  {"id":25141,"date":"2023-10-01T10:32:11","date_gmt":"2023-10-01T08:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27138-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:14","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:14","slug":"27138-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27138-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Umsetzung eines modellhaften Konzeptes zur \u00f6ffentlichkeitswirksamen Pr\u00e4sentation von gef\u00e4hrdeten Bodendenkm\u00e4lern in forstwirtschaftlich genutzten Waldgebieten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt Holter Burg hat sich zum Ziel gesetzt, die Kommunikation zwischen Denkmalpflege und Forstwirtschaft nachhaltig zu verbessern. Hierbei wurde Wert auf den Modellcharakter der Studie gelegt, um auch \u00fcber den regionalen Kontext hinaus beispielhafte Wege und L\u00f6sungen f\u00fcr das Zusammentreffen unterschiedlicher Interessen beim Thema Denkmal im Wald aufzuzeigen. Durch das Projekt Schnippenburg (2002-2004) waren bereits ein Grundstein f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung mit diesem Thema gelegt und Kontakte zu den entsprechenden Institutionen hergestellt worden. Die Holter Burg, die arch\u00e4ologisch untersucht und in Ausschnitten dokumentiert wurde, bot sich als Ausgangspunkt f\u00fcr die Studie aufgrund ihrer Lage in einem Buchenwald auf privatem Grund und durch ihren Ruinencharakter an, der auch in touristischer Hinsicht von Bedeutung ist.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wurden nach Einverst\u00e4ndnis des Besitzers die B\u00e4ume gef\u00e4llt, die nach Aussage eines Baumkatasters das erhaltene Mauerwerk der Burg gef\u00e4hrdeten. Die Wurzelst\u00f6cke entfernten Mitarbeiter der Br\u00fccke sorgf\u00e4ltig per Hand, um das angegriffenen Mauerwerk nicht weiter zu besch\u00e4digen. Eine arch\u00e4ologische Dokumentation der Ma\u00dfnahme erfolgte parallel durch die Stadt- und Kreisarch\u00e4ologie. Die anschlie\u00dfende Aufmauerung diente dem Schutz des Mauerwerks und der deutlichen Kennzeichnung der Grundrisse der Burggeb\u00e4ude f\u00fcr Besucher. Um eine nachhaltige Nutzung des Gel\u00e4ndes zu gew\u00e4hrleisten, entwickelten H. Verhaagen und C. Schulze (Landschaftsarchitekt\/-\u00f6kologe) ein Pflanzkonzept, dass die Interessen der Forstwirtschaft ebenso ber\u00fccksichtig wie die Belange der Denkmalpflege und des Tourismus. Als Diskussionsplattform f\u00fcr alle Beteiligten diente eine Fachtagung im Juni 2010. Eine wichtige Aufgabe der Projektleitung war bis zur letzten Ma\u00dfnahme, die in der Umsetzung des Pflanzkonzeptes bestand, die st\u00e4ndige Vermittlung aller Arbeitsschritte und Ma\u00dfnahmen an die Kooperationspartner.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt hat erheblich dazu beigetragen, eine gemeinsame Basis zwischen Forst-, Denkmalpflege- und Tourismusfachleuten zu entwickeln, die bisher als wichtige Voraussetzung f\u00fcr die Umsetzung \u00e4hnlich strukturierter Handlungsfelder in dieser \u00fcberregional kommunizierten und inhaltlich ausgereiften Auspr\u00e4gung gefehlt hat. Das Projekt Holter Burg hat daher die von allen Projektbeteiligten und der DBU erhoffte Erwartung, beispielhaft und wegweisend zu sein, in optimaler Weise erf\u00fcllt.<br \/>\nEine im Rahmen des Projektes in Zusammenarbeit mit der DBU erstellte Brosch\u00fcre hat deutschlandweit und dar\u00fcber hinaus gro\u00dfen Anklang gefunden. Dieses Interesse zeigt deutlich die Notwendigkeit f\u00fcr eine fach\u00fcbergreifende Zusammenarbeit, die nur dann erfolgreich sein kann, wenn alle Beteiligten die Vorgehensweise ihrer Kooperationspartner nachvollziehen und verstehen k\u00f6nnen. Voraussetzung daf\u00fcr sind eine st\u00e4ndige Kommunikation und die Weitergabe von Informationen an alle. Dies konnte im Projekt Holter Burg besonders durch die zentrale Position und Projektsteuerung der Stadt- und Kreisarch\u00e4ologie umgesetzt werden. <\/p>\n<p>In der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung wurde das Projekt ma\u00dfgeblich von einem fachlichen Dreiklang bestimmt, in dem die einzelnen Partner Forstwirtschaft &#8211; Denkmalpflege &#8211; Tourismus eine nahezu gleichrangige Rolle spielen. Im Laufe des Projektes wurde deutlich, dass in der praktischen Umsetzung diese Gleichwertigkeit weit weniger gegeben war. Hier zeigte sich, dass die Denkmalpflege weitaus gr\u00f6\u00dfere Anstrengungen unternehmen muss, um die hohe und gesellschaftlich relevante Bedeutung ihrer fachlichen Ziele zur Geltung bringen zu k\u00f6nnen. Das wurde vor allem am Beispiel der Holter Burg deutlich: Dadurch dass es sich um eine stark zerst\u00f6rte Anlage handelt, kann sie nicht, wie landl\u00e4ufig erwartet wird, durch baulich oder architektonisch eindrucksvolle Gegebenheiten auf sich aufmerksam machen. Die besondere Schwierigkeit lag daher in der Aufgabe f\u00fcr die Projektleitung, auch Nicht-Arch\u00e4ologen deutlich zu machen, dass auch ein Haufen alter Steine es wert sein kann, mit dem einen als bedeutendem Kulturdenkmal geb\u00fchrenden Respekt behandelt zu werden. <\/p>\n<p>Der geplante Kosten- und Finanzierungsplan wurde in allen Einzelpositionen nahezu perfekt eingehalten. Seine Abwicklung zeigt leichte Abweichungen von der Ursprungsplanung, da sich die geplanten und vor Projektbeginn mit den Kooperationspartnern verabredeten Leistungen in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von wenigen Prozentpunkten ver\u00e4ndert und an den tats\u00e4chlichen Projektverlauf angepasst wurden. Im Gegen-zug haben aber genau diese Institutionen in erheblichen Umfang zus\u00e4tzliche Leistungen erbracht, die nicht Bestandteil der Ursprungskonzeption waren und die zu erheblichen Synergieeffekten bez\u00fcglich der Erreichung des Projektzieles gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des gesamten Projektzeitraums fand eine Pressearbeit statt, die sich in Berichten der lokalen Medien niederschlug. Die Durchf\u00fchrung einer Fachtagung sowie Veranstaltungen auf dem Burggel\u00e4nde richteten das mediale Interesse verst\u00e4rkt auf die Projektt\u00e4tigkeit. Dar\u00fcber hinaus fand die Modellstudie Eingang in Fachbl\u00e4tter der beteiligten Fachrichtungen. Die Zusammenarbeit mit universit\u00e4ren Einrichtungen f\u00fchrte zu einer Kenntnisnahme und regem Interesse auch im Bereich von Lehre und Forschung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Aufeinandertreffen so unterschiedlich arbeitender Fachrichtungen wie der Arch\u00e4ologie\/Denkmalpflege, der Forstwirtschaft und des Tourismus f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu einem Interessenskonflikt. Um diesen zu \u00fcberwinden, m\u00fcssen Kompromisse eingegangen und neue Wege beschritten werden. Im Fall des Projektes Holter Burg war die Bereitschaft dazu bei allen Kooperationspartnern vorhanden. Dies lag nicht zuletzt daran, dass sich einige Partner bereits kannten und erfolgreich miteinander gearbeitet hatten. Daher ist eine wichtige Erkenntnis der Modellstudie, dass auch au\u00dferhalb gro\u00dfer Projekte und Studien ein offener und von R\u00fccksicht gepr\u00e4gter Umgang miteinander die Regel sein sollte. Dies zahlt sich im Falle eines sp\u00e4teren Zusammentreffens mit unterschiedlichen Interessen immer aus.<\/p>\n<p>Mit der im Projektzusammenhang entstandenen Informationsschrift liegt eine Handreichung f\u00fcr alle Interessensgruppen vor, in der die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst sind, und die f\u00fcr zuk\u00fcnftige Ma\u00dfnahmen zur Burgenpr\u00e4sentation in Waldgebieten eine wertvolle Hilfestellung sein d\u00fcrfte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt Holter Burg hat sich zum Ziel gesetzt, die Kommunikation zwischen Denkmalpflege und Forstwirtschaft nachhaltig zu verbessern. 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