  {"id":24484,"date":"2023-09-30T10:32:13","date_gmt":"2023-09-30T08:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24928-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:16","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:16","slug":"24928-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24928-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines urbanen Biotopverbunds im Rahmen des Freiraumkonzepts Metropole Ruhr"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Regionalverband Ruhr (RVR) erarbeitet derzeit ein Freiraumkonzepts Metropole Ruhr f\u00fcr sein Verbandsgebiet mit einem Schwerpunkt im Entwicklungsraum Stadtlandschaft. Das Konzept dient der Entwicklung eines vernetzten Freiraumsystems, das sich von der offenen Landschaft \u00fcber die regionalen Gr\u00fcnz\u00fcge bis in die Wohngebiete zieht. Der Prozess der Erarbeitung des Freiraumkonzepts Metropole Ruhr wurde unter dem Aspekt eines urbanen Freiraum- und Biotopverbunds durch eine Kooperation mit dem Lehrstuhl Landschafts\u00f6kologie und Landschaftsplanung der Technischen Universit\u00e4t Dortmund wissenschaftlich vorbereitet und begleitet. Die wissenschaftliche Begleitung diente folgenden Zielen:<br \/>\n1.\tErh\u00f6hung der fachlichen Qualit\u00e4t und des innovativen Charakters naturschutz- und freiraumorientierter Forschung, auch als Vorbild f\u00fcr andere europ\u00e4ischen Regionen<br \/>\n2.\tVerbesserung der politischen \u00dcberzeugungskraft und der Realisierungschancen des Freiraumkonzepts Metropole Ruhr<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt war in f\u00fcnf Module gegliedert, die iterativ bearbeitet wurden. Erg\u00e4nzt wurden diese Module durch eine Startphase zur vertiefenden Einarbeitung und Datenbeschaffung sowie Workshops. Die ange-wandten Methoden reichen von statistisch-analytischen Methoden und dem Least-Cost-Ansatz bis hin zu aktions- bzw. handlungsorientierten Vorgehensweisen. Damit konnte zugleich den wissenschaftlichen wie auch den praxisorientierten Anforderungen entsprochen werden. Das Projekt enthielt folgende Module:<br \/>\nModul 1: Entwicklung von Entscheidungsgrundlagen f\u00fcr ein r\u00e4umliches Leitbild<br \/>\nModul 2: Evaluation bestehender Konzepte<br \/>\nModul 3: Entwicklung eines politikf\u00e4higen Leitbilds<br \/>\nModul 4: Entwicklung optionaler planerischer Konzepte<br \/>\nModul 5: Planspiel<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der regionalen Raumanalyse zeigen u. a., dass im Bereich des Regionalverbands Ruhrgebiet eine erhebliche Variation hinsichtlich des Freiraumversorgungsgrads der Bev\u00f6lkerung besteht (Indikator: Freiraum pro Einwohner). Auch der Anteil der SGB II-Empf\u00e4nger zeichnet sich durch eine hohe r\u00e4umliche Variation aus und scheint eng negativ mit dem Freiraumversorgungsgrad zu korrelieren, d. h. SGB II-Empf\u00e4nger wohnen vor allem in Stadtr\u00e4umen, die durch Freiraummangel gekennzeichnet sind. Dies offenbart die Notwendigkeit, bestehende Freir\u00e4ume innerhalb des RVR-Gebiets, z. B. in Form der Regionalen Gr\u00fcnz\u00fcge zu sichern und fortzuentwickeln. Die durchgef\u00fchrte Umfrage zu Freiraumverhalten und Freiraumbedarf zeigt, dass sich die Mehrheit der Befragten gerne in der Natur, insbesondere in W\u00e4ldern aufh\u00e4lt und sich f\u00fcr eine Verbindung einzelner Gr\u00fcnfl\u00e4chen zu einem durchg\u00e4ngigen zusammenh\u00e4ngenden Gr\u00fcnfl\u00e4chennetz ausspricht.<br \/>\nMit Hilfe von Least-Cost-Analysen wurden g\u00fcnstigste Korridore f\u00fcr mehrere, den strukturellen Verbund zusammenh\u00e4ngender Freifl\u00e4chen repr\u00e4sentierende Anspruchstypen (z. B. Amphibien) ermittelt. Der Verlauf nahezu aller in den Ergebnisrastern der Analysen des strukturellen Verbunds dargestellter g\u00fcnstiger Korridore weist eine hohe unmittelbar augenscheinliche \u00dcbereinstimmung mit den ausgewiesenen Regionalen Gr\u00fcnz\u00fcgen, insbesondere den Fl\u00e4chen, welche bereits im Gebietsentwicklungsplan von 1966 ausgewiesenen wurden, auf. Durch die Aggregation der Ergebnisraster aller \u00f6kologischen Anspruchstypen wurden g\u00fcnstige Korridore ermittelt, die das ber\u00fccksichtigte Spektrum von 15 Anspruchstypen gleicherma\u00dfen ber\u00fccksichtigen. Die Regionalen Gr\u00fcnz\u00fcge haben zwar den Charakter von strukturell zusammenh\u00e4ngenden Freiraumkorridoren, entsprechen jedoch nur stellenweise den ermittelten Korridoren eines die \u00f6kologischen Anspruchstypen \u00fcbergreifenden funktionalen Biotopverbunds. Die g\u00fcnstigen Korridore der Aggregation aller \u00f6kologischen Anspruchstypen verlassen in vielen Bereichen die ausgewiesenen Regionalen Gr\u00fcnz\u00fcge und durchqueren stattdessen bebaute Bereiche. Diese Teile eines funktionalen Biotopverbundsystems sind nicht gleichzeitig als Teile eines strukturellen Freiraumverbunds geeignet. Die ackerbaulich genutzten Teile des strukturellen Freiraumverbundsystems bzw. der Regionalen Gr\u00fcnz\u00fcge haben aufgrund ihrer mangelnden Habitatfunktion f\u00fcr einen funktionalen Biotopverbund keine (positive) Bedeutung. Sie wirken f\u00fcr die meisten Tierarten als Barrieren. Gr\u00f6\u00dfere ackerbaulich genutzte Bereiche haben eine funktionale Entwertung der regionalplanerisch gesicherten Freiraumkorridore zur Folge. Die Freiraumkorridore werden daher von den g\u00fcnstigsten Korridoren des funktionalen Biotopverbunds verlassen. Auf der Grundlage der erarbeiteten Ergebnisse wurden generelle Planungshinweise zur Sicherung von universellen funktionalen Biotopverbundkorridoren in Bezug auf eine analytisch abgegrenzte Suchraumkulisse abgeleitet. Hierdurch konnten Eignungsr\u00e4ume f\u00fcr eine zus\u00e4tzliche Sicherung als Regionaler Gr\u00fcnzug ausgewiesen werden.<br \/>\nIm Rahmen der Erstellung eines Regionalplans Metropole Ruhr bzw. im Rahmen eines integrierten Regionalmanagements ergeben sich f\u00fcr den Regionalverband Ruhr die folgenden drei Handlungsfelder:<br \/>\n1.\tDie Kulisse der Regionalen Gr\u00fcnz\u00fcge muss in einer Art und Weise erg\u00e4nzt werden, die gew\u00e4hrleistet, dass Defizite durch Unterbrechungen, Schmalstellen usw. an die landesweiten Verbundkorridore beseitigt werden.<br \/>\n2.\tDie Landnutzungsstruktur der regionalplanerisch gesicherten Freiraumkorridore muss so entwickelt werden, dass ihre Habitatfunktion verbessert und Matrixwiderst\u00e4nde ausgeschaltet werden. K\u00fcnftige Least-Cost-Analysen k\u00f6nnen der Ma\u00dfnahmenevaluation dienen: Entsprechende Ma\u00dfnahmen sind erfolgreich, sobald die ver\u00e4nderte Fl\u00e4chennutzungsstruktur dazu f\u00fchrt, dass die g\u00fcnstigsten funktionalen Biotopverbundkorridore den ausgewiesenen Regionalen Gr\u00fcnz\u00fcgen folgen.<br \/>\n3.\tWo sich die Verbesserung der funktionalen Konnektivit\u00e4t innerhalb der Regionalen Gr\u00fcnz\u00fcge als nicht m\u00f6glich erweist, muss die Kulisse der Regionalen Gr\u00fcnz\u00fcge dort, wo g\u00fcnstige funktionale Biotopverbundkorridore die Kulisse der regionalplanerisch gesicherten Freiraumkorridore verlassen, entsprechend erg\u00e4nzt werden. Die Folge w\u00e4re jedoch, dass Regionale Gr\u00fcnz\u00fcge stellenweise auch au\u00dferhalb von aktuell in der Fl\u00e4chennutzungsstruktur existierenden Freiraumkorridoren &#8211; d. h. durch bebaute Gebiete hindurch &#8211; ausgewiesen werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die zum Ende des Vorhabens geplante \u00d6ffentlichkeitsarbeit konnte vor allem aus personellen Gr\u00fcnden (Mitarbeiterwechsel) nicht wie urspr\u00fcnglich geplant noch im Rahmen des Vorhabens erfolgen. Da der RVR Interesse an der Weiterf\u00fchrung des hier verfolgten Ansatzes signalisiert hat, k\u00f6nnte dies jedoch nachgeholt werden. Mehrere Teilaspekte des Vorhabens sind zur Publikation vorgesehen (u. a. Diss. R. Finke).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Forschungsvorhaben stellt f\u00fcr mehrere im Antrag genannte Themenbereiche innovative methodische Ans\u00e4tze sowie planungsrelevante Ergebnisse dar. Als weiterer Forschungsbedarf ist vor allem die Validierung der Least-Cost-Analysen, aber auch die Integration weiterer freiraumbezogener Aspekte in das Gesamtkonzept zu nennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Regionalverband Ruhr (RVR) erarbeitet derzeit ein Freiraumkonzepts Metropole Ruhr f\u00fcr sein Verbandsgebiet mit einem Schwerpunkt im Entwicklungsraum Stadtlandschaft. Das Konzept dient der Entwicklung eines vernetzten Freiraumsystems, das sich von der offenen Landschaft \u00fcber die regionalen Gr\u00fcnz\u00fcge bis in die Wohngebiete zieht. 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