  {"id":25155,"date":"2023-10-01T10:32:14","date_gmt":"2023-10-01T08:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27158-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:14","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:14","slug":"27158-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27158-01\/","title":{"rendered":"Revitalisierung der Josefov-Wiesen in Tschechien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit dem Projekt hatte die Tschechische ornithologische Gesellschaft\/ BirdLife-Tschechien (?SO) das Ziel, ein Schutzgebiet aufzubauen, in dem optimale Lebensbedingungen f\u00fcr Vogelarten der Feuchtgebiete und der Feuchtwiesen geschaffen wurden. Es wird zudem f\u00fcr die Umweltbildung und das Naturerlebnis genutzt. Bei dem Schutzgebiet handelt es sich um das ehemalige W\u00e4sserwiesengebiet Josefov-Wiesen in der N\u00e4he der Stadt Jarom?? (Landkreis N\u00e1chod, Bezirk Hradec Kr\u00e1lov\u00e9). Das gesamte Vorhaben wird als Ornithologischer Park Josefov-Wiesen bezeichnet. Die ?SO wurde bei der Umsetzung des Konzeptes durch das Michael-Otto-Institut im NABU fachlich unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit dem Projekt ist es geplant, auf einer Fl\u00e4che (76 ha) artenreiche, regelm\u00e4\u00dfig bew\u00e4sserte Wiesen (sog. W\u00e4sserwiesen), zu schaffen, wie sie in der Aue des Flusses Metuje in der Vergangenheit pr\u00e4gend waren. Das Gebiet ist als Brutplatz f\u00fcr bedrohte Vogelarten, sowie f\u00fcr das Vorkommen weiterer wertvoller Organismen sehr geeignet. In der Vergangenheit waren sog. W\u00e4sserwiesen in der gesamten Region pr\u00e4gend. Im Tal der beiden Fl\u00fcsse Metuje und \u00dapa befindet sich das technische Denkmal Wiesenw\u00e4sserwehr Metuje mit einem System von Be- und Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben. Urspr\u00fcnglich diente dieses System zur Steigerung der landwirtschaftlichen Ertr\u00e4ge. Mit der Wiederherstellung dieses Systems wurden ein optimaler Grundwasserspiegel, bzw. periodische \u00dcberflutungen geschaffen, die positive Auswirkungen auf das \u00d6kosystem der Feuchtwiesen haben.<br \/>\nZu den Hauptinstrumenten bei der Renaturierung des Projektgebietes f\u00fcr den Ornithologischen Park Josefov-Wiesen z\u00e4hlen:<br \/>\n&#8211;\tRekonstruktion des \u00dcberflutungssystems mit Wiesenw\u00e4sserwehr, Schiebern und Schleusen,<br \/>\n&#8211;\tWiederherstellung eines angemessenen Grundwasserspiegels,<br \/>\n&#8211;\tSchaffung von kleinen T\u00fcmpeln,<br \/>\n&#8211;\tEinf\u00fchrung einer traditionellen Bewirtschaftung der Wiesen &#8211; organisiert durch die ?SO. Finanzierung durch F\u00f6rderprogramme des Ministeriums f\u00fcr Landwirtschaft und des Ministeriums f\u00fcr Umwelt<br \/>\n&#8211;\tEin wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Umweltbildung. Das Projektgebiet soll von den Schulen zu Unterrichtszwecken (Unterricht im Gr\u00fcnen) sowie f\u00fcr Veranstaltungen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit, genutzt werden. Der Zugang in den Park wird k\u00fcnftig ganzj\u00e4hrig und geb\u00fchrenfrei sein.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach detaillierten technischen Planungen und Dokumentationen konnten die wesentlichen Bauma\u00dfnahmen am Bew\u00e4sserungssystem bis zum Dezember 2010 umgesetzt werden. Dazu wurde das Einlassbauwerk am Fluss Star\u00e0 Metuje rekonstruiert. Weiterhin wurden 10 Schieber zur Wasserregulation am \u00dcberflutungssystem repariert oder vollkommen neu erstellt. Danach wurden dort wo notwendig die Verwallungen am \u00dcberflutungssystem erneuert. <\/p>\n<p>Zur Erh\u00f6hung der Strukturvielfalt im Projektgebiet konnten insgesamt 18 Kleingew\u00e4sser unterschiedlicher Ausgestaltung geschaffen werden. Die lebensraumverbessernden Ma\u00dfnahmen wurden durch praktische Artenschutzma\u00dfnahmen erg\u00e4nzt. Dazu geh\u00f6rten der Bau einer Nisthilfe f\u00fcr den Wei\u00dfstorch am Rande des Gebietes sowie der Bau von zwei Brutcontainern f\u00fcr den Eisvogel am Fluss Star\u00e0 Metuje.  <\/p>\n<p>Begleitend zu den technischen Ma\u00dfnahmen wurde ein Monitoring von Brut- und Gastv\u00f6geln, Amphibien, Reptilien sowie umfangreiche Vegetationskartierungen vorgenommen. Da sich die technischen Ma\u00dfnahmen zum Ende der Projektlaufzeit noch nicht voll auswirken konnten, wurden noch keine umfangreichen Bestandsver\u00e4nderungen bei den erfassten Organismengruppen festgestellt. Die Ergebnisse stellen aber eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Bewertung der weiteren Entwicklung im Gebiet dar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde w\u00e4hrend der gesamten Projektlaufzeit in der Region sehr beachtet. Daf\u00fcr war insbesondere die intensive Presse- und Medienarbeit durch die ?SO verantwortlich. Ein wichtiges Werkzeug f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit stellte dabei die Website: www.josefovskelouky.cz dar. Au\u00dferdem wurde im Rahmen des Projektes ein Film erstellt, der den Ablauf des Projekts dokumentiert. <\/p>\n<p>In allen Jahren w\u00e4hrend der Projektlaufzeit konnten unterschiedliche Veranstaltungen in den Josefov-Wiesen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit durchgef\u00fchrt werden. Dazu geh\u00f6rten: Vogelstimmenwanderungen, Vogelfestivals und die sog. Nacht der Nachtigall. Bei diesen Veranstaltungen nahmen h\u00e4ufig mehr als 50 Interessierte teil.<\/p>\n<p>Zur Abstimmung mit Landnutzern, Beh\u00f6rden und Vertretern der  ?SO wurde zu Projektbeginn und Projektende jeweils ein Statusseminar durchgef\u00fchrt in dem wichtige Aspekte bei der Umsetzung der Ma\u00dfnahmen diskutiert wurden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Projekt Revitalisierung der Josefov-Wiesen in Tschechien ist es gelungen die technischen Grundlagen f\u00fcr die Wiederherstellung von sog. W\u00e4sserwiesen zu schaffen. Durch die Gestaltung von Kleingew\u00e4ssern im Gebiet konnte erstmals eine Zunahme der Best\u00e4nde von verschiedenen Amphibienarten (Grasfrosch, Seefrosch) nachgewiesen werden. Das Bew\u00e4sserungssystem wird w\u00e4hrend der Vegetationsperiode 2012 in den geplanten Betrieb gehen und sich positiv auf den Wasserhaushalt im Gebiet auswirken k\u00f6nnen. Als erste positive Entwicklung kann der Brutnachweis des Kiebitzes im Gebiet. Der Kiebitz geh\u00f6rt zu den Arten, die im besonderen Focus bei der Gebietsentwicklung stehen. <\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftig soll das Gebiet intensiv f\u00fcr die Umweltbildung und \u00d6ffentlichkeitsarbeit genutzt und zu einem ornithologischen Park entwickelt werden. Dabei ist der Bau eines kleinen Besucherzentrums, sowie von Hides und Beobachtungst\u00fcrmen geplant. <\/p>\n<p>Durch das Projekt entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit zwischen den beiden Projektpartnern ?SO und Michael-Otto-Institut im NABU, die f\u00fcr beide Seiten sehr bereichernd war. Diese Zusammenarbeit wird \u00fcber das Projektende hinausgehen, um das Management im Gebiet optimal zu gestalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit dem Projekt hatte die Tschechische ornithologische Gesellschaft\/ BirdLife-Tschechien (?SO) das Ziel, ein Schutzgebiet aufzubauen, in dem optimale Lebensbedingungen f\u00fcr Vogelarten der Feuchtgebiete und der Feuchtwiesen geschaffen wurden. Es wird zudem f\u00fcr die Umweltbildung und das Naturerlebnis genutzt. 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