  {"id":24453,"date":"2023-07-13T15:23:17","date_gmt":"2023-07-13T13:23:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21401-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:18","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:18","slug":"21401-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21401-01\/","title":{"rendered":"Natur- und Hochwasserschutz durch Revitalisierung des Kinzig-Flie\u00dfgew\u00e4ssersystems (Main-Kinzig-Kreis\/Hessen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In den Auen der Kinzig treten regelm\u00e4\u00dfig gravierende Hochwasser-Ereignisse auf, die immer wieder Siedlungsgebiete betreffen und finanzielle Sch\u00e4den in Millionenh\u00f6he verursachen. Das Gew\u00e4ssersystem der Kinzig (1.200 Flie\u00dfgew\u00e4sser &#8211; km) weist im Gegensatz zu vielen anderen Einzugsgebieten in Hessen noch zahlreiche naturnahe Bachl\u00e4ufe, reich strukturierte Uferbereiche und unversiegelte \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen auf. Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten Ausbauma\u00dfnahmen und Ver\u00e4nderungen in den Auen stattfanden, bietet es sich gerade f\u00fcr dieses Flie\u00dfgew\u00e4ssersystem an, durch gezielte Erweiterung und Vernetzung noch vorhandener naturnaher Bereiche eine hohe Effizienz von Renaturierungsma\u00dfnahmen und eine m\u00f6glichst weitgehende Wiederherstellung der \u00f6kologischen Funktion der Flie\u00dfgew\u00e4sser zu erreichen. Dabei werden die Erfordernisse des Naturschutzes mit denen des Hochwasserschutzes verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Pilotstudie RAHMENKONZEPT KINZIGRENATURIERUNG (1998) beruhend werden zun\u00e4chst f\u00fcr f\u00fcnf bereits vorbereitete St\u00e4dte bzw. Gemeinden Renaturierungsma\u00dfnahmen konkretisiert, so dass unmittelbar nach Projektstart mit der Umsetzung begonnen werden kann. Parallel dazu findet ein Moderations- und Mediationsprozess statt (im Projektbeirat und auf lokaler Ebene), um mit einem verbesserten Informationsfluss, Transparenz und Beteiligungsm\u00f6glichkeiten das Einvernehmen aller Beteiligten (v. a. Kommunen und Landwirte) herzustellen. An erster Stelle steht die Realisierung von Naturschutzma\u00dfnahmen wie: Altgew\u00e4sser-Revitalisierungen, Verbesserung des Gew\u00e4sserquer- und -l\u00e4ngsprofils, Ent-wicklung von Uferrandstreifen, Schaffung von Feuchtgebieten, Nutzungs\u00e4nderungen (Aue und Gew\u00e4sser) sowie die Besucherlenkung. Hier stehen die langj\u00e4hrigen Erfahrungen der Kooperationspartner ZGF e.V. und HGON e.V. (Arbeitskreis Main-Kinzig) in vergleichbaren Projekten zur Verf\u00fcgung. Ein enger Kontakt zur \u00d6ffentlichkeit soll die Akzeptanz des Projektes und die Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung f\u00f6rdern. Wichtig ist auch die Umweltbildung. Der Projekterfolg wird anhand von Effizienzkontrollen \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es hat sich gezeigt, dass eine Projektlaufzeit von zun\u00e4chst 42 Monaten &#8211; von der DBU und f\u00fcr die DBU kostenneutral bis zum 31. M\u00e4rz 2008 um 9 Monate verl\u00e4ngert -, f\u00fcr die Umsetzung von Natur- und Hoch-wasserschutzma\u00dfnahmen in einem Flie\u00dfgew\u00e4sser &#8211; Einzugsgebiet von 1.223 km\u00b2 mit 30 Zufl\u00fcssen, 38 Altgew\u00e4ssern und einer L\u00e4nge von \u00fcber 1.200 km zu kurz bemessen ist. Vorbereitende Arbeiten, wie Abstimmungsgespr\u00e4che mit Kommunen, Landwirten, Anglern, gestalteten sich oft sehr langwierig. Die Planungen nahmen daher oft mehr Zeit in Anspruch, als zun\u00e4chst veranschlagt. Nicht direkt projektbezogene Arbeiten, wie die Berichterstattung an Geldgeber, Verwendungsnachweise und Abrechnungen, aber auch die \u00d6ffentlichkeitsarbeit wie Presse, TV und Rundfunk und das Fundraising sowie die Antragstellungen f\u00fcr eine von der DBU gew\u00fcnschten Anschlussfinanzierung, beanspruchten einen zu gro\u00dfen Teil der Arbeitszeit. Die Abstimmung von Planungen gestaltete sich mit den zust\u00e4ndigen Wasserbeh\u00f6rden als sehr schwierig, sehr zeitaufwendig und ist f\u00fcr einige Projekte bis heute nicht abgeschlossen, w\u00e4hrend die Zusammenarbeit mit der UNB der Stadt Hanau und des MKK sowie der ONB ausgesprochen konstruktiv war. Als wirklicher Hemmschuh stellten sich die zum Teil sehr langen, nicht nachvollziehbaren Bearbeitungszeiten der genehmigenden Beh\u00f6rden dar. Das Gleiche gilt f\u00fcr Gremien wie Umweltbeir\u00e4te der Ge-meinden, die in ihrer lediglich beratenden Funktion das ein oder andere Projekt zu be- bzw. auch ganz zu verhindern wussten.<br \/>\nDer von der Europ\u00e4ischen Wasserrahmen-Richtlinie (EU-WRRL) erhoffte Anschub f\u00fcr das Flie\u00dfgew\u00e4sser- Projekt blieb vollst\u00e4ndig aus. Vielmehr zeigte sich, dass die Anforderungen der WRRL beh\u00f6rdlicherseits oft zum Vorwand wurden, um Renaturierungsma\u00dfnahmen zu verz\u00f6gern und oder gleich ganz zu verhindern. Die vom Land Hessen bei Antragstellung zugesagte Co-Finanzierung des Projektes &#8211; einzig und allein durch die sowieso zur Verf\u00fcgung stehenden Finanzmittel der Abwasserabgabe gedeckt &#8211; kam nicht zum Tragen. Vielmehr werden die nach dem Landesprogramm Naturnahe Gew\u00e4sser eigentlich f\u00fcr Renaturierungsma\u00dfnahmen zugedachten Finanzmittel f\u00fcr andere Zwecke (u. a. Personal!) eingesetzt. F\u00fcr das immer wieder von der DBU zu Recht geforderte Biomonitoring als Effizienzkontrolle durchgef\u00fchrter Ma\u00dfnahmen steht im Rahmen der Projektf\u00f6rderung kein Geld zur Verf\u00fcgung. Ebenso wenig sind andere Sponsoren, wie Stiftungen oder Wirtschaftsunternehmen bzw. potentielle Geldgeber wie das Land Hessen und die Regierungspr\u00e4sidien, bereit, f\u00fcr das Segment Biomonitoring die erforderlichen Mittel be-reit zu stellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt konzentrierte sich auf Wunsch der Deutschen Bundesstiftung Umwelt auf die Umsetzung konkreter Revitalisierungsma\u00dfnahmen. Dessen ungeachtet wurde und wird gro\u00dfer Wert auf die \u00f6ffentlichkeitswirksame Darstellung des Gesamtvorhabens, des jeweiligen Einzelprojektes und aller Beteiligten gelegt. Dazu z\u00e4hlten die jeweilige Stadt oder Gemeinde, die \u00f6rtlichen Naturschutzgruppen, die Geldgeber und Genehmigungsbeh\u00f6rden ebenso wie die Eigent\u00fcmer, P\u00e4chter und Ortslandwirte. Hinweise auf die Unterst\u00fctzung durch die DBU, ZGF, HGON und DUH fanden sich in allen Ver\u00f6ffentlichungen. Die Einladung der regionalen Presse zu sogenannten Spatenstichterminen oder nach abgeschlossenen Ma\u00dfnahmen war obligatorisch, ebenso die Ver\u00f6ffentlichung von Pressemitteilungen. Au\u00dferdem verf\u00fcgte das Projekt \u00fcber die projekteigene, w\u00e4hrend der Projektlaufzeit regelm\u00e4\u00dfig aktualisierte Homepage www.gna-ev.de. Nach Abschluss des DBU-Projektes ist ein Webhosting derzeit aus Kostengr\u00fcnden nicht weiter finanzierbar.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die GNA verfolgt unvermindert die Ziele des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt dankenswerter Weise unterst\u00fctzten Vorhabens zum Natur- und Hochwasserschutz im Main-Kinzig-Kreis. Die GNA beabsichtigt zwar, in den n\u00e4chsten Jahren zus\u00e4tzliche Projekte und Initiativen zum Natur- und Hochwasserschutz ins Leben zu rufen. Ohne eine \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum gesicherte Finanzierung wird dies allerdings kaum noch m\u00f6glich sein, ebenso wenig wie die Finanzierung der eigentlichen Ma\u00dfnahmen, denn es fehlen zur Zeit in Hessen sowohl die finanziellen Mittel als auch der politische Wille, wirklichen \u00f6kologisch ausgerichteten Hochwasserschutz zu betreiben. So steht zu bef\u00fcrchten, dass \u00fcber kurz oder lang die bereits mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt initiierten Projekte nicht zur Umsetzung kommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In den Auen der Kinzig treten regelm\u00e4\u00dfig gravierende Hochwasser-Ereignisse auf, die immer wieder Siedlungsgebiete betreffen und finanzielle Sch\u00e4den in Millionenh\u00f6he verursachen. 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