  {"id":23501,"date":"2026-04-12T10:32:06","date_gmt":"2026-04-12T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21731-01\/"},"modified":"2026-04-12T10:32:07","modified_gmt":"2026-04-12T08:32:07","slug":"21731-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21731-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung substanzsichernder und wirtschaftlicher Techniken zur Oberfl\u00e4chenbehandlung extrem umweltgesch\u00e4digter Architekturteile aus Sandstein am Beispiel der Kolonnade am Neuen Palais im Park Sanssouci (UNESCO-Welterbe)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Kolonnade am Neuen Palais ist eine der letzten und wohl markantesten Kriegsruinen im Bereich der Stiftung Preu\u00dfische Schl\u00f6sser und G\u00e4rten, ihr Wiederaufbau eine finanzielle, technische und vor allem handwerkliche und restauratorische Herausforderung, da die Natursteinteile massive Umweltsch\u00e4den zeigen, die gleichzeitig von den Folgen vorangegangener Fehlkonservierungen \u00fcberlagert werden.<br \/>\nZiel des Projektes ist neben weitergehenden Untersuchungen zur Schadensgenese die Entwicklung von komplexen Ma\u00dfnahmen zur Konservierung. Ein weiterer Aspekt betrifft die Frage der farblichen Fassung derart gesch\u00e4digter Sandsteinoberfl\u00e4chen, da erwogen wird, die urspr\u00fcngliche Farbfassung der Kolonna-de wieder herzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt hat sich vor dem Hintergrund der anstehenden Restaurierungsschritte Steinfestigung, Oberfl\u00e4chenbehandlung und Farbfassung mit folgenden Schwerpunkten befasst:<\/p>\n<p>1.\tVorbereitung der Sandsteinoberfl\u00e4chen f\u00fcr eine Festigung und eventuell Farbfassung durch Ausgleich der Saugf\u00e4higkeiten und anderer relevanter Gesteinseigenschaften<br \/>\n2.\tEntwicklung und\/oder Optimierung von Materialien und Anwendungstechniken zur strukturellen Festigung<br \/>\n3.\tRestauratorisch-konservatorischer Umgang mit unterschiedlich saugenden Sandsteinbereichen<br \/>\n4.\tFarbuntersuchungen und -bemusterungen auf Probek\u00f6rpern<br \/>\n5.\tTeilrestaurierung \/ modellhaft \u00fcbertragbare Teil-Konservierung an einer Musterachse<br \/>\n6.\tWeiterf\u00fchrende baukonstruktive Fragestellungen zum Aufbau der Natursteinbedachung, der Unterkonstruktion der Treppen im Pavillonbereich, zum Aufbau der Pfeilerquerschnitte sowie zur Einbindetiefe von eisernen Zuggliedern im \u00dcbergangsbereich S\u00fcdpavillon-S\u00fcdkolonnade<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>1. Vorbereitung der Sandsteinoberfl\u00e4chen<\/p>\n<p>Die Schadensformen reichen von absandenden Bereichen \u00fcber oberfl\u00e4chennahe Verfestigungen  bis hin  zu auflagernden und  aufbrechenden Krusten, sowie subkrustalen Lockerzonen. Es wurden f\u00fcr den Ummendorfer Sandstein neun und f\u00fcr den W\u00fcnschelburger Sandstein vier Ph\u00e4notypen der Schadensformen beschrieben und durch Mikroskopie, Wasseraufnahmemessungen und Bohrwiderstandsuntersuchungen charakterisiert. Eine rein mechanische Abnahme und Ausd\u00fcnnung der Krusten f\u00fchrt nur zu einer unvollst\u00e4ndigen \u00d6ffnung der Oberfl\u00e4chen. Um die Zug\u00e4nglichkeit von Festigungsmitteln in den Stein zu erm\u00f6glichen, sind Partikelstrahlreinigungen und partiell chem. Reinigungsverfahren notwendig und geeignet. Die Saugf\u00e4higkeit der Oberfl\u00e4che verbessert sich, bleibt aber inhomogen.<\/p>\n<p>2. Entwicklung und Optimierung von Materialien und Anwendungstechniken zur strukturellen Festigung<\/p>\n<p>Die Festigung erfolgte \u00fcber Langzeitkompressen, die vier bis zehn Stunden auf der Gesteinsoberfl\u00e4che verblieben. Bereiche, die durch Kompressen nicht erreichbar waren, wurden mittels Infusionen mit Festigungsmitteln versorgt. <\/p>\n<p>3. Restauratorisch-konservatorischer Umgang mit unterschiedlich saugenden Sandsteinbereichen<\/p>\n<p>Die bez\u00fcglich der Saugf\u00e4higkeit heterogenen Oberfl\u00e4chen erlauben nur spezielle Applikationstechniken f\u00fcr die Festigungsmittel (s. o.). Eine generelle Behandlung im Flutverfahren scheidet mithin aus.<\/p>\n<p>4. Farbuntersuchungen und -bemusterungen auf Probek\u00f6rpern<\/p>\n<p>Die im Forschungsbereich Farbfassung gewonnenen Ergebnisse geben erste Hinweise auf die f\u00fcr eine m\u00f6gliche Farbfassung der Kolonnade relevanten technischen Fragestellungen und Probleme. Mit dem gleichzeitig begonnenen Farbexpositionsprogramm ist ein Instrument geschaffen worden, welches in Zukunft eine weitere Beurteilung der m\u00f6glichen Farbsysteme aus technischer Sicht erlaubt. Die Verwendung von vormals in der Kolonnade verbauten Werkst\u00fccken unterschiedlicher Sandsteinvariet\u00e4ten als Probek\u00f6rper stellt dar\u00fcber hinaus sicher, dass sich die aus der Exposition abzuleitenden Ergebnisse eng an den tats\u00e4chlichen Gegebenheiten und Anforderungen des Bauwerks Kolonnade orientieren werden.<\/p>\n<p>5. Teilrestaurierung \/ modellhaft \u00fcbertragbare Teil-Konservierung an einer Musterachse <\/p>\n<p>Die vorliegenden Ergebnisse wurden in die Planung und Ausf\u00fchrung der Musterachse \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>6. Weiterf\u00fchrende Untersuchungen zur Baukonstruktion<\/p>\n<p>Mittels Georadar konnten in 2 Bereichen zerst\u00f6rungsfreie Untersuchungen zur Baukonstruktion durchgef\u00fchrt werden und schmiedeiserne Ankerelemente verortet werden. Ferner wurden bei partiellen Demontagen weitere Erkenntnisse \u00fcber konstruktive Details des Bauwerks gewonnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Musterachse sowie die Farbprobek\u00f6rper k\u00f6nnen im Rahmen der Besucherf\u00fchrung f\u00fcr die Kolonnade am Neuen Palais besichtigt werden.<br \/>\nEs ist geplant das Projekt in die IRB-Datenbank MONUDOC aufzunehmen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es kann festgestellt werden, dass die Projektziele erreicht wurden. Der ma\u00dfgebliche Einfluss der SO2-Belastung der Luft auf den vorgefundenen Verwitterungsprozess konnte nachgewiesen werden. Die Festigung der gesch\u00e4digten Bausubstanz ist durch spezielle Applikationsmethoden mit KSE m\u00f6glich. F\u00fcr ei-ne m\u00f6gliche Farbfassung der Kolonnade wurden wichtige technische Voraussetzungen gekl\u00e4rt und es wurden mit den exponierten Probek\u00f6rpern Instrumente f\u00fcr weiterf\u00fchrende Untersuchungen geschaffen.<br \/>\nDie baukonstruktiven Fragestellungen konnten ersch\u00f6pfend beantwortet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Kolonnade am Neuen Palais ist eine der letzten und wohl markantesten Kriegsruinen im Bereich der Stiftung Preu\u00dfische Schl\u00f6sser und G\u00e4rten, ihr Wiederaufbau eine finanzielle, technische und vor allem handwerkliche und restauratorische Herausforderung, da die Natursteinteile massive Umweltsch\u00e4den zeigen, die gleichzeitig von den Folgen vorangegangener Fehlkonservierungen \u00fcberlagert werden. 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