  {"id":23942,"date":"2024-11-27T10:36:54","date_gmt":"2024-11-27T09:36:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23186-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:57","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:57","slug":"23186-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23186-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines integrativen Planungs- und Bauprozesses f\u00fcr nachhaltigen Schulbau am Beispiel des Berufskollegs Recklinghausen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit dem oben genannten Projekt wird anhand des Bauvorhabens der Berufskollegs Recklinghausen modellhaft aufgezeigt, wie durch die kommunikative Pr\u00e4senz differenzierte Inhalte f\u00fcr unterschiedlichste Adressaten vermittelt und damit die Akzeptanz und Verbreitung des \u00f6kologischen Schulbaus etabliert werden. Dazu wurde ein systematischer, integrativer Planungs- und Bauprozess entwickelt. Zur \u00dcbertragbarkeit wurden in den Bereichen der Planung, der Bauausf\u00fchrung und der Nutzung jeweils typische Problemfelder identifiziert und L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten innerhalb dieser Problemfelder dargestellt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Entwicklung des integrativen Planungs- und Bauprozesses, untergliedert in einzelne Ma\u00dfnahmen, wurde durch das kommunikative Konzept unterst\u00fctzt, welches sich an ein sehr breites Spektrum von Adressaten (Architekten, Fachplaner, Studenten, interessierte B\u00fcrger, Lehrer und Sch\u00fcler) wendet. Die inhaltliche Struktur wurde so offen aufgebaut, dass unterschiedlichen Nutzergruppen entsprechend ihres Interesses und Vorwissens Informationsangebote gegeben wurden.<br \/>\nAls Basis eines solchen offenen Systems dient die Internetpr\u00e4senz, die aktuell, interaktiv und jederzeit an jedem Ort verf\u00fcgbar ist. Sie wurde erg\u00e4nzt durch Vortr\u00e4ge, F\u00fchrungen, Rundschreiben und einer gedruckten Projekt-Brosch\u00fcre. Aufbauend auf der offenen und flexiblen Internetstruktur entstanden zwei Projekthandb\u00fccher. Eines in Form einer Drucksache, das andere online verf\u00fcgbar im Internet. Beide Projektb\u00fccher wirken als Meilensteine, die als haltbare und fassbare Objekte eine weitergehende Form des Zugangs und der Verbreitung erm\u00f6glichen.<br \/>\nIn einem ersten Projekthandbuch wurden Ziele, Parameter, Methoden und Konzepte dargestellt, w\u00e4hrend im zweiten Projekthandbuch der Prozess, die Ergebnisse sowie Nutzerhinweise und Nutzerfeedback hinzukommen. So entsteht im Zusammenhang von Projekthandbuch 1 und 2 mehr als eine Gebrauchsanweisung, n\u00e4mlich die M\u00f6glichkeit, dass aus einem ganzheitlichen Verst\u00e4ndnis eine nachhaltige Nutzerintegration entsteht.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus l\u00e4sst sich der integrative Prozess, der von der Planung \u00fcber den Bau bis in die Nutzung f\u00fchrt, in seiner Systematik klar nachvollziehen und damit auf Projekte mit \u00e4hnlichen Anspr\u00fcchen des nachhaltigen Bauens \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Vorfeld l\u00f6sten der Anspruch des Bauherrn nach einer wirtschaftlichen und gleicherma\u00dfen energetisch effizienten und umweltschonenden L\u00f6sung und das in einem Wettbewerbsverfahren pr\u00e4mierte Konzept starke Emotionen in der \u00d6ffentlichkeit und bei den politischen Entscheidungstr\u00e4gern aus. Der Bruch der Konventionen f\u00fcr das energetische und gestalterische Konzept wurde mit gro\u00dfer Skepsis verfolgt. Den im Raum stehenden Sorgen und Fragen konnten durch die transparente Vorgehensweise und die intensive Erl\u00e4uterung der Inhalte begegnet werden. Begleitet wurde der Prozess durch zahlreiche Gutachten und Untersuchungen zur fachlichen Untermauerung.<br \/>\nDer Berufsschulcampus ist nach Fertigstellung nicht nur problemlos in den Alltag des Kreises Recklinghausen integriert, sondern von den Nutzern mit Begeisterung in Besitz genommen worden. Bis auf den \u00fcblichen Anteil an Unzufriedenen tr\u00e4gt das Haustechnik- und Architekturkonzept einen wesentlichen Anteil an der Akzeptanz, das zeigen die R\u00fcckmeldungen der Betroffenen und der respektvolle Umgang mit den Geb\u00e4uden.<br \/>\nDer Architekturpreis Nordrhein-Westfalen 2011 bezeugt von fachlicher Seite die hohe Qualit\u00e4t als beispielgebend f\u00fcr einen Ort der Wissens- und Fertigkeitsvermittlung und -aneignung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekthandbuch 1 enth\u00e4lt als ersten Schritt der \u00d6ffentlichkeitsarbeit bereits alle Inhalte zum Architektur-, Energie- und Behaglichkeitskonzept. Ein animierter Architektur- und ein Energiefilm, fotorealistische Visualisierungen des Planungskonzepts und r\u00e4umliche Funktionsschemen zu L\u00fcftung und Betonkerntemperierung dienen der Veranschaulichung.<br \/>\nDer Planungs- und Ausf\u00fchrungsprozess war von zahlreichen \u00f6ffentlichen und nicht\u00f6ffentlichen Veranstaltungen zu den Zielen und dem Status quo in Form von PowerPoint-Pr\u00e4sentationen, Diskussionsrunden und Fragestunden begleitet.<br \/>\nEine intensive Nutzerbeteiligung diente nicht nur dem Abgleich der Planungsziele mit den funktionalen Anforderungen, sondern auch der Vorstellung des Energie- und Geb\u00e4udekonzepts.<br \/>\nW\u00e4hrend der Bauphase fanden mit Sch\u00fcler- und Auszubildenden-Gruppen Baustellenf\u00fchrungen statt. Die Baustelle selbst wurde von den technischen Ausbildungsberufen in den Ausbildungsplan integriert. F\u00fcr einen selbst entwickelten Space-Elevator mit Solarantrieb fand an einem Baukran ein Feldversuch statt.<br \/>\nEin Blog und eine Bilddatenbank dokumentieren den Ablauf des Planungs- und Bauprozesses chronologisch und thematisch und erlaubt einen interaktiven Austausch. Die Plattformen dienen als Multiplikatoren und gehen auf das Nutzerverhalten der jugendlichen Zielgruppe ein. Beide Medien erg\u00e4nzt ein online-basiertes Benutzerhandbuch 2, in dem die Ergebnisse und der Prozess zusammengefasst sind. Das breit gef\u00e4cherte Angebot aus leicht verst\u00e4ndlichen Erl\u00e4uterungen, Orientierungshilfen, vertieften Projektinformationen, zahlreichen Bildgalerien sowie Interviews mit Lehrern und Auszubildenden versucht ein breites Publikum anzusprechen. Der Vorteil gegen\u00fcber einem Printmedium ist die leichte Verf\u00fcgbarkeit und in der Folge eine breite Streuung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die R\u00fcckmeldung der Nutzer, die positive Aufnahme der \u00d6ffentlichkeitsdarstellung und die Betriebsergebnisse machen deutlich, dass bis auf einzelne zur Diskussion stehende architektonische Entscheidungen, Nutzungseinschr\u00e4nkungen von Beh\u00f6rdenauflagen oder des Betreibers und \u00fcbliche Ausf\u00fchrungsm\u00e4ngel die Ziele einer Synthese zwischen Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und Behaglichkeit erreicht wurden. Insbesondere die gute Lern- und Lehrbedingungen in einer sorgf\u00e4ltig austarierten Umgebung setzten neue Standards.<br \/>\nVoraussetzung f\u00fcr die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele war neben dem pers\u00f6nlichen Einsatz jedes einzelnen Projektbeteiligten ein breit aufgestelltes Planungsteam verschiedenster Disziplinen, das unter kritischer Beobachtung der \u00d6ffentlichkeit und der Entscheidungstr\u00e4ger eine Vielzahl von Einflussfaktoren untersucht und L\u00f6sungen entwickelt hat. Die simultanen Prozesse in Planung und Ausf\u00fchrung l\u00f6sten bei einigen Beteiligten den Lernprozess aus, den eigenen Beitrag immer in den Kontext mit den Aspekten anderer Disziplinen zu stellen.<br \/>\nDas Ergebnis macht aber auch deutlich, dass die Einsparungen an Ressourcen im Betrieb nur mit einem hohen Aufwand in der Planung und Umsetzung m\u00f6glich ist, der in der Regel nicht in dem zu leistenden Umfang honoriert wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit dem oben genannten Projekt wird anhand des Bauvorhabens der Berufskollegs Recklinghausen modellhaft aufgezeigt, wie durch die kommunikative Pr\u00e4senz differenzierte Inhalte f\u00fcr unterschiedlichste Adressaten vermittelt und damit die Akzeptanz und Verbreitung des \u00f6kologischen Schulbaus etabliert werden. Dazu wurde ein systematischer, integrativer Planungs- und Bauprozess entwickelt. 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