  {"id":25804,"date":"2026-03-28T10:32:07","date_gmt":"2026-03-28T09:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13827-01\/"},"modified":"2026-03-28T10:32:07","modified_gmt":"2026-03-28T09:32:07","slug":"13827-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13827-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Aufbereitungsverfahrens von Weichwasser zur Verminderung des Wasserverbrauchs in der M\u00e4lzerei durch Kreislauff\u00fchrung unter Ber\u00fccksichtigung eines zu erstellenden Anforderungsprofils an die Weichwasserbeschaffenheit"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei der Verarbeitung von 1 t Gerste zu Malz fallen etwa 1,8 &#8211; 2,5 m3 Abwasser an. Da dieser Abwasseranfall fast ausschlie\u00dflich vom Weichen der Gerste herr\u00fchrt, ist die Wiederverwendung von gebrauchtem Weichwasser im Sinne einer Kreislauff\u00fchrung naheliegend.<br \/>\n\u00dcber die zu fordernde Beschaffenheit von gebrauchtem Weichwasser herrscht noch Unklarheit.<br \/>\nIm Rahmen des vorliegenden Forschungsvorhabens sollten die zu fordernden Qualit\u00e4tsanforderungen an Weichwasser ermittelt werden. Hierbei standen neben den technologischen hygienische und gesundheitsrelevante Parameter im Vordergrund der Untersuchungen. Ziel war die Formulierung eines Anforderungsprofils an Weichwasser, das ein in jeder Hinsicht einwandfreies Endprodukt Malz garantiert.<br \/>\nIm Anschlu\u00df daran sollte ein diesem Anforderungsprofil angepasstes Aufbereitungsverfahren entwickelt und in der Praxis ausgetestet werden. Neben dem Nachweis der Unbedenklichkeit sollte besonderer Wert auf die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens gelegt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben gliederte sich in insgesamt 5 Arbeitsbl\u00f6cke.Im 1. Arbeitsblock wurden M\u00e4lzereien beprobt. Es sollten m\u00e4lzereispezifische Unterschiede herausgearbeitet werden. Im Zuge der Arbeitsbl\u00f6cke 2 und 3 sollten durch Kleinm\u00e4lzungsversuche einerseits Einflussfaktoren auf die Weichwasserqualit\u00e4t und andererseits der Einfluss der Weichwasserqualit\u00e4t auf das fertige Malz ermittelt werden. Die hygienische Untersuchung sowie die Untersuchungen auf Schimmelpilze, Mykotoxine und Schwermetalle standen wie bereits im Arbeitsblock 1 im Vordergrund.Aufgrund der Ergebnisse der Arbeitsbl\u00f6cke 1 &#8211; 3 wurde ein Anforderungsprofil an Weichwasser formuliert.<br \/>\nArbeitsblock 4 diente der Austestung der Tauglichkeit verschiedener Aufbereitungsverfahren im Laborma\u00dfstab. Das Aufbereitungsziel war hierbei nicht Trinkwasserqualit\u00e4t, sondern das erstellte Anforderungsprofil. Zu guter Letzt sollte im Rahmen von Arbeitsblock 5 ein im Laborma\u00dfstab taugliches Verfahren vor Ort in einer M\u00e4lzerei eingesetzt und ausgetestet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei der Auswertung des umfangreichen Versuchsprogramms konnten Einfl\u00fcsse der Weichwasserqualit\u00e4t auf die Malz- und Bierqualit\u00e4t erkannt werden. So stellte sich als Ursache f\u00fcr eine verschlechterte Malzl\u00f6sung mit hoher Wahrscheinlichkeit eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Salzaufkonzentrierung im Weichwasser heraus. Als ein wichtiges Kriterium eines Anforderungsprofiles an Weichwasser konnte somit die Begrenzung der Salzfracht, ausgedr\u00fcckt als Leitf\u00e4higkeit, auf < 2500 \u00b5S\/cm festgelegt werden. Dieser Wert wurde beim normalen Recycling mit dem hier eingesetzten Verfahren nicht \u00fcberschritten.\nDie rechtliche Seite in Deutschland wurde intensiv beleuchtet. Als weitere Anforderung an ein Weichwasserrecycling ergab sich hieraus die Forderung nach weitgehender Keimfreiheit des Wassers und nach dem Vorhandensein einer physischen Keimbarriere. Damit ist eine Barriere gemeint, die mechanisch die im Wasser vorhandenen Bakterien abtrennt. Aus rechtlicher Sicht wird also gro\u00dfes Augenmerk auf den mikrobiologischen Bereich und dessen \u00dcberwachung gelegt. Durch eine regelm\u00e4\u00dfige Reinigung der Keimbarriere, eine \u00dcberwachung der Unversehrtheit der Barriere sowie ein Wasser, das nach der Entkeimung biologisch ausgezehrt war, konnten diese Anforderungen im Projekt erf\u00fcllt werden.\nErreicht wurde das durch ein Verfahren, das aus den bekannten Verfahrensteilen aerobe Biologie im SBR-Verfahren und einer sich anschlie\u00dfenden, separaten Mikrofiltration zusammengesetzt ist. Der Biologie kommt die Aufgabe zu, den leicht angreifbaren Teil der organischen Belastung abzubauen und so das Wasser auszuzehren. Die Mikrofiltration ist eine physische Keimbarriere. Die Unversehrtheit der Membran wurde w\u00e4hrend des laufenden Betriebes mit einer Online-Tr\u00fcbungsmessung \u00fcberwacht. Durch die separate Aufstellung war eine einfache und regelm\u00e4\u00dfige Reinigung mit warmer Natronlauge m\u00f6glich. Eine potentielle Verkeimung der Permeatseite konnte somit wirkungsvoll verhindert werden.\nDer Betrieb der entsprechenden Versuchsanlagen erwies sich als einfach und stabil. Die Auswirkungen eines mit Hilfe eines solchen Verfahrens aufrechterhaltenen Weichwasserkreislaufes auf die Qualit\u00e4t des Produktes wurde \u00fcber das Malz bis hin zum Bier im Vergleich zur reinen Frischwasserweiche untersucht. Eine Beeintr\u00e4chtigung durch das Weichwasserrecycling konnte dabei trotz intensiver Beprobungen und einer Vielzahl von Analysen bis hin zur mehrmaligen Verkostung der Biere nicht festgestellt werden.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\n\u00dcber den Fortgang des Projektes wurde beginnend im Fr\u00fchjahr 2000 regelm\u00e4\u00dfig im halbj\u00e4hrigen Abstand im Technisch-Wissenschaftlichen Ausschuss (TWA), Fachausschuss f\u00fcr Rohstoffe, M\u00e4lzerei und Sudhausarbeit der VLB berichtet. Dem TWA geh\u00f6ren Entscheidungstr\u00e4gern aus den Betrieben der Brau- und Malzwirtschaft an. Dar\u00fcber hinaus konnten im Rahmen der Oktobertagung 2000 der VLB in Berlin bereits die wesentlichen Erkenntnisse aus den Versuchen in einem Vortrag vorgestellt werden. Im Jahr 2001 war noch ein detaillierter Artikel in der Fachpresse vorgesehen, mit dem ein weiterer interessierter Personenkreis erreicht werden sollte. Die Erkenntnisse aus dem Projekt flie\u00dfen auch in die Beratungst\u00e4tigkeit der VLB ein.\n\n\nFazit\n\nVon einer nicht unerheblichen Anzahl von erdachten Verfahren zum Recycling von Weichwasser wurden in Deutschland bislang nur wenige umgesetzt. Die umgesetzten Verfahren verf\u00fcgen dabei gemeinsam, neben ggf. weiteren Aufbereitungsstufen, \u00fcber eine biologische Stufe und eine Membranfiltration. Im vorliegenden Projekt wurde auf die einfache Kombination einer aeroben Biologie im SBR-Betrieb gefolgt von einer Mikrofiltration ohne zwischenliegende weitere Aufbereitungsstufe zur\u00fcckgegriffen. Der Betrieb der Versuchsanlagen erwies sich dabei als einfach und zuverl\u00e4ssig.\nDie gesetzten Anforderungen an die Weichwasserqualit\u00e4t wurden durch das einfache Verfahrensprinzip (SBR-Biologie mit separater Mikrofiltration) erf\u00fcllt.\nEs bleibt insgesamt zu hoffen, dass die Ergebnisse des Projektes zu mehr Klarheit und in diesem Zusammenhang zu mehr Sachlichkeit in der Diskussion zum Weichwasserrecycling in M\u00e4lzereien im Besonderen und zu Wasserkreisl\u00e4ufen in der Lebensmittelindustrie im Allgemeinen beitragen k\u00f6nnen. Insbesondere durch die Kl\u00e4rung der rechtlichen Seite sollten wesentliche Hindernisse ausger\u00e4umt sein und so dem Recycling von Weichwasser unter \u00f6konomischen Gesichtspunkten zu einer weiteren Verbreitung als bisher verholfen werden k\u00f6nnen. Nur durch die Einbeziehung \u00f6konomischer Vorteile ist es m\u00f6glich, Ma\u00dfnahmen zur Ressourcenschonung im industriellen Bereich einzuf\u00fchren und auf breiter Basis umzusetzen. Bis zu einer generellen Einf\u00fchrung von Wasserkreisl\u00e4ufen in der Lebensmittelindustrie ist es aber noch ein weiter Weg.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei der Verarbeitung von 1 t Gerste zu Malz fallen etwa 1,8 &#8211; 2,5 m3 Abwasser an. 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