  {"id":24955,"date":"2023-10-01T10:32:02","date_gmt":"2023-10-01T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26613-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:03","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:03","slug":"26613-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26613-01\/","title":{"rendered":"Qualit\u00e4tsmanagement f\u00fcr Naturschutzprojekte &#8211; eine Diskussion m\u00f6glicher Standards und Methoden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der rapide Verlust biologischer Vielfalt erfordert die Professionalisierung von Naturschutzarbeit auf der Planungs- und Managementebene, um Projekte erfolgreich durchzuf\u00fchren, neue Partner zu gewinnen und zus\u00e4tzliche Mittel zu akquirieren. Ein zentrales Ziel muss sein, potenziellen Geldgebern deutlich zu machen, dass Naturschutz hohen Qualit\u00e4tsanforderungen gen\u00fcgt und nachweislich erfolgreich ist. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen verf\u00fcgbare Mittel effizient eingesetzt werden, um einen maximalen positiven Effekt im Hinblick auf das angestrebte Schutzziel zu erreichen. Hierf\u00fcr spielt die Kenntnis und Umsetzung von Projektmanagementmethoden eine wichtige Rolle. Bis zur Umsetzung des vorliegenden Projekts gab es keine Informationen \u00fcber die Managementans\u00e4tze deutscher NGOs. Defizite im Hinblick auf Projektmanagement. Erwartete Chancen und bef\u00fcrchtete Risiken externer Evaluierung sowie der m\u00f6gliche Bedarf an Hilfestellungen der NGOs im Hinblick auf das Projektmanagement waren nicht bekannt. Diese Defizite sollten mit der vorliegenden Studie ausgeglichen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem ersten Schritt wurde im Rahmen einer umfassenden Literatur- und Internetrecherche eine Liste von NGOs und Ansprechpartnern zusammengestellt, sowie im Internet verf\u00fcgbare Informationen zur Projektarbeit der NGOs gesammelt. Im Zuge einer umfangreichen Telefonbefragung wurden Verantwort-liche in den NGOs zu ihrer Praxis hinsichtlich der Auswahl, Durchf\u00fchrung, Dokumentation und Bewertung von Projekten befragt. Die Ergebnisse wurden anonymisiert und den Teilnehmern dieser Befragung im Rahmen eines Workshops vorgestellt. Dar\u00fcber hinaus wurden offene Interviews mit Entscheidern aus Wirtschaftsunternehmen gef\u00fchrt, um ihre Einstellung zur F\u00f6rderung von Naturschutzarbeit zu erhalten. Umfassend dargestellt und analysiert wurden die Ergebnisse in der vorliegenden Studie, die auch Handlungsempfehlungen f\u00fcr das weitere Vorgehen bzw. die Umsetzung in der Praxis enth\u00e4lt. Dar\u00fcber hinaus wurde ein Leitfaden zum Projektmanagement in NGOs erstellt. Studie und Leitfaden wurden an alle befragten NGOs, Unternehmen und Medienvertreter verschickt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Analyse der im Internet vorhandenen Informationen zeigt, dass NGOs stark voneinander abweichende Informationen zur Verf\u00fcgung stellen. Eine st\u00e4rkere Transparenz der Informationen ist aus Sicht der interessierten \u00d6ffentlichkeit und potenzieller Spender unbedingt anzustreben. Besonders kleine Organisationen nutzen das Medium Internet nicht in dem Ma\u00dfe, wie es ihren eigenen Zielen dienlich w\u00e4re. Anders als gro\u00dfe Organisationen, die oft \u00fcber eigene Abteilungen f\u00fcr Marketing und \u00d6ffentlichkeitsarbeit verf\u00fcgen, m\u00fcssen kleine Organisationen mit ihren personellen und finanziellen Mitteln besonders haushalten, was sich h\u00e4ufig in einer mangelnden Kommunikation niederschl\u00e4gt. Dabei erlaubte das Internet auch ihnen, professionell, transparent und kosteng\u00fcnstig mit Interessenten und Spendern in Kontakt zu treten. Um das beobachtete Defizit auszugleichen, gibt die Studie Handlungsempfehlungen f\u00fcr den Internetauftritt von NGOs.<br \/>\nBei den strukturierten Telefoninterviews zeigte sich ein heterogenes Bild, sowohl im Hinblick auf die strategische Auswahl von Projekten, deren Bewertung und das Projektmanagement durch deutsche NGOs. Dabei fiel auf, dass kleine Organisationen mit starkem Fokus auf eine Art oder Tiergruppe, bzw. geographische Konzentration u. U. besonders effizient arbeiten. Gro\u00dfe Organisationen sind Laien zwar pr\u00e4senter und k\u00f6nnen auf eine ihnen per se zugeschriebene Expertise bauen, werden den Anspr\u00fcchen im Hinblick auf professionelles Projektmanagement aber nicht zwangsl\u00e4ufig gerecht. Besonders die Aussagen zur strategischen Ausrichtung der Projektarbeit, beginnend mit der Auswahl von Zielarten und Projektgebieten bis hin zum Monitoring und der Dokumentation der Ergebnisse sowie der abschlie\u00dfenden Erfolgskontrollen, warfen ein eher ern\u00fcchterndes Bild auf die Arbeit deutscher NGOs. Obwohl diese Defizite den Befragten zumindest teilweise bewusst sind, sehen sie sie selten als Ursache f\u00fcr ein Scheitern der Projektarbeit. Dieses wird eher einer mangelnden Personalausstattung oder fehlenden Mitteln zugeschrieben. So erkl\u00e4rt sich m\u00f6glicherweise auch, die tendenziell eher ablehnende Haltung gegen\u00fcber der externen Bewertung von Naturschutzarbeit und der Einf\u00fchrung von Qualit\u00e4tssiegeln.<br \/>\nDie f\u00fcr die Studie befragten Unternehmensvertreter k\u00f6nnen den naturschutzfachlichen Wert der gef\u00f6rderten Projekte in der Regel nicht bemessen. Demzufolge w\u00e4hlen sie gro\u00dfe und bekannte NGOs f\u00fcr die F\u00f6rderung aus. Einige Unternehmen w\u00fcnschen sich aber durchaus einen nachpr\u00fcfbaren Erfolg der von ihnen gef\u00f6rderten Projekte. Unternehmen sind daher einer Zertifizierung von Projektarbeit eher aufgeschlossen als NGOs.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Telefonbefragung wurden den teilnehmenden Institutionen in einem von der Deutschen Bank in Frankfurt unterst\u00fctzen Workshop vorgestellt.<br \/>\nDie fertige Studie und der Leitfaden zum Projektmanagement wurden allen Studienteilnehmern, Wirtschaftsvertretern aus unserem Netzwerk, Beh\u00f6rdenvertretern und Journalisten zugesandt.<br \/>\nDie Studie wurde im Rahmen verschiedener Vortr\u00e4ge vor Entscheidungstr\u00e4gern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Naturschutzorganisationen in Deutschland haben ein gro\u00dfes Interesse, ihre Arbeit effizient und professionell durchzuf\u00fchren. Mangelnde personelle und finanzielle Ressourcen, sowie Unkenntnis \u00fcber m\u00f6gliche Managementmethoden f\u00fchren aber h\u00e4ufig dazu, dass es an einer strategischen Ausrichtung der Projekte mangelt. Von vielen NGOs wird nicht erkannt, dass eine Investition hierin die Effizienz der Arbeit erh\u00f6ht aber vor allem auch das Scheitern von Projekten verhindert. Unternehmen und NGOs sprechen zu h\u00e4ufig unterschiedliche Sprachen, so dass wahre Partnerschaften selten sind. Es w\u00e4re erstrebenswert, NGO-Vertreter in Aspekten des Projektmanagements zum Beispiel von Seiten der DBU auszubilden. Der vorliegenden Studie sollte sich eine weitere Untersuchung anschlie\u00dfen, die das Potential deutscher Unternehmen hinsichtlich eines verst\u00e4rkten Engagements f\u00fcr Naturschutz in den verschiedenen Sektoren und Unternehmensfeldern untersucht und konkrete Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Verbesserungen entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der rapide Verlust biologischer Vielfalt erfordert die Professionalisierung von Naturschutzarbeit auf der Planungs- und Managementebene, um Projekte erfolgreich durchzuf\u00fchren, neue Partner zu gewinnen und zus\u00e4tzliche Mittel zu akquirieren. Ein zentrales Ziel muss sein, potenziellen Geldgebern deutlich zu machen, dass Naturschutz hohen Qualit\u00e4tsanforderungen gen\u00fcgt und nachweislich erfolgreich ist. 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