  {"id":23904,"date":"2024-11-27T10:36:54","date_gmt":"2024-11-27T09:36:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23025-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:56","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:56","slug":"23025-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23025-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Pilotmoduls f\u00fcr ein praxisorientiertes Weiterbildungsangebot f\u00fcr kommunale Angestellte Umweltschutz und nachhaltige Regionalentwicklung in der Slowakei"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die f\u00fcr die Konzeption des Weiterbildungsangebots relevante Umweltsituation in der Slowakei war ge-pr\u00e4gt von einer Umstrukturierung hin zu einer offenen Marktwirtschaft nach westlichem Muster. So wurden in den Jahren 2002-2004 im Rahmen des politisch-administrativen Dezentralisationsprozesses mehr als 400 Kompetenzen der Staatsverwaltung auf Gemeinden und H\u00f6here Gebietsk\u00f6rperschaften \u00fcbertragen. Somit bestand die Chance, zu einem g\u00fcnstigen Zeitpunkt Steuerungsstrategien und Instrumente zur Entwicklung einer kommunalen Umweltpolitik zu implementieren, um die sich abzeichnenden Fehlentwicklungen &#8211; insbesondere in Kernbereichen wie der kommunalen Abfallwirtschaft, Industrie- und Sied-lungsentwicklung sowie der Raumplanung &#8211; zu verhindern.<br \/>\nDas Vorhaben zielte darauf ab, in Zusammenarbeit mit dem Department f\u00fcr Landschafts\u00f6kologie der Comenius Universit\u00e4t Bratislava und der Slowakischen Assoziation der St\u00e4dte und Gemeinden (ZMOS) ein universit\u00e4res Weiterbildungsangebot f\u00fcr Angestellte von Kommunen, Regional- und Bezirks\u00e4mtern in der Slowakei zu entwickeln und zu erproben. Auf diese Weise sollte ein praxisorientiertes Instrument zur Verf\u00fcgung gestellt werden, das die zukunftsf\u00e4hige Entwicklung im Rahmen vielf\u00e4ltiger Umweltschutzaktivit\u00e4ten auf lokaler und regionaler Ebene unterst\u00fctzt. Weiterhin war die Entwicklung einer bilateralen<br \/>\nHochschulkooperation im Bereich anwendungsorientierter Nachhaltigkeitskommunikation auf europ\u00e4ischer Ebene intendiert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr das Studienprogramm wurden Lehrmaterialien entwickelt, die dem Erwerb strategischer Kernkompe-tenzen f\u00fcr die Gestaltung einer nachhaltigen Umweltentwicklung dienten. Zus\u00e4tzlich fanden je Kursdurchlauf zwei jeweils zweit\u00e4gige Pr\u00e4senzphasen in den Regionen der Ost-, Zentral- und Westslowakei statt, die von der Comenius Universit\u00e4t in Kooperation mit ZMOS organisiert wurden. Schlie\u00dflich waren zwei mehrt\u00e4gige Studienreisen, die die Teilnehmer nach Deutschland f\u00fchrte und die von Seiten des Instituts f\u00fcr Umweltkommunikation organisiert wurden, Bestandteil des Studienprogramms.<br \/>\nAls mittelfristiger Effekt wird erwartet, dass sich die Umweltsituation in der Slowakei aufgrund des erwei-terten Wissensstandes kommunaler Akteure und Entscheidungstr\u00e4ger deutlich verbessert. F\u00fcr die Universit\u00e4t L\u00fcneburg wurden durch die Kooperation mit den slowakischen Partnern Potenziale f\u00fcr ein inten-siveres Engagement im mittel- und s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Raum erschlossen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Studienprogramm wurde w\u00e4hrend der Projektlaufzeit zweimal durchgef\u00fchrt. Insgesamt nahmen 96 Teilnehmer an dem Weiterbildungsangebot teil. Zum \u00fcberwiegenden Teil handelte es sich dabei um gew\u00e4hlte Repr\u00e4sentanten von Kommunen, w\u00e4hrend ein gutes Drittel in verschiedenen Bereichen des kommunalen und regionalen Umweltschutzes als Angestellte arbeiteten. Frauen waren nur zu gut einem Viertel und damit deutlich seltener vertreten als m\u00e4nnliche Teilnehmer. Bez\u00fcglich der regionalen Herkunft wurde das Ziel erreicht, Interessierte zu m\u00f6glichst gleichen Teilen aus den verschiedenen Regionen der Ost-, West- und Zentral-Slowakei f\u00fcr eine Teilnahme zu gewinnen. Die Gr\u00f6\u00dfe der Kommunen, aus denen die Teilnehmenden stammten, schwankte dabei zwischen 382 und ca. 93.000 Einwohnern.<br \/>\nAus den insgesamt sehr positiven Reaktionen der Teilnehmer auf das Weiterbildungsangebot wird deutlich, dass mit der Entwicklung und Implementierung dieses berufsbegleitenden Fernstudiums ein n\u00fctzliches und sinnvolles Instrument zur Entwicklung von Personalkapazit\u00e4ten auf der lokalen und regionalen Ebene der Umweltverwaltungen in der Slowakei entstanden ist. Als sehr erfreuliche Tatsache ist zu werten, dass nahezu alle Teilnehmer dieses Studium ihren Freunden und Kollegen empfehlen w\u00fcrden (bzw. teilweise haben sie es schon gemacht). Zudem w\u00e4ren sie allesamt an einer Fortsetzung der Weiterbildung interessiert. Neben den intendierten formalen Projektzielen lassen sich eine Reihe weiterer informeller Lernprozesse nennen, die als willkommene Nebeneffekte zum Gelingen des Vorhabens beitrugen.<br \/>\n\tAn der Erstellung der Studienmaterialien waren Experten von mehreren Institutionen aus der gesamten Slowakei beteiligt. Dies wird als gro\u00dfer Erfolg gewertet, weil es bisher nur \u00e4u\u00dferst selten gelang, Fachleute aus dem ganzen Land f\u00fcr ein gemeinsames Projekt zu gewinnen.<br \/>\n\tIm Rahmen des Projekts entstanden fachbezogene Partnerschaften sowohl unter den Teilnehmern der verschiedenen slowakischen Regionen als auch zwischen Teilnehmern und Dozenten.<br \/>\n\tAn der Comenius Universit\u00e4t flossen die Ergebnisse des Projekts auch in andere Ausbildungsg\u00e4nge ein &#8211; beispielsweise in den Studiengang Geographie in der \u00f6ffentlichen Verwaltung sowie das Projekt Umweltbezogene Weiterbildung f\u00fcr Lehrer der Mittelschulen.<br \/>\nWichtiger Bestandteil des Bildungsmodells waren die Studienreisen nach Deutschland. Die Teilnehmer der beiden Exkursionen sch\u00e4tzen daran vor allen Dingen, sich durch Anschauungsbeispiele vor Ort und den direkten Austausch mit Berufskollegen und praxisorientierten Experten mit Wegen zur L\u00f6sung von Umweltproblemen in Niedersachsen vertraut zu machen und diese vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen zu reflektieren. An diesem essentiellen Programmbestandteil manifestiert sich jedoch zugleich auch ein zentrales Problem. Da die Weiterf\u00fchrung auf Basis des bisher laufenden Modells nach gegen-w\u00e4rtigem Stand der Dinge kaum zu realisieren sein wird, ist \u00fcber alternative Formen der Fortsetzung nachzudenken.  Auch selbsttragende Finanzierungsoptionen sind vor dem Hintergrund der gegenw\u00e4rtigen desolaten finanziellen Situation der in den Kommunen Besch\u00e4ftigten kaum denkbar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>ZMOS hat \u00fcber die ihr zur Verf\u00fcgung stehenden Organisationsstrukturen und Informationskan\u00e4le (d.h. Umweltsektion, ZMOS-Pr\u00e4sidium, ZMOS-Rat, regionale Verb\u00e4nde der St\u00e4dte und Gemeinden) seine Mitglieder \u00fcber die Projektvorbereitung in Kenntnis gesetzt und bei seiner Klientel f\u00fcr die Teilnahme geworben. Die Projektbeteiligten der beiden beteiligten Universit\u00e4ten stellten das Vorhaben in einer Reihe von Vortr\u00e4gen und Publikationen vor. Das Umweltministerium wurde stetig \u00fcber Projektvorbereitung und -verlauf auf dem Laufenden gehalten; vornehmliche Ansprechpartner waren dabei die Abteilungen f\u00fcr Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung und f\u00fcr Landschaftsplanung. In ausf\u00fchrlicher Form wurde im Rahmen einer Sitzung der Kommission f\u00fcr Umweltausbildung (gemeinsames Gremium von Umwelt- und Schulwesenministerium) berichtet. Nicht zuletzt fand das Projekt auch im Fernsehen Erw\u00e4hnung &#8211; im Januar 2006 sendete der Lokalsender der Stadt Moldava nad Bodvou einen Bericht.Schlie\u00dflich wurde eine Kurzfassung der Studienmaterialien in Form eines Handbuchs erstellt, da eine derartige \u00fcbersichtliche und in der allt\u00e4glichen Praxis der Selbstverwaltung nutzbare Publikation zur Umwelt- und Nachhaltigkeitsproblematik bis heute in der Slowakei fehlt. Dies Kompendium soll den Besch\u00e4ftigten aller slowakischen Kommunalverwaltungen per Internet zug\u00e4nglich gemacht werden und dar\u00fcber hinaus auch als CD zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Also positives Fazit l\u00e4sst sich festhalten, dass die beiden slowakischen Partner (Comenius Universit\u00e4t und ZMOS) \u00fcber die Projektlaufzeit hinaus eine Fortf\u00fchrung ihrer Zusammenarbeit auf dem Feld des kommunalen Umweltschutzes und der nachhaltigen Regionalentwicklung vereinbart haben, um gemein-sam nach zukunftsf\u00e4higen Wegen der Weiterbildung zu suchen. Optimistisch stimmt zudem die folgende Erkenntnis: Auch wenn wegen des gerade einmal drei Jahre zur\u00fcckliegenden EU-Beitritts der Slowakei bestimmte zeitliche, technologische, rechtliche und vor allem finanzielle Vorerfahrungen auf Seiten der Bundesrepublik Deutschland bestehen, kann man auf der Basis der erzielten Projektergebnisse davon ausgehen, dass die erworbenen Erkenntnisse der Selbstverwaltung eine gutes St\u00fcck zur Verkleinerung dieses Abstands im Bereich des Umwelt- und Umweltschutzes beigetragen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die f\u00fcr die Konzeption des Weiterbildungsangebots relevante Umweltsituation in der Slowakei war ge-pr\u00e4gt von einer Umstrukturierung hin zu einer offenen Marktwirtschaft nach westlichem Muster. 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