  {"id":23871,"date":"2023-07-13T15:24:19","date_gmt":"2023-07-13T13:24:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22936-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:22","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:22","slug":"22936-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22936-01\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4vention &#8211; Vermeidung von Schadstoffen in Museen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Schadstoffvermeidung im Museum, die \u0082passive Konservierung, kann durch Mitarbeiter in Museen allein nicht mehr umgesetzt werden. Ein Gro\u00dfteil des hierf\u00fcr notwendigen Fachwissens ist au\u00dferhalb der Museen angesiedelt (u.a. Architekten, Vitrinenbauer, Klima). Die Tagung sollte bei Museumspersonal und unterschiedlichen Berufsgruppen die Verantwortung in diesem Bereich bewusst machen und Kompetenzen erweitern helfen. Die Tagung zielte somit auf eine Sensibilisierung f\u00fcr die Anwendung museumsgerechter Techniken und Werkstoffe und sollte damit den umweltfreundlichen Bereich in Museen st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie acht Referenten kamen aus Hochschulen, Museen und der Wirtschaft. Behandelt wurden neben Klima, Werkstoffbeurteilung auch Vitrinenbau. Breiter Raum war der Darstellung des Einflusses von Schadgasen auf Kulturg\u00fcter gegeben. Dargestellt wurde auch die Schwierigkeit, umweltfreundliche Werkstoffe im Museum einzusetzen sowie die planerischen und fachlichen Aspekte der Pr\u00e4vention bei Neueinrichtungen von Museen zu ber\u00fccksichtigen.<br \/>\nDie Darstellung aus Wissenschaft und Praxis gab die aktuellen Probleme in der passiven Konservierung wieder. Die Tagungsteilnehmer nutzten die gebotenen Diskussionszeiten zum Informations- und Meinungsaustausch.<br \/>\nDie Podiumsdiskussion am Ende der Tagung bot sowohl den Referenten als auch den Tagungsteilnehmern im R\u00fcckblick auf die Veranstaltung  Gelegenheit, Statements abzugeben oder gezielt Fragen zu stellen. Hieraus  entwickelten sich Diskussionen, die Probleme der pr\u00e4ventiven Konservierung sowohl in ihrer Zielrichtung als auch in ihrer Umsetzung mit der freien Wirtschaft unter neuen Aspekten erscheinen lie\u00df.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Tagung hat bei allen Berufsgruppen mit 113 Teilnehmern Interesse gefunden und wurde als sehr erfolgreich bezeichnet. Die Entt\u00e4uschung einiger Teilnehmer, die sich pr\u00e4zise Informationen zu museumstauglichem Material erwartet hatten, ist kein Zeichen f\u00fcr eine Erfolglosigkeit der Tagung, sondern spiegelt die augenblickliche unbefriedigende Situation der pr\u00e4ventive Konservierung in Museen wieder.<br \/>\nGerade die nicht erf\u00fcllten Erwartungen sind das positive Ereignis der Tagung! Sie haben die L\u00fccken, bzw. Richtungen aufgezeigt, die eine aktive Schadstoffvermeidung im Museum zuk\u00fcnftig gehen muss. <\/p>\n<p>Die Verwirklichung stabiler Klimata als unausweichliche Voraussetzung der Pr\u00e4vention ist noch immer ein gro\u00dfes Problem. Mit gro\u00dfen Anstrengungen wird versucht, exogene und endogene Schadstoffe in Museen wirkungsvoll zu mindern. Trotz punktueller Erfolge stellen dieses Bem\u00fchen keine systematische Pr\u00e4vention dar. Beprobungen von Werkstoffen in Museen  werden nach aktuellem Bedarf und finanziellen M\u00f6glichkeiten durchgef\u00fchrt. Wegen der Kurzlebigkeit der Produkte lassen sich hieraus keine Positivlisten f\u00fcr museumstaugliche Werkstoffe erstellen, die Anspruch auf Nachhaltigkeit erheben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Tagungsergebnis ist auch die Forderung nach Strategie\u00e4nderungen, f\u00fcr die entscheidende Voraussetzungen zu erf\u00fcllen sind:<br \/>\nDie Aus-, bzw. Fortbildung der in der passiven Konservierung besch\u00e4ftigten Personen muss sich \u00e4ndern. Hier ist entschieden vertiefte naturwissenschaftliche Bildung mit gleichzeitigen Kenntnissen in Konservierung und Restaurierung erforderlich. Ausbildungsstruktur und Hochschulart, an der die Bildung angesiedelte werden kann, ist strittig. Gleichzeitig besteht Meinungsverschiedenheit \u00fcber den zahlenm\u00e4\u00dfigen Bedarf solcher Fachleute.<\/p>\n<p>Mit einer Ver\u00e4nderung des Vertragsrechtes f\u00fcr Planer und Lieferanten sollte die Beweislast f\u00fcr museumstaugliche Produkte an die Produzenten weitergegeben werden. Damit wird die Verantwortung verschoben, doch sieht man hier die einzige M\u00f6glichkeit, die musealen \u0082Zulieferer in die Verantwortung einzubinden &#8211; eine Verantwortung, die selbstverst\u00e4ndlich nur in einem Diskurs mit den Museen wahrgenommen werden kann.<\/p>\n<p>Die von Museen und der freien Wirtschaft als dringlich angesehenen Positivlisten f\u00fcr Materialien lassen  sich nicht realisieren. Die st\u00e4ndig wechselnde Qualit\u00e4t industrieller Produkte bedingt kontinuierliche Kosten f\u00fcr Materialbeprobungen. Diese lassen sich auch nicht durch Pr\u00fcfung von Sicherheits-datenbl\u00e4ttern oder durch Vertrauen auf Umweltg\u00fctesiegel umgehen: Umweltvertr\u00e4glichkeit und Mu-seumstauglichkeit entsprechen  einander nicht.<\/p>\n<p>Ein neuer Weg in der Pr\u00e4vention wird in der Entwicklung eines rechtlich abgesicherten \u0082Museumsg\u00fctesiegels erkannt, doch wird an der Durchsetzung gezweifelt: Angesichts der Entwicklungskosten stellen Museen einen zu kleinen Markt dar. Es ist zu bef\u00fcrchten, dass sich an der derzeitigen Situation nichts \u00e4ndert, wenn keine rechtlich einwandfreien Werkstoffbeurteilungen entwickelt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Tagung wurde auf den Web Seiten des Germanischen Nationalmuseums und der Fachhochschule Erfurt sowie verschiedenen Museumsvereinen neben ca. 500 Einladungen bekannt gemacht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine Verbesserung der Umweltsituation in den Museen kann nur durch Bereitstellung von geeigneten Werkstoffen erreicht werden. Dies ist der Grundtenor der Tagung. Alle Berufsbereiche sehen sich hier in der Verantwortung und w\u00fcnschen sich weiterem Informations- und Meinungsaustausch.  Es darf aber nicht die Erwartungshaltung der Wirtschaft \u00fcbersehen werden, dass entscheidende Informationen und Richtlinien von den Museen zu erarbeiten seien. Die Umkehrung der Beweislast, nach der zuk\u00fcnftig der Planer oder Lieferant die Museumstauglichkeit der Produkte nachweisen muss, sehen die angesprochenen Gewerke mit Skepsis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Schadstoffvermeidung im Museum, die \u0082passive Konservierung, kann durch Mitarbeiter in Museen allein nicht mehr umgesetzt werden. Ein Gro\u00dfteil des hierf\u00fcr notwendigen Fachwissens ist au\u00dferhalb der Museen angesiedelt (u.a. Architekten, Vitrinenbauer, Klima). Die Tagung sollte bei Museumspersonal und unterschiedlichen Berufsgruppen die Verantwortung in diesem Bereich bewusst machen und Kompetenzen erweitern helfen. 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