  {"id":23920,"date":"2026-03-18T10:32:05","date_gmt":"2026-03-18T09:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23099-01\/"},"modified":"2026-03-18T10:32:05","modified_gmt":"2026-03-18T09:32:05","slug":"23099-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23099-01\/","title":{"rendered":"Nationalpark Bayerischer Wald\/Sumava: Deutsch-Tschechisches Waldarbeitscamp"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der zwei Projektwochen ist einerseits das Bed\u00fcrfnis vieler Menschen aktiv etwas gegen Umweltzerst\u00f6rung zu tun und dabei Natur hautnah zu erleben. Andererseits gibt es in vielen Bereichen noch Bedarf an praktischer Naturschutzarbeit. Zum dritten besteht auch heute, 16 Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhangs, noch immer eine gewisse Skepsis und Voreingenommenheit zwischen Deutschen und Tschechen.<br \/>\nDementsprechend ergeben sich drei Hauptziele: Umweltbildung: Durch die intensive Begegnung der Teilnehmer mit Natur sowie Gespr\u00e4che untereinander, mit den Leitern und Nationalparkmitarbeitern wird auf zwanglose Weise eine Auseinandersetzung und Reflexion gef\u00f6rdert.<br \/>\nPraktischer Naturschutz: Die Teilnehmer leisten handfeste Naturschutzarbeit indem sie ein ehemaliges Hochmoor wieder in einen naturnahen Zustand versetzen.<br \/>\nV\u00f6lkerverst\u00e4ndigung: Durch gemeinsame Arbeit und Lagerleben von Tschechen und Deutschen kommt es zu einem intensiven Austausch auf pers\u00f6nlicher Ebene.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVom 31.07. bis 13.08.05 findet das Deutsch-Tschechische Waldarbeitscamp statt. Jeweils eine Woche lang verbringen 10 deutsche und 10 tschechische Freiwillige (Erwachsene) im Nationalpark Bayerischer Wald, um gemeinsam das teilweise entw\u00e4sserte Hochmoor Markfilz auf der deutsch-tschechischen Grenze zu renaturieren. Die naturschutzfachliche Leitung liegt bei den Nationalparken Bayerischer Wald und \u0160umava. Die Teilnehmer sind forstliche Laien und werden bei ihrer Arbeit von Nationalparkmitarbeitern und einem Bergwaldprojekt-F\u00f6rster unterst\u00fctzt. Der Entw\u00e4sserungsgraben im zentralen Teil des Hochmoors wird mit mehreren h\u00f6lzernen Spundw\u00e4nden gesperrt und so weit als m\u00f6glich mit organischem Material (Holz-Hackschnitzel, Totholz) verf\u00fcllt.<br \/>\nDie Arbeit ist jedoch nur Mittel zum Zweck. Hauptziele sind Umweltbildung und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung. Zum einen f\u00fchrt die gemeinsame praktische Arbeit zu direktem und handfestem Kontakt zur Natur und zu den anderen Teilnehmern. Die Unterbringung in einer einfachen H\u00fctte ohne Strom und flie\u00dfend Wasser erm\u00f6glicht eine Reflexion heutiger Lebensstandards. Der Lagerkoch bereitet die Mahlzeiten vollwertig und vegetarisch, wenn m\u00f6glich aus \u00f6kologischen Lebensmitteln aus der Region zu und zeigt so auch in diesem Bereich Alternativen zum heutigen Konsumstil auf. Der pers\u00f6nliche Kontakt zu den Teilnehmern w\u00e4hrend einer ganzen Woche erm\u00f6glicht eine intensiven Austausch sowohl zwischen den Teilnehmern selbst, als auch zwischen Teilnehmern, BWP-F\u00f6rster und NP-Mitarbeitern. Ein allabendlicher Tschechisch-Deutsch-Sprachworkshop soll den Kontakt zwischen den Nationalit\u00e4ten erleichtern. Ein Lichtbildervortrag zu Beginn der Woche sowie die Abschlu\u00dfexkursion am Ende runden den Arbeitseinsatz ab und binden ihn f\u00fcr die Teilnehmer in einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang ein.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Wie geplant wurden vom 31.07.-13.08.05 2Projektwochen im Nationalpark Bayerischer Wald\/\u0160umava durchgef\u00fchrt<br \/>\nEntsprechend der dreigeteilten Zielsetzungen stellen sich die Ergebnisse dar:<\/p>\n<p>Umweltbildung:<br \/>\nin der ersten Woche nahmen 10 deutsche und 12 tschechische Teilnehmer, in der zweiten Woche 8 Tschechen und 5 Deutsche an dem Projekt Teil. Angemeldet hatten sich jeweils 11 TN in jeder Woche. Die TN hatten entsprechend des Konzepts die gesamte Woche die M\u00f6glichkeit hautnah Naturerfahrung zu machen. Jeweils am Montag kl\u00e4rte Karl-Heinz Engelmeyer die Teilnehmer \u00fcber den Nationalparkgedanke und den Zweck der Arbeit auf. Mitte der Woche kam jeweils Frau Buvkova vom NP \u0160umava und brachte den TN die \u00d6kologie und Funktion der Hochmoore im B\u00f6hmerwald nahe. Die Woche klang am Freitag mit einer Exkursion durch den Bayerischen Nationalpark aus. Herr Hartmut Strunz (Abteilung Naturschutz) \u00fcbernahm die F\u00fchrung am 05.08, am 12.08. leitete uns Rainer Simonis (Nationalpark-F\u00f6rster). Daneben kam es immer wieder zu interessanten Gespr\u00e4chen und Diskussionen sowohl zwischen den Teilnehmern untereinander, als auch mit den Vertretern der Nationalparke und des Bergwaldprojekts.<\/p>\n<p>Praktischer Naturschutz:<br \/>\nNach Vorgaben der beiden Nationalparke bauten die Teilnehmer unter Anleitung eines Nationalpark-F\u00f6rsters, zweier Waldarbeiter und des BWP-F\u00f6rsters insgesamt 14 Spundw\u00e4nde und legten somit auf gesamter L\u00e4nge des Grabens die Entw\u00e4sserungswirkung lahm. Nach den ersten kr\u00e4ftigen Regenf\u00e4llen in der Mitte der ersten Woche zeigte sich bereits die Stauwirkung. Des Weiteren wurden rund 70m\u00b3 Holzhackschnitzel in die Gr\u00e4ben gef\u00fcllt und ein einfacher Bohlensteg entlang der Grenze gebaut um Trittsch\u00e4den w\u00e4hrend der Bauarbeiten und sp\u00e4ter auch durch Wanderer zu vermeiden. Nachdem zum Ende der ersten Woche bereits absehbar war, da\u00df der Arbeitsumfang zu gering war, f\u00fchrte ein kleines Team unter Aufsicht des BWP-Praktikanten (Armin Sachs) im Randbereich des Nationalparks Borkenk\u00e4ferbek\u00e4mpfung mit Handwerkzeugen durch (F\u00e4llung, Astung, Entrindung).<br \/>\nVon Nationalparkseite war die Moorrenaturierung urspr\u00fcnglich f\u00fcr zwei Projektsaisonen eingeplant. Trotz verk\u00fcrzter Woche (je 4 Arbeitstage) und Ausweicharbeit wurde der gesamte Arbeitsumfang bereits in diesem Jahr realisiert.<\/p>\n<p>V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung:<br \/>\nDas Zusammenleben und Arbeiten der Deutschen und Tschechen lief ohne gro\u00dfe Probleme. Trotz Verst\u00e4ndigungsschwierigkeiten bildeten sich auch ohne Anleitung immer wieder gemischte Arbeitsteams sowohl auf der Baustelle als auch an der H\u00fctte. Der Sprachworkshop der jede Woche an drei Abenden stattfand wurde von fast allen TN angenommen und rief durchwegs ein positives Echo hervor. Insbesondere in der ersten Woche verbrachten die Teilnehmer viel gemeinsame Zeit bei Gespr\u00e4chen, Diskussionen und Gesang am abendlichen Lagerfeuer.<\/p>\n<p>Zusammengefa\u00dft l\u00e4\u00dft sich sagen, da\u00df das Projekt in allen drei Bereichen erfolgreich durchgef\u00fchrt wurde und die Erwartungen die in das Projekt gesetzt wurde voll erf\u00fcllt wurden. Was die Arbeitsleistung betrifft haben wir insbesondere die Zielvorgaben des NP Bayerischer Wald was Menge und Qualit\u00e4t betrifft bei weitem \u00fcbertroffen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durch den Pressetag am Mittwoch den 10. August kam es zu einigen Berichten in tschechischen Medien, sowie in der Grafenauer Zeitung. Im Anhang finden Sie die Zusammenstellung des tschechischen Medienechos durch Radka Jarou\u0161kova sowie der Artikel aus der Grafenauer Zeitung.<br \/>\nDer Abschlu\u00dfbericht wird au\u00dferdem auf der Homepage des Bergwaldprojekts pr\u00e4sentiert und Hnuti Duha zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das erste Tschechisch-Deutsche Waldarbeitscamp lief trotz einiger anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten sehr erfolgreich ab. Die Arbeits- und Bildungsziele wurden erreicht, zum Teil weit \u00fcber die Erwartung hinaus erf\u00fcllt. Auch wenn im kommenden Jahr kein Folgeprojet stattfinden sollte werden wir eine Fortf\u00fchrung in den n\u00e4chsten Jahren anstreben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der zwei Projektwochen ist einerseits das Bed\u00fcrfnis vieler Menschen aktiv etwas gegen Umweltzerst\u00f6rung zu tun und dabei Natur hautnah zu erleben. Andererseits gibt es in vielen Bereichen noch Bedarf an praktischer Naturschutzarbeit. 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