  {"id":23454,"date":"2023-07-13T15:23:21","date_gmt":"2023-07-13T13:23:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21529-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:22","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:22","slug":"21529-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21529-01\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische Sanierung Haus Lange Gasse 7, Quedlinburg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Pilotprojektes ist es, Alternativen zu bisher gebr\u00e4uchlichen Methoden der Fachwerksanierung anzubieten, aber auch solche Bausysteme auszuf\u00fchren, zu denen bereits gute praktische Erfahrungen vorliegen, deren breite Anwendung in der Baupraxis jedoch noch bevorsteht und diese unter messtechnischer Begleitung zu optimieren. Den Abschluss der Untersuchung bildet eine differenzierte Darstellung der Messergebnisse, der Baukosten und der Verbrauchsdaten mit einer zusammenf\u00fchrenden Bewertung unter Hinzunahme subjektiver Kriterien der Bewohner. Damit sollen k\u00fcnftige Bauherren, Baufachleute sowie Planer in die Lage versetzt werden, entsprechend des jeweiligen Kostenrahmens oder der spezifischen Nutzerw\u00fcnsche, wie etwa nach alternativen Baumaterialien oder nach innovativen Heizkonzepten, eine angemessene Systeml\u00f6sung f\u00fcr ihre Bed\u00fcrfnisse zu w\u00e4hlen. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus der Planung, Umsetzung und weiterf\u00fchrenden messtechnischen Begleitung des Projektes sollen bei zu-k\u00fcnftigen Sanierungsma\u00dfnahmen zur Anwendung gelangen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Sanierung der Langen Gasse 7 erfolgte in Zusammenarbeit verschiedener Partner (siehe oben). Des Weiteren waren Spezialisten f\u00fcr die schalltechnische, bauphysikalische und bauklimatische Beratung in das Projekt eingebunden. Im Geb\u00e4ude k\u00f6nnen 5 Mietwohnungen angeboten werden, die in Ihren Nutzungsanforderungen geschossweise vergleichbar sein sollten. Aufgrund der gro\u00dfen Raumh\u00f6he im Erd-geschoss wurde hier eine Singlewohnung mit Schlafgalerie und ein Gewerberaum geplant. In den beiden Obergeschossen wurden jeweils eine Zwei- und eine Drei-Raumwohnung angeordnet. Jede Wohnung orientiert sich nach Norden und S\u00fcden und erm\u00f6glicht somit vergleichbare Messergebnisse. Die Sanierung des Tragwerkes erfolgte im Bestand, mit dem Ziel des Erhaltes der Denkmaleigenschaften des Geb\u00e4udes. Parallel zur Entwurfsplanung erfolgte seitens des DFWZ QLB die Erarbeitung eines Konzeptes der einzusetzenden \u00f6kologischen Innend\u00e4mmsysteme (Holzleichtlehmsteinen, Haacke-Cellco-W\u00e4rmed\u00e4mmlehm K1, Kalziumsilikatplatten, Unger-Diffutherm-Holzweichfaserplatten) in Verbindung mit den unterschiedlichen Heizsystemen (Fu\u00dfbodenheizung, raumhohe Wandheizung, Plattenheizk\u00f6rper) sowie die Auswahl der Messbereiche und -methoden im Rahmen der Erarbeitung des bauphysikalischen Konzeptes. Nach einer Gesamtlaufzeit der Bauma\u00dfnahme von ca. 20 Monaten konnte das Objekt im Dezember 2004 an den Bauherren \u00fcbergeben werden. Der Einzug der Mieter erfolgte bis M\u00e4rz 2005. Ab dem zweiten Jahr der Bewilligung erfolgte vorrangig die wissenschaftliche Begleitung und Bearbeitung des Projektes, die Auswertung der Ergebnisse sowie die Dokumentation und Ver\u00f6ffentlichung des Pilotprojektes. Zur Darstellung des Projektverlaufes und der wissenschaftlicher Ergebnisse wurden 12 Plakate und ein Anschauungsmodell mit den unterschiedlichen Wandaufbauten erarbeitet und zu Pr\u00e4sentati-ons- und Beratungszwecken im DFWZ QLB ausgestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00b7\tGro\u00dfes \u00f6ffentliches Richtfest unter Beteiligung der Projektpartner, F\u00f6rderer, etc.<br \/>\n\u00b7\tPr\u00e4sentationstermine und Zwischenauswertungen zum Pilotvorhaben<br \/>\n\u00b7\tregelm\u00e4\u00dfige F\u00fchrungen und Beratungen, z. B. der Expertengruppe beim Denkmalsschutzkongress, des Bauministers LSA, zu Denkmaltagen, fortlaufend von Bauherren, Studenten und Fachplanern<br \/>\n\u00b7\tVorstellung des Projektes auf der Denkmalmesse in Leipzig und beim Kolloquium Zukunftsmarkt energiesparender Denkmalschutz? an der TU Dresden<br \/>\n\u00b7\tvier Fachseminare mit Pr\u00e4sentation des Gesamtprojektes und Auswertung der Ergebnisse<br \/>\n\u00b7\tBewerbung um den Deutschen Bauherrenpreis 2005\/06<br \/>\nVer\u00f6ffentlichungen:<br \/>\n\u00b7\tProjektberichte in den Jahresabschlussberichten 2004 bis 2006 des DFWZ QLB e.V.<br \/>\n\u00b7\tProjektvorstellung\/Zwischenbericht im Gesch\u00e4ftsbericht 2004 der BauBeCon Sanierungstr\u00e4ger GmbH<br \/>\n\u00b7\tTextbeitrag in der Begleitbrosch\u00fcre zum Kolloquium Zukunftsmarkt energiesparender Denkmalschutz? der TU Dresden\/DBU\/DSD<br \/>\n\u00b7\tErarbeitung und Verteilung von Informationsflyern, Pressemitteilungen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Untersuchungen zeigen teils erwartete, teils \u00fcberraschende Ergebnisse. Erwartungsgem\u00e4\u00df unterscheiden sich die eingesetzten Systeme zur Innend\u00e4mmung und Heizung in ihren bauphysikalischen und heizenergetischen Auswirkungen. Deutliche Unterschiede zeigen sich im Trocknungsverhalten. Der hohe Stellenwert einer angepassten Baufolge mit ausreichender L\u00fcftung der R\u00e4ume und Trocknungszeiten vor Aufbringen des Wandputzes wird hier deutlich. \u00dcberraschend ist dagegen die messtechnisch begr\u00fcndete Erfahrung, dass die eingesetzten D\u00e4mmschalen aus den mineralischen Baustoffen Holzleichtlehm, Haacke-Cellco-W\u00e4rmed\u00e4mmlehm gegen\u00fcber den in der Sanierung \u00fcblicherweise eingesetzten D\u00e4mmplatten durchaus Vorteile in der praktischen Bew\u00e4hrung besitzen. Die in der Heizperiode zu beobachtenden lokalen Auffeuchtungen im Bereich der Schwellen bei leichten Deckenaufbauten und Wandaufbauten mit Innen-D\u00e4mmplatten erfordern weitere Beobachtung zur Verbesserung der Detailplanung. Eine Sonderstellung unter den Heizsystemen nimmt die vollfl\u00e4chige Wandheizung auf Holzweichfaserplatten ein. Das Trocknungsverhalten wird durch die Temperaturerh\u00f6hung an der Wandoberfl\u00e4che mit gleichzeitiger Erh\u00f6hung des Feuchtegradienten zwischen Wandoberfl\u00e4che und Wandkern verbessert. Die Bef\u00fcrchtungen hinsichtlich eines zu hohen Heizenergieverbrauches haben sich nicht best\u00e4tigt, er ist eher als unterdurchschnittlich anzusehen. Zwischen der Fu\u00dfbodenheizung und der Heizk\u00f6rperheizung in den anderen Wohnungen sind keine signifikanten Unterschiede zu erkennen. Die f\u00fcr den Planungszustand (Innend\u00e4mmung und ISO- bzw. Kastenfenster) errechnete spezifische Norm-Geb\u00e4udeheizlast von j\u00e4hrlich etwa 21709 W erreicht fast den Standard eines Niedrigenergiehauses und liegt gegen\u00fcber dem Ausgangszustand um mehr als die H\u00e4lfte niedriger. Umgerechnet auf den Heizenergieverbrauch bedeutet das, dass mit den eingesetzten D\u00e4mm-Ma\u00dfnahmen und Verbesserungen an der Fenstersituation ca. 61% an Energiekosten eingespart werden k\u00f6nnen. Tendenziell ist von 2004\/05 zu 2005\/06 eine Verringerung des Heizw\u00e4rmeverbrauchs in allen Wohnungen feststellbar. Dazu wird auch die Abtrocknung der Baufeuchte einen Beitrag leisten.<br \/>\nBei den mit dem Blower Door Verfahren durchgef\u00fchrten Pr\u00fcfungen der Luftdichtheit der einzelnen Woh-nungen und des Gesamtgeb\u00e4udes wurde f\u00fcr das Gesamtgeb\u00e4ude wurde ein Luftwechsel unter Pr\u00fcfbedingungen von 3,8 je Stunde erreicht. Damit wird der f\u00fcr das sanierte Fachwerkhaus benannte Zielwert von maximal n50= 4 h-1 erreicht. Die geringeren Luftwechselraten in den Wohnungen 2 und 3 k\u00f6nnten auf die dort verwendeten massiven Vorsatzschalen zur\u00fcckzuf\u00fchren sein.<br \/>\nIm Ergebnis der Schalltechnischen Beratung zeigen Deckenf\u00fcllungen, Fu\u00dfbodenaufbauten und Unterdeckenausbildung differenzierter Bauart, welche L\u00f6sungen schalltechnischen und brandschutztechnischen Forderungen gerecht werden und dennoch vertretbare Kosten und Aufwendungen erzielen. Die Abnahmemessungen f\u00fcr den Schallschutz ergaben, dass die Anforderungen an den erh\u00f6hten Schallschutz so-wohl beim Luftschall und als auch beim Trittschall erreicht wurden.<br \/>\n\u00d6kologisches und energiesparendes Sanieren ist unter \u00fcblichen Baubedingungen sowie in der geforderten Flexibilit\u00e4t und Gebrauchssicherheit f\u00fcr Mietwohnungen m\u00f6glich. F\u00fcr die Mieter der Wohnungen geben die eingesetzten D\u00e4mm- und Heizsysteme keinen Anlass f\u00fcr Beanstandungen oder funktionale Einschr\u00e4nkungen. Der Stand des Vorhabens zum Ende der Projektlaufzeit l\u00e4sst bereits wichtige fachliche Aussagen zu, die erhebliches Interesse bei Bauherren und Fachplanern finden. Die Qualit\u00e4t der Aussagen und die Feinheit der Differenzierung wachsen mit der Zeitdauer der Begleitung. Entscheidend ist das Langzeitverhalten! Eine Beobachtung und Bewertung des Bauvorhabens \u00fcber mindestens 2 weitere Heizperioden w\u00e4re sinnvoll. Eine derart komplette Analyse w\u00e4re ein Novum in der Sanierung von Fachwerkgeb\u00e4uden und h\u00e4tte einen erheblichen wissenschaftlich-baupraktischen und didaktischen Effekt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Pilotprojektes ist es, Alternativen zu bisher gebr\u00e4uchlichen Methoden der Fachwerksanierung anzubieten, aber auch solche Bausysteme auszuf\u00fchren, zu denen bereits gute praktische Erfahrungen vorliegen, deren breite Anwendung in der Baupraxis jedoch noch bevorsteht und diese unter messtechnischer Begleitung zu optimieren. 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