  {"id":24518,"date":"2023-09-30T10:32:17","date_gmt":"2023-09-30T08:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25211-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:20","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:20","slug":"25211-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25211-01\/","title":{"rendered":"Lebensraumentwicklung von Streuobstwiesen mit der Zielartengruppe Flederm\u00e4use &#8211; ein Projekt zum Schutz der Biodiversit\u00e4t im Streuobstkorridor Rhein-Main-Kinzig"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Streuobstwiesen haben als Kulturlandschaftselemente eine hohe Bedeutung f\u00fcr den Erhalt der Biodiversit\u00e4t, die regionale Identit\u00e4t, Landschaftsbild und Erholungsfunktionen sowie als Ort der Naturbildung. Hochgradig durch Fl\u00e4chenreduktion, fehlende Pflege- und Nutzungskonzepte gef\u00e4hrdet, stehen sie seit l\u00e4ngerem im Fokus von Naturschutz-Bem\u00fchungen. Im Projektgebiet im Streuobstkorridor Rhein-Main-Kinzig sollte ein Modell f\u00fcr ein neuartiges Gesamtkonzept zur  Lebensraumentwicklung von Streuobst-wiesen auf der Basis von Untersuchungen zur Zielartengruppe der Flederm\u00e4use erstellt werden. Es sollte dies realisiert werden durch eine moderne und effektive Kombination verschiedener Methoden aus Wissenschaft, Naturschutzpraxis und \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu einem integrativen Gesamtkonzept.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methodena)\tEs wurden praxisrelevante Untersuchungen an Flederm\u00e4usen unter Einsatz von Netzf\u00e4ngen, akustischen Erfassungen, Telemetrie und Baumh\u00f6hlen-Kontrollen durchgef\u00fchrt, um zentrale Wissensdefizite bez\u00fcglich der naturschutzrelevanten Strukturierung und r\u00e4umlichen Anordnung von Streuobstwiesen in der Landschaft zu reduzieren.<br \/>\nb)\tPflege- und Entwicklungskonzepte f\u00fcr Streuobstwiesen im Gebiet wurden f\u00fcr Teilbereiche neu oder weiter entwickelt, insbesondere unter verbesserter Zieldefinition f\u00fcr die Flederm\u00e4use.<br \/>\nc)\tZahlreiche konkrete Ma\u00dfnahmen wurden in Streuobstwiesen mit Bezug auf die Lebensraumanspr\u00fcche der Flederm\u00e4use geplant und umgesetzt.<br \/>\nd)\tAkzeptanz und aktive Mitwirkungsbereitschaft bez\u00fcglich der Ma\u00dfnahmen wurden mit Hilfe einer Kommunikationsstrategie entscheidend gef\u00f6rdert, wobei den Flederm\u00e4usen als Sympathietr\u00e4ger ei-ne besondere Bedeutung zukam.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>1.\tErkenntnisse aus den Fledermauskundlichen Untersuchungen:<br \/>\nStreuobstwiesen sind im Untersuchungsgebiet f\u00fcr Flederm\u00e4use mit 12-14 nachgewiesenen Fledermausarten ein hochdiverser Lebensraum.<br \/>\nVon besonderer Bedeutung sind Baumh\u00f6hlen in alten Obstb\u00e4umen. In Streuobstwiesen existiert weiterhin ein attraktives Nahrungsangebot f\u00fcr Flederm\u00e4use. Sie bieten vor allem im Sp\u00e4tsommer (August, September) eine hohe Nahrungsdichte an, w\u00e4hrend sich in anderen Habitaten, wie im Wald, die Insektendichte zu dieser Zeit verringert.<br \/>\nDie Nutzung von Streuobstwiesen durch Flederm\u00e4use unterliegt einer Saisonalit\u00e4t. Die Arten- wie auch die Aktivit\u00e4tsdichte von Flederm\u00e4usen nimmt im Laufe des Sommers zu.<br \/>\nJe nach Landschaftsstruktur k\u00f6nnen Streuobstwiesen w\u00e4hrend der gesamten Reproduktionszeit zum festen Habitatinventar mit saisonal zunehmender Nutzungsintensit\u00e4t geh\u00f6ren.<br \/>\n2.\tAus den Fledermausuntersuchungen wurden vier Leits\u00e4tze zur zuk\u00fcnftigen Pflege von Streuobstwiesen abgeleitet, die die bislang im Streuobstschutz verwendeten fachlichen Kriterien teilweise best\u00e4tigen, in Teilen jedoch neu gewichten.<br \/>\nDarin werden Aussagen zu einem g\u00fcnstigen Bewirtschaftungs- und Pflegezustand von Unterwuchs und Obst-B\u00e4umen formuliert.<br \/>\nDie Bedeutung der Intensivierung der Nachpflanzung von Obstb\u00e4umen wird herausgestrichen.<br \/>\nDie Verbesserung der Konnektivit\u00e4t von Teilhabitaten der Flederm\u00e4use ist wichtige neue Ma\u00dfgabe f\u00fcr zuk\u00fcnftige Planungen.<br \/>\n3.\tF\u00fcr die Ma\u00dfnahmenumsetzung in Streuobstwiesen wurden in dem Projekt beispielhaft einige Wege aufgezeigt, wie \u00fcber die Umsetzung von Ausgleichsma\u00dfnahmen im Zuge von Eingriffen in die Landschaft, \u00fcber die Generierung von \u00d6kopunkten, Sponsoring und die F\u00f6rderung und Unterst\u00fctzung privaten Engagements.<br \/>\n4.\tBei der \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Umweltp\u00e4dagogik im Streuobstschutz spielen aktuell Werte wie regionale Identit\u00e4t, Umweltbewusstsein und der Vorbildcharakter f\u00fcr Kinder eine zunehmend wichtige Rolle, woran bei den Aktionen angekn\u00fcpft werden konnte.<br \/>\nEs zeigte sich hierbei, dass die besondere Attraktivit\u00e4t der Flederm\u00e4use dabei mehr Interesse auf Streuobstwiesen zog als bisher verwendete flag-ship Arten.<br \/>\nBeispielhaft wurden m\u00f6gliche Ausgestaltungen von Aktionen beschrieben. Wichtige Schwerpunkte waren dabei Veranstaltungen, Naturbildungsangebote und Streuobstkurse f\u00fcr Kinder, Feste, gemeinsame Aktionen in der Landschaft und Aktivierung zu \u00f6rtlichen Streuobstarbeitskreisen.<br \/>\nEs war f\u00fcr das Projekt wesentlich, dass es einen zentralen Anlaufpunkt f\u00fcr Aktionen und Informationen gibt, das Streuobstinformationszentrum Main\u00c4ppelHaus Lohrberg e. V. Das Zentrum und der umgebende Erlebnisgarten wurden w\u00e4hrend der Projektlaufzeit projektbezogen umgestaltet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Berichte zum Stand des Projektes wurden anl\u00e4sslich verschiedener Beh\u00f6rdeninformationstermine und Sitzungen des begleitenden Fachbeirates gegeben. F\u00fcr die interessierte \u00d6ffentlichkeit gab es Informationsst\u00e4nde an Festen und M\u00e4rkten. Regelm\u00e4\u00dfig berichtete die \u00f6rtliche Presse.<br \/>\nDie wissenschaftlichen Ergebnisse zur Fledermausforschung wurden in einer internationalen Fachtagung vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Moderner Streuobstwiesenschutz sollte mehr als bisher die Konnektivit\u00e4t der Lebensr\u00e4ume ber\u00fccksichtigen, besonders im Hinblick auf die Habitatanspr\u00fcche wichtiger Tierarten. Die Bem\u00fchungen um Baum- und Unterwuchspflege d\u00fcrfen nicht nachlassen bzw. m\u00fcssen intensiviert werden. Es ist gr\u00f6\u00dferes Gewicht auf die Aktivierung traditionell nicht angesprochener Bev\u00f6lkerungsgruppen zu legen, um das pers\u00f6nliche Engagement zu verst\u00e4rken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Streuobstwiesen haben als Kulturlandschaftselemente eine hohe Bedeutung f\u00fcr den Erhalt der Biodiversit\u00e4t, die regionale Identit\u00e4t, Landschaftsbild und Erholungsfunktionen sowie als Ort der Naturbildung. 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