  {"id":24544,"date":"2023-09-30T10:32:21","date_gmt":"2023-09-30T08:32:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25281-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:21","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:21","slug":"25281-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25281-01\/","title":{"rendered":"Flussufer im urbanen Raum: Potenzial f\u00fcr Naturschutz &#038; Erholung und Empfehlungen zu Konfliktmanagement &#038; Unterhaltung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Rhein und seine Auen werden v.a. in urbanen R\u00e4umen von Erholungssuchenden aufgesucht. Dabei k\u00f6nnen Konflikte mit der Nutzung als Wasserstra\u00dfe und der Naturschutzfunktion auftreten. Ziele des Pro-jektes sind, Empfehlungen abzugeben, wie sich diese Konflikte l\u00f6sen lassen, Anwohner f\u00fcr den Lebens-raum Fluss, Erholungsm\u00f6glichkeiten und Konfliktpotenziale zu sensibilisieren und Ihnen \u0096 wo sinnvoll &#8211; konkrete Str\u00e4nde f\u00fcr die konfliktarme Nutzung aufzuzeigen. Dar\u00fcber hinaus sollen Kommunen f\u00fcr die Aufwertung von Ufern im urbanen Raum gewonnen und durch Hilfestellungen bei der Planung und Um-setzung von Revitalisierungsprojekten unterst\u00fctzt werden, z.B. indem Bedenken der Wasser- und Schiff-fahrtsverwaltung gegen\u00fcber Revitalisierungsma\u00dfnahmen ausger\u00e4umt werden. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Projektbearbeitung erfolgt in 3 Bausteinen, die parallel bearbeitet werden.<br \/>\nBaustein 1: Mithilfe von Befliegungen, Besucherbefragungen und Auswertung vorhandener Unterlagen wird eine Bestandserfassung der vorhandenen Flussufer durchgef\u00fchrt und Nutzungen analysiert. Auf-grund der erhobenen Daten und Literaturangaben wird eine Konfliktanalyse zwischen Erholungsnutzung, Naturschutz und Unterhaltung durchgef\u00fchrt.<br \/>\nBaustein 2: Um den Erfolg von Revitalisierungsprojekten am Rhein zu analysieren und bewerten, werden Biotopkartierungen und aspektweise vegetationskundliche und faunistische Untersuchungen an bereits realisierten Abschnitten und noch bestehenden Ufersicherungen durchgef\u00fchrt. Aus dem r\u00e4umlichen Vergleich der gesicherten Strecke mit der Revitalisierungsstrecke wird der Erfolg der Ma\u00dfnahmen abge-leitet. Dar\u00fcber hinaus werden vorhandene Unterlagen zu Uferstrukturen ausgewertet und die strukturelle Ver\u00e4nderung des Ufers anhand von Profilen analysiert. Abschlie\u00dfend werden Wechselwirkungen zwi-schen strukturellen und \u00f6kologischen Ver\u00e4nderungen der Ufer analysiert und bewertet.<br \/>\nBaustein 3: Als Folge von vielen Projektbezogenen Terminen und Gespr\u00e4chen im Rahmen von Arbeits-gruppen konnte eine positive Stimmung hinsichtlich der Umsetzung von Ma\u00dfnahmen erzielt werden. Im Rahmen dieses Projektes sollen durch weitere Abstimmungsgespr\u00e4che mindestens 2 Kommunen pro Rheinabschnitt f\u00fcr die Aufwertung von Ufern im urbanen Raum gewonnen und konkrete Vorhaben zur Schaffung naturnaher Ufer angesto\u00dfen werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Am Oberrhein wurden ca. 8% der vorhandenen Naturufer durch die Projekte \u0084Revitalisierung degradierter Uferabschnitte des Rheins\u0093 und \u0084Flussufer im urbanen Raum\u0093 neu geschaffen, am Mittel- und Inselrhein waren es ca. 5 %. Die meisten Naturufer am Rhein liegen in Schutzgebieten (Natura 2000, NSG) und werden am Insel- und Niederrhein von bis zu 200 Besuchern pro 100 m Ufer aufgesucht. Dabei kommt es zu Konflikten zwischen Naturschutz und Erholung. F\u00fcr \u00f6kologisch wertvolle Gebiete sollte der Zugang physisch erschwert werden oder durch Information und Besucherlenkung reduziert werden.<br \/>\nBei sieben Uferrevitalisierungs-Ma\u00dfnahmen und einer \u00f6kologischen Leitwerks-Umgestaltung wurde eine Erfolgskontrolle durchgef\u00fchrt. Bei allen Revitalisierungsma\u00dfnahmen fand eine naturschutzfachliche Auf-wertung statt, ohne dass negative Auswirkungen auf die Schifffahrt zu erkennen waren. Eine abschlie-\u00dfende Bewertung steht jedoch \u00fcberwiegend aufgrund nicht ausreichender Hochwasser noch aus und die Erfolgskontrollen sind noch nicht abgeschlossen.<br \/>\nDie Projektpartner erarbeiteten f\u00fcr 16 Kommunen Ma\u00dfnahmenvorschl\u00e4ge, von denen zwei bereits um-gesetzt und f\u00fcr weitere eine g\u00fcnstige Basis f\u00fcr die Umsetzung geschaffen wurden.<br \/>\nEs wird empfohlen, abschnittsweise den Leinpfad aufzugeben oder im Bereich von \u0084Sackgassen\u0093 zu ver-k\u00fcrzen, nicht mehr ben\u00f6tigte Uferbefestigungen zur\u00fcckzubauen und Totholz am Ufer zu belassen bzw. ggf. mit Kabeln zu fixieren.<br \/>\nAuf der Bundesebene begleitete ein Projektbeirat aus Vertretern der ma\u00dfgeblichen Verwaltungen und zugeordneten Facheinrichtungen das Projekt. Er stellte sehr direkt und unmittelbar die Verbindung zur Verwaltung her. Die intensive ressort\u00fcbergreifende Diskussion der Naturschutzma\u00dfnahmen f\u00f6rderte das gegenseitige Verst\u00e4ndnis der Vertreter und damit auch die Bereitschaft, Erkenntnisse und Ergebnisse auf die Verwaltungspraxis r\u00fcckwirken zu lassen.<br \/>\nIn der Kooperation zwischen den drei Facheinrichtungen des NABU e.V. und der Wasser- und Schiff-fahrtsverwaltung konnte insgesamt eine positive, vertrauensvolle Atmosph\u00e4re geschaffen werden, durch die der Spielraum f\u00fcr mehr Flussnatur erweitert wurde. Bedenken gegen\u00fcber Revitalisierungsma\u00dfnahmen konnten mit der Beweissicherung in einigen Fallbeispielen verringert werden, da in keinem Fall negative Auswirkungen auf die Schifffahrt festzustellen waren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes wurde ein \u0084Rheinstrandf\u00fchrer\u0093 erstellt, der versucht, die Anwohner f\u00fcr den Le-bensraum Fluss, seine Erholungsm\u00f6glichkeiten und Konfliktpotentiale zu sensibilisieren, aber auch kon-krete Uferabschnitte f\u00fcr die konfliktarme Erholungsnutzung aufzuzeigen. Der Rheinstrandf\u00fchrer sowie sechs Fallbeispiele k\u00f6nnen auf die Homepage www.lebendiger-rhein.de heruntergeladen werden. In den Fallbeispielen werden Erfolgsfaktoren f\u00fcr die Umsetzung von Revitalisierungsprojekte genannt. Dar\u00fcber hinaus wurde das Projekt regelm\u00e4\u00dfig auf Veranstaltungen mittels Vortr\u00e4gen, F\u00fchrungen und Tagungs-beitr\u00e4gen der Fach\u00f6ffentlichkeit und der allgemeinen \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt hat substantiell zur Verbesserung der \u00f6kologischen Situation am Rhein beigetragen. Uferbe-festigungen wurden streckenweise r\u00fcckgebaut oder die Ufer naturnah umgestaltet, so dass eine eigen-dynamische Entwicklung der Ufer m\u00f6glich ist. In einem Modellprojekt wurde ein Leitwerk \u00f6kologisch auf-gewertet.<br \/>\nOhne weitere Revitalisierungsprojekte oder Umgestaltung der Ufer im Rahmen von Unterhaltungsma\u00df-nahmen durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung kann das gute \u00f6kologische Potenzial gem\u00e4\u00df der WRRL und die Erh\u00f6hung der Strukturvielfalt im Uferbereich auf 800 km Uferl\u00e4nge des Rheins bis 2020, wie es das Programm 2020 der IKSR fordert, nicht erreicht werden. Es bestehen jedoch aufgrund der neusten Erlasse der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung gro\u00dfe Hoffnungen, dass in Zukunft deutlich mehr Flussnatur geschaffen werden kann, da die Unterhaltung sich explizit an den Bewirtschaftungszie-len der WRRL ausrichten muss und erforderliche Ressourcen (Personal- und Sachmittel) zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<br \/>\nAufgrund der hohen Bev\u00f6lkerungsdichte im Umfeld des Rheins und einer intensiven Nutzung der Rheinstr\u00e4nde, kommt es verbreitet zu Konflikten zwischen Erholungsnutzung und Naturschutz. Diesem kann durch Information und Besucherlenkung in Form eines Naturschutzdienstes zwar begegnet werden, f\u00fcr die einzelnen Rheinabschnitte fehlen jedoch bisher integrierte Unterhaltungspl\u00e4ne, die die wasserwirt-schaftliche Unterhaltung mit den Zielen des Naturschutzes und der Erholungsnutzung verbindet. Es soll-ten weitere Str\u00e4nde im urbanen Raum au\u00dferhalb von Schutzgebieten geschaffen werden, um eine Alter-native f\u00fcr sensible Str\u00e4nde in Schutzgebieten anzubieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Rhein und seine Auen werden v.a. in urbanen R\u00e4umen von Erholungssuchenden aufgesucht. Dabei k\u00f6nnen Konflikte mit der Nutzung als Wasserstra\u00dfe und der Naturschutzfunktion auftreten. 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