  {"id":24945,"date":"2023-09-30T10:32:39","date_gmt":"2023-09-30T08:32:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26577-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:42","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:42","slug":"26577-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26577-01\/","title":{"rendered":"Passivh\u00e4user f\u00fcr verschiedene Klimazonen &#8211; Beispielhafte architektonische und technische Konzeptentwicklungen f\u00fcr f\u00fcnf verschiedene Klimazonen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Um die weltweit gesteckten Klimaschutzziele auch nur ann\u00e4hernd zu erreichen, ist es zwingend erforderlich, den durch Geb\u00e4udebeheizung und auch durch Geb\u00e4udek\u00fchlung verursachten Energieverbrauch drastisch &#8211; und zwar weltweit &#8211; zu senken. Die Suche nach alternativen Energiequellen wird die Probleme nicht allein l\u00f6sen k\u00f6nnen. Es gilt vielmehr, Energie zu sparen, wo immer dies m\u00f6glich ist. Das Bauen im Passivhausstandard kann hierzu einen bedeutenden Beitrag leisten. In Mitteleuropa lassen sich mit Passivh\u00e4usern erwiesenerma\u00dfen ca. 80% des Heizenergiebedarfs gegen\u00fcber konventionellen Neubauten einsparen. Genauso sollte es auch m\u00f6glich sein, den Energieverbrauch f\u00fcr die Geb\u00e4udek\u00fchlung drastisch zu senken. Das Projekt soll am Beispiel von 5 Standorten, die die weltweit relevantesten Klimazonen und Regionen repr\u00e4sentieren, diese M\u00f6glichkeiten illustrieren und damit zur Nachahmung anregen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie folgenden Standorte wurden ausgew\u00e4hlt: Jekaterinburg, Russland; Tokio, Japan; Shanghai, China; Dubai, Vereinigte Arabische Emirate; Las Vegas, USA.<br \/>\nZun\u00e4chst wurden grundlegende bauliche Einflussfaktoren auf Heiz- und K\u00fchllast bzw.  bedarf ermittelt. Unter Beachtung lokaler Bautraditionen und Anforderungen wurde dann f\u00fcr jeden Standort ein Passivhaus entwickelt. Da die erfolgreiche Umsetzung von Passivh\u00e4usern auf eine sorgf\u00e4ltige Gestaltung und Umsetzung von Details angewiesen ist, sollten die Beispielobjekte bis zur Ausf\u00fchrungsreife durchentwickelt werden. Dabei waren u. a. zu ber\u00fccksichtigen: Architektonischer Entwurf in hoher Gestaltqualit\u00e4t unter weitest gehender Ber\u00fccksichtigung lokaler Traditionen (\u00e4sthetisch und funktional); Funktionalit\u00e4t der Bauteilaufbauten, bspw. in Bezug auf ihr feuchtetechnisches Verhalten; W\u00e4rmebr\u00fccken und Anschlussdetails, bspw. zur Gr\u00fcndung in kalten Klimata; Konzeptstudien f\u00fcr ggf. zu entwickelnde Komponenten, bspw. L\u00fcftungsw\u00e4rme-\/-feuchter\u00fcckgewinnung und Fensterkonstruktionen in kalten sowie in feucht-warmen Klimata; Haustechnikkonzepte, bspw. zur Entfeuchtung in feucht-warmen Klimata; Grenzen der technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit von Passivh\u00e4usern an den jeweiligen Standorten.<br \/>\nDie Bearbeitung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen den oben genannten, im Passivhausbau erfahrenen Partnern aus den Bereichen Bauphysik\/Technik und Architektur.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es konnte gezeigt werden, dass an den f\u00fcnf untersuchten Standorten nicht nur kosteng\u00fcnstige Reihenh\u00e4user, sondern auch architektonisch anspruchsvolle Geb\u00e4ude im Passivhausstandard realisiert werden k\u00f6nnen. Architektonische Freiheiten und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten, auch innerhalb von \u00fcber Jahrhunderte gewachsenen Baukulturen, sind weiterhin gegeben.<br \/>\nDas kontinentale Klima in Jekaterinburg ist im Winter sonniger als das mitteleurop\u00e4ische. aber mit Au-\u00dfentemperaturen bis -30 \u00b0C erheblich k\u00e4lter. Gefragt sind daher prim\u00e4r L\u00f6sungen f\u00fcr den Winter. Wichtig ist ein ausgezeichneter W\u00e4rmeschutz rundum. W\u00fcnschenswert und technisch realisierbar w\u00e4ren weiter verbesserte Komponenten, insbesondere bzgl. Frostschutz der L\u00fcftung und Fenster.<br \/>\nTokio und Shanghai weisen \u00e4hnliche Klimata auf, mit nur gelegentlichem Frost im Winter, feucht-warmen Sommern und bedeutend h\u00f6herer Solarstrahlung als in Mitteleuropa. Hier ist sowohl Beheizung als auch aktive K\u00fchlung erforderlich, relativ guter W\u00e4rmeschutz wird f\u00fcr Winter und Sommer ben\u00f6tigt. Die hohe sommerliche Luftfeuchte verbietet Konzepte mit Nachtl\u00fcftung. Durch eine geeignet geregelte Feuchter\u00fcckgewinnung l\u00e4sst sich der Energiebedarf f\u00fcr die Entfeuchtung weit senken. Eine Trennung von Entfeuchtung und sensibler K\u00fchlung kann ebenfalls zur Energieeinsparung beitragen. Passive Solarenergienutzung im Winter ist m\u00f6glich, erfordert aber einen wirkungsvollen beweglichen Sonnenschutz.<br \/>\nDas W\u00fcstenklima von Las Vegas zeichnet sich durch starke tages- und jahreszeitliche Temperaturunterschiede, hohe Solarstrahlung und niedrige Luftfeuchte aus. Der W\u00e4rmeschutz kann auf \u00e4hnlichem Niveau liegen wie in Tokio oder Shanghai, aktive Heizung und K\u00fchlung sind erforderlich. Je nach Geb\u00e4udekonstruktion kommt man hier mit einem Zweifach-Sonnenschutzglas aus, hilfreich k\u00f6nnen helle, die intensive Solarstrahlung reflektierende Au\u00dfenoberfl\u00e4chen sein. Entfeuchtung ist nicht erforderlich, stattdessen bietet sich eine Feuchter\u00fcckgewinnung zur Anhebung der Luftfeuchte an. Das trockene Klima erlaubt den Einsatz einer Betonkerntemperierung als Heiz- und K\u00fchlsystem.<br \/>\nIn Dubai verlangt der hei\u00dfe Sommer mit Temperaturen bis 45 \u00b0C nach einem guten W\u00e4rmeschutz und hellen Oberfl\u00e4chen, eine Heizung ist dann nicht mehr erforderlich. Dreifach-Sonnenschutzglas, idealerweise kombiniert mit einer feststehenden Verschattung, minimiert die solaren Lasten. Damit l\u00e4sst sich die K\u00fchllast so weit reduzieren, dass sie durch die Zuluft gedeckt werden kann. Nachtl\u00fcftung kommt w\u00e4hrend der 8 Monate langen K\u00fchlperiode aufgrund der hohen Au\u00dfentemperaturen und Luftfeuchten nicht in Betracht, sie kann lediglich im Winter unterst\u00fctzend wirken.<br \/>\nEine Analyse der weltweit verf\u00fcgbaren Klimadaten zeigte, dass Passivh\u00e4user mit ihren begrenzten Heiz- und K\u00fchlleistungen fast \u00fcberall auf der Welt realisiert werden k\u00f6nnen. \u00dcberraschenderweise sind weniger die hei\u00dfen Regionen problematisch, sondern die sehr kalten.<br \/>\nEine Besonderheit stellen die Tropen mit ihren geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen dar. Dort ist keine Heizung erforderlich, auch bei kleinen K\u00fchllasten kann jedoch ein sehr hoher j\u00e4hrlicher K\u00fchlbedarf entstehen. Die \u00f6konomische Analyse zeigt, dass f\u00fcr diese Klimata Baustandards, die \u00fcber das funktionale Passivhausniveau noch hinausgehen, wirtschaftlich die beste L\u00f6sung darstellen.<br \/>\nEine Anpassung des Passivhauskonzepts an die lokalen Bautraditionen, Klimata und \u00e4sthetischen Vorstellungen wird in jedem Falle erforderlich werden. Die hygrothermischen Berechnungen zeigen, dass je nach Standort auch unterschiedliche Bauteilaufbauten eingesetzt werden m\u00fcssen. Konstruktionen, die sich in einem bestimmten Klima bew\u00e4hrt haben, k\u00f6nnen anderswo vollkommen ungeeignet sein.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse wurden bei verschiedenen Veranstaltungen vorgestellt, so z. B. auf der Konferenz Passive and Low Energy Cooling for the Built Environment Palenc 2010 auf Rhodos, auf der Big 5 International Building and Construction Show im November 2010 in Dubai und bei der Passivhaus Tagung im Mai 2011 in Innsbruck. Der Endbericht soll in gedruckter Form in englischer Sprache erh\u00e4ltlich sein, ferner sollen die Inhalte in deutscher und englischer Sprache Teil der von der DBU unterst\u00fctzten Passipedia (www.passipedia.de) werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden vollst\u00e4ndig in die k\u00fcnftige Arbeit des Bewilligungsempf\u00e4ngers einflie\u00dfen. Weitere Ver\u00f6ffentlichungen sind geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Am Beispiel der f\u00fcnf untersuchten Standorte, in Teilaspekten sogar weltweit, konnte gezeigt werden, wie das Passivhaus-Prinzip der Lastminimierung auch in anderen Klimata so umgesetzt werden kann, dass komfortable, energieeffiziente und \u00f6konomisch wie architektonisch interessante Geb\u00e4ude entstehen. Damit wurde die Grundlage f\u00fcr eine erfolgreiche Realisierung von Passivh\u00e4usern in anderen Klimazonen geschaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Um die weltweit gesteckten Klimaschutzziele auch nur ann\u00e4hernd zu erreichen, ist es zwingend erforderlich, den durch Geb\u00e4udebeheizung und auch durch Geb\u00e4udek\u00fchlung verursachten Energieverbrauch drastisch &#8211; und zwar weltweit &#8211; zu senken. Die Suche nach alternativen Energiequellen wird die Probleme nicht allein l\u00f6sen k\u00f6nnen. 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