  {"id":25034,"date":"2023-08-11T10:32:06","date_gmt":"2023-08-11T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26823-01\/"},"modified":"2023-08-11T10:32:08","modified_gmt":"2023-08-11T08:32:08","slug":"26823-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26823-01\/","title":{"rendered":"Nutzungskonflikte im besiedelten Bereich &#8211; Artenvielfalt, Biotopmanagement und naturp\u00e4dagogische Bedeutung eines aufgelassenen Kalksteinbruches in Osnabr\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Auf dem Westerberg in Osnabr\u00fcck befinden sich zwei ehemalige Kalksteinbr\u00fcche. Der erste Steinbruch beheimatet seit Beginn der 1980er Jahre den Botanischen Garten der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck, der andere ist im Wesentlichen ungesch\u00fctzt sich selbst \u00fcberlassen. Mit dem Vorhaben soll der Steinbruch gegen Vandalismus gesichert und durch einen Tunnel an den ersten Steinbruch angeschlossen werden. Das so gesch\u00fctzte Sekund\u00e4rbiotop soll weiterentwickelt werden, um die vorhandene heimische Biodiversit\u00e4t sowohl in Forschung und Lehre als auch in verschiedene Umweltbildungsma\u00dfnahmen einzubinden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben gliedert sich in drei Phasen und eine die Phasen \u00fcberlappende Pflegema\u00dfnahme.<br \/>\nPhase 1 bezeichnet die Bauma\u00dfnahme zur fu\u00dfl\u00e4ufigen Anbindung des Steinbruchs an den Botanischen Garten und dessen innerer Erschlie\u00dfung. Zur Erstellung der Zuwegung und zur inneren Erschlie\u00dfung ist ein Bodenaushub von ca. 12.500 m3 notwendig. Die seitliche Befestigung erfolgt durch Gabionenw\u00e4nde (insgesamt ca. 1.800 m3). Am Edingh\u00e4user Weg ist die Erstellung eines R\u00f6hrenbauwerks (Tunnel) notwendig. Der bisherige Eingang wird mit einem Tor verschlossen.<br \/>\nPhase 2 betrifft die Entwicklung und Erprobung von Bildungsveranstaltungen im Rahmen eines Umweltkommunikationskonzeptes. Aufbauend auf dem bisherigen Ausbildungsprogramm f\u00fcr die MitarbeiterInnen der Gr\u00fcnen Schule des Botanischen Gartens sollen zielgruppenspezifische umweltp\u00e4dagogische Angebote (Erwachsene, Kinder, Schulen) entwickelt werden. Ein Schwerpunkt liegt neben der Vermittlung von Themen, die der neue Steinbruch bietet (Kalkstein, Steinbruch als Lebensraum, Anpassung von Pflanzen an Umweltbedingungen) auf dem Zusammenspiel von klassischem Botanischen Garten und naturnahem Erlebnisraum. Phase 3 umfasst die Evaluierung der Veranstaltungen nach der \u00dcbernahme in das Programm der Gr\u00fcnen Schule des Botanischen Gartens. Hier liegt ein Augenmerk auf der unterschiedlichen Wahrnehmung von Biodiversit\u00e4t in den beiden nun verbundenen Steinbr\u00fcchen. Parallel zu den drei Phasen findet die Umsetzung eines Pflege- und Entwicklungskonzeptes f\u00fcr die gesetzlichen gesch\u00fctzten Lebensr\u00e4ume statt; hierbei sollen auch Sch\u00fclergruppen eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Bauma\u00dfnahmen zur fu\u00dfl\u00e4ufigen Anbindung des Steinbruchs an das Territorium des Botanischen Gartens (Phase 1) konnten ohne gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten durchgef\u00fchrt werden. Lediglich in den Wintermonaten 2009\/2010 kam es zu leichteren Verz\u00f6gerungen wegen Schneefalls. In finanzieller Hinsicht konnten die Kosten der Bauma\u00dfnahme unter dem F\u00f6rderansatz bleiben. Mit dem neuen Zugang in Form eines Tunnels erh\u00e4lt der Steinbruch eine geordnete Zuwegung, die \u00fcberwacht und abgeschlossen werden kann. Der urspr\u00fcngliche Zugang \u00fcber die Blumenthalstra\u00dfe wurde gleichzeitig mittels eines Tores verschlossen. Damit wird Vandalismus vorgebeugt und die Wahrnehmung der Aufgabe Naturschutz verbessert.<br \/>\nUnter dem Obermotto Heimische Biodiversit\u00e4t stadtnah entwickelte die Gr\u00fcne Schule des Botanischen Gartens zielgruppenorientierte Angebote f\u00fcr den zweiten Steinbruch und f\u00fchrte diese auch erfolgreich durch (Phase 2). F\u00fcr die Zielgruppe Erwachsene wurde ein didaktisches Konzept f\u00fcr F\u00fchrungen durch diesen Steinbruch ausgearbeitet. Ankn\u00fcpfend an die m\u00f6glichen Interessen dieser Gruppe (Historie und zuk\u00fcnftige Entwicklung, Pflanzen- und Tiersch\u00e4tze sowie der Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen) konnte eine etwa 1 \u00bd st\u00fcndige F\u00fchrung ausgearbeitet werden, die es fortan den Honorarkr\u00e4ften der Gr\u00fcnen Schule erlaubt, fachkundig \u00fcber das neue Areal zu berichten. Die Er\u00f6ffnung des Tunnels und die damit verbundenen k\u00fcrzeren Wege wirkten sich positiv auf die F\u00fchrungen und die Resonanz aus.<br \/>\nF\u00fcr die Zielgruppe Kinder und Jugendliche wurden im Rahmen von Ferienzeitaktivit\u00e4ten wie z. B. die Ferienpassaktion der Stadt Osnabr\u00fcck Angebote konzipiert, die neben der Vermittlung von umweltrelevanten Inhalten auch den Spa\u00df nicht zu kurz kommen lassen. Au\u00dfer dem obligatorischen Theorieteil wurden f\u00fcr die Kinder unterschiedliche praktische Wahrnehmungs- und Erfahrungselemente integriert (z. B. Anfertigen eines Steinmosaikbildes). Im Bereich der Zielgruppe Schulen wird neben der Vermittlung des Steinbruchs als innerst\u00e4dtisches Sekund\u00e4rbiotop aus verschiedenen Perspektiven (historisch, geologisch, \u00f6kologisch, botanisch) Wert auf praktische Aktivit\u00e4ten der Sch\u00fcler zum Erhalt gelegt. Vor allem dieser Teil fand bei den Betroffenen Anklang. Die ausgearbeiteten und durchgef\u00fchrten Programme erfuhren durch Befragung der Zielgruppen, sowie durch das Arbeiten mit Studentengruppen eine R\u00fcckkopplung, sodass die Auswertungen sogleich wieder in die Verbesserung der Programme flie\u00dfen konnten. Durch zwei wissenschaftliche Begleitarbeiten wurden die Herausforderungen des naturnahen Steinbruchs im Vergleich zum herk\u00f6mmlichen Botanischen Garten reflektiert und f\u00fcr die zielgruppengerechte Arbeit fruchtbar gemacht (Phase 3).<br \/>\nDie phasen\u00fcbergreifend durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen der Biotoppflege und des Biotopmanagements verbesserten die Lebensbedingungen f\u00fcr wildlebende Pflanzen und Tiere im Projektgebiet nachhaltig. Die Durchf\u00fchrung erfolgte in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde der Stadt Osnabr\u00fcck. Die Entwicklungsziele wie z. B. Erhalt und Entwicklung eines artenreichen Kalkmagerrasens, Bek\u00e4mpfung der invasiven Arten, Bek\u00e4mpfung des Geh\u00f6lzjungwuchses wurden erreicht und werden kontinuierlich fortgesetzt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Bauphase verdeutlichten sowohl Bauschilder vor Ort als auch eine Darstellung des Projekts auf der Homepage des Kooperationspartners den Verlauf. Der Fortschritt des Geschehens war zudem regelm\u00e4\u00dfig Gegenstand der medialen Berichterstattung. Am Eingang des Tunnels werden Informationen \u00fcber die Beteiligten des Projekts, im Tunnel Informationen \u00fcber Umweltschwerpunkte des Steinbruchs zur Verf\u00fcgung gestellt. Die vorhandenen Flyer wurden \u00fcberarbeitet bzw. es wurden neue Flyer zum Steinbruch erstellt, die im Rahmen der F\u00fchrungen verwendet werden k\u00f6nnen. Die Homepage des Bewilligungsempf\u00e4ngers berichtet unter dem Punkt Projekte \u00fcber die Anbindung Nachbar-Steinbruch und den Aktionstag Steinbruch mit Nennung der F\u00f6rderer. Die offizielle Er\u00f6ffnung bzw. \u00d6ffnung f\u00fcr alle Besucher des Botanischen Gartens fand unter Begleitung der \u00f6rtlichen Presse statt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die dem Vorhaben zugrunde liegenden Zielsetzungen sind allesamt erf\u00fcllt worden. Mit der Tunnelanbindung des zweiten Steinbruchs an den Botanischen Garten wurde der Vandalismus gestoppt und die Grundlagen f\u00fcr einen, den umweltrechtlichen Regelungen entsprechenden Biotopschutz gelegt. Mit dem nun erweiterten Angebot der Gr\u00fcnen Schule am Botanischen Garten ist es m\u00f6glich, den Gedanken der Biodiversit\u00e4t auch im Bereich der in Osnabr\u00fcck heimischen Pflanzenwelt praxisnah zu vermitteln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Auf dem Westerberg in Osnabr\u00fcck befinden sich zwei ehemalige Kalksteinbr\u00fcche. Der erste Steinbruch beheimatet seit Beginn der 1980er Jahre den Botanischen Garten der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck, der andere ist im Wesentlichen ungesch\u00fctzt sich selbst \u00fcberlassen. 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