  {"id":25054,"date":"2023-07-28T10:32:08","date_gmt":"2023-07-28T08:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26878-01\/"},"modified":"2023-07-28T10:32:08","modified_gmt":"2023-07-28T08:32:08","slug":"26878-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26878-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung neuartiger Schutzkonzepte f\u00fcr den Uhu (Bubo bubo)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Uhu als gef\u00e4hrdete Art r\u00fcckt in j\u00fcngster Zeit vielerorts wegen stagnierender bzw. r\u00fcckl\u00e4ufiger Reproduktionszahlen erneut in den Blickpunkt des Naturschutzes &#8211; national wie international.<br \/>\nDie Ursachen dieser Entwicklung sind bislang unklar. Bisherige Untersuchungen lassen jedoch auf eine zentrale Schl\u00fcsselstelle des Faktors Nahrung f\u00fcr den reproduktiven Erfolg schlie\u00dfen.<br \/>\nDie geplante Arbeit befasst sich mit der Aufkl\u00e4rung der Ursachen des geringen Bruterfolgs bayerischer Uhus unter dem Gesichtspunkt der menschlichen Einflussnahme und soll dazu beitragen, effizientere Schutzstrategien f\u00fcr die Art zu entwickeln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Studie beinhaltet Untersuchungen zum Nahrungsangebot, zur Nahrungsverf\u00fcgbarkeit und zur Nahrungsnutzung durch den Uhu sowie zur menschlichen Einflussnahme auf diese Faktoren in reproduktiv erfolgreichen und erfolglosen Brutrevieren. Es wird zun\u00e4chst eine Telemetriestudie zur Habitatnutzung der Uhupaare durchgef\u00fchrt, um das Home Range der V\u00f6gel mit seinen Habitatstrukturen und der anthropogenen Beeinflussung wichtiger Habitatelemente zu bestimmen. Der Abgleich mit historischen Daten dokumentiert Ver\u00e4nderungen in den landschaftlichen Voraussetzungen und der Nutzungsstruktur. Parallel werden Nahrungsanalysen, anhand von Beuteresten und mittels Video\u00fcberwachung der Aufzuchtsnahrung am Horst, bei den untersuchten Revierpaaren durchgef\u00fchrt. Die Kombination der Daten zur Landschaftsentwicklung und der Beutetieranalysen erm\u00f6glicht R\u00fcckschl\u00fcsse \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge und Wirkgef\u00fcge, die f\u00fcr die umfassende Nahrungsversorgung des Uhus, und damit den reproduktiven Erfolg, von Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es hat sich gezeigt, dass die Nahrungsnutzung zur Zeit der Eibildung einen deutlichen Einfluss auf den Bruterfolg des Uhus aus\u00fcbt. So br\u00fcteten die Uhus im S\u00fcdlichen Frankenjura nur in Jahren mit ausge-sprochenen Massenabundanzen der Feldmaus, Microtus arvalis, und anderer Kleinnager erfolgreich, die dann jeweils die dominierenden Beutetiere in den untersuchten Beutelisten darstellten. Dabei bestand ein signifikant negativer Zusammenhang zwischen der Nahrungsbreite der im Winter konsumierten Beutetiere und dem Bruterfolg im darauffolgenden Fr\u00fchjahr. Sofern die untersuchten Tiere nicht in vergleichbarem Ma\u00df zur Vorbrutphase auf Kleinnager zur\u00fcckgreifen konnten, blieb der Reproduktionserfolg aus. <\/p>\n<p>Der Anteil der f\u00fcr den Uhu verf\u00fcgbaren Beutetiere in der Landschaft wird ma\u00dfgeblich durch die Art und Intensit\u00e4t der Landnutzung, speziell in den horstnahen Bereichen, bestimmt. Die weitgehend intensiv monoton bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen des Untersuchungsgebietes bieten oft nur wenige Strukturen (Ackerraine, S\u00e4ume, Hecken und andere Kleinbiotope), die potenziellen Beutetieren des Uhus als Lebensraum dienen k\u00f6nnten. So wurden in keinem der untersuchten Reviere die potenziell als Jagdhabitat zur Verf\u00fcgung stehenden Offenlandanteile entsprechend ihrer Verf\u00fcgbarkeit genutzt, wie die Ergebnisse der Telemetrieuntersuchungen und indirekt die der Nahrungsanalysen belegen. Lediglich im Winter zeigte sich eine bevorzugte Nutzung von Gr\u00fcnlandbereichen zur Jagd, auf denen vor allem Kleins\u00e4uger beheimatet sind, die zu dieser Zeit aufgrund der geringen Vegetationsh\u00f6he vergleichsweise einfach erbeutet werden k\u00f6nnen. Dem horstnahen Gr\u00fcnland kommt demnach speziell in der Vorbrutphase eine hohe Bedeutung hinsichtlich der Nahrungsversorgung des Uhus zu. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem Siedlungsraum, der der Art als sekund\u00e4r geschaffenes Jagdhabitat ein ganzj\u00e4hrig konstant verf\u00fcg-bares Beutetierangebot bietet.<br \/>\nDa jedoch nicht jedes Uhurevier \u00fcber \u00e4hnliche Fl\u00e4chenanteile der f\u00fcr die Nahrungsversorgung bedeutsamen Habitatstrukturen verf\u00fcgt, kann das darin verf\u00fcgbare Beuteangebot als limitierender Faktor zum Erreichen der notwendigen Brutkondition wirken &#8211; es ist mit der Aussetzung der Brutaktivit\u00e4t zu rechnen. Es scheint, als seien die im S\u00fcdlichen Frankenjura f\u00fcr den Uhu zur Verf\u00fcgung stehenden Ressourcen ersch\u00f6pft. Das Nicht-Br\u00fcten stellt demnach eine Anpassung an die vorherrschenden Verh\u00e4ltnisse dar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Arbeit wurde einer breiten \u00d6ffentlichkeit auf verschiedenen Fachtagungen (Jahrestagung der AG Eulen 2011, Jahrestagung der AG Greifv\u00f6gel der NWO, Fr\u00e4nkisches Eulensch\u00fctzertreffen etc.) vorgestellt. Weitere Pr\u00e4sentationen folgen beispielsweise auf der Jahrestagung 2013 der DO-G in Regensburg u. \u00e4.<br \/>\nZudem wurden zwei Artikel im Heft Vogelschutz ver\u00f6ffentlicht. Weitere Publikation folgen, bspw. In der Berichte zum Vogelschutz-Reihe.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Trotz widriger Gegebenheiten bei der Umsetzung des Projektes und der ben\u00f6tigten Projektverl\u00e4ngerung wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen und wichtige Erkenntnisse zum Raumnutzungsverhalten des Uhus erzielt. Die Ursachen des festgestellten, geringen Bruterfolgs der Art im S\u00fcdlichen Frankenjura wurden bestimmt und m\u00f6gliche Schutzma\u00dfnahmen erarbeitet. Da der Landschaftsraum unter den gegebenen Nutzungsverh\u00e4ltnissen jedoch nur bedingt ausreichend Nahrung f\u00fcr die bestehende Population bietet, k\u00f6nnen die erarbeiteten Schutzma\u00dfnahmen bestenfalls lokal zur Stabilisierung der Reproduktion beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Uhu als gef\u00e4hrdete Art r\u00fcckt in j\u00fcngster Zeit vielerorts wegen stagnierender bzw. r\u00fcckl\u00e4ufiger Reproduktionszahlen erneut in den Blickpunkt des Naturschutzes &#8211; national wie international. Die Ursachen dieser Entwicklung sind bislang unklar. Bisherige Untersuchungen lassen jedoch auf eine zentrale Schl\u00fcsselstelle des Faktors Nahrung f\u00fcr den reproduktiven Erfolg schlie\u00dfen. 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