  {"id":24841,"date":"2023-09-30T10:32:32","date_gmt":"2023-09-30T08:32:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26280-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:35","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:35","slug":"26280-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26280-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Verfahrens zum Schutz von Holzkonstruktionen im Wasserbau gegen die Pfahlbohrmuschel Teredo navalis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Schiffbohrwurm Teredo navalis erzeugt an wasserbaulichen Holzkonstruktionen in Deutschland j\u00e4hrlich Sch\u00e4den in Millionenh\u00f6he, weltweit betragen die entsprechenden Sch\u00e4den viele Milliarden \u0080\/a. Bislang erprobte Verfahren zum Schutz der H\u00f6lzer sind h\u00e4ufig nur eingeschr\u00e4nkt wirksam, \u00f6kologisch be-denklich und mit hohen Kosten verbunden.<br \/>\nNachdem gezeigt werden konnte, dass eine Umh\u00fcllung mit robustem PP-Vliesstoff einen zuverl\u00e4ssigen und dauerhaften Schutz neu installierter Pf\u00e4hle gegen Teredo bieten kann, sollte im Projekt ein Verfahren entwickelt werden, das den nachtr\u00e4glichen Schutz von H\u00f6lzern in bereits bestehenden Holzkonstruktionen erm\u00f6glicht. In dem Verbundvorhaben unter Leitung der Universit\u00e4t Rostock waren eine Taucherfirma als technischer Berater und ausf\u00fchrendes Unternehmen der Feldarbeiten sowie Bremenports, die als Hafenbeh\u00f6rde stellvertretend  f\u00fcr die durch das Teredo-Problem betroffenen Verwaltungen stehen, eingebunden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Projekt sollte eine Technologie entwickelt und erprobt werden, mit deren Hilfe die technisch funktionssichere, f\u00fcr die durchf\u00fchrenden Taucher ungef\u00e4hrliche und f\u00fcr das jeweilige Projekt wirtschaftliche Montage von Geokunststoffen an Holzpf\u00e4hlen erm\u00f6glicht werden sollte. Grundlegendes Problem dabei waren die beschr\u00e4nkten Platz- und Sichtverh\u00e4ltnisse; das zu entwickelnde Verfahren nebst zugeh\u00f6riger Technologie musste diese Einschr\u00e4nkungen ber\u00fccksichtigen.<br \/>\nDie Entwicklungsarbeiten waren dreistufig geplant:<br \/>\n1.\tEntwurf und Bemessung erfolgten im Wesentlichen an der Universit\u00e4t Rostock. Begleitend eingebunden waren der Taucherservice Hinkerohe und bremenports.<br \/>\n2.\tBeim n\u00e4chsten Schritt, der Konstruktion von Prototypen, war der Taucherservice Hinkerohe federf\u00fchrend, w\u00e4hrend die Universit\u00e4t Rostock mit Laborleistungen unterst\u00fctzend t\u00e4tig war. Gleiches galt f\u00fcr die Erprobung im Technikumsma\u00dfstab, die kosteng\u00fcnstig an der mecklenburgischen Ostseek\u00fcste durchgef\u00fchrt werden konnte. In der beschriebenen Konstellation wurden dar\u00fcber hinaus gegebenenfalls erforderliche Modifikationen erarbeitet.<br \/>\n3.\tDie Erprobung im Feldversuch unter realen Bedingungen lag im Wesentlichen in H\u00e4nden von bremenports. Der Taucherservice Hinkerohe begleitete diesen Projektabschnitt einf\u00fchrend und beratend, die Koordination lag in H\u00e4nden der Universit\u00e4t Rostock. Erforderliche Umbauten wurden wie unter 2. beschrieben durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach knapp \u00fcber zwei Jahren Projektlaufzeit kann auf eine Reihe von nennenswerten Konstruktionsideen und umgesetzten Entwicklungen zur\u00fcck geblickt werden. Hauptaugenmerk der engen Zusammenarbeit zwischen der TAI GmbH und dem Lehrstuhl f\u00fcr Landeskulturelle Ingenieurbauwerke lag auf der Entwicklung einer Pfahlreinigungsmaschine, welche kosteng\u00fcnstig und ohne aufwendigen Tauchereinsatz betrieben werden kann. Ergebnis der Zusammenarbeit ist ein aus einem doppelten, um den Pfahl klappbaren Stahlrahmen realisierter Prototyp. An den vier Seiten des Rahmens sind Stahlarme montiert, an denen die B\u00fcrstenk\u00f6pfe mit dem hydraulischen Antrieb installiert sind. Ein zweiter hydraulischer Antrieb dient dem vertikalen Vortrieb der gesamten Reinigungsmaschine und wird \u00fcber zwei gegen\u00fcberliegende Doppelzahnr\u00e4der mit einem Au\u00dfendurchmesser von 400 mm und einer Materialst\u00e4rke von 8 mm (eins davon hydraulisch angetrieben) realisiert. Die Zahnr\u00e4der sind austauschbar und k\u00f6nnen so an den Pfahldurchmesser angepasst werden. Das nicht angetriebene Zahnrad dient als Widerlager und sorgt f\u00fcr die notwendige Stabilit\u00e4t der Maschine beim Vortrieb. Bisher konnte keine technische L\u00f6sung gefunden werden, wo der Antrieb am besten montiert wird, um ein Verkanten der Maschine im Betrieb zu verhindern. Des Weiteren ist der Prototyp mit einem ungef\u00e4hren Gewicht von 200 kg schwer zu handhaben. In einer k\u00fcnftigen Projektfortf\u00fchrung w\u00e4re der Prototyp im Hinblick auf technische Details und Handling zu verfeinern.<\/p>\n<p>Die Vliesstoffummantelung befindet sich noch im Erprobungszustand. Mehrere theoretische L\u00f6sungsans\u00e4tze wurden in der Werkhalle des Lehrstuhls sowie auf dem Gel\u00e4nde der TAI GmbH getestet. Die Montage der geotextilen Schutzh\u00fclle mit Hilfe eines Blechkastens erwies sich auf Grund der starken Volumenzunahme bei horizontalem Falten des Vliesstoffes in der Praxis als eher ungeeignet. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, entstand die Idee, den Vliesstoff h\u00e4ngend, am Fu\u00df ballastiert, mit Hilfe von Halteklammern ins Wasser zu lassen und anschlie\u00dfend um den Pfahl zu legen. Ein weiterer Ansatz ist die Einlage des Vliesstoffes in vorkonfektionierten Kassetten, welche im Wasser um den Pfahl herum gelegt werden k\u00f6nnen. Durch \u00d6ffnen der Kassettenb\u00f6den kann sich der Vliesstoff am Pfahl nach unten entfalten und anschlie\u00dfend befestigt werden. Die Entw\u00fcrfe der Vliesstoffmontagekonzepte sind in einer Fortf\u00fchrung des Projektes zu konstruieren und zu testen. Nach weiteren Feldversuchen k\u00f6nnten die Prototypen f\u00fcr den allt\u00e4glichen Gebrauch modifiziert werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Projektbericht wurde dem Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Umwelt und l\u00e4ndliche R\u00e4ume des Landes Schleswig-Holstein, dem Institut f\u00fcr Wasserbau der Hochschule Bremen, der Hamburg Port Authority (HPA), der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg und der Niedersachsen Ports GmbH &#038; Co. KG in Oldenburg zur Kenntnis gegeben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aufgrund dargelegter technischer Schwierigkeiten in der Entwurfsplanung der Reinigungsmaschine und des Montageger\u00e4tes, sowie der sehr zeitaufwendigen Konstruktion und Erprobung des Prototyps konnte das Projekt nicht planm\u00e4\u00dfig bis Ende 2010 beendet werden. Der \u00fcberarbeitete Zeitplan veranschaulichte die sehr zeitintensive Planung und Konstruktion der Reinigungsmaschine. Der vorliegende Bericht gibt einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die bisherigen erfolgversprechenden Projektergebnisse. <\/p>\n<p>Aufgrund der Aktualit\u00e4t der Thematik, Holzkonstruktionen nachhaltig gegen die Holzbohrmuschel Teredo navalis sch\u00fctzen zu m\u00fcssen, sowie das Bed\u00fcrfnis die Entwicklungen bis auf Marktreife weiter zu entwickeln und zu modifizieren, strebten die Projektpartner eine Fortf\u00fchrung des Projektes an.<br \/>\nFolgende Punkte wurden f\u00fcr eine Fortf\u00fchrung des Projektes ins Auge gefasst:<br \/>\n(1)\tWeiterentwicklung, Konstruktion und Modifikation des Montageger\u00e4tes;<br \/>\n(2)\tModifikation des Reinigungsger\u00e4tes und Durchf\u00fchrung weiterer Tests;<br \/>\n(3)\tDurchf\u00fchrung von Feldversuchen sowie weiteren Laboruntersuchungen (Geotextil) zur Erprobung von Handling und Funktionalit\u00e4t der Entwicklungen.<br \/>\nDiese Punkte sollten in einem Zeitraum von etwa einem Jahr abgearbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Schiffbohrwurm Teredo navalis erzeugt an wasserbaulichen Holzkonstruktionen in Deutschland j\u00e4hrlich Sch\u00e4den in Millionenh\u00f6he, weltweit betragen die entsprechenden Sch\u00e4den viele Milliarden \u0080\/a. 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