  {"id":24170,"date":"2023-07-13T15:25:08","date_gmt":"2023-07-13T13:25:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23988-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:08","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:08","slug":"23988-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23988-01\/","title":{"rendered":"Naturnaher Hochwasserschutz an der Hase in Hasel\u00fcnne-Eltern als Beitrag zur Revitalisierung der Haseauen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Hase ist auf ihrer Laufstrecke von 170 km in weiten Teilen ausgebaut, begradigt und eingedeicht worden. Obwohl im Unterlauf der Hase einige naturnahe Abschnitte erhalten geblieben sind, sind auch hier naturferne Ufer und Hochwasserdeiche vorherrschend. Die R\u00fcckverlegung des Hasedeiches auf einer L\u00e4nge von fast 2 km sowie die naturnahe Ufergestaltung und extensive Bewirtschaftung des neu erstandenen \u00dcberschwemmungsgebietes ist ein wesentlicher Schritt bei der Verbesserung des naturnahen Hochwasserschutzes im Hasetal. Auch die Umweltbildung wurde im Rahmen des Projekts durch den Bau eines Bibererlebnispfades gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf einer Fl\u00e4che von ca. 34 ha ist eine Deichr\u00fcckverlegung sowie die Anlage von f\u00fcnf Feuchtbiotopen durchgef\u00fchrt worden. Die Unterhaltungst\u00e4tigkeiten werden weitestgehend extensiviert. Der Naturhaushalt wird durch die Schaffung neuer, auetypischer Strukturen wesentlich aufgewertet und eigendynamische Prozesse des Flusses werden zugelassen. Durch die Verlegung des alten Deiches findet eine Aufwertung des Landschaftsbildes statt und Fluss und Aue werden wieder miteinander verbunden. Die Uferbe-reiche k\u00f6nnen sich naturnah entwickeln und die Feuchtbiotope bieten neuen Lebensraum f\u00fcr eine Vielzahl von heimischen Pflanzen- und Tierarten.<br \/>\nNeben den positiven Auswirkungen auf den Naturschutz hat das Projekt auch Einfluss auf den Hochwasserschutz der Region. Durch die Versetzung der Sommerdeiche werden neue \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen mit einer Gr\u00f6\u00dfe von ca. 28 ha und einem Retentionsvolumen von 400.000 m\u00b3 geschaffen. Hochwasserspitzen im Sommer, die die anliegenden landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen bedrohen, k\u00f6nnen somit entsch\u00e4rft werden. Die Fl\u00e4chen entlang der Hase haben wieder eine direkte Verbindung zum Flie\u00dfgew\u00e4sser und sollen sich zu einer Weichholzaue entwickeln bzw. als extensives Gr\u00fcnland genutzt werden. Die Bauma\u00dfnahmen sind im Juli 2006 fertig gestellt worden. Als n\u00e4chster Schritt wurden im Fr\u00fchjahr 2007 folgende Ma\u00dfnahmen  im Rahmen der<br \/>\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit durchgef\u00fchrt:<br \/>\n\tAuf dem neuen Ersatzdeich ist ein Fahrradweg gebaut worden, der den Besucher einen hervorragenden Blick auf das Projektgebiet bietet.<br \/>\n\tAuf dem Deich wurde weiterhin ein Gew\u00e4ssererlebnispfad (mit dem Schwerpunktthema Biber) errichtet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als Vorbereitung zu den gew\u00e4sserbaulichen Ma\u00dfnahmen musste ein Plangenehmigungsverfahren beim NLWKN in Oldenburg durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nDie Antragsunterlagen sind im Fr\u00fchjahr 2006 fertig gestellt und dem NLWKN zur Verf\u00fcgung gestellt worden. Eine Genehmigung der beantragten Ma\u00dfnahmen erfolgte Ende April 2006. Die Bauma\u00dfnahmen wurden parallel ausgeschrieben und die Ausschreibungsunterlagen wurden vom RPA des Landkreises Emsland gepr\u00fcft. Nach Pr\u00fcfung der Ausschreibungsunterlagen und Erhalt der wasserrechtlichen Ge-nehmigung konnte der Auftrag im Mai 2006 vergeben werden. In den Monaten Mai 2006 bis Juli 2006 sind die Bauma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt worden. Eine Schlussabnahme der Bauma\u00dfnahmen erfolgte am 05.10.2006. Beanstandungen gab es keine.<br \/>\nIm Februar 2006 ist au\u00dferdem eine beschr\u00e4nkte Ausschreibung zur Planung und Erstellung des Gew\u00e4ssererlebnispfades erfolgt. Das Ergebnis der Ausschreibung wurde vom RPA des Landkreises Emsland gepr\u00fcft.<br \/>\nIm Herbst 2006 sind zusammen mit dem B\u00fcro Cognitio aus Niedenstein die Tafeln und interaktiven Standorte des Bibererlebnispfades entwickelt worden. Bereits im Dezember 2006 sind die z. T. mit Klappen ausgestatteten Tafeln, die Camera natura, das Fernrohr und ein Modell zur Hochwassersimulation an der Hase geliefert worden.<br \/>\nIm Fr\u00fchjahr 2007 sind die einzelnen Stationen auf dem neuen Deich installiert worden. Weiterhin sind eine Biberburg aus Weidenholz sowie ein weiteres Feuchtbiotop und ein Aussichtsh\u00fcgel gebaut worden. Zudem sind Biberattrappen aus Holz entlang des Lehrpfades zu entdecken.<br \/>\nEine besondere Attraktion f\u00fcr die Kinder ist das Hochwassermodell am Projektgebiet. Auf einer 2,20 m x 1,20 m gro\u00dfen Platte ist der Verlauf der Hase von Hasel\u00fcnne bis Meppen einschlie\u00dflich der ungef\u00e4hren Gel\u00e4ndeh\u00f6hen simuliert. Mit Hilfe einer Handschwengelpumpe kann man nun Wasser in die Hase leiten und mittels eines Schiebers verschiedene Hochwasserereignisse (10-j\u00e4hriges und 100-j\u00e4hriges Hochwasser) nachstellen. Der Lehrpfad ist im Mai 2007 er\u00f6ffnet worden und erfreut sich in den ersten Wo-chen einer au\u00dferordentlichen Beliebtheit.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit wird durch den Erlebnispfad umfassend \u00fcber das Projekt und die Ziele informiert. Um die Bewohner und Besucher des Hasetals auf den Erlebnispfad aufmerksam zu machen, sind verschiedene Pressemitteilungen in den \u00f6rtlichen Zeitungen erfolgt bzw. geplant. Ein Faltblatt \u00fcber das Projektgebiet ist erstellt worden und liegt bei den verschieden Tourismusverb\u00e4nden (u. a. Zweckverband Hasetal, Emsland-Touristik), am Campingplatz sowie beim Landkreis und in den St\u00e4dten aus. Auch die Kanuverleiher und Caf\u00e9s entlang der Hase erhalten Exemplare des Faltblattes.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Bauma\u00dfnahmen sind ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen des Gesamtkonzeptes Revitalisierung der Haseauen. Die Ufer- und Auebereiche am Hase-Unterlauf k\u00f6nnen sich in den folgenden Jahren naturnah und weitestgehend ungest\u00f6rt entwickeln. Es gibt ausgedehnte Sukzessionsfl\u00e4chen, die sich zur Weichholzaue entwickeln und extensive Gr\u00fcnl\u00e4nder, die vorrangig mit Extensivrassen (Schottische Hochlandrinder) beweidet werden.<br \/>\nDas Projekt Naturnaher Hochwasserschutz an der Hase in Hasel\u00fcnne-Eltern sollte urspr\u00fcnglich auch den Wiederanschluss von zwei Hase-Altarmen \u00f6stlich von Hasel\u00fcnne beinhalten. Das Vorhaben konnte wegen der Widerst\u00e4nde eines betroffenen Eigent\u00fcmers nicht umgesetzt werden.<br \/>\nDa alle Vorhaben entlang der Hase nur mit Einverst\u00e4ndnis der Eigent\u00fcmer durchgef\u00fchrt werden, mussten nach der Absage neue Wege zur F\u00f6rderung eines naturnahen Hochwasserschutzes gefunden werden.<br \/>\nDie nun durchgef\u00fchrten Bauma\u00dfnahmen werden sich in den n\u00e4chsten Jahren positiv auf den Naturhaushalt der Hase auswirken. Es ist ein weiterer Schritt f\u00fcr einen verbesserten Biotopverbund an der Hase.<br \/>\nDas Projektgebiet erg\u00e4nzt das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben Hasetal, da nun auch \u00f6stlich der Stadt Hasel\u00fcnne zusammenh\u00e4ngende extensiv genutzte Auenabschnitte zu finden sind, die sich eigendynamisch entwickeln k\u00f6nnen. Auch der Biber wird weiterhin seinen Beitrag zur Gestaltung der Landschaft leisten k\u00f6nnen.<br \/>\nZur besseren Information der Anwohner und Besucher des Hasetals kann der Bibererlebnispfad einen wertvollen Beitrag leisten. Er gibt allen Interessierten Einblicke in das Leben am Fluss. Der Verein zur Revitalisierung der Haseauen e. V. und die Landkreise entlang der Hase werden auch zuk\u00fcnftig an der Realisierung weiterer Projektideen arbeiten. Die n\u00e4chsten Ma\u00dfnahmen zur Revitalisierung der Haseauen sind bereits in Planung. In der Samtgemeinde Bersenbr\u00fcck sollen weitere Deichr\u00fcckbauma\u00dfnahmen folgen. Der zust\u00e4ndige Landkreis Osnabr\u00fcck ist an den Planungen federf\u00fchrend beteiligt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Hase ist auf ihrer Laufstrecke von 170 km in weiten Teilen ausgebaut, begradigt und eingedeicht worden. Obwohl im Unterlauf der Hase einige naturnahe Abschnitte erhalten geblieben sind, sind auch hier naturferne Ufer und Hochwasserdeiche vorherrschend. 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