  {"id":23637,"date":"2023-07-13T15:20:53","date_gmt":"2023-07-13T13:20:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18023-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:55","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:55","slug":"18023-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18023-02\/","title":{"rendered":"Entwicklung ganzheitlicher Sanierungsstrategien im Verwaltungsbau der 60er und 70er Jahre am Beispiel des Hochhauses BS4 &#8211; Erg\u00e4nzung des  bisherigen Projektes einer Langzeitmessung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>F\u00fcr das dreizehnst\u00f6ckige B\u00fcrohochhaus BS4 (Baujahr 1975\/76) in Braunschweig war ein ganzheitliches Sanierungskonzept zu entwickeln, das auf das gesamte Geb\u00e4ude angewendet werden kann. Das Projekt Komfort- und energiegerechte Sanierung im 10. OG des Geb\u00e4udes (AZ 12176) kam zu dem Ergebnis, dass bei der Sanierung im laufenden Betrieb die Sanierungsziele f\u00fcr das Hochhaus nur mit einer Doppelfassade auf den wetterbeaufschlagten Seiten erreicht werden k\u00f6nnen. Daraufhin wurde eine realisierte Demonstrationsdoppelfassade f\u00fcr den Sommer- und Winterbetrieb bez\u00fcglich des \u00d6ffnungsgrads, der Geschossigkeit und der L\u00fcftungsstrategie optimiert wurde (AZ 18023\/01). Unter dem Az 18023\/02 schlie\u00dft eine Langzeitmessung mit dem Ziel an, die bisher gewonnen Erkenntnisse in optimierter Klappenstellung und L\u00fcftungsstrategie zu validieren und zu verifizieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00b7\tWinterliche \u00dcbertemperaturen im Fassadenzwischenraum:<br \/>\nDie Pufferwirkung des Fassadenzwischenraums soll am Beispiel der am BS4 installierten Doppelfassade quantifiziert werden.          Die Auswertemethodik st\u00fctzt sich dabei im wesentlichen auf die Ermittlung von \u00dcbertemperaturen in der Fassade als Differenz zwischen Au\u00dfentemperatur und den Temperaturen im Fassadenzwischenraum. Mit Hilfe von Diagrammen und Trendlinien werden die ermittelten Daten analysiert und zueinander ins Verh\u00e4ltnis gesetzt.<br \/>\n\u00b7\tEine Berechnung gibt das energetische Einsparpotential durch die Vorerw\u00e4rmung des Fassadenzwischenraums an. Sommerliche \u00dcbertemperaturen im Fassadenzwischenraum:<br \/>\nDie Untersuchung soll belegen, dass mit der statisch-passiven Doppelfassade und dem Sonnenschutz im Zwischenraum der Schutz vor sommerlicher \u00dcberhitzung der B\u00fcror\u00e4ume zu gew\u00e4hrleisten ist und die Anzahl der sommerlichen \u00dcberhitzungsstunden auf weniger als 5% der Jahresarbeitszeit zu reduzieren sind.<br \/>\n\u00b7\t\u00dcbertemperaturen im Fassadenzwischenraum \u00fcber das Jahr:<br \/>\nDie thermische Behaglichkeit in den an die Doppelfassade angekoppelten B\u00fcror\u00e4umen ist \u00fcber das Jahr hinweg zu gew\u00e4hrleisten. Zur \u00dcberpr\u00fcfung werden die Raumtemperaturen in einem Diagramm \u00fcber die Au\u00dfentemperatur aufgetragen und mit den Zul\u00e4ssigkeitsbereichen der Raumtemperatur nach DIN1946 Teil 2 [10] verglichen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>\u00b7\tWinterliche \u00dcbertemperaturen im Fassadenzwischenraum:<br \/>\nDie Langzeitmessung best\u00e4tigt das Ergebnis der Parameterstudie, dass der Fassadenzwischenraum mit sinkenden Au\u00dfentemperaturen einen gr\u00f6\u00dfer werdenden thermischen Puffer ausbildet, der zur Verringerung der Transmissionsw\u00e4rmeverluste und L\u00fcftungsw\u00e4rmeverluste beitr\u00e4gt. Bei einer mittleren \u00dcbertemperatur von 0,6 K \u00fcber die Heizperiode liegt die Reduzierung des W\u00e4rmestroms in den Fassadenzwischenraum bei 3,5%. Das Einsparpotential f\u00fcr den Heizw\u00e4rmebedarf des sanierten Gesamtgeb\u00e4udes wird auf 11.902 KWh\/a beziffert, womit der Gesamtheizw\u00e4rmebedarf von 562.030 KWh\/a [1] um 2% reduziert werden kann. H\u00f6here Einsparungen sind nur durch eine Reduzierung des \u00d6ffnungsanteils von 5 % in der Sekund\u00e4rfassade m\u00f6glich, widersprechen aber dem Ziel, den sommerlichen \u00dcberhitzungsschutz auch ohne manuell oder motorisch betriebene Fassadensysteme zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\n\u00b7\tSommerliche \u00dcbertemperaturen im Fassadenzwischenraum:<br \/>\nF\u00fcr die gemessenen Temperaturen des Sommers 2004 ist festzustellen, dass die \u00dcbertemperaturen in der Doppelfassade die Behaglichkeit in den B\u00fcros nicht einschr\u00e4nken, da das Niveau der Raumtemperaturen auch an hei\u00dfen Tagen mit etwa 4 K Temperaturdifferenz deutlich unter dem der Au\u00dfentemperatur liegt. Dar\u00fcber hinaus liegen alle Rauminnentemperaturen im Zeitraum mit funktions-f\u00e4higen Sonnenschutz unter dem Grenzwert von 26\u00b0C. Es stellt sich eine mittlere \u00dcbertemperatur im Fassadenzwischenraum bei Au\u00dfentemperaturen gr\u00f6\u00dfer 24\u00b0C auf etwa 2 K ein.<br \/>\nF\u00fcr die Validierung lassen sich zusammenfassend folgende Aussagen treffen:<br \/>\n&#8211;\tEine Temperaturschichtung in der Doppelfassade kann durch geschossweise angeordnete \u00d6ffnungen weitgehend verhindert werden.<br \/>\n&#8211;\tEine Reinfiltration warmer Luft aus dem Zwischenraum des 3.OG in das 4.OG konnte nicht nachgewiesen werden, was die \u00fcbereinander liegende Anordnung  der Zu- und Abluft\u00f6ffnungen in der Doppelfassade ausf\u00fchrbar macht.<br \/>\n&#8211;\tDer sommerliche \u00dcberhitzungsschutz mit der statisch-passiven Doppelfassade ist mit den Ergebnissen der Langzeitmessung unter Einbeziehung der Parameterstudie gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Rozynski, M., Fisch, M. N., 4. Wiss. Symposium Solarenergieforschung in Niedersachsen, 08 2002<br \/>\nRozynski, M., Fisch, M. N., ISES Solar World Congress 2003, 14.-19.Juni G\u00f6teborg<br \/>\nRozynski, M., Fisch, M. N., TAB Technik am Bau 08\/2003<br \/>\nRozynski, M., Fisch, M. N., CCI Tagung, Nov. 2004, Karlsruhe<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine Doppelfassade eignet sich zur Sanierung hoher B\u00fcro- und Verwaltungsgeb\u00e4ude insbesondere, wenn<br \/>\n\u00b7\tdie Sanierung im laufenden Betrieb erfolgen soll,<br \/>\n\u00b7\tder Erhalt einer Bestandsfassade sinnvoll ist,<br \/>\n\u00b7\tein Sonnenschutz windgesch\u00fctzt zu integrieren ist,<br \/>\n\u00b7\tAnforderungen an den Schallschutz bestehen,\u00b7\tder Witterungsschutz zu verbessern ist,<br \/>\n\u00b7\tdie Investitionskosten gering gehalten werden sollen.<br \/>\nDer sommerliche \u00dcberhitzungsschutz ist mit einer Doppelfassade und Sonnenschutz im Fassadenzwischenraum gegeben. Die baulichen Ma\u00dfnahmen kommen dabei ohne manuell oder motorisch betriebene bewegliche Konstruktionen aus; rein statisch passive Doppelfassadensysteme sind praktikabel. Photovoltaik kann sinnvoll in die Sekund\u00e4rfassade integriert werden.<br \/>\nDie Geb\u00e4udetechnik gr\u00fcndet mit dem Doppelfassadenkonzept auf der nat\u00fcrlichen L\u00fcftung, bzw. Querl\u00fcftung, mechanische Bel\u00fcftung und K\u00fchlung werden nur f\u00fcr Sondernutzungen eingesetzt.<br \/>\nDas Modellprojekt der Doppelfassade weist nach, dass eine energetisch nachhaltige und ressourcenschonende Sanierung  zur Schaffung komfortgerechter Arbeitspl\u00e4tze unter Aufwertung der st\u00e4dtebaulichen Au\u00dfenwirkung m\u00f6glich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens F\u00fcr das dreizehnst\u00f6ckige B\u00fcrohochhaus BS4 (Baujahr 1975\/76) in Braunschweig war ein ganzheitliches Sanierungskonzept zu entwickeln, das auf das gesamte Geb\u00e4ude angewendet werden kann. Das Projekt Komfort- und energiegerechte Sanierung im 10. 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