  {"id":23610,"date":"2023-07-13T15:23:24","date_gmt":"2023-07-13T13:23:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21575-09\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:25","slug":"21575-09","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21575-09\/","title":{"rendered":"Pflanzenkl\u00e4ranlage"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Anlass des durchzuf\u00fchrenden Projektes ist die Verlagerung der jetzigen Schreinerwerkstatt in den l\u00e4ndlichen Au\u00dfenbereich, wo zur Zeit kein Anschluss an das \u00f6ffentliche Abwassersystem besteht. Die Anlage soll eine umweltschonende und kosteng\u00fcnstige Abwasserbeseitigung des Betriebes erzielen. Der gro\u00dfe Nutzen dieses Systems f\u00fcr die Umwelt zeigt sich im Besonderen durch die geringe Schadstoffbelastung des Schmutzwassers, keine Geruchsbel\u00e4stigung, einen h\u00f6heren Reinigungsgrad gegen\u00fcber her-k\u00f6mmlichen Verfahren und keine Umweltbelastung durch den Wegfall des st\u00e4ndigen Abtransport des anfallenden Kl\u00e4rschlammes.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie geplante Pflanzenkl\u00e4ranlage ist f\u00fcr 12 EW mit einem rechnerischen Wasserverbrauch von 657m\u00b3\/a ausgelegt. Hierbei wird eine Gesamtnutzfl\u00e4che von 60m\u00b2 bebaut bzw. bepflanzt. Die Anlage besteht aus 3 Reinigungsstufen. Bei der mechanischen Vorreinigung (automatische Siebanlage) wird das gesamte Abwasser einem Schacht zugeleitet, in dem eine Zerkleinerungseinrichtung Fremdstoffe aussondert, entw\u00e4ssert und organische Stoffe ausw\u00e4scht. Die biologische Vorreinigungsstufe (Vererdungsstufe), auf-geteilt in 2 intermittierend beschickte Schilfbeete, h\u00e4lt die im Abwasser enthaltenen Grob- und Schwimmstoffe durch vertikales Durchstr\u00f6men des Bodenfilters an der Oberfl\u00e4che des Filterk\u00f6rpers zur\u00fcck. In der wechselseitigen Ruhephase der beiden Beete nach einer jeweiligen Beschickungszeit von 4-6 Wochen findet eine Austrocknung, Humifizierung und Mineralisierung der abgelagerten Stoffe statt. Die Mineralisierung verhindert die Bildung von Kl\u00e4rschlamm. Eine erstmalige R\u00e4umung der Vorreinigungsstufe  vom humus\u00e4hnlichen Vererdungsmaterial ist nach ca. 25 Jahren erforderlich. Im Becken der Hauptreinigungsstufe erfolgt durch horizontalen Durchfluss des vorgereinigten Abwassers durch den Filterk\u00f6rper, die biologische Abwasserreinigung. Die Anlage wird zwecks dauerhafter Durchl\u00e4ssigkeit des Filterk\u00f6rpers, sowie zum Aufbau einer artenreichen Mikroorganismenbioz\u00f6nose mit bis zu 10 verschieden Sumpf- und Wasserpflanzen bepflanzt. Nach Durchflie\u00dfen des Auslauf- und Messschachtes versickert das gereinigte Wasser \u00fcber eine Versickerungsmulde im bewachsenen Bodenfilter.<br \/>\nde<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zu Beginn der Bauarbeiten f\u00fcr die Pflanzenkl\u00e4ranlage standen die Erdarbeiten zur Vorbereitung des entsprechenden Untergrundes, zur Verlegung der Rohre und Drainagen sowie zur Anlage der einzelnen Reinigungsbeete an. Die Abdichtung der Beete erfolgte mittels einer 2,0mm starken PE-HD-Folie.<br \/>\nDes weiteren bilden verschiedene Stein und Kiesschichten den Filtergrund in den die verschiedenen Schilf &#8211; und Wasserpflanzen gesetzt wurden. 1\/3 der Reinigungsleistung erbringt die Vorstufe und 2\/3 die Hauptstufe. F\u00fcr unsere Pflanzenkl\u00e4ranlage mit der Anschlussgr\u00f6\u00dfe von 12 EW ist eine Gesamtnutzfl\u00e4che von 60m\u00b2 angelegt. Die Bemessung der Vorstufenbeete betr\u00e4gt je 10m\u00b2 und das des Hauptstufen-beetes 40m\u00b2.<br \/>\nDie bei der Planung angedachten Ziele wurden in vollem Umfang erreicht. Die Kostenkalkulation von insgesamt 29000,-\u0080 konnte absolut eingehalten werden. F\u00fcr den Betrieb der Anlage ist kein Stromanschluss erforderlich, denn der geringe Strombedarf f\u00fcr den Grobabscheider\/Siebrechen wird \u00fcber eine Photovoltaikanlage zu Verf\u00fcgung gestellt. Die sich daraus ergebenen Vorteile sind keine Fremdenergiekosten, sehr geringer Stromverbrauch, geringer Wartungsaufwand, geringes Rechengut und eine sehr lange Lebensdauer.<br \/>\nDie st\u00e4ndige Erneuerung der Pflanzen und Mikroorganismen und die zur Verf\u00fcgung stehende Sonnenenergie sichern die Funktion der Anlage \u00fcber Jahrzehnte. Die erforderliche Energie f\u00fcr den Abbau der Schadstoffe wird auf nat\u00fcrlichem Wege \u00fcber die Sonnenenergie von den Pflanzen aufgenommen und den Mikroorganismen zur Verf\u00fcgung gestellt. Eine technische Einrichtung zur Sauerstoffanreicherung wird nicht ben\u00f6tigt.<br \/>\nDer in der Vorstufe durch Ablagerung der Feststoffe an der Oberfl\u00e4che entstehende Kl\u00e4rschlamm wird biologisch behandelt, entw\u00e4ssert und mineralisiert. Dabei entsteht ein wertvolles Erdsubstrat, das nach 25 &#8211; 30 Jahren aus der Anlage ausger\u00e4umt und problemlos im Naturkreislauf verwertet werden kann.<br \/>\nDamit entf\u00e4llt die aufwendige Kl\u00e4rschlammentsorgung.<br \/>\nDie Vorreinigungsstufe reguliert eventuelle Schwankungen bei der zulaufenden Abwassermenge und leitet Zulaufmaxima dosiert an die Hauptreinigungsstufe weiter. Damit ist sichergestellt, dass das Ablaufwasser, das zur Versickerung gelangt, eine gleichm\u00e4\u00dfig gute Qualit\u00e4t aufweist.<br \/>\nBei der ersten Messung des Auslaufwassers kurz nach Betriebnahme der Anlage wird die hohe Reinigungsleistung der Pflanzenkl\u00e4ranlage ersichtlich. Die chemische Analyse ergab einen BSB 5 Wert von 4,01 mg\/l (gesetzlich vorgeschriebener Wert 40 mg\/l) und einen CSB Wert von 12,1 mg\/l (gesetzlich vorgeschriebener Wert 150 mg\/l). Die gesetzlich vorgegebenen Ablaufwerte werden ganzj\u00e4hrig eingehalten, bzw. weit unterschritten. Auf wechselnde abiotische und biotische Einfl\u00fcsse reagieren die Mikroorganismen in dem naturnahen  Milieu selbst\u00e4ndig. Durch die biologische Behandlung des Abwassers in der Pflanzenkl\u00e4ranlage erfolgt eine starke Reduzierung der Keimzahl.<br \/>\nGeruchsemissionen sind zu keiner Zeit zu erwarten, da keine anaeroben Faulprozesse ablaufen und kein Kl\u00e4rschlamm entsteht, der mit Geruchsbel\u00e4stigung entsorgt werden muss. L\u00e4rmemissionen k\u00f6nnen nicht auftreten, da au\u00dfer dem Feinsiebrechen keine Mechanik vorhanden ist.<br \/>\nDurch den minimalen Technikeinsatz, die Unabh\u00e4ngigkeit von Fremdenergie und die hohe Pufferkapazi-t\u00e4t sind bei normaler Betreuung keine Betriebsst\u00f6rungen zu erwarten. Ein Ausfall der Siebanlage f\u00fchrt nicht zu einer Verminderung der Reinigungsleistung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Derzeit fand noch keine \u00d6ffentlichkeitsarbeit statt. F\u00fcr eine Pr\u00e4sentation soll zun\u00e4chst der Pflanzenwuchs eine entsprechende H\u00f6he erreichen. Geplant ist in naher Zukunft die Vorstellung der Anlage mit Vertretern des Umweltzentrums Trier und der VG Kell am See, die Einladung einer Schulklasse, sowie die evtl. Pr\u00e4sentation der Anlage vor Handwerksmeistern im Rahmen eines Werkstattgespr\u00e4ches nach Fertigstellung der Werkstatt. F\u00fcr die geplanten Treffen hoffen wir auf das Interesse der Presse.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch den Bau der Pflanzenkl\u00e4ranlage sind wir einen umweltfreundlichen Weg zur Reinigung unseres Abwassers gegangen. Die Pflanzenkl\u00e4ranlage System Marx ist voll \u00f6kologisch ausgerichtet und entspricht somit unserem Bem\u00fchen einer umweltorientierten und umweltgerechten Betriebsf\u00fchrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Anlass des durchzuf\u00fchrenden Projektes ist die Verlagerung der jetzigen Schreinerwerkstatt in den l\u00e4ndlichen Au\u00dfenbereich, wo zur Zeit kein Anschluss an das \u00f6ffentliche Abwassersystem besteht. Die Anlage soll eine umweltschonende und kosteng\u00fcnstige Abwasserbeseitigung des Betriebes erzielen. 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