  {"id":23693,"date":"2023-07-13T15:23:57","date_gmt":"2023-07-13T13:23:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22398-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:58","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:58","slug":"22398-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22398-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Diabetiker-Str\u00fcmpfen mit antimikrobiell funktionalisierten Lyocell-Fasern"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens war die Entwicklung von antimikrobiell ausger\u00fcsteten Diabetiker-Str\u00fcmpfen. Bei Patienten mit diabetischem Fu\u00dfsyndrom soll durch das Tragen eines solcherma\u00dfen funktionalisierten Textils eine vorbeugende Wundbehandlung erzielt werden. Die wirksame Komponente ist die vom TITK entwickelte ALCERU\u00e2 silver Faser, die mit dem umweltfreundlichen Lyocellverfahren hergestellt auf den nachwachsenden Rohstoff Cellulose zur\u00fcckgreift, und bei der ein ressourcenschonender Einsatz des Wirkstoffs Silber m\u00f6glich ist. Am Markt befindliche antimikrobielle, silberhaltige Fasern mit vergleichbarer Leistung greifen auf Rohstoffe fossilen Ursprungs zur\u00fcck und haben verfahrensbedingt eine \u00dcberdosie-rung des Silbers zur Folge.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas TITK optimierte die Herstellung von ALCERU\u00e2 silver Fasern im Hinblick auf die \u00f6konomische Effizienz. Dabei lag der Schwerpunkt auf einer Minimierung der Silberverluste bei der Faserproduktion. In Folge einer verbesserten Ausnutzung des Rohstoffes Silber ist dieser Aspekt auch von \u00f6kologischer Relevanz. Das TITK produzierte eine ausreichende Menge ALCERU\u00e2 silver, und stellte sie f\u00fcr die Projektaufgaben zur Verf\u00fcgung. Die Fasern wurden von der Kulmbacher Spinnerei mit Baumwolle abgemischt und gem\u00e4\u00df den Vorgaben von Lindner zu einem Garn verarbeitet und gef\u00e4rbt. Das Garn wurde von Lindner zu Strickschl\u00e4uchen und schlie\u00dflich zum Finalprodukt, den Diabetikerstr\u00fcmpfen verarbeitet. Im Vorfeld der Fertigung wurde eine f\u00fcr Diabetiker geeignete Strumpfkonstruktion entwickelt und eine entsprechende Anpassung der Maschinen vorgenommen. Die Eignung der Produkte sollte durch Tests auf antimikrobielle Wirksamkeit und durch Trageversuche an einem gemischten Probandenkollektiv belegt werden. F\u00fcr den wirtschaftlichen Erfolg des Projekts war die Aufnahme von ALCERU\u00e2 silver enthaltenden Produkten in die Liste der von \u00d6ko-Tex akzeptierten biologisch aktiven Substanzen von herausragender Bedeutung. Diese Listung ist eine Grundvoraussetzung f\u00fcr die erfolgreiche Vermarktung der Str\u00fcmpfe im Anschlu\u00df an das Vorhaben. Aus diesem Grunde wurden im Rahmen des Projekts eine von \u00d6ko-Tex ge-forderte Studie zur Hautvertr\u00e4glichkeit von ALCERU\u00e2 silver enthaltenden Geweben durchgef\u00fchrt, sowie weitere toxikologisch und medizinisch relevante Daten zusammengestellt. Auf Basis der Ergebnisse die-ser Studie erfolgte die Antragstellung bei \u00d6ko-Tex.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Dem TITK ist es gelungen, die Herstellung der ALCERU\u00e2silver Fasern im Hinblick auf Effizienz und reproduzierbare Produktqualit\u00e4t zu optimieren. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung einer neuen Variante der F\u00e4rbevorbehandlung,  die sowohl eine ausreichende Waschbest\u00e4ndigkeit als auch eine hohe antimikrobielle Aktivit\u00e4t \u00fcber den gesamten Lebenszyklus des Produktes gew\u00e4hrleisten kann. Diese neue Technologie konnte in Zusammenarbeit mit der Kulmbacher Spinnerei in den industriellen F\u00e4rbe- und Ausr\u00fcstungsprozess integriert werden. Die industrielle Verarbeitung der ALCERU\u00e2silver Fasern durch die Kulmbacher Spinnerei zu einem homogenen Mischgarn erwies sich als ebenso problemlos, wie die weitere Verarbeitung der Garne zum Strumpf.<br \/>\nDer Firma LINDNER ist die Entwicklung einer geeigneten Strumpfkonstruktion f\u00fcr die besonderen Belange des Diabetikers gelungen. Dies konnte durch eine Studie zum Trageverhalten der Str\u00fcmpfe belegt werden, die vom Institut ProDerm als unabh\u00e4ngiger Stelle durchgef\u00fchrt wurde. An gleicher Stelle wurde eine zweite Studie angefertigt, welche den Nachweis einer guten Hautvertr\u00e4glichkeit der Produkte erbrin-gen konnte. Beide Studien haben wesentlichen Anteil daran, dass der Antrag auf Aufnahme von ALCE-RU\u00e2 silver in die Liste der von \u00d6ko-Tex akzeptierten, biologisch aktiven Substanzen positiv beschieden wurde. Damit konnte ein wesentlicher Meilenstein f\u00fcr eine erfolgreiche Vermarktung aller ALCERU\u00e2silver enthaltenden Produkte gesetzt werden.<br \/>\nDie antimikrobielle Aktivit\u00e4t der Produkte konnte zum einen durch die objektiv, wissenschaftlichen Befunde des Instituts Fresenius nachgewiesen werden, zum anderen auf der subjektiven Ebene durch die beobachtete Geruchsverminderung im Rahmen der Trageversuche durch die Probanden.<br \/>\nDie bislang verwendeten synthetischen Fasern sind nicht atmungsaktiv, jedoch wird Diabetikern empfohlen, Str\u00fcmpfe aus atmungsaktiven Stoffen zu tragen und synthetische Materialien zu vermeiden. Als cellulosische Faser besitzt ALCERU\u00e2silver in dieser Hinsicht \u00fcberlegene Eigenschaften. Weitere Vorteile der Fasern sind:<br \/>\n\u00b7\tSilbergehalt ist \u00fcber Typ und F\u00fcllgrad des Ionenaustauschers in weiten Grenzen exakt einstellbar;<br \/>\n\u00b7\tSilberionen werden in geringen antimikrobioell wirksamen Dosen und \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg (40 W\u00e4schen) freigesetzt;<br \/>\n\u00b7\tTextilphysikalische Parameter erlauben eine problemlose textile Verarbeitung;<br \/>\n\u00b7\tFasern sind f\u00e4rbbar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse wurden im Februar 2006 im Rahmen einer Pr\u00e4sentation im TITK vorgestellt. Informationen zum Produkt sind auf der Internetseite der Fa. Lindner abrufbar.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Alle urspr\u00fcnglich definierten Ziele bez\u00fcglich einer gesundheitsfreundlichen Produktentwicklung konnten erreicht werden. Die neuen Diabetikerstr\u00fcmpfe erf\u00fcllen die Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche Etablierung am Markt. Sie heben sich von den bisher unter Einsatz von vollfl\u00e4chig versilberten Synthesefasern produzierten Produkten sowohl durch einen schonenderen Umgang mit den Ressourcen, wie auch durch eine deutlich verbesserte textile Verarbeitbarkeit ab. Die neu entwickelten Diabetikerstr\u00fcmpfe sind seit Herbst 2005 im Sanit\u00e4tsfachhandel erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens war die Entwicklung von antimikrobiell ausger\u00fcsteten Diabetiker-Str\u00fcmpfen. Bei Patienten mit diabetischem Fu\u00dfsyndrom soll durch das Tragen eines solcherma\u00dfen funktionalisierten Textils eine vorbeugende Wundbehandlung erzielt werden. 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