  {"id":24186,"date":"2023-07-13T15:25:11","date_gmt":"2023-07-13T13:25:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24050-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:11","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:11","slug":"24050-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24050-01\/","title":{"rendered":"Grundlagenuntersuchungen f\u00fcr die Entwicklung eines Managementplanes f\u00fcr den Donau-Drau-Nationalpark, Teil Donau (Auwaldgebiet von Gemenc-Moh\u00e1cs), in Ungarn"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Entlang der s\u00fcdungarischen Donau nahe der St\u00e4dte Baja und Mohacs haben sich die gr\u00f6\u00dften zusammenh\u00e4ngenden Auw\u00e4lder Europas erhalten. Sie sind Teil des Donau-Drau-Nationalparks. Trotz dieses Schutzstatus bestimmen Jagd und Forstwirtschaft die Entwicklung der Auen-\u00d6kosysteme. Bis heute liegt kein Managementplan vor, wesentliche Grundlagenuntersuchungen zum Schutz und zur Entwicklung des Gebietes fehlen. Es ist nicht zu erwarten, dass von ungarischer Seite dieses Defizit in absehbarer Zeit behoben werden kann.<br \/>\nDas Institut f\u00fcr Wasser und Gew\u00e4sserentwicklung, Bereich WWF-Auen-Institut, der Universit\u00e4t Karlsruhe und die Donauforschungsstation der Ungarischen Akademie der Wissenschaften \u0096 zwei Institutionen, die sich fachlich hervorragend erg\u00e4nzen und durch einen Kooperationsvertrag miteinander verbunden sind \u0096 haben daher beschlossen, Grundlagenuntersuchungen f\u00fcr einen Managementplan durchzuf\u00fchren und ein entsprechendes Projekt zur F\u00f6rderung bei der DBU eingereicht. <\/p>\n<p>Ziel ist es unter anderem<br \/>\n?\tdie abiotische und biotische Naturausstattung (Biodiversit\u00e4t), die Besonderheiten sowie das Potential der Gemencer und Moh\u00e1cser Auensysteme zu erfassen und darzustellen<br \/>\n?\tdie Bedeutung und Wechselwirkungen der \u00dcberflutungen in den Auen\u00f6kosystemen aufzuzeigen<br \/>\n?\tdie Wechselwirkungen zwischen Donau und Auengew\u00e4ssern zu untersuchen und darzustellen<br \/>\n?\tein \u00f6kologisches Leitbild f\u00fcr den Raum zu entwickeln<br \/>\n?\tVorschl\u00e4ge f\u00fcr hydraulische Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der \u00f6kologischen Situation zu machen<br \/>\n?\tVorschl\u00e4ge zur Erhaltung und naturnahen Entwicklung der Hartholzauenw\u00e4lder zu machen<br \/>\n?\tEmpfehlungen zur Harmonisierung der verschiedenen Nutzungen (Fischerei, Forstwirtschaft, Jagd, Erholung) zu geben<br \/>\n?\tVorschl\u00e4ge zur eventuellen Revision bestehender Pl\u00e4ne (z. B. Waldfunktionspl\u00e4ne) und zur Zonierung des Nationalparks vorzulegen<br \/>\n?\tVorschl\u00e4ge f\u00fcr die Ausarbeitung eines Monitoring-Programms zu machen<br \/>\n?\tAnregungen zur Weiterentwicklung des (\u00d6ko-) Tourismus zu geben<br \/>\n?\tAnregungen zur Bewusstseinsbildung f\u00fcr Naturschutz und Nationalparkf\u00f6rderung zu geben<br \/>\n?\tGIS f\u00fcr das Projektgebiet aufzubauen<br \/>\n?\tErgebnisse in Seminaren und Publikationen zu ver\u00f6ffentlichen (ungarisch, deutsch, evtl. englisch)<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u0095\tMaterialsammlungen und bewertende Beschreibung<br \/>\n\u0095\t\u00d6kologische Untersuchungen im Gel\u00e4nde<br \/>\n\u0095\tBefragungen in den Beh\u00f6rden und Kommunen<br \/>\n\u0095\tAuswertung und Aufbereitung der Daten in einem Geographischen Informationssystem<br \/>\n\u0095\tBewertung der Untersuchungsergebnisse und Umsetzung in konkrete Vorschl\u00e4ge<br \/>\n\u0095\tEinbindung in die Lehre<br \/>\n\u0095\tVer\u00f6ffentlichung und Diskussion der Ergebnisse mit Betroffenen und Entscheidungstr\u00e4gern<br \/>\nDie grunds\u00e4tzliche Arbeitsaufteilung sieht vor, dass<br \/>\n\u0095\tdie terrestrischen \u00f6kologischen Untersuchungen, die hydraulische Begutachtung, die GIS-Erstellung und GIS-Auswertung sowie die Integration der Ergebnisse schwerpunktm\u00e4\u00dfig beim deutschen Partner liegen<br \/>\n\u0095\tdie Datenbeschaffung, die abiotischen, limnischen, zoologischen und \u00f6kosystemaren Untersuchungen sowie die Abstimmung und Darstellung vor Ort schwerpunktm\u00e4\u00dfig vom ungarischen Partner durchge-f\u00fchrt werden<br \/>\n\u0095\tdas Monitoring-Programm, die Leitbild-Entwicklung, die Handlungsempfehlungen sowie die Publikatio-nen gemeinsam ausgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die vorliegende Studie identifiziert, beschreibt und bewertet naturschutzfachliche Grundlagen und Prob-leme in den Donau-Auen innerhalb des Donau-Drau-Nationalparks (DDNP) in S\u00fcdungarn und leitet dar-aus Empfehlungen f\u00fcr das Management dieses Gebietes ab. Das Gebiet z\u00e4hlt aufgrund seiner Gr\u00f6\u00dfe (insgesamt 25.000 ha), seiner weitgehend uneingeschr\u00e4nkten \u00dcberflutbarkeit, seiner relativen Ungest\u00f6rt-heit und auch seiner Naturausstattung zu den bedeutendsten Auengebieten innerhalb der Europ\u00e4ischen Union. Gleichwohl und ungeachtet seines Rechtsstatus ist der behandelte Teil des Donau Drau-Nationalparks direkt und indirekt durch menschliche Eingriffe und Vers\u00e4umnisse akut gef\u00e4hrdet. Daraus ergab sich die dringende Notwendigkeit f\u00fcr diese Studie.<br \/>\nIn einem interdisziplin\u00e4ren Team aus ungarischen und deutschen Wissenschaftlern wurden die aquati-schen, semiterrestrischen und terrestrischen Lebensr\u00e4ume untersucht. Einen besonderen Schwerunkt nahmen einerseits die Gew\u00e4sser, andererseits die Auenw\u00e4lder ein; die fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gering ausgepr\u00e4g-ten Auenwiesen konnten wegen eines Spitzenhochwassers nicht behandelt werden. Erg\u00e4nzend zu diesen \u00f6kologischen Untersuchungen wurde die flussmorphologische und hydraulische Situation der Altw\u00e4sser und der Donau selbst in einem weiteren Rahmen umrissen und bewertet. Auch aus dieser Teilun-tersuchung wurden Empfehlungen abgeleitet, die in einzelnen Aspekten Fragen der Behandlung der Wasserstra\u00dfe Donau ber\u00fchren. In einer umfangreichen Befragung in den St\u00e4dten und D\u00f6rfern, die an den Nationalpark angrenzen, wurde die Haltung der Anwohner zum Nationalpark eruiert. Dem Aspekt der Umweltbildung und der Entwicklung des \u00d6kotourismus sowie der Rolle der Nationalparkverwaltung in-nerhalb dieser Aufgaben wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. In einer umfangreichen rechtli-chen Expertise wurde das staatliche Handeln im Nationalpark mit den gesetzlichen Vorgaben abgegli-chen, die Defizite wurden aufgezeigt und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Schlie\u00dflich wurden alle ge-ographischen Daten und r\u00e4umlich darstellbare Befunde in einem GIS abgebildet und f\u00fcr die Akteure im Rahmen des Nationalparks verf\u00fcgbar gemacht. Unter diesen sind besonders die auf der Basis eines digitalen Gel\u00e4ndemodells entwickelten \u00dcberflutungskarten zu erw\u00e4hnen.<br \/>\nEs kann kein Zweifel dar\u00fcber bestehen, dass der untersuchte Teil des DDNP weder den rechtlichen Normen Ungarns noch den internationalen Vorgaben f\u00fcr die Schutzkategorie Nationalpark entspricht; das ungarische Rechtsgutachten, das Bestandteil dieser Studie ist, konstatiert sogar einen \u0084verfassungswid-rigen Zustand\u0093. Ebenso werden Richtlinien der EU (Wasserrahmenrichtlinie, Natura2000-Richtlinien) ver-letzt. Selbst die immer noch sehr beachtliche, faktische Naturausstattung (Fauna, Flora, Vegetation, morphologischer Formenschatz, Gew\u00e4sser, Hydrodynamik usw.) bleibt deutlich hinter dem Potential zu-r\u00fcck, ihr Fortbestand ist gef\u00e4hrdet und unterliegt schleichenden, aber permanenten Verlusten.<br \/>\nNachfolgend aufgef\u00fchrte Empfehlungen f\u00fcr die L\u00f6sung der Einzelprobleme werden solange St\u00fcckwerk bleiben, wie die Ungarische Regierung keine klaren politischen Entscheidungen f\u00fcr den Nationalpark, das hei\u00dft konkret f\u00fcr den absoluten Vorrang der Naturerhaltung und f\u00fcr die vom Menschen weitgehend ungest\u00f6rten Naturentwicklung (Prozessschutz) vor allen wirtschaftlichen Nutzungen, vor allem vor der Forst- und Jagdwirtschaft, trifft. Das schlie\u00dft den Menschen keineswegs aus dem Gebiet aus, im Gegenteil. Das Gebiet wird dann f\u00fcr einen durchdachten und nachhaltigen \u00d6kotourismus weit attraktiver als bisher sein. Diese Entscheidungen sind bisher nicht gefallen. Der dort wirtschaftenden Gemenc AG ist kein Vorwurf zu machen. Sie handelt gem\u00e4\u00df ihrem Auftrag und strebt daher den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens an; sie geht sogar \u00fcber ihren Auftrag hinaus und versucht, Ziele des Naturschutzes soweit zu ber\u00fccksichtigen, wie es die betriebswirtschaftlichen Erfordernisse erlauben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Unter der Voraussetzung, dass die notwendigen politischen Grundsatzentscheidungen fallen, mu\u00df das Untersuchungsgebiet als \u0084Entwicklungsnationalpark\u0093 eingestuft und behandelt werden. Ein nationalpark-konformer Zustand muss also erst erreicht werden. Dies ist ein langfristiger Prozess. Die folgenden Empfehlungen sind nicht nur Schritte auf diesem Weg, sondern werden nach unserer \u00dcberzeugung zu einer wesentlichen Verbesserung der Situation beitragen. Sie sind nur erste Schritte \u0096 weitere m\u00fcssen folgen. Alle Vorschl\u00e4ge bed\u00fcrfen der Konkretisierung und sollten in einen Managementplan eingearbeitet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Entlang der s\u00fcdungarischen Donau nahe der St\u00e4dte Baja und Mohacs haben sich die gr\u00f6\u00dften zusammenh\u00e4ngenden Auw\u00e4lder Europas erhalten. Sie sind Teil des Donau-Drau-Nationalparks. Trotz dieses Schutzstatus bestimmen Jagd und Forstwirtschaft die Entwicklung der Auen-\u00d6kosysteme. Bis heute liegt kein Managementplan vor, wesentliche Grundlagenuntersuchungen zum Schutz und zur Entwicklung des Gebietes fehlen. 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