  {"id":23727,"date":"2023-07-13T15:24:03","date_gmt":"2023-07-13T13:24:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22499-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:04","slug":"22499-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22499-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung von Methoden f\u00fcr die ergebnisorientierte Honorierung \u00f6kologischer Leistungen im Gr\u00fcnland Nordwestdeutschlands"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnlandfl\u00e4che Nordwestdeutschlands ist in den vergangenen Jahrzehnten drastisch zur\u00fcckgegangen. Um Fl\u00e4chenverlust und Artenverarmung entgegen zu wirken, gibt es unterschiedliche Naturschutzprogramme, die Vertr\u00e4ge mit Landwirten zur F\u00f6rderung bestimmter Handlungen oder Unterlassungen bei der Gr\u00fcnlandbewirtschaftung vorsehen. Um die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft weitergehend zu f\u00f6rdern und neue Gestaltungsspielr\u00e4ume zu schaffen, werden verst\u00e4rkt ergeb-nisorientierte Ans\u00e4tze diskutiert, die eine Honorierung vom Erreichen bestimmter naturschutzfachlich begr\u00fcndeter Ziele auf der Fl\u00e4che abh\u00e4ngig macht. Nach ersten positiven Erfahrungen mit einem solchen F\u00f6rdersystem in anderen Regionen Mitteleuropas zielt dieses Projekt darauf ab, f\u00fcr den nordwestdeutschen Raum die fachlichen Grundlagen f\u00fcr eine entsprechende Erg\u00e4nzung bestehender Konzepte des Vertragsnaturschutzes zu erarbeiten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Untersuchungsgebiete wurden mit der Mittel- und Unterelberegion, dem Fuhrberger Feld, dem Allertal, dem Fehntjer Tief in Ostfriesland und dem H\u00fcgelland des Landkreises Northeim repr\u00e4sentative von Gr\u00fcnland gepr\u00e4gte Landschaften Nordwestdeutschlands ausgew\u00e4hlt. Die Erfassung naturschutzfachlicher Qualit\u00e4ten des Gr\u00fcnlands konzentriert sich auf die Vegetation. In den Untersuchungsgebieten wer-den jeweils rund 30 Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen unterschiedlicher Auspr\u00e4gung ausgew\u00e4hlt und nach Biotoptypen kartiert. Es soll eine standardisierte und einfach zu handhabenden Erfassungsmethode (Transektbegehung) erarbeitet und erprobt werden. Es wird ferner gepr\u00fcft, inwieweit die Indikation \u00fcber eine rund 40 Pflanzenarten\/-gruppen umfassende Kennartenliste hinreichend pr\u00e4zise Bewertungen der Gr\u00fcnlandauspr\u00e4gung und eine Definition von Schwellen f\u00fcr die Honorierung \u00f6kologischen Leistungen der Landwirtschaft erm\u00f6glicht. Auch alternative Erfassungsmethoden werden gepr\u00fcft und evaluiert. Mit dem Ziel einer eigenst\u00e4ndigen Anwendung der Bewertungsmethode durch die Landwirte werden Schulungsmaterialien erarbeitet und in ausgew\u00e4hlten Gebieten mit interessierten Landwirten Lehrg\u00e4nge durchgef\u00fchrt. Die Er-gebnisse sollen schlie\u00dflich genutzt werden, um konkrete Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Konzeption eines zielorientierten Honorierungssystems f\u00fcr den gesamten nordwestdeutschen Raum zu unterbreiten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse zeigen, dass die Anwendung der im Projekt entwickelten Transektmethode in Verbindung mit der ebenfalls im Projekt entwickelten einheitlichen Kennartenliste mit 31 leicht zu erkennenden Pflanzenarten(-gruppen), sehr gut geeignet ist, aus Naturschutzsicht f\u00f6rderw\u00fcrdige Gr\u00fcnlandtypen Nordwestdeutschlands zu identifizieren.<br \/>\nZu den f\u00f6rderf\u00e4higen Best\u00e4nden geh\u00f6ren die narbenechten extensiv genutzten Dauergr\u00fcnlandbest\u00e4nde, die einen gewissen Artenreichtum aufweisen. Hierzu z\u00e4hlen die Frischwiesen und -weiden des mesophilen Gr\u00fcnlands, die Bergwiesen sowie das Feucht- und Nassgr\u00fcnland. Diese Gr\u00fcnlandauspr\u00e4gungen k\u00f6nnen mit Hilfe der Transektmethode von dem intensiv genutzten, stark ged\u00fcngten Gr\u00fcnland unterschieden werden.<br \/>\nEine m\u00f6gliche zweite F\u00f6rderstufe erlaubt zus\u00e4tzlich eine Differenzierung innerhalb des f\u00f6rderw\u00fcrdigen Gr\u00fcnlands, indem die durch besonders hohen Artenreichtum und hohe Schutzw\u00fcrdigkeit charakterisierten Fl\u00e4chen eine besondere Beachtung finden. Damit ergibt sich insgesamt eine Differenzierung der Best\u00e4nde gem\u00e4\u00df Biotoptyp und Artenreichtum der Gr\u00fcnlandschl\u00e4ge.<br \/>\nRote Liste-Arten treten mit gr\u00f6\u00dferer Wahrscheinlichkeit auf den f\u00f6rderf\u00e4higen Fl\u00e4chen auf. In der Honorierung der \u00f6kologischen Leistung ist neben dem Erhalt der Biodiversit\u00e4t der Schutz der Naturg\u00fcter Boden, Wasser und Luft aufgrund umweltgerechterer Gr\u00fcnlandbewirtschaftung eingeschlossen.<br \/>\nWie die Erprobung mit den Landwirten gezeigt hat, ist das ergebnisorientierte Honorierungskonzept bei den beteiligten Landwirten ganz \u00fcberwiegend auf Zustimmung gesto\u00dfen. Es hat sich gezeigt, dass die Methode schnell zu erlernen, einfach anzuwenden und gut reproduzierbar ist. Sie orientiert sich am aktuellen Zustand eines Gr\u00fcnlandbestands anhand der Anzahl vorzufindender Kennarten. Entsprechend zielt das abzuleitende Honorierungskonzept auf die Erhaltung (noch) artenreichen Gr\u00fcnlands und weniger auf die Entwicklung arten\u00e4rmeren zu artenreichen Gr\u00fcnlands ab. Der Erhalt wertvoller Gr\u00fcnlandvegetation ist aus Sicht des Naturschutzes auch vorrangig, da die Wiederherstellung artenreicher Best\u00e4nde i.d.R. einen langen Zeitraum beansprucht und keinesfalls in jedem Fall gelingt. Allerdings sollten weitere F\u00f6rderinstrumente auch den Entwicklungsaspekt von Gr\u00fcnlandbest\u00e4nden ber\u00fccksichtigen (z. B. Ma\u00dfnahmen zur Ausmagerung der Standorte, Wiedervern\u00e4ssung, Heublumenansaat etc.).<br \/>\nNur bedingt lassen sich nach dieser Methode die von Natur aus artenarmen, gleichwohl aus Naturschutzsicht wertvollen Gr\u00fcnlandauspr\u00e4gungen wie \u00dcberg\u00e4nge zu Kleinseggens\u00fcmpfen und Borstgrasrasen erfassen, die allerdings nur einen kleinen Fl\u00e4chenanteil einnehmen. Auch bestehen Bedenken dar\u00fcber, ob die hochgradig artenreichen Gr\u00fcnlandbest\u00e4nde, wie sie innerhalb der Bergwiesen oder Stromtalwiesen anzutreffen sind, durch die hier entwickelte Methode ausreichend gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen, ohne dass die Gefahr einer Verringerung der Artenvielfalt durch intensivierte Bewirtschaftung besteht, bei der die festgesetzten F\u00f6rderkriterien jedoch weiterhin erreicht werden. F\u00fcr diese und \u00e4hnliche Gr\u00fcnlandtypen ist eine ergebnisorientierte Honorierung nach der hier vorgestellten Methodik durch weitere F\u00f6rderma\u00dfnahmen zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Als Medien zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurden u.a. genutzt: Internet (www.artenreiches-gruenland-nwd.de), Projektflyer (Auflage: 1.500 St\u00fcck), diverse Artikel in regionalen Zeitungen, Beitr\u00e4ge in Fachzeitschriften, Workshops und Seminare (Statusseminar am 01.12.04 (32 Teilnehmer), Fachgespr\u00e4ch am 11.05.05 (27 Teilnehmer), Abschlussseminar am 16.\/17.02.06 (ca. 100 Teilnehmer)), Abschlusspublikation (257 S., Auflage: 800 St\u00fcck).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Projekt entwickelte Methode ist sehr gut zum fl\u00e4chendeckenden Einsatz im Gr\u00fcnland Nordwestdeutschlands geeignet. Anders als bei handlungsorientierten F\u00f6rderprogrammen, in denen das Angebot der jeweiligen Ma\u00dfnahme sinnvollerweise entsprechend der jeweiligen Zielsetzung auf bestimmte F\u00f6rderkulissen eingeschr\u00e4nkt wird, ist eine vorgegebene Kulisse bei der ergebnisorientierten Honorierung nicht notwendig. Da die Honorierung nur bei vorliegendem Ergebnis gew\u00e4hrt wird, ist ein effizienter Mitteleinsatz durchweg gegeben. Die Methode und ein entsprechendes F\u00f6rderprinzip sind zudem sehr gut f\u00fcr ein landesweites Angebot, auch au\u00dferhalb der gro\u00dfen zusammenh\u00e4ngenden Gr\u00fcnlandgebiete der Niederungen und Auen, geeignet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Gr\u00fcnlandfl\u00e4che Nordwestdeutschlands ist in den vergangenen Jahrzehnten drastisch zur\u00fcckgegangen. Um Fl\u00e4chenverlust und Artenverarmung entgegen zu wirken, gibt es unterschiedliche Naturschutzprogramme, die Vertr\u00e4ge mit Landwirten zur F\u00f6rderung bestimmter Handlungen oder Unterlassungen bei der Gr\u00fcnlandbewirtschaftung vorsehen. Um die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft weitergehend zu f\u00f6rdern und neue Gestaltungsspielr\u00e4ume zu schaffen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2422,50,64,2423],"class_list":["post-23727","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-landnutzung","tag-naturschutz","tag-niedersachsen","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"22499\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-22499.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"221.703,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Alfred Toepfer Akademie f\u00fcr Naturschutz (NNA)","dbu_projektdatenbank_strasse":"Hof M\u00f6hr","dbu_projektdatenbank_plz_str":"29640","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Schneverdingen","dbu_projektdatenbank_p_von":"2004-07-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2006-07-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 1 Monat","dbu_projektdatenbank_telefon":"05199\/989-13","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"126","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36730,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23727\/revisions\/36730"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}