  {"id":23449,"date":"2023-07-13T15:23:21","date_gmt":"2023-07-13T13:23:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21508-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:21","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:21","slug":"21508-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21508-01\/","title":{"rendered":"Erprobung des bei der Diaphragmalyse gewonnenen Konzentrates OXILITE zur sicheren Desinfektion von Kl\u00e4ranlagenabl\u00e4ufen an Flie\u00dfgew\u00e4ssern am Beispiel der Kl\u00e4ranlage Moosburg a. d. Isar"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Desinfektion von Kl\u00e4ranlagenabl\u00e4ufen wird bislang nur in besonders empfindlichen Gebieten &#8211; z. B. an Badestr\u00e4nden von Nord- und Ostsee &#8211; durchgef\u00fchrt, wobei eine fl\u00e4chendeckende Desinfektion aller Kl\u00e4ranlagenabl\u00e4ufe und insbesondere der \u00dcberl\u00e4ufe von Regen\u00fcberlaufbecken allein aus Kostengr\u00fcnden nicht realisierbar erscheint. Das Bayerische Landesamt f\u00fcr Wasserwirtschaft w\u00e4hlte die Obere Isar f\u00fcr das Pilotvorhaben zur Wiederherstellung der Badegew\u00e4sserqualit\u00e4t an einem Flie\u00dfgew\u00e4sser aus, weil hier die Belastung mit F\u00e4kalbakterien haupts\u00e4chlich aus Kl\u00e4ranlagen stammt.<br \/>\nZielsetzung des Projektes war es zu untersuchen, inwieweit durch die Zugabe von OXIDAT als Produkt der Diaphragmalyse in Verbindung mit einem vorgeschalteten Feinfilter (Fa. Amiad) eine Desinfektion des Ablaufes von Kl\u00e4ranlagen m\u00f6glich ist. Des Weiteren sollte untersucht werden, inwieweit durch den Einsatz dieser Verfahrenskombination im Vergleich zu den am Markt platzierten Verfahren &#8211; insbesondere der UV-Desinfektion &#8211; Kosten eingespart sowie Umweltbelastungen reduziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchungen erfolgten exemplarisch am Beispiel der Kl\u00e4ranlage Moosburg a. d. Isar. Im Rahmen des Projektes wurde die Wirkung des Produktes OXIDAT in Verbindung mit dem vorgeschalteten Feinfilter (Fa. Amiad) auf die Eliminationsleistung bez\u00fcglich der Parameter Escherichia coli je 100 ml, Enterokokken je 100 ml und Coliforme je 100 ml im Abwasser (Ablauf Nachkl\u00e4rbecken) untersucht. Zus\u00e4tzlich wurde das desinfizierte Abwasser hinsichtlich AOX und Trihalogenmethan zum Nachweis der Umweltvertr\u00e4glichkeit analysiert. Zur Beurteilung des Feststoffabbaus wurde der CSB in der unbehandelten (vor dem Amiad-Filter) und behandelten Probe (nach der Zugabe von OXIDAT) bestimmt. Die Untersuchungen wurden im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab mit einem Bypass-Abwasservolumenstrom von 20 m3\/h durchgef\u00fchrt. Die zum Einsatz kommende Versuchsanlage bestand aus dem Feinfilter (Fa. Amiad) und dem Diaphragmalyseger\u00e4t (SINCERUS-Technologie). Das zu desinfizierende Abwasser wurde als Teilstrom (20 m3\/h) im Ablauf der Nachkl\u00e4rung entnommen und dem Feinfilter zugef\u00fchrt. Das Oxidationsmittel O-XIDAT der SINCERUS-Technologie wurde direkt in den Austrag des Amiad-Filters eingebracht. Die Probenahme erfolgte im Zulauf des Feinfilters (vor der Dosierstelle des Produktes OXIDAT) sowie in der Ablaufleitung nach der OXIDAT-Dosierung zum Nachweis des erzielten Desinfektionsgrades.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Escherichia coli-Werte lagen in der behandelten Probe insgesamt mit einem deutlichen Sicherheitsabstand unterhalb des Grenzwertes 2.000 [1\/100 ml], der von der Richtlinie des Rates \u00fcber die Qualit\u00e4t von Badegew\u00e4sser (EG, 1976) vorgegeben ist. Auch konnte der im EG-Entwurf der Badegew\u00e4sserricht-linie (2002) vorgeschlagene Escherichia coli-Grenzwert von 500 [1\/100 ml] (Gute Qualit\u00e4t) in 84,6 % der F\u00e4lle eingehalten werden. Der in diesem Entwurf vorgeschlagene Leitwert (Ausgezeichnete Qualit\u00e4t) in H\u00f6he von 250 [1\/100 ml] konnte in 69 % der F\u00e4lle eingehalten werden. Der im EG-Entwurf der Badegew\u00e4sserrichtlinie (2002) vorgeschlagene Grenzwert f\u00fcr den Parameter Enterokokken in H\u00f6he von 200 [1\/100 ml] (Gute Qualit\u00e4t) konnte in 46,2 % der F\u00e4lle eingehalten werden. Der in diesem Entwurf vorgeschlagene Leitwert (Ausgezeichnete Qualit\u00e4t) in H\u00f6he von 100 [1\/100 ml] konnte in 30,8 % der F\u00e4lle unterschritten werden. In der Richtlinie des Rates \u00fcber die Qualit\u00e4t von Badegew\u00e4sser (EG, 1976) ist f\u00fcr den Parameter Enterokokken kein Grenzwert vorgegeben. Die Coliforme-Werte lagen in der behandelten Probe &#8211; bis auf eine Ausnahme &#8211; mit einem deutlichen Sicherheitsabstand in 92,3 % der F\u00e4lle unterhalb des Grenzwertes von 10.000 [1\/100 ml], der von der Richtlinie des Rates \u00fcber die Qualit\u00e4t von Badegew\u00e4sser (EG, 1976) vorgegeben ist. Im EG-Entwurf der Badegew\u00e4sserrichtlinie (2002) wird f\u00fcr den Parameter Coliforme kein Grenzwert mehr vorgegeben. Der Maximalwert der Trihalogenmethane in den durchgef\u00fchrten Versuchsreihen lag bei 9,0 \u00b5g\/l. Dieser Wert ist als umweltvertr\u00e4glich und damit als unbedenklich einzustufen, auch vor dem Hintergrund der Trinkwasserverordnung (TrinkwV, 2003), wonach ein Grenzwert f\u00fcr die Trihalogenmethane von 50 \u00b5g\/l einzuhalten ist. Der Maximalwert des Parameters AOX lag in den durchgef\u00fchrten Versuchsreihen bei 0,13 mg\/l und damit deutlich unter den gesetzlichen Anforderungen, die aus der Abwasserverordnung (AbwV, 2002) resultieren. Beispielsweise wird bei der Einleitung von Sickerw\u00e4ssern im Anhang 51 der AbwV nach dem Stand der Technik ein AOX-Grenzwert von 0,5 mg\/l gefordert. Die AOX-Werte in den durchgef\u00fchrten Versuchsreihen zur Abwasserdesinfektion lagen somit mit einem signifikanten Sicherheitsabstand unterhalb dieses Wertes, so dass auch hier die Umweltvertr\u00e4glichkeit nicht negativ zu bewerten war. Die j\u00e4hrlichen Betriebs- und Ka-pitalkosten (AfA + Zins) f\u00fcr die SINCERUS-ECA-Technologie k\u00f6nnen bei der Kl\u00e4ranlage Moosburg zu 0,0283 \u0080\/m3 behandeltes Abwasser angegeben werden und liegen damit in der gleichen Gr\u00f6\u00dfenordnung wie die j\u00e4hrlichen Betriebs- und Kapitalkosten (AfA + Zins) f\u00fcr die UV-Desinfektion bei der Kl\u00e4ranlage Bad T\u00f6lz (0,0287 \u0080\/m3). Wird die SINCERUS-ECA-Technologie jedoch f\u00fcr die Verh\u00e4ltnisse der im Vergleich zur Kl\u00e4ranlage Moosburg gr\u00f6\u00dferen Kl\u00e4ranlage Bad T\u00f6lz ausgelegt, so reduzieren sich die spezifischen j\u00e4hrlichen Betriebs- und Kapitalkosten (AfA + Zins) um rund 12 % von 0,0283 auf 0,0248 \u0080\/m3 be-handeltes Abwasser zu Gunsten der SINCERUS-ECA-Technologie. F\u00fcr den Fall, dass eine Filterstufe vorzuschalten ist, liegt die Amiad-Filtereinheit deutlich unter den Investitionskosten f\u00fcr die klassische Sandfilter-Technologie.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse werden in der Zeitschrift wwt (Ausgabe Juni 2005) ver\u00f6ffentlicht. Ferner erfolgt eine Pr\u00e4sentation der Ergebnisse im Rahmen der Veranstaltung 1. K\u00f6lner Abwasser- und Gew\u00e4sserforum (Februar 2005) sowie auf der IFAT (April 2005).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die untersuchte Verfahrenskombination Amiad-Filter\/ SINCERUS-ECA-Technologie konnte eine signifikante Desinfektion des Abwassers erzielt werden. Diese Verfahrenskombination ist deutlich flexibler und wirtschaftlicher als die klassische Kombination Sandfilter\/UV-Desinfektion. Eine negative Beeintr\u00e4chtigung der Umwelt liegt nicht vor. Aufgrund der begrenzten Finanzmittel bei der Durchf\u00fchrung der Untersuchungen war es nur m\u00f6glich, die Wirkung der Verfahrenskombination Amiad-Filter\/ SINCERUS-ECA-Technologie insgesamt zu beurteilen, d. h. vor dem Amiad-Filter und nach der OXIDAT-Behandlung. In weiteren Untersuchungen sollte daher k\u00fcnftig herausgearbeitet werden, wie gro\u00df der jeweilige Wirkungsgrad der Einzelkomponenten hinsichtlich der Elimination der mikrobiologischen Para-meter ist, um abschlie\u00dfend beurteilen zu k\u00f6nnen, in welchen F\u00e4llen die SINCERUS-ECA-Technologie allein ausreicht, um die mikrobiologischen Parameter unter die vorgegebenen Grenzwerte zu bringen und in welchen F\u00e4llen die Vorschaltung des Amiad-Filters erforderlich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Desinfektion von Kl\u00e4ranlagenabl\u00e4ufen wird bislang nur in besonders empfindlichen Gebieten &#8211; z. 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