  {"id":24324,"date":"2023-09-30T10:32:10","date_gmt":"2023-09-30T08:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24517-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:12","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:12","slug":"24517-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24517-01\/","title":{"rendered":"Erfahrbare Nachhaltigkeit im Schulalltag durch regenerative W\u00e4rmeversorgung aus W\u00e4ldern der Region"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Dem Bildungsauftrag Nachhaltigkeit entsprechend werden konkret erlebbare Unterrichtselemente zur Umweltverantwortung entwickelt, angewendet und dokumentiert. Das daraus resultierende Curriculum wird in den Folgejahren im Sinne der Praxisforschung weiterentwickelt.<br \/>\n\u00dcber Schnittstellen zu den Meisterlehrg\u00e4ngen des BTZ der Handwerkskammer wird ein Erfahrungstransfer in die Ausbildung relevanter Berufsgruppen erreicht. Dabei dienen die Hackschnitzelheizung und das Versorgungskonzept als Demonstrationsobjekt.<br \/>\nDen Waldbauern wird die Chance f\u00fcr eine \u00f6kologische Restholzverwertung mit positiver CO2 -Bilanz gegeben. Der Schule und den Waldbauern wird die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, in einer auf Gegenseitigkeit basierenden Partnerschaft ihren Aufgaben gerecht zu werden.<br \/>\nZiele, Vorgehensweise und Ergebnisse des gesamten Bildungsprojektes werden gegen\u00fcber anderen Schulen regional und bundesweit kommuniziert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Kollegium der Waldorfschule erarbeitete ein p\u00e4dagogisch-didaktisches Konzept, das die individuellen und entwicklungsm\u00e4\u00dfigen Bed\u00fcrfnisse und M\u00f6glichkeiten der Kinder ber\u00fccksichtigt. Daraus erwuchs ein schulisches Curriculum zur Nachhaltigkeit. Die W\u00e4rmeversorgung mit Holz und die Partnerschaft mit Waldbauern und HWK dient als Inspirationsquelle f\u00fcr die Entwicklung der Unterrichtselemente.<br \/>\nEs wurde eine Holzhackschnitzelheizung errichtet, die durch die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft mit Brennstoff versorgt und gewartet wird. Mit den Waldbauern wurden eine partnerschaftliche Kooperationsvereinbarung und ein langfristiger Liefervertrag erarbeitet.<br \/>\nEs wurden Bildungs- und Controllingma\u00dfnahmen (auch mit Hilfe von W\u00e4rmemessger\u00e4ten) entwickelt, mit denen Energieeinsparungen erreicht werden k\u00f6nnen.<br \/>\nMit der HWK wurden Gespr\u00e4che gef\u00fchrt, um zu bewirken, dass der Besuch der Hackschnitzelheizanlage fest in den Rahmenlehrplan der HWK integriert wird.<br \/>\nDie Dokumentation und Verbreitung des Projektes wird \u00fcber einen Leitfaden, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, eine Website sowie erg\u00e4nzend in regionalen Veranstaltungen und \u00fcber die bundesweite Gremienarbeit gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Nachhaltigkeitsgedanke ist \u00fcber das Curriculum fest in der Schulgemeinschaft verankert und stellt einen wesentlichen Teil des Schulprofils dar. \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Dokumentation wurden professionalisiert. Handreichungen, Kopiervorlagen und Unterrichtsentw\u00fcrfe sowie Literatur stehen in der Lehrerbibliothek zur Verf\u00fcgung. Ein Baumlehrpfad wurde installiert und dient als Anlass, um mit Oberstufensch\u00fclern Unterrichtsmaterialien f\u00fcr Vertretungsstunden in der Unter- und Mittelstufe zu entwerfen. W\u00e4rmemengenz\u00e4hler und Messger\u00e4te wurden angeschafft und installiert, um den W\u00e4rmeverbrauch bis hinunter auf Klassenzimmerebene differenziert zu erfassen. Energieeinsparungen werden so nach und nach durch Bildungs- und Controllingma\u00dfnahmen m\u00f6glich. Sch\u00fcler der siebten Klassen lesen die W\u00e4rmemengenz\u00e4hler ab, interviewen regelm\u00e4\u00dfig Hausmeister und Lieferant und dokumentieren die Ergebnisse und Erfahrungen.<br \/>\nDie Dokumentation und Verbreitung des Projektes findet aktiv \u00fcber regelm\u00e4\u00dfige Beitr\u00e4ge im schulinternen Wochenblatt, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, eine Website sowie in regionalen Veranstaltungen und \u00fcber die bundesweite Gremienarbeit statt. Ziele, Vorgehensweise und Ergebnisse des gesamten Bildungsprojektes werden so gegen\u00fcber anderen (Waldorf-)Schulen regional sowie bundesweit kommu-niziert.<br \/>\nAu\u00dfer f\u00fcr die Sch\u00fcler der Waldorfschule steht die installierte Holzhackschnitzelanlage auch f\u00fcr die Lehrg\u00e4nge der Handwerkskammer Osnabr\u00fcck zur Vorbereitung auf die Meisterpr\u00fcfung im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk zur Verf\u00fcgung. Die Kooperation mit der HWK ist fest im Rahmenlehrplan derselben verankert. Eine regelm\u00e4\u00dfige Veranstaltung von Gespr\u00e4chsrunden mit Meistersch\u00fclern der HWK und Oberstufensch\u00fclern der Waldorfschule ist gesichert. Diese bieten eine Plattform, um den Oberstufensch\u00fclern Einblicke in ein m\u00f6gliches sp\u00e4teres Berufsleben zu verschaffen.<br \/>\nDie HWK nutzt das Projekt f\u00fcr eine Weiterentwicklung der Meisterausbildung im SHK-Handwerk und Verbesserung der Wahrnehmung heutiger Handwerksberufe durch die Information von Sch\u00fclern \u00fcber das Innovationspotential dieser W\u00e4rmeversorgung am Beispiel des SHK-Handwerks.<br \/>\nEine Holzhackschnitzelheizungsanlage dieser Technologie und Gr\u00f6\u00dfe steht einem Berufsbildungszentrum der HWK \u00fcblicherweise f\u00fcr Demonstration und Unterricht nicht zur Verf\u00fcgung. Deshalb war es f\u00fcr die HWK Osnabr\u00fcck eine gro\u00dfe Chance in relativ r\u00e4umlicher N\u00e4he die Waldorfschule Evinghausen f\u00fcr die eigene Aus- und Weiterbildung nutzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie aus der Schulhistorie gewachsene gute Beziehung zu den benachbarten Landwirten bildete die Basis f\u00fcr eine nun fest etablierte Vernetzung mit der Forstbetriebsgemeinschaft Engter (FBG). Der Liefervertrag mit dem Hackschnitzellieferanten ist durch eine Kooperationsvereinbarung mit der FBG abgesichert. Die Vereinbarungen sind auf Kostendeckung ausgerichtet, so dass die Preisbildung ohne spekulativen Blick auf den \u00d6lpreis erfolgt. Der Lieferant hat ein wirtschaftliches Interesse an der Qualit\u00e4t der Hackschnitzel, da er nach gelieferter W\u00e4rme bezahlt wird. Die p\u00e4dagogische Einbindung der Waldbauern erfolgt z. B. durch die regelm\u00e4\u00dfige Veranstaltung eines Demoh\u00e4ckselns und (in Zusammenarbeit mit der Bezirksf\u00f6rsterin) ein langfristig angelegtes Aufforstungsprojekt mit Sch\u00fclern.<br \/>\nIm Kernbereich des Projektes, der nachhaltigen Energieversorgung und der Multiplikation dieses Gedankens sind so wesentliche Aufgaben erf\u00fcllt. F\u00fcr die Zukunft bestehen aber noch Erweiterungsm\u00f6glichkeiten, da an der Schule weitere Aspekte der Nachhaltigkeit besonders im Sozialen zwar aktiv gepflegt werden, aber noch nicht systematisch vernetzt sind. Hier k\u00f6nnten mit Hilfe der Projektstrukturen die \u00d6ffentlichkeitsarbeit unterst\u00fctzt und Synergieeffekte erzielt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Verbreitung des Projektgedankens geschieht auf verschiedenen Kan\u00e4len:<br \/>\n\tDie Lehrer werden \u00fcber den auf den w\u00f6chentlichen Konferenzen etablierten Tagesordnungspunkt Nachhaltigkeit auf dem Laufenden gehalten und dazu durch von der Bezirksf\u00f6rsterin durchgef\u00fchrten Fortbildungen geschult.<br \/>\n\tDie Sch\u00fcler werden gem\u00e4\u00df dem mit Beginn des Schuljahres 2010\/2011 in Kraft getretenen Curriculums zur Nachhaltigkeit altersentsprechend erst praktisch erlebend, dann unmittelbar t\u00e4tig oder sp\u00e4ter kritisch-reflektierend in den verschiedenen Unterrichten an das Thema herangef\u00fchrt. Sie dienen als Multiplikatoren, indem sie die erarbeiteten Inhalte nicht nur in ihre Familien tragen, sondern auch ihrerseits andere Sch\u00fcler durch Referate und Pr\u00e4sentationen oder \u00fcber Facharbeiten unterrichten (horizontale Lernstrukturen).<br \/>\n\tHeizungsanlage inklusive Pr\u00e4sentation des Gesamtprojektes. Diese Ma\u00dfnahme muss mit den nachr\u00fcckenden Klassenelternschaften fortgef\u00fchrt werden.<br \/>\n\tDie Schul\u00f6ffentlichkeit wird insgesamt \u00fcber Artikel zur Nachhaltigkeit im w\u00f6chentlich erscheinenden schulinternen Wochenblatt informiert.<br \/>\n\tDar\u00fcber hinaus werden \u00f6ffentliche Gro\u00dfveranstaltungen wie der j\u00e4hrlich stattfindende Schulbasar (ca. 800 ausw\u00e4rtige G\u00e4ste) genutzt, um eine Vielzahl von Menschen auch von au\u00dferhalb der Schulgemeinschaft \u00fcber das Projekt zu informieren. Neben vielen anderen Veranstaltungen fungierten beispielsweise auch die Festlichkeiten und die Festschrift anl\u00e4sslich des 40-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der Schule als Plattform. Alle Veranstaltungen wurden in den Zwischenberichten dokumentiert.<br \/>\n\tWie gleichfalls in den Berichten dokumentiert werden zudem Veranstaltungen wie die Regionaltagung der Waldorfschulen Niedersachsens und Bremens (ca. 20 ausw\u00e4rtige G\u00e4ste) aktiv genutzt, um die Projektidee gezielt an andere Waldorfschulen weiterzugeben.<br \/>\n\tDie Meistersch\u00fcler der HWK Emsland-Osnabr\u00fcck kommen j\u00e4hrlich zu einer Fortbildungsveranstal-tung zu uns an die Schule (w\u00e4hrend der Projektlaufzeit 3 Gruppen mit insgesamt 40 Teilnehmern), tauschen sich mit dem Anlagenhersteller, dem Heizungsinstallateur, dem Hackschnitzellieferanten und dem Hausmeister aus und tragen diese Informationen sp\u00e4ter in ihre Betriebe.<br \/>\n\tDie guten Kontakte zu den regionalen Tageszeitungen Bramscher Nachrichten und Neue Osnabr\u00fccker Zeitung werden genutzt, um eine regelm\u00e4\u00dfige Berichterstattung \u00fcber die Aktivit\u00e4ten sicherzustellen.<br \/>\n\tEin erster Artikel in der Fachzeitschrift f\u00fcr Waldorfp\u00e4dagogik Erziehungskunst erreichte die Elternh\u00e4user aller Waldorfschulen Deutschlands. Ein zweiter ist in Arbeit.<br \/>\n\tDie umfangreiche und gut besuchte Website bietet allen Interessenten einen umfassenden Einblick in alle Bereiche des Projektes.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend betrachtet stellt sich die Projektgeschichte als ein langer und aufgrund unvorhersehbarer personeller Wechsel wechselhafter Prozess dar, der immer wieder durch kommunikative Schwierigkeiten gepr\u00e4gt war. Schlie\u00dflich fand sich eine ganze Gruppe von Menschen mit unterschiedlichsten Kompetenzen, die gemeinsam das Projekt steuerten. Gerade dadurch aber verankerte sich der Nachhaltigkeitsgedanke viel intensiver in der Schulgemeinschaft. Das Bildungsprojekt ist somit nun ein wesentlicher Teil des Schulprofils. Als Schule profitieren wir quasi als Nebenwirkung von einer inzwischen deutlich professionalisierten Dokumentation und \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Die Kooperation mit der HWK bietet eine regelm\u00e4\u00dfige Plattform, um den Oberstufensch\u00fclern Einblicke in ein m\u00f6gliches sp\u00e4teres Berufsleben zu verschaffen. Die aus der Schulhistorie gewachsene gute Beziehung zu den benachbarten Landwirten bildete die Basis f\u00fcr eine nun fest etablierte Vernetzung des wirtschaftlichen und p\u00e4dagogischen Betriebs der Schule mit der Forstbetriebsgemeinschaft Engter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Dem Bildungsauftrag Nachhaltigkeit entsprechend werden konkret erlebbare Unterrichtselemente zur Umweltverantwortung entwickelt, angewendet und dokumentiert. Das daraus resultierende Curriculum wird in den Folgejahren im Sinne der Praxisforschung weiterentwickelt. \u00dcber Schnittstellen zu den Meisterlehrg\u00e4ngen des BTZ der Handwerkskammer wird ein Erfahrungstransfer in die Ausbildung relevanter Berufsgruppen erreicht. 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