  {"id":25895,"date":"2023-08-04T10:32:02","date_gmt":"2023-08-04T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/29927-01\/"},"modified":"2023-08-04T10:32:04","modified_gmt":"2023-08-04T08:32:04","slug":"29927-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/29927-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Nachhaltigkeitszertifikats f\u00fcr den Agrarholzanbau in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Nachhaltigkeit bzw. die Ber\u00fccksichtigung von \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Aspekten bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, Energietr\u00e4gern und sonstigen Produkten r\u00fccken mehr und mehr in den Fokus von Gesellschaft und Politik. Entsprechend nehmen die Forderungen zur Dokumentation von Nachhaltigkeit f\u00fcr die unterschiedlichsten Verfahren, Produkte und Dienstleistungen weiter zu.<br \/>\nZiel des beantragten Vorhabens war die Entwicklung eines T\u00dcV-\/DIN-gepr\u00fcften Nachhaltigkeitszertifikats zur Anlage, Bewirtschaftung und Beerntung von Agrarholzanbaufl\u00e4chen im bundesdeutschen Kontext. Die Fl\u00e4che an KUP in Deutschland ist derzeit im Verh\u00e4ltnis zu den Anbaufl\u00e4chen anderer Biomassetr\u00e4ger wie Mais oder Raps als marginal zu bezeichnen. Nichtsdestotrotz wird aufgrund ge\u00e4nderter gesetzlicher Rahmenbedingungen, der h\u00f6heren Energieeffizienz und geringeren CO2-Emissionen von Holz sowie be-triebswirtschaftlichen Vorteilen ein deutlicher Anstieg der KUP-Fl\u00e4che in Deutschland und Europa in den kommenden Jahren erwartet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen des Vorhabens wurde zun\u00e4chst in einem trans- und interdisziplin\u00e4ren Ansatz unter Beachtung der Aspekte Nachhaltigkeit, Umweltwirkung sowie Natur- und Klimaschutz ein Kriterienkatalog f\u00fcr ein solches Zerti\u00acfikat erarbeitet. Die Ergebnisse bereits vorhandener Studien wurden hier mit einbezogen.<br \/>\nDer erarbeitete Kriterien- und Indikatorenkatalog wurde im Rahmen von drei ganzt\u00e4gigen Arbeitstreffen mit dem hierf\u00fcr gebildeten Projektbeirat diskutiert, weiterentwickelt und abgestimmt. Der Beirat wurde aus acht Mitgliedern aus den Bereichen Angewandte Forschung\/Anlage und Produktion von Dendromas-se, Landwirtschaft, Holzwirtschaft, Bioenergie\/Regenerative Energie sowie Natur- und Umweltschutz, Umweltmanagement gebildet.<br \/>\nAufbauend auf diesem ersten Schritt, wurde das Verfahren anhand vorhandener KUP validiert und ein Zertifizie\u00acrungsprogramm erstellt. Hierzu erfolgten insgesamt f\u00fcnf Praxistests bei KUP-Betreibern in Nie-dersachsen, Nord\u00acrhein-Westfalen, Brandenburg, Hessen und Bayern. Diese wurden zusammen mit dem im Bereich der Zertifizierung spezialisierten Unterauftragnehmer DIN CERTCO Gesellschaft f\u00fcr Konfor-mit\u00e4tsbewertung mbH durchgef\u00fchrt. Die DIN CERTCO GmbH ist die Zertifizierungsgesellschaft der T\u00dcV Rheinland Gruppe und des DIN Deutsches Institut f\u00fcr Normung e. V.<br \/>\nBasierend auf dem abgestimmten Kriterien- und Indikatorenkatalog sowie den Erfahrungen und Ergeb-nissen der Praxistests wurde ein Zertifizierungsprogramm mit zugeh\u00f6rigem Qualit\u00e4tszeichen erarbeitet, das nun als Grundlage f\u00fcr die Vergabe des Zertifikats zur Verf\u00fcgung steht. Der Kriterien- und Indikato-renkatalog wurde hierbei so gestaltet, dass eine Anerkennung des Zertifikats zur Integration in die Pro-duktionskettenzertifizierung f\u00fcr Bioenergieprodukte nach dem System von ISCC m\u00f6glich ist.<br \/>\nDie Laufzeit des Zertifikats betr\u00e4gt 5 Jahre. Hierbei fallen f\u00fcr den Zertifikatsnehmer in Abh\u00e4ngigkeit von der bewirtschafteten Agrarholzfl\u00e4che durchschnittlich j\u00e4hrliche Gesamtkosten f\u00fcr den Betrieb zwischen 850 \u0080 und 1.950 \u0080 an.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Aus Sicht des Berichterstatters l\u00e4sst sich abschlie\u00dfend festhalten, dass die Zielsetzungen des beantragten Vorhabens in vollem Umfang erreicht wurden. Mit Projektabschluss stehen das Zertifizierungsprogramm als Grundlage f\u00fcr die Vergabe des Zertifikats \u0084Agrarholz nachhaltig angebaut\u0093, das entsprechende DINplus-Qualit\u00e4tszeichen sowie der gesamte Zertifizie\u00acrungsablauf zur Verf\u00fcgung. Das Zertifikat konnte innerhalb der Projektlaufzeit bis zur Markteinf\u00fchrung entwickelt werden. Die Grundlage zur Praxiseinf\u00fchrung ist somit vorhanden und im Rahmen des Vorhabens wurde eine eigene Webseite erstellt, um die Ergebnisse \u00fcber das Ende der Projektlaufzeit hinaus zu sichern (www.agrarholz-nachhaltig-angebaut.de).<br \/>\nDie Innovation des erarbeiteten Nachhaltigkeitszertifikats f\u00fcr den Agrarholzanbau liegt zum einen in der absoluten Marktneuheit. Zum anderen weist es einen aktuellen Bezug zur derzeitigen Klima- und Nach-haltigkeitsdiskussion auf, da dieses Verfahren dem wachsenden gesellschaftlichen Anspruch auf mehr Transparenz im Bereich Landwirtschaft und regenerative Energie entspricht und dem Verbraucher einen nachhaltig erzeugten Rohstoff garantiert. Somit r\u00e4umt der Berichterstatter dem Zertifikat unter der Vo-raussetzung, dass sich die agrarpolitischen und betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Ag-rarholzanbaus in der EU verbessern, zuk\u00fcnftig durchaus gute Marktchancen ein.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zielgruppe des Verfahrens sind Besitzer von Kurzumtriebsplantagen und Nutzer von Energie\u00acholz. An-sprechpartner sind folglich vor allem Landwirte, Grundbesitzer, Holzhandel und die regenerative Ener-giewirtschaft.<br \/>\nIm Laufe des Projekts sind folgende Medien-Ver\u00f6ffentlichungen entstanden: 19 Artikel in Fachzeitschrif-ten (u. a. ganzseitige Artikel im Holz-Zentralblatt und der AFZ\/DerWald), 10 Artikel in Online-Medien, vier Artikel in Tageszeitungen sowie ein Radio-Beitrag beim RBB. Allein durch die Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften wurde eine Auflage von mehr als 255.000 erreicht.<br \/>\nDem Fachpublikum wurde das Vorhaben sowohl im Rahmen des 13. Internationalen Holzenergiekon-gresses am 27.09.2013 in Augsburg wie auch am 12.11.2013 auf der Agritechnica in Hannover pr\u00e4sen-tiert.<br \/>\nIm Jahr 2014 wird die Thematik zudem im Rahmen einer Fachbuchver\u00f6ffentlichung weiter verbreitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Zielsetzung des beantragten Vorhabens wurde in vollem Umfang erreicht. Mit Projektabschluss ste-hen das Zertifizierungsprogramm als Grundlage f\u00fcr die Vergabe des Zertifikats \u0084Agrarholz nachhaltig an-gebaut\u0093, das entsprechende DINplus-Qualit\u00e4tszeichen sowie der gesamte Zertifizierungsablauf zur Ver-f\u00fcgung. Das Zertifikat konnte innerhalb der Projektlaufzeit bis zur Markteinf\u00fchrung entwickelt werden. Die Grundlage zur Praxiseinf\u00fchrung ist somit vorhanden und zur Sicherung der Projektergebnisse \u00fcber die Projektlaufzeit hinaus wurde eine eigene Webseite (www.agrarholz-nachhaltig-angebaut.de) erstellt.<br \/>\nF\u00fcr die erfolgreiche Umsetzung des Projekts hat sich die Beteiligung des erfahrenen und international re-nommierten Zertifizierers DIN CERTCO als ebenso richtig und zielf\u00fchrend erwiesen, wie die Bildung des Projektbeirats und die Durchf\u00fchrung von Praxistests. Die beiden letztgenannten Instrumente haben die Erwartungen des Berichterstatters sogar deutlich \u00fcbertroffen.<br \/>\n\u00c4nderungen an den \u00fcbergeordneten Zielsetzungen und dem Kostenrahmen waren innerhalb des Vorha-bens somit nicht erforderlich. Durch eine zweite, zweimonatige Projektphase konnte die allgemeine \u00d6f-fentlichkeitsarbeit zum Zertifikat intensiviert werden. Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t der Berichterstattung zum Projekt zeigen, dass das Thema auf gro\u00dfes Interesse sowohl beim Fachpublikum als auch der allgemei-nen \u00d6ffentlichkeit gesto\u00dfen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Nachhaltigkeit bzw. die Ber\u00fccksichtigung von \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Aspekten bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, Energietr\u00e4gern und sonstigen Produkten r\u00fccken mehr und mehr in den Fokus von Gesellschaft und Politik. Entsprechend nehmen die Forderungen zur Dokumentation von Nachhaltigkeit f\u00fcr die unterschiedlichsten Verfahren, Produkte und Dienstleistungen weiter zu. 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