine Berufsausbildung in einem anerkannten<br \/>\nAusbildungsberuf auf. Von daher kommt es verst\u00e4rkt darauf an, geeignete M\u00f6glichkeiten zu erkunden<br \/>\nund zu schaffen, den jungen Menschen eine ihren F\u00e4higkeiten entsprechende, angemessene Teilhabe<br \/>\nam Arbeitsleben zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nAngesichts des zunehmenden Fachkr\u00e4ftemangels werden andererseits h\u00e4nderingend Auszubildende<br \/>\ngesucht. Der erh\u00f6hte Fachkr\u00e4ftemangel geht einher mit stagnierenden oder r\u00fcckl\u00e4ufigen Arbeitsplatzangeboten<br \/>\nf\u00fcr nicht qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte. Auch aus dieser Perspektive sind daher Konzepte gefragt,<br \/>\nwie es diesen Jugendlichen mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf erm\u00f6glicht werden kann, auch nach<br \/>\noder im Zusammenwirken mit dem Besuch einer Werkstatt f\u00fcr Menschen mit Behinderungen eine Berufsausbildung<br \/>\naufzunehmen, im Rahmen ihrer M\u00f6glichkeiten (aus-)gebildet zu werden und einer Besch\u00e4ftigung<br \/>\nauf dem ersten Arbeitsmarkt nachzugehen. Dazu m\u00fcssen unterschiedliche Einrichtungen<br \/>\nzusammen gebracht, vernetzt werden, um die \u00dcberg\u00e4nge transparenter und flie\u00dfender zu gestalten.<br \/>\nDas hier beschriebene Projekt will das Konzept Nachhaltige Sch\u00fclerfirmen auch in Tagesbildungsst\u00e4tten<br \/>\nund Einrichtungen der Behindertenhilfe einf\u00fchren, um \u00dcberg\u00e4nge zwischen Schulen, Einrichtungen der<br \/>\nBehindertenhilfe und dem (ersten) Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die Zusammenarbeit<br \/>\nzwischen den unterschiedlichen Akteuren soll \u00fcber das bisherige Ma\u00df hinaus intensiviert werden, wozu<br \/>\nNetzwerke von F\u00f6rderschulen, Tagesbildungsst\u00e4tten, Oberschulen, Berufsbildenden Schulen (Bereiche<br \/>\nBVJ, BEK und BFS), Behindertenwerkst\u00e4tten, Unternehmen, dem Fachberater f\u00fcr Berufliche Bildung f\u00fcr<br \/>\nNachhaltige Entwicklung und den Regionalkoordinatoren f\u00fcr Nachhaltige Sch\u00fclerfirmen aufgebaut werden.<br \/>\nNachhaltige Sch\u00fclerfirmen k\u00f6nnen so zu einem wichtigen Element im Rahmen des \u00dcbergangssystems<br \/>\nvon der Schule in den Beruf werden.<br \/>\nTagesbildungsst\u00e4tten sind in vielen Regionen ein \u00c4quivalent f\u00fcr die F\u00f6rderschulen f\u00fcr geistige Entwicklung<br \/>\nund bereiten ihre Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ebenso auf das Arbeitsleben vor wie die F\u00f6rderschulen<br \/>\nLernen oder die Haupt- und Realschulen bzw. Oberschulen. Um sie weiter zu qualifizieren, durchlaufen<br \/>\ndiese nicht selten den Berufsbildungsbereich der Einrichtungen der Behindertenhilfe. Dieser Berufsbildungsbereich<br \/>\nhat einen klar formulierten Bildungs-und Qualifizierungsauftrag, der sich nicht darauf begrenzt,<br \/>\ndie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt vorzubereiten sondern<br \/>\nausdr\u00fccklich fordert, abh\u00e4ngig von den jeweiligen Beeintr\u00e4chtigungen bzw. dem unterschiedlichen Grad<br \/>\nder Beeintr\u00e4chtigung auch andere Arbeits- und Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten in Betracht zu ziehen.<br \/>\nIn diesem \u00dcbergangssystem sind nachhaltige Sch\u00fclerfirmen in der Lage, wertvolles zu leisten. Durch<br \/>\npraktisches Tun k\u00f6nnen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler eigene St\u00e4rken erkennen und daf\u00fcr Best\u00e4tigung<br \/>\nund Anerkennung erhalten. Sie erhalten das Gef\u00fchl, dass jede\/r als wichtiger Partner f\u00fcr das Ganze einen<br \/>\nBeitrag leisten kann zur Gemeinschaft: \u0084Ich kann was!\u0093<br \/>\nEbenso werden individuelle F\u00f6rderbedarfe deutlich, aus denen gezielte Interventionsm\u00f6glichkeiten abgeleitet<br \/>\nwerden (k\u00f6nnen).<br \/>\nNachhaltige Sch\u00fclerfirmen bieten eine nat\u00fcrliche Differenzierung von T\u00e4tigkeiten \u0096 auch und gerade mit<br \/>\nverschiedenen Anspruchs- und Schwierigkeitsniveaus. Jede\/r wird nach seinen F\u00e4higkeiten und Fertigkeiten<br \/>\neingesetzt. Statt einer funktionalen Differenzierung gilt das Motto: \u0084Wir bleiben zusammen!\u0093<br \/>\nSo kann eine \u0084Passung\u0093 gelingen, wenn die individuellen St\u00e4rken deutlich werden und den Sch\u00fcler\/innen<br \/>\nund Sch\u00fclern z.B. durch die Vermittlung eines weiter f\u00fchrenden Praktikumsplatz realistische T\u00e4tigkeitsfelder<br \/>\nnahe gebracht werden, die ihren Fertigkeiten und F\u00e4higkeiten entsprechen.<br \/>\nZiel dieser regionalen Netzwerke ist:<br \/>\n\u0095 Positive Erfahrungen und das vorliegende Knowhow zu Sch\u00fclerfirmen auszutauschen und weiterzugeben.<br \/>\n\u0095 Nachhaltige Sch\u00fclerfirmen in den allgemein- und berufsbildenden Schulen, vor allem auch in den<br \/>\nTagesbildungsst\u00e4tten und den Berufsbildungsbereichen der Einrichtungen der Behindertenhilfe bei der<br \/>\nGr\u00fcndung und dem Betrieb zu beraten und zu begleiten.<br \/>\n\u0095 Die Kooperation zwischen den nachhaltigen Sch\u00fclerfirmen innerhalb der Netzwerke durch regelm\u00e4\u00dfige<br \/>\nTreffen anzuregen. Es soll erm\u00f6glicht werden, schul\u00fcbergreifende, bzw. bildungsbereichs\u00fcbergreifende<br \/>\nSch\u00fclerfirmen mit jeweils unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten einzurichten: die eine Sch\u00fclerfirma<br \/>\nproduziert, die andere verkauft, etc. \u0085 so dass jede\/r seine\/ihre St\u00e4rken einbringen kann.<br \/>\n\u0095 Die Zusammenarbeit der genannten Schulformen und Behindertenwerkst\u00e4tten mit den Unternehmen<br \/>\nder Region zu verst\u00e4rken, um die Berufsorientierung und die Berufsaussichten f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und<br \/>\nSch\u00fcler mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf zu verbessern. Jeder und jedem soll so eine passgenaue<br \/>\nTeilhabe am Arbeitsmarkt erm\u00f6glicht werden. Unternehmen \u00fcbernehmen \u0084Patenschaften\u0093 f\u00fcr die<br \/>\nSch\u00fclerfirmen.<br \/>\n\u0095 Vorurteile sollen abgebaut werden und die Zusammenarbeit von Schule, Behindertenwerkst\u00e4tten<br \/>\nund dem ersten Arbeitsmarkt im Handlungsfeld des Nachhaltigen Wirtschaftens, zu dem gerade auch<br \/>\nBehindertenwerkst\u00e4tten \u00fcber umfangreiche Erfahrungen verf\u00fcgen, verbessert werden.<br \/>\n\u0095 Die Sch\u00fclerfirmen sollen sich an dem Leitbild der Nachhaltigkeit orientieren, um den Sch\u00fclerinnen<br \/>\nund Sch\u00fclern Grundlagen des umweltgerechten Handelns praxisnah zu vermitteln und sie auf die Notwendigkeiten<br \/>\ndes zuk\u00fcnftigen Arbeitsmarktes vorzubereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit der Inklusion sind tiefgreifende Ver\u00e4nderungen in der schulischen Landschaft angesto\u00dfen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die als verhaltensauff\u00e4llig, lern- oder motivationsschwach gelten, sollen durch die Regelschule nicht mehr ausgesondert werden. Das stellt die bisher in Deutschland dominierende Unterrichtsgestaltung an Regelschulen, die kognitive und motivationale Homogenit\u00e4t voraussetzt, in Frage und erfordert neue [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,64,51,52,2423],"class_list":["post-26562","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"32479\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"","dbu_projektdatenbank_bsumme":"124.653,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Historisch-\u00d6kologische Bildungsst\u00e4tte\ndes Emslandes in Papenburg e. V.","dbu_projektdatenbank_strasse":"Spillmannsweg 30","dbu_projektdatenbank_plz_str":"26871","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Papenburg","dbu_projektdatenbank_p_von":"2014-10-27 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2017-03-15 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 5 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"04961-9788-0","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"135","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-32479.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/26562","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/26562\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43337,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/26562\/revisions\/43337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26562"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26562"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26562"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}