{"id":25356,"date":"2023-07-13T15:28:03","date_gmt":"2023-07-13T13:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27863-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:28:03","modified_gmt":"2023-07-13T13:28:03","slug":"27863-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27863-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Untersuchung einer neuartigen Kombination von Fischabstiegsvorrichtung und Rechenreiniger"},"content":{"rendered":"
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n
Die Veranlassung f\u00fcr das Entwicklungsvorhaben ergibt sich aus der Tatsache, dass derzeit f\u00fcr den Fischabstieg vor Wasserkraftanlagen nur zwei Konzepte nach dem Prinzip Fische zu einem Abstiegskorridor leiten angewandt werden, deren Effizienz insbesondere im Hinblick auf einen schnellen Abstieg noch nicht nachgewiesen ist. Diese Bauweisen sind zudem insbesondere bei Nachr\u00fcstung im Bestand aufw\u00e4ndig.
\nDas beschriebene Entwicklungsprojekt hat zum Ziel, die Funktion einer nach dem Prinzip Fische einfangen und mit dem Rechengut abf\u00fchren arbeitenden neuartigen Rechenreinigung zu entwickeln und im Labor mit lebenden Fischen zu testen. In Projektphase 2 sollte in einer Pilotanlage dieses Funktionsprinzip im realen Umfeld einer Wasserkraftanlage zum Einsatz gebracht und getestet werden.<\/p>\n
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben sollte sich in 2 Phasen gliedern:
\nPhase 1: Laboruntersuchungen: Es wurde ein voll funktionsf\u00e4higes System aus Fisch schonendem Rechen, Rechenreinigung und Fischabstieg (Fischhebetrog) aufgebaut und mit allen Antriebselementen und mit der elektronischen Steuerung versehen. Die Steuerung beinhaltete alle Parameter und Funktionen, die auch in der Praxis n\u00f6tig sind. Die Abmessungen und Parameter dieses Ausschnittsystems entsprachen in der Vertikalen und in der Hydraulik praktisch typischen Naturwerten.
\nMit diesem Laborsystem wurden mit lebenden Fischen Verhaltensbeobachtungen durchgef\u00fchrt, um herauszufinden, wie bestimmte Systemelemente so zu betreiben sind, dass die Fische dieses Abstiegsangebot annehmen. Da der Fischhebetrog in der Vertikalen den gesamten Wasserk\u00f6rper erfasst, wurden die Versuche mit in verschiedenen H\u00f6hen schwimmenden Fischarten (Aale und Gr\u00fcndlinge unten, Lachs-Smolts in der Mitte und Rotauge\/Pl\u00f6tze oben) durchgef\u00fchrt.
\nPhase 2: Pilotanlage: In Phase 2 war der Test in der Praxis vorgesehen. Dieser Teil kam nicht zur Ausf\u00fchrung, da die urspr\u00fcnglich vorgesehene Pilotanlage nicht mehr zur Verf\u00fcgung stand und innerhalb der Projektlaufzeit keine andere Pilotanlage organisiert werden konnte.<\/p>\n
Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n
Die Ergebnisse waren viel versprechend, denn praktisch alle Fische, die im Einzugsbereich des Fischhebetroges vor dem Rechen standen, wurden vom System aufgenommen und zum Unterwasser abgeleitet. Die Fische wurden ohne Ausl\u00f6sung eines Fluchtreflexes in den Fischhebetrog aufgenommen und zur Oberfl\u00e4che gebracht.
\nDie Entleerung stellt sich als kritische Phase heraus, denn durch den Entleerungsstrom wird die Rheotaxis der Fische angesprochen, was dazu f\u00fchrt, dass sie zun\u00e4chst gegen den Entleerungsstrom anschwimmen und sich nicht mit dem Rechengut aus dem Trog abtreiben lassen. Es zeigte sich aber auch, dass die Fische bei nachlassender Wassertiefe und bei nachlaufendem Wasser nach einer gewissen Zeit die Rinne sehr wohl in Richtung Unterwasser verlassen.
\nWenn man davon ausgeht, dass ein abstiegswilliger Fisch in einem Abstand von wenigen Dezimetern vor dem Rechen steht, sollte das System auch in der Praxis eine hohe Effizienz aufweisen. Die Laborversuche ergaben damit eine gute Basis f\u00fcr den versuchsweisen Einsatz des Prinzips in der Natur.<\/p>\n
Zur Tauglichkeit des Konzeptes in der Praxis wurden keine Ergebnisse gewonnen, da die daf\u00fcr vorgese-hene Projektphase 2 entfiel.<\/p>\n
\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n
In der Laborphase gab es eine Reihe von Besichtigungsterminen. Besonders zu erw\u00e4hnen ist die Besichtigung im Rahmen einer Tagung am 8. November 2010 mit lebenden Aalen. In der Endphase des Projektabschnitts 1 wurden die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse auch bereits in diversen Vortragsveranstaltungen pr\u00e4sentiert:<\/p>\n
R. Hassinger: Umsetzungsprobleme bei der \u00f6kologischen Verbesserung von Wasserkraftanlagen. Vortrag beim ad-hoc-Seminar Fischschutz und Fischdurchg\u00e4ngigkeit am 14.05.2012 an der ETH Z\u00fcrich<\/p>\n
R. Hassinger: Hochwertiger Fischschutz: Kombination von modernem Feinrechen mit raschem und schonendem Fischabstieg. Beitrag bei der SVK-Tagung im Mai 2012 in K\u00fcnzell\/Fulda<\/p>\n
D. H\u00fcbner: Probleme und L\u00f6sungsans\u00e4tze zum Fischabstieg an Wasserkraftanlagen. Tagungsband 15. Betreuertagung der GFG (Gew\u00e4sser-Nachbarschaften Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) im Juni 2011 in Wiesbaden<\/p>\n
D. H\u00fcbner: Neue Ergebnisse zum Verhalten von Fischen vor Kraftwerksrechen und zum Fischabstieg. Vortrag beim ad-hoc-Seminar Fischschutz und Fischdurchg\u00e4ngigkeit am 14.05.2012 an der ETH Z\u00fcrich<\/p>\n
Die bei dem Projekt gewonnenen Filme und Bilder werden auf der Website der Versuchsanstalt und Pr\u00fcfstelle zum Download zur Verf\u00fcgung gestellt: z. B.
\nhttp:\/\/www.uni-kassel.de\/fb14\/vpuw\/Download\/FischSchonRechen\/Lachsabstieg.avi<\/p>\n
Fazit<\/p>\n
Zusammenfassend haben die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Projekt dazu gef\u00fchrt, dass sehr gute Aussichten bestehen, mit der kombinierten Rechenreinigung mit Fischabstieg das Problem des Fischschutzes und der Abw\u00e4rtswanderung von Wanderfischen an Wasserkraftanlagen effizient und mit geringerem Aufwand als bei alternativen Konzepten zu l\u00f6sen. Die Vorteile gegen\u00fcber den derzeit propagierten Systemen sind so gro\u00df, dass mit den zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln wesentlich mehr f\u00fcr den Fischabstieg erreicht werden kann. <\/p>\n
Die Ergebnisse und Filmaufnahmen waren so \u00fcberzeugend, dass ein Lizenznehmer gefunden wurde, der den Fischhebetrog unter der Bezeichnung Fischlift bauen und vertreiben will. Der praktische Einsatz in ersten Pilotanlagen wird derzeit vorbereitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"
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