  {"id":24466,"date":"2025-06-25T10:32:25","date_gmt":"2025-06-25T08:32:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25007-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:26","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:26","slug":"25007-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25007-01\/","title":{"rendered":"Realisierung eines stoffstromorientierten Abwasser- und Reststoffentsorgungskonzeptes in exponierter Lage unter Ber\u00fccksichtigung objektspezifischer, ortsgebundener und \u00f6kologischer Randbedingungen (erste Projektphase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In landschaftlich reizvoller Umgebung existieren fernab \u00f6ffentlicher Ver- und Entsorgungssysteme zahlreiche Ausflugsziele mit gastronomischer Einrichtung. Diese Objekte befinden sich oft in exponierter Lage in \u00f6kologisch sensiblen Regionen, die h\u00e4ufig besonders empfindlich und anf\u00e4llig gegen Verunreinigungen jeder Art ist. Aufbauend auf den Erkenntnissen von KOMPEX I (DBU-AZ 21537, 09\/2003 &#8211; 04\/2006) sollte ein Entsorgungskonzept weiterentwickelt und an ein konkretes Untersuchungsobjekt angepasst werden. Zentrale Elemente des weiterentwickelten Entsorgungskonzeptes waren ein modularer Biofilter zur Abwasserreinigung, eine dem Biofilter vorgeschaltete mechanische Phasenseparation sowie ggf. eine Schlammbehandlung zur Stabilisierung der organischen Reststoffe mit nachgeschalteter Entw\u00e4sserung und Trocknung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenW\u00e4hrend die Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar den Fragestellungen zur Weiterentwicklung der Abwasserreinigung mittels modularem Biofilter nachging, untersuchte die TU Braunschweig geeignete Methoden zur Reststoffbehandlung. Bez\u00fcglich der Abwasserreinigung sollten in drei Betriebsphasen Wissensl\u00fccken, insbesondere in Bezug auf die Leistungsf\u00e4higkeit eines modularen Biofilters bei erh\u00f6hter Urinbelastung und im Hinblick auf die Bilanzierung des \u00dcberschussschlammes, geschlossen werden. Eine besondere Bedeutung war der m\u00f6glichst weitgehenden Phasentrennung schon bei der Abwassersammlung beizumessen, die sowohl f\u00fcr die Abwasserreinigung mittels Biofilter (m\u00f6glichst feststofffreies Abwasser) als auch f\u00fcr die Kl\u00e4rschlammbehandlung (m\u00f6glichst feststoffreicher Schlamm) von Vorteil ist. Ferner war die Frage zu kl\u00e4ren, wie die Kl\u00e4rschlammentnahme in hygienisch unbedenklicher Weise erfolgen konnte. Beim Themenkomplex Reststoffbehandlung standen Untersuchungen zur Weiterentwicklung von Verfahren zur Schlammstabilisierung, Entw\u00e4sserung, Trocknung und Verbrennung im Fokus.<br \/>\nParallel zu diesen Untersuchungen wurden von der Landwirtschaftlichen Universit\u00e4t Krakau anhand von Recherchen und vor Ort Begehungen nach einem geeigneten Objekt f\u00fcr die gro\u00dftechnische Umsetzung eines solchen Abwasser- und Reststoffentsorgungskonzeptes in einer nachfolgenden Projektphase gesucht. Dabei sollten objektspezifische Daten erfasst und hinsichtlich ihrer Relevanz bewertet werden.<br \/>\nIn Zusammenarbeit aller Kooperationspartner sollte ein angepasstes Entsorgungskonzept f\u00fcr das favori-sierte Objekt erarbeitet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Ausgangspunkt f\u00fcr AZ 25007 waren die Ergebnisse des Projektes KOMPEX I, aus denen ein robustes, energiesparendes und vor allem wartungsarmes System hervorging, welches im Rahmen der For-schungsarbeiten im Projekt KOMPEX II entsprechend modifiziert und in Langzeitversuchen getestet wurde. Damit konnten bestehende Wissensl\u00fccken, insbesondere in Bezug auf die Leistungsf\u00e4higkeit eines modularen Biofilters bei erh\u00f6hter Urinbelastung und im Hinblick auf die Bilanzierung des \u00dcberschussschlammes weitestgehend geschlossen werden. Durch den Einsatz eines anorganischen Filtermaterials wird die beim Kompostfiltermaterial beobachtete Auswaschung von abgebautem organischem Filtermaterial verhindert. Der refrakt\u00e4re CSB im Reaktorablauf konnte soweit minimiert werden, dass eine Einhaltung nach Anhang 1; Tabelle 1 der Richtlinie Des Rates \u00fcber die Behandlung von kommunalem Abwasser [91\/271\/EWG] (CSB ? 125 mg O2\/l; BSB5 ? 25 mg O2\/l) ohne Nachbehandlung m\u00f6glich ist. Auch bei dem Aspekt der Kolmationsgefahr sind die anorganischen Filtermaterialien dem Kompost \u00fcberlegen. Die gew\u00e4hlte Verfahrensweise mit vorgeschalteter Denitrifikation erwies sich insbesondere f\u00fcr die Elimination sauerstoffzehrender Substanzen als vorteilhaft. In Verbindung mit einer weitgehenden Stickstoffelimination konnten die geforderten Ablaufwerte beim BSB5 (< 25 mg\/l) nach dem Denitrifikationsmodul stabil eingehalten werden. Somit wurde das gew\u00fcnschte Ziel erreicht, die aerobe Stufe prim\u00e4r zur Nitrifikation zu nutzen. Insgesamt konnte eine CSB-Eliminationsrate ?CSB = 82 % erreicht werden und die Ablaufwerte lagen im Mittel bei 53 mg\/l (Grenzwert CSB ? 125 mg O2\/l). Ferner wurden Bemessungsgrunds\u00e4tze und betriebliche Empfehlungen abgeleitet, mit denen eine sichere CSB- und N\u00e4hrstoffelimination gew\u00e4hrleistet werden kann. Der technische Aufbau der Anlage sowie deren Funktionsstabilit\u00e4t konnte insbesondere im Hinblick auf die Betriebssicherheit und -stabilit\u00e4t optimiert werden.\nBeim Themenkomplex Reststoffbehandlung deuten Erfahrungen aus Literatur und Praxis darauf hin, dass die Verfahrenskombination Absetzbecken und filtrierende Schwimmschlammdecke unter den gegebenen Rahmenbedingungen kaum f\u00fcr einen stabilen Betrieb und eine sichere Feststoffabtrennung geeignet ist. Aus diesem Grund wird letztlich eine konventionelle Mehrkammergrube zur Umsetzung am Standort empfohlen. Versuche zur nat\u00fcrlichen Trocknung haben gezeigt, dass das Verfahren grunds\u00e4tzlich gut zur Schlammbehandlung geeignet ist. Im Rahmen des Projektes wurde unter anderem die Leistungsf\u00e4higkeit des Verfahrens untersucht und die optimale Schichtdicke bestimmt. Die Kombination von Filtration und Trocknung hat sich als sinnvoll und praktikabel herausgestellt. Im Rahmen des Projektes wurden Durchflussmengen und Trocknungsdauer bestimmt und aufeinander abgestimmt, sodass Richtwerte f\u00fcr die Bemessung vorliegen.\nZur gro\u00dftechnischen Umsetzung des Entsorgungskonzeptes wurde im westlichen Teil des Tatra Nationalparks ein geeignetes Objekt erkundet. Aufgrund ihrer \u00fcberregionalen Bedeutung, hoher Frequentierung durch Wanderer und des erheblichen Handlungsbedarfs hinsichtlich veralteter Abwassertechnik wurde die Herberge Polana Chocholowska als geeignetes Untersuchungsobjekt ausgew\u00e4hlt, auch wenn sich die Rohabwassercharakteristik in Teilbereichen von typischen Extremstandorten unterscheidet. Die letztlich vorgeschlagene Verfahrenskombination zur Ert\u00fcchtigung der Abwasserreinigung mit Urinseparation und solarer Schlammtrocknung ergibt sich aus den Randbedingungen des untersuchten Objektes.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nErste Ergebnisse wurden auf dem Internationalen Workshop im Rahmen des Projektes im Mai 2009 auf der Herberge Polana Chocholowska im Tatra Nationalpark bei Zakopane (Polen) vorgestellt und diskutiert. Weitere Ver\u00f6ffentlichungen werden angestrebt.\n\n\nFazit\n\nDas letztlich vorgeschlagene Entsorgungskonzept f\u00fcr das untersuchte Objekt basiert auf einer Sanierung der vorhandenen Anlagen zur Abwasser- und Reststoffentsorgung. Nach Auswertung der sondierenden Untersuchungen vor Ort konnte festgestellt werden, dass die qualitativen und quantitativen Schwankungen beim Abwasseranfall nicht dem typischen Verlauf an gering bewirtschafteten Bergh\u00fctten in exponierten Lagen entsprechen. Zudem ist die Energieversorgung durch die Nutzung von Wasserkraft als unproblematisch anzusehen. Durch eine Urinseparation auf den \u00f6ffentlichen Toiletten k\u00f6nnte diese Spitzenbelastung durch Stickstoff verringert werden. Eine vertiefte Untersuchung der Verfahrenskombination (modularer Biofilter; solare Schlammtrocknung) im Rahmen eines Pilotprojektes an einem Standort, an dem Betrieb, Weiterentwicklung und Optimierung des Verfahrens gew\u00e4hrleistet sind, l\u00e4sst einen weiteren, deutlichen Erkenntnisgewinn erwarten.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In landschaftlich reizvoller Umgebung existieren fernab \u00f6ffentlicher Ver- und Entsorgungssysteme zahlreiche Ausflugsziele mit gastronomischer Einrichtung. Diese Objekte befinden sich oft in exponierter Lage in \u00f6kologisch sensiblen Regionen, die h\u00e4ufig besonders empfindlich und anf\u00e4llig gegen Verunreinigungen jeder Art ist. 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