  {"id":25151,"date":"2023-10-01T10:32:14","date_gmt":"2023-10-01T08:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27157-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:14","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:14","slug":"27157-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27157-01\/","title":{"rendered":"Revitalisierung der Domg\u00e4rten in Naumburg unter Ber\u00fccksichtigung der Belange des Naturschutzes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel der Ma\u00dfnahmen war die Sicherung und Wiedergewinnung  des Naumburger Domgartens als Bestandteil der denkmalgesch\u00fctzten Domfreiheit. Dieses Gebiet kann f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, eine Modellandschaft im weltweiten Vergleich darzustellen. Mit der denkmalgerechten Revitalisierung des Domgartenareals unter Ber\u00fccksichtigung der Belange des Naturschutzes konnte ein Beitrag zur Aufwertung des kulturhistorisch einmaligen Ensembles Naumburger Domfreiheit geleistet und nachhaltig in die Zukunft der Region hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft Saale &#8211; Unstrut investiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenPlanung und Ausf\u00fchrung des Projektes bauen auf einer f\u00fcr den Domgarten und sein Umfeld erarbeiteten denkmalpflegerische Rahmenkonzeption auf, die im Vorfeld des Projektes unter fachlicher Begleitung des LDA LSA f\u00fcr das Domgartenareal entstand. Mit Ma\u00dfnahmebeginn wurden die Krautschichten der Mauern und Gartenbereiche kartiert, ein naturschutzfachliches Gutachten erstellt und Arbeitspl\u00e4ne festgelegt. Im Herbst 2010 erfolgte die fachgerechte Entschlammung der Teiche und Teichrandsanierung unter besonderem Schutz der vorhandenen Grasfr\u00f6sche und Teichmolche. Im Zusammenhang mit der Teichsanierung wurde eine neue Teichtechnik zur Frischwassereinspeisung eingebaut und ein getrenntes Abwassersystem geschaffen. Vor den erforderlichen Baumf\u00e4llma\u00dfnahmen und Ma\u00dfnahmen zur Wildwuchsbeseitigung wurden die Geh\u00f6lze auf Vorhandensein von naturschutzrechtlich sch\u00fctzenswerten H\u00f6hlen und Nistpl\u00e4tzen untersucht und der gesamte Baumbestand hinsichtlich seines Habitatpotentials untersucht. Die Sanierung der gesch\u00e4digten Immunit\u00e4tsmauern erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Vertretern des Naturschutzes, Architekten, Landschaftsarchitekten und ausf\u00fchrenden Baufir-men. Es galt, den gewachsenen Zustand zu  stabilisieren, wertvolle krautige Pflanzenarten im Mauerbereich zu erhalten und durch die geplante Mauerkronenbegr\u00fcnung mit autochtonem Saatgut, wertvolle neue Trockenbiotope zu schaffen. Neben der Mauersanierung fand im Zwinger- und Wandelgartenbereich die denkmalgerechte Wiederherstellung der um 1900 angelegten Gartenanlage statt, in deren Ergebnis die im 20. Jh. verloren gegangenen historischen Strukturen wieder gewonnen werden konnten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit Abschluss der Ma\u00dfnahme im September 2011 konnte die geplante Zielstellung nachhaltig erf\u00fcllt werden. Der durch jahrzehntelange Schadstoffbelastung, anthropogen bedingte Boden- und Abfalleintr\u00e4ge, Zergliederung, Vernachl\u00e4ssigung und unzureichende Pflege in seiner baulichen und vegetativen Substanz stark besch\u00e4digte und durch Nutzungs\u00e4nderung stellenweise \u00fcberformte Domgarten konnte in seinen gartenhistorischen und nat\u00fcrlichen Bestandswerten gesichert und denkmalgerecht wiederhergestellt werden. Mit dem Domgartenprojekt konnte das Vorhaben der komplexen Revitalisierung des historischen Erbes der Kurieng\u00e4rten ma\u00dfgeblich vorangebracht werden und wird sollte dank seiner Gr\u00f6\u00dfe, Bedeutung, innovativen Planungsans\u00e4tze und erfolgreichen Durchf\u00fchrung modellhaft als Vorbild f\u00fcr wei-tere Sanierungsvorhaben im Denkmalbereich der Naumburger Domfreiheit dienen.<br \/>\nZur Gew\u00e4hrleistung der Nachhaltigkeit wurden im Rahmen des Pflegemanagements k\u00fcnftige Pflegebedarfe ermittelt und verschiedene Pflegekonzepte erarbeitet, die im Vorfeld der Entscheidungen mit kompetenten Fachpartnern diskutiert wurden und im Ergebnis zur Vergabe von langfristigen Pflegepl\u00e4nen mit verschiedenen fachspezifischen Partnern f\u00fchrten.<br \/>\nMa\u00dfnahme begleitend wurden mit dem Ziel eines fach\u00fcbergreifenden Erfahrungs- und Informationsaustausches mehrere interessante Projekte durchgef\u00fchrt, die dem Vorhaben Domgarten zu Gute kamen.<br \/>\nIm Mauerseminar 2010 wurden durch die Referenten unterschiedliche praktische Erfahrungen im Bereich denkmalgerechter Mauersanierung und Mauerkronenbegr\u00fcnung vorgestellt und lebhaft diskutiert. 2010 -2011 wurde ein langfristiges Projekt mit 8-15 Sch\u00fclern des Domgymnasiums zum Thema K\u00fcchengarten Levini durchgef\u00fchrt. In verschiedenen Arbeitsgruppen besch\u00e4ftigten sich die Sch\u00fcler unter Anleitung und Betreuung der Domgartenplanerinnen und Fachlehrer Biologie und Kunst mit der Historie der Domherenkurie Levini und seinem, mit Anzucht, Verwendung und Standortanspr\u00fcchen von Gem\u00fcsesorten des 19.Jh, mit Pflanzplanung und historischen Spalierformen. Im Ergebnis stellten die Sch\u00fcler nach eigenem Pflanzplan die Gem\u00fcserabatten und eine Projektausstellung im K\u00fcchengarten her, die von den Besuchern der Landesausstellung 2011 viel Anerkennung erhielten.<br \/>\nIm Herbst 2010 fand in Naumburg ein gut besuchtes, zweit\u00e4giges Parkpflegeseminar statt.<br \/>\nNach einf\u00fchrenden Vortr\u00e4gen zur denkmalgerechten Garten- und Parkpflege wurden auf dem zur Naumburger Domfreiheit geh\u00f6renden Domfriedhof neben Wildwuchs- und Totholzbeseitigung 15 neue Linden in der l\u00fcckig gewordenen Hauptallee nachgepflanzt.<br \/>\n2011 wurde ein Pflegeseminar organisiert, an dem 48 interessierte Personen aus \u00f6ffentlichen\/ halb\u00f6ffentlichen Bereichen und Landschaftsbaufirmen teilnahmen. Nach fachspezifischen Vortr\u00e4gen fand eine rege Diskussion statt, in deren Ergebnis wertvolle Empfehlungen an die VDS zur nachhaltigen fachgerechten Pflege des Domgartens zusammengefasst werden konnten. Res\u00fcmee: ein hoher Standard kann nur \u00fcber kontinuierliche Pflege mit entsprechend ausgebildeten Fachkr\u00e4ften (G\u00e4rtnern) erreicht werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vortr\u00e4ge\/ Pr\u00e4sentation:<br \/>\nVortr\u00e4ge zum Domgartenprojekt wurden im Rahmen aller  oben genannten Begleitprojekte gehalten.<br \/>\nEine gesonderte Pr\u00e4sentation erfolgte auf Einladung des Saale- Unstrut- Vereins f\u00fcr Kulturgeschichte und Naturkunde e. V. 2010 im Stadtarchiv Naumburg.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichungen:<br \/>\nFachzeitschrift Denkmalpflege in Sachsen- Anhalt, Heft 1\/11, Rubrik Gartendenkmalpflege,<br \/>\nAutorenkollektiv Heike Mortell, Heidrun Richter, Birgit P\u00e4tzig: Die Naumburger Domfreiheit und ihre G\u00e4rten &#8211; Gartendenkmalpflege im Spannungsfeld verschiedener Nutzungen (Hrsg. Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege und Arch\u00e4ologie Sachsen-Anhalt)<br \/>\nSaale-Unstrut-Jahrbuch 2011, Jahrbuch f\u00fcr Kulturgeschichte und Naturkunde der Saale- Unstrut-Region, 16. Jhrg., Heidrun Richter: Die denkmalgerechte Wiederherstellung des Domgartens in Naumburg mit dem neuen Garten des Naumburger Meisters (Hrsg. Saale- Unstrut- Verein f\u00fcr Kulturgeschichte und Naturkunde e. V.)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Vorhaben zur Revitalisierung des Domgartens Naumburg konnte erfolgreich abgeschlossen werden und hat den Projektbeteiligten wertvolle Impulse f\u00fcr andere Vorhaben gegeben. Insbesondere wurden die bez\u00fcglich der Denkmalpflege- und Naturschutzbelange hergestellte spezifische Zusammenarbeit mit verschiedenen Projektpartnern als auch die interessanten Begleitprojekte als Bereicherung empfunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel der Ma\u00dfnahmen war die Sicherung und Wiedergewinnung des Naumburger Domgartens als Bestandteil der denkmalgesch\u00fctzten Domfreiheit. Dieses Gebiet kann f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, eine Modellandschaft im weltweiten Vergleich darzustellen. 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