  {"id":24328,"date":"2023-09-30T10:32:10","date_gmt":"2023-09-30T08:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24529-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:12","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:12","slug":"24529-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24529-01\/","title":{"rendered":"raunb\u00e4renschutz und -management durch Schaffung von Korridoren und Erhebung von dessen Raumnutzung mit Hilfe moderner Untersuchungsmethoden sowie Erm\u00f6glichung des Zusammenlebens von Mensch und B\u00e4r durch breite \u00d6ffentlichkeitsarbeit und moderne Bildu[&#8230;]"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Hauptziel des Vorhabens ist die langfristige Sicherung einer \u00fcberlebensf\u00e4higen Braunb\u00e4ren-Population in Bulgarien in Koexistenz mit den Menschen. W\u00e4hrend der kommunistischen Herrschaft wurden B\u00e4ren restriktiv gesch\u00fctzt, und die Jagd war nur wenigen Personen vorbehalten. Seit der politischen Wende 1989 ist die Population zunehmend durch Wilderei und vor allem auch durch Fragmentierung wichtiger Lebensr\u00e4ume gef\u00e4hrdet. Durch den EU-Beitritt sind verkehrsinfrastrukturelle Entwicklungen eingetreten, die eine m\u00f6glichst enge Koordination von Artenschutz und Habitatmanagement mit der Verkehrsplanung und eine Anpassung des Naturschutzes an die Standards der Europ\u00e4ischen Union dringend erfordern. Eine Grundlage hierf\u00fcr sind die Entwicklung und Implementierung eines B\u00e4ren-Managementplans und eine breit angelegte \u00d6ffentlichkeitsarbeit sowie Informations- und Bildungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgende Projektaktivit\u00e4ten standen im Vordergrund und werden nach dem Projektende entsprechend weiter verfolgt:<br \/>\n\tErhebung der Populationsgr\u00f6\u00dfen und Aufkl\u00e4rung des Migrationsverhaltens (Genetisches Monitoring, Radiotelemetrie)<br \/>\n\tGenetische Untersuchung der Verwandtschaftsstrukturen der bulgarischen Teilpopulationen<br \/>\n\tIdentifizierung potentieller Wanderkorridore sowie von potentiellen Hemmnissen oder Hindernissen f\u00fcr die Ausbreitung<br \/>\n\tErarbeitung und Umsetzung eines Aktionsplanes mit einem Ma\u00dfnahmenkatalog (B\u00e4renmanage-mentplan)<br \/>\n\tGeeignete \u00d6ffentlichkeits- und Bildungsarbeit wie z. B. Bewusstseinsbildung und Akzeptanzschaffung bei den betroffenen Zielgruppen<br \/>\n\tPlanung und Umsetzung von (Weiter-)Bildungsinitiativen f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und f\u00fcr Er-wachsene<br \/>\n\tWeiterbildung und Qualifizierung von B\u00e4renmanagern bzw. B\u00e4renanw\u00e4lten (Training of Bear Emergency Teams)<br \/>\n\tManagement von Konflikten zwischen B\u00e4r und Mensch &#8211; Verhinderung von B\u00e4ren\u00fcbergriffen (Bear Emergency Teams)<br \/>\n\tEntwicklung und Erprobung von \u00f6kologischen Erlebnis- und Tourismusans\u00e4tzen<br \/>\n\tEntwicklung und Erprobung von (internationalen) Foren f\u00fcr einen Experten-Austausch zu Fragen des B\u00e4renmanagements, der Informations- und Bildungsarbeit und der \u00f6kologischen Erlebnis- und Tourismusentwicklung<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Projektdurchf\u00fchrung  des Projektteils Braunb\u00e4renschutz und -management bestand in drei Phasen mit den folgenden Ergebnissen:<\/p>\n<p>1.\tPhase: Erarbeitung des B\u00e4renmanagement Planes f\u00fcr Bulgarien durch Balkani Wildlife Society.<br \/>\nDiese Phase wurde sehr erfolgreich abgeschlossen und die beteiligten Stakeholder tragen den entwickelten Management Plan weitgehend mit.<\/p>\n<p>2.\tPhase: Untersuchung der Durchl\u00e4ssigkeit der Landschaft in Bulgarien f\u00fcr ungehinderte Migration zwischen den Teilpopulationen. ?Diese Komponente hatte drei Teilprojekte:<br \/>\na.\tDurchg\u00e4ngigkeitsuntersuchung der Lebensr\u00e4ume, die zwischen den Hauptverbreitungsgebieten der B\u00e4ren in Bulgarien liegen. Hierbei wurden problematische Engstellen identifiziert, die Ans\u00e4tze f\u00fcr naturschutzfachliches Handeln bieten. Ergebnis: Untersuchung auf der Basis von GIS Analysen mit anschlie\u00dfender Verprobung im Feld ist erfolgreich abgeschlossen.<br \/>\nb.\tUntersuchung des genetischen Austausches zwischen den B\u00e4renteilpopulationen in Bulgari-en, um die Konnektivit\u00e4t der Teilpopulationen zu analysieren und ferner \u00fcber sogenannte \u0082Fang-Wieder-Fang- Methode eine zuverl\u00e4ssige Absch\u00e4tzung der Populationsgr\u00f6\u00dfen zu erm\u00f6glichen. Diese Untersuchungen, mit den entsprechenden Probensammlungen im Feld und anschlie\u00dfender genetischen Analyse laufen noch. Die Probennahmen im Feld sind schwieriger als zun\u00e4chst erwartet und daher muss mehr Zeit aufgewandt werden.  Immerhin gelang es durch die genetischen Untersuchungen nachzuweisen, dass eine t\u00f6dliche B\u00e4renattacke auf einen Wanderer nicht von dem kurz darauf erschossenen B\u00e4ren ver\u00fcbt wurde, sondern von einem anderen B\u00e4renindividuum.<br \/>\nc.\tKonkrete Schutzma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Habitat Qualit\u00e4ten in den wichtigen Korridoren. Einbindung in italienisches Life+ Projekt zur Verbesserung der Lebensraumqualit\u00e4ten f\u00fcr Braunb\u00e4ren.<\/p>\n<p>3.\tPhase: Einbindung der bulgarischen Experten in das Netzwerk Transeurop\u00e4ische Wildtiernetze TEWN, gef\u00f6rdert \u00fcber die Âé¶¹´«Ã½ \u00fcber EuroNatur. Diese Einbindung war sehr erfolgreich, da innerhalb des Expertennetzwerkes ein wichtiger \u0082Know-how Transfer erreicht werden konnte. Hierdurch wurden die fachlichen Kapazit\u00e4ten der bulgarischen Kollegen erheblich erweitert. <\/p>\n<p>Im Projektteil Informations- und Bildungszentrum f\u00fcr Braunb\u00e4ren (Gro\u00dfcarnivoren) &#8211; Large Carnivore Education and Information Center (LCEC) sind folgende Ergebnisse zu verzeichnen:<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude des LCEC in Kresna\/Vlahi, das aus einer alten Scheune erstanden ist, konnte durch umf\u00e4nglichen Bau- und Renovierungsarbeiten in einem hervorragenden Zustand gebracht werden &#8211; wenn es auch noch nicht vollst\u00e4ndig fertig gestellt ist. Dass dieser Zustand ganz entscheidend bis Mitte 2010 herbei gef\u00fchrt werden konnte, liegt an der speziellen F\u00f6rderung durch die DBU f\u00fcr den baulichen Teil und an der F\u00f6rderung durch die Darwin Initiative f\u00fcr die Ausstattung des Geb\u00e4udes mit Seminarm\u00f6beln und einer Ausstellungsinfrastruktur. Durch zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung weiterer F\u00f6rdermittelgeber konnte der Ausbau im Jahre 2011 weiter voran gebracht werden mit der Fertigstellung einer zweiten Ausstellungshalle. Der weitere Ausbau von vorgesehenen Besucherzimmern und einer weiteren naturtouristischen Infrastruktur steht noch aus.<\/p>\n<p>Die Funktionsf\u00e4higkeit des Geb\u00e4udes als Informations- und Bildungszentrum (LCEC) wurde mit einer internationalen Konferenz im Sommer 2010 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Schulbildungsprogramm f\u00fcr die Primar- und Sekundarstufe mit Studienmaterialien, Bildpr\u00e4sentationen und Bildungsspielen wurde im Projektverlauf weiter ausgebaut und mit Bildungsangeboten f\u00fcr Erwachsene erweitert. Ein naturtouristisches Bildungsprogramm (Ein-Tagesprogramm) wurde entwickelt und in die Programme von bulgarischen Tourismusanbietern aufgenommen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das LCEC wurde eine Homepage entwickelt, an der man das ehrgeizige Programm zur Natur-schutzbildungsarbeit ablesen kann. Bislang ist diese Website allerdings noch nicht ganz fertig gestellt, sondern befindet sich in der weiteren Entwicklung. Mit einem Link zu Facebook kommt man auf die dortige LCEC-Pr\u00e4sentation, die offensichtlich bei jugendlichen Usern gut ankommt.<\/p>\n<p>Weil es auf kommunaler (und regionaler) Ebene bislang keine erkennbare Strategie zur Entwicklung eines Tourismuskonzeptes gibt, besteht allerdings die Gefahr, dass die nat\u00fcrlichen Potenziale des Ortes Kresna\/Vlahi durch mittlerweile entstandene und weiter entstehende Privatinitiativen nicht im Sinne eines naturnahen Tourismus entwickelt werden, sondern aus rein \u00f6konomischen Interessen Einrichtungen entstehen im Sinne der Freizeitindustrie und des Massentourismus.<br \/>\nMit dem nahe gelegenen Pirin-Nationalpark gibt es zwar Kontakte und auch Kooperationen, aber es be-stehen auch Interessenunterschiede hinsichtlich der Integration des sich entwickelnden Wintertourismus (Bansko Ski Resort) mit den bereits eingetretenen negativen Auswirkungen auf den Nationalpark.<br \/>\nF\u00fcr das LCC besteht daher die Herausforderung, mit eigenen Initiativen zur Entwicklung eines Naturtourismus einen entsprechenden Leuchtturm zu setzen, der auf andere interessierte lokale und regionale Akteure ausstrahlt. Anzustreben w\u00e4re es zweckm\u00e4\u00dfigerweise, Kooperationen und Allianzen zu schmieden mit der Gemeinde- und Provinz-Administration, mit anderen Umwelt- und Naturschutzverb\u00e4nden, mit der Nationalparkverwaltung und mit privaten lokalen Investoren, die eine w\u00fcnschbare Entwicklung im Sinne des Naturschutzes gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnten. Mit der durch das Projekt geleisteten Unterst\u00fctzung verf\u00fcgt das LCC nunmehr \u00fcber hervorragende Voraussetzungen hierf\u00fcr.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00d6rtliche und regionale Pressearbeit in Kresna und der Provinz Blagoevgrad fortlaufend w\u00e4hrend der ge-samten Projektlaufzeit<\/p>\n<p>Website BWS: www.balkani.org<br \/>\nWebsite ENEA: www.enea-net.eu<br \/>\nWebsite LCEC: www.visitcarnivorebg.org <\/p>\n<p>Internationale Konferenz Large Carnivore Conservation in a trans-boundary Network &#8211; Challenges and Pespectives vom 30.06. &#8211; 01.07.2010 in Kresna\/Vlahi <\/p>\n<p>Filmbericht des Bulgarischen Nationalen Fernsehens \u00fcber das LCEC im August 2010, der im Ergebnis viele neue Besucher\/innen aus ganz Bulgarien mobilisiert hat.<\/p>\n<p>Filmbericht \u00fcber die internationale Konferenz im B\u00fcrgerfernsehen H1 (Hannover) im Juli 2010<\/p>\n<p>Rundfunkberichte in verschiedenen bulgarischen Sendern<\/p>\n<p>Projektbericht im BUND-Magazin in der Regionalbeilage Niedersachsen (vorgesehen im Mai 2012)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>F\u00fcr das LCC besteht nach dem Projektende nunmehr die Herausforderung, die Umsetzung des B\u00e4renmanagementplanes weiter voran zu treiben und mit eigenen Initiativen zur Entwicklung eines Naturtourismus einen entsprechenden Leuchtturm zu setzen, der auf andere interessierte lokale und regionale Akteure ausstrahlt. Anzustreben w\u00e4re es zweckm\u00e4\u00dfigerweise, Kooperationen und Allianzen zu schmieden mit der Gemeinde- und Provinz-Administration, mit anderen Umwelt- und Naturschutzverb\u00e4nden, mit der Nationalparkverwaltung und mit privaten lokalen Investoren, die eine w\u00fcnschbare Entwicklung im Sinne des Naturschutzes gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnten. Mit der durch das Projekt geleisteten Unterst\u00fctzung verf\u00fcgt das LCC nunmehr \u00fcber hervorragende Voraussetzungen hierf\u00fcr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Hauptziel des Vorhabens ist die langfristige Sicherung einer \u00fcberlebensf\u00e4higen Braunb\u00e4ren-Population in Bulgarien in Koexistenz mit den Menschen. W\u00e4hrend der kommunistischen Herrschaft wurden B\u00e4ren restriktiv gesch\u00fctzt, und die Jagd war nur wenigen Personen vorbehalten. 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