  {"id":23827,"date":"2024-11-27T10:36:50","date_gmt":"2024-11-27T09:36:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22785-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:54","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:54","slug":"22785-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22785-01\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische und \u00f6konomische Bilanzierung einer optimierten Leitungsh\u00fclle (begehbarer Querschnitt) als monolithischer Ortbetontunnel am Beispiel eines Infrastrukturkanals f\u00fcr Medienkabel und -leitungen in der Stadt Speyer"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Begehbare Leitungsg\u00e4nge sind seit rund 140 Jahren bekannt. Anfangs waren diese gemauert, sp\u00e4ter als konventionelle Stahlbetonkonstruktion oder Fertigteil sowie in j\u00fcngster Zeit auch aus den Materialien Wellblech bzw. PE-HD ausgef\u00fchrt. Seit dieser Zeit ist auch die prinzipielle Vorteilhaftigkeit dieser Erschlie\u00dfungsform grunds\u00e4tzlich anerkannt. Alle diese unterschiedlichen Bauformen hatten jedoch den einen oder anderen spezifischen Nachteil, insbesondere &#8211; und dies gilt f\u00fcr alle bekannten Bauformen -, dass sie in der Anfangsinvestition zu teuer waren. Daher war es notwendig, der \u00f6kologischen und nachhaltigen Erschlie\u00dfungsform des begehbaren Leitungsgangs durch technische und kommerzielle Optimierung der baulichen H\u00fclle zu einer weiteren Verbreitung zu verhelfen und zu diesem Zweck die dazu not-wendigen Detailoptimierungen vorzunehmen.<br \/>\nDas Projekt sah folgende Arbeitsschritte vor:<br \/>\n&#8211;\tFinden der richtigen Betonrezeptur<br \/>\n&#8211;\tErmittlung der richtigen Faserbewehrung (kein Stahl !)<br \/>\n&#8211;\tArt und Umfang der notwendigen Verdichtung des Betons<br \/>\n&#8211;\tDie Nachbehandlung<br \/>\n&#8211;\tDie Optimierung der Schalungskonstruktion<br \/>\n&#8211;\tDie Ausgestaltung der Fugenkonstruktion sowie<br \/>\n&#8211;\tDie Optimierung der wasserdichten Wanddurchdringung, um die Hausanschl\u00fcsse<br \/>\nan den Kanal heranzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Methoden sollten angewandt werden: Internetrecherche, Literaturrecherche, Expertengespr\u00e4che, statische Untersuchungen, Bau eines Infrastrukturkanals als Pilotprojekt. Darauf aufbauend sollte baubegleitend durch die produktionsspezifischen Feststellungen im Dialog mit den ausf\u00fchrenden Mitarbeitern und den verschiedenen Lieferanten die weitere Optimierung durchgef\u00fchrt werden. Dabei war insbesondere den \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Nach Abschluss des 1. Bauabschnitts waren die Erkenntnisse zusammenzustellen und auszuwerten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass den unterschiedlichen Bauzust\u00e4nden besonderes Augenmerk gewidmet werden muss. Zum einen ist dem bei der monolithischen Bauweise kritischen \u00dcbergang zwischen Wandansatz und Weiterbetonieren besonders Rechnung zu tragen, da sonst bei der notwendigen Verdichtung der Boden noch einmal in Bewegung ger\u00e4t bzw. bei zu geringer Verdichtung an dieser \u00dcbergangsstelle eine weniger gute Verbundhaftung entsteht. Dieser Effekt ist von fr\u00fcher her auch unter dem Begriff Fr\u00fchst\u00fccksfuge bekannt. Weiter hat sich gezeigt, dass das Bauwerk recht bald verf\u00fcllt werden sollte, um die Bildung von thermischen Spannungsrissen zu vermeiden. Hier ist jedoch beim Einbau h\u00f6chste Sorgfalt zu wahren. Des Weiteren hat es sich als notwendig gezeigt, die Temperaturentwicklung im Beton einer besonderen Aufmerksamkeit zu unterwerfen, um die antinomischen Ziele einer Fr\u00fchausschalbarkeit ohne Bildung von Schwindrissen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Zu diesem Zweck wurde zum einen die Schalung teilweise isoliert, eine verfeinerte Nachbehandlungsmethode entwickelt und ein Betonreifecomputer angeschafft. Um die Umsetzung all dieser Ma\u00dfnahmen auf der Baustelle zuverl\u00e4ssig zu ge-w\u00e4hrleisten, wurde ein Qualit\u00e4tshandbuch aufgestellt, dessen Einhaltung der Bauleiter durch permanente \u00dcberwachung garantieren muss.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zusammen mit dem Bauforum Rheinland-Pfalz wurde eine gemeinsame Veranstaltung durchgef\u00fchrt, begleitet von einer intensiven Pressearbeit. Des Weiteren wurde eine Dom\u00e4ne Infrastrukturkanal.de reserviert, aber noch nicht mit Inhalt gef\u00fcllt. Unter www.bauforum.rlp.de lassen sich jedoch Informationen abrufen. Rund 40 Presseartikel sind bisher erschienen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nach den Ausf\u00fchrungen der Dupr\u00e8 Bau GmbH &#038; Co. KG waren im Zusammenhang mit der neuen Bauweise des Infrastrukturkanals im Projekt einige bautechnische Fragestellungen bzw. Probleme abzuar-beiten; die prinzipielle Machbarkeit des Kanalfertigungskonzeptes war aber von Beginn an grunds\u00e4tzlich nicht in Frage gestellt. Die entsprechenden Fragestellungen wurden in den Fachartikeln und -ver\u00f6ffentlichungen beschrieben. Angesichts der zun\u00e4chst aufgetretenen Betonspannungsrisse f\u00fchrten Zweifel bei der zust\u00e4ndigen Baubeh\u00f6rde der Stadt Speyer dazu, dass der Kanal im zweiten Bauabschnitt in bewehrter Bauweise ausgef\u00fchrt wurde. Aufgrund der mittlerweile vorliegenden Statiken und Gutachten muss je-doch eine Bewehrung auch f\u00fcr Standardeins\u00e4tze nicht mehr wiederholt werden. Gegebenenfalls weiter zu optimieren ist der Fasereinsatz, falls aufgrund h\u00f6herer thermischer Belastungen im Fall des Baues von Hochspannungstrassen dauerhaft Vorsorge gegen thermische Spannungsrisse geleistet werden muss. Im Fall einer Faserbewehrung kann der Produktivit\u00e4tsvorteil der Bauweise ohne Einschr\u00e4nkung weiter genutzt werden. Der Forschungsaufwand wird dann darin bestehen, Nichtstahlfasern auf eine Erh\u00f6hung der Zugfestigkeit bei einem noch wirtschaftlichen Mischungsverh\u00e4ltnis zu optimieren. Stahlfasern h\u00e4tten den Nachteil, dass von der Betonrezeptur abgewichen werden m\u00fcsste, da die DIN 1045-1 f\u00fcr Stahlbeton einen Mindestgehalt von 240 kg Zement vorsieht, um den Korrosionsschutz zu gew\u00e4hrleisten. Die bautechnischen Fragestellungen und Optimierungen f\u00fcr die Nutzung des monolithischen Ortbetontunnels f\u00fcr kommunale Erschlie\u00dfungen konnten insofern im Pilotprojekt entwickelt und im zweiten Bauabschnitt evaluiert werden.<br \/>\nDie organisatorische Optimierung des Systems bedarf noch weiterer Forschung und Umsetzungsarbeit. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Ans\u00e4tzen h\u00e4lt die Firma Dupr\u00e9 den verantwortlichen Betrieb aus einer Hand f\u00fcr am zielf\u00fchrendsten. Dupr\u00e9 bietet hierzu die Art der Durchf\u00fchrung in Form eines Contracting\/PPP-Modells an. Hierzu w\u00fcrde der Grundst\u00fccksk\u00e4ufer die \u00fcblichen Hausanschluss- bzw. Baukostenzusch\u00fcsse bezahlen und die Restarmortisation w\u00fcrde aus Durchleitungsentgelten bzw. aus dem Betrieb eines Arealnetzes erwirtschaftet werden. F\u00fcr die Kommune selbst oder den Projektentwickler w\u00fcrden dann keine Kosten der technischen Erschlie\u00dfung mehr entstehen.<br \/>\nDie Umweltrelevanz kann \u00fcber die bekannten Nachhaltigkeitsargumente hinaus durch eine B\u00fcndelung weiterer M\u00f6glichkeiten der Ver- und Entsorgung gesteigert werden. Eine Vakuumkanalisation macht in einem begehbaren Leitungsgang wesentlich mehr Sinn als bei einer Bodenverlegung. Mit ihrer Hilfe kann auch bei einer zweih\u00fcftigen Erschlie\u00dfung mit einer einseitigen Rohrf\u00fchrung &#8211; und das bei vermindertem Durchmesser gegen\u00fcber der Schwemmkanalisation &#8211; entw\u00e4ssert werden. W\u00fcrde man den Ansatz der Brauchwassernutzung mittels Sammelzisternen und Brauchwasserleitung weiter optimieren, so lie\u00dfe sich mit Hilfe des Infrastrukturkanals nach Ansicht der Firma Dupr\u00e9 die Idee der dezentralen urbanen Er-schlie\u00dfung optimieren. Gerade f\u00fcr aufstrebende Entwicklungsl\u00e4nder w\u00fcrde dies eine hervorragende M\u00f6glichkeit bieten, da die Systeme im Infrastrukturkanal ohne signifikante Mehrkosten auch abschnittsweise durch Nachr\u00fcstung verlegt werden k\u00f6nnten. So lie\u00dfe sich das System schnell auf eine moderne Sanit\u00e4rkonzeption aufr\u00fcsten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Begehbare Leitungsg\u00e4nge sind seit rund 140 Jahren bekannt. 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