  {"id":23401,"date":"2023-07-13T15:23:14","date_gmt":"2023-07-13T13:23:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21376-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:16","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:16","slug":"21376-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21376-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines nichtfl\u00fcchtigen Ersatzstoffes f\u00fcr das Isopropanol in Feuchtmitteln f\u00fcr den Offsetdruck"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Druckindustrie der Bundesrepublik Deutschland werden j\u00e4hrlich 20 bis 25 000 Tonnen 2-Propanol als Zusatzstoff f\u00fcr Feuchtmittel im Offsetdruck eingesetzt. Die gesamte Menge 2-Propanol verdunstet quantitativ. Im vorliegenden Projekt war ein Produkt zu entwickeln, das drucktechnisch gleicherma\u00dfen problemlos verwendet werden kann und keinerlei Substanzen enth\u00e4lt, die zu VOC -Emissionen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr das Wirkprinzip des Offsetdruckes gibt es im Moment noch keine gesicherte theoretische Basis. Aus diesem Grund ist es notwendig, die Entwicklung des Ersatzstoffgemisches f\u00fcr 2-Propanol immer im Wechsel zwischen Laborversuchen zur Optimierung und der praktischen Erprobung der in bestimmten Laborkenngr\u00f6\u00dfen verbesserten Ersatzstoffl\u00f6sung durchzuf\u00fchren. Als Basis f\u00fcr die Entwicklung dient ein Gemisch aus Celluloseethern, die sich bei den Vorversuchen als prinzipiell geeignet herausgestellt ha-ben. Dieses Gemisch wird in einem ersten Schritt in verschiedenen Praxisdruckereien f\u00fcr den Bogenoffbsetdruck getestet. Anhand der von den Druckern bem\u00e4ngelten Eigenschaften werden im Folgeschritt bestimmte Kenngr\u00f6\u00dfen dieses Gemisches, wie Oberfl\u00e4chenspannung, Viskosit\u00e4t oder L\u00f6se- bzw. Emulgierverm\u00f6gen f\u00fcr Druckfarben gezielt ver\u00e4ndert und dann erneut in Praxisbetrieben getestet. Je nachdem, ob dieser zweite Optimierungsschritt zu Verbesserungen oder Verschlechterungen f\u00fchrt, erfolgt eine weitere Optimierung im Labor bevor dann in einem gr\u00f6\u00dferen Feldversuch die Praxistauglichkeit des Produktes nachgewiesen werden kann.<br \/>\nDie erfolgreichen Versuche im Bogenoffsetdruck bilden die Basis f\u00fcr Versuche im Heatset-Rollenoffsetdruck. Auf Grund der h\u00f6heren Druckgeschwindigkeiten, der Konstruktionsunterschiede der Sch\u00f6pfsysteme (Feuchtwerke) f\u00fcr die Feuchtmittell\u00f6sung sowie der ver\u00e4nderten Feuchtmittelaufnahme der Druckfarben ist hier ein universeller Ersatz von 2-Propanol durch eine Ersatzstoffl\u00f6sung deutlich schwieriger als im Bogenoffsetdruck. Die Versuche im Heatset-Rollenoffsetdruck gliedern sich in folgende Arbeitsschritte. Der erste Teil besteht aus Laborversuchen zur Optimierung der F\u00f6rder- und Emulgier-eigenschaften f\u00fcr die im Heatsetdruck verwendeten Druckfarben. Das in diesen Versuchen entstandene Produkt wird danach an einer halbtechnischen Versuchsanlage eines Druckmaschinenherstellers erprobt. Anschlie\u00dfend beginnen die Praxisversuche in Produktionsbetrieben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das im Rahmen des Projektes entwickelte Produkt AlkoGreen\u00e2 kann an Bogendruckmaschinen aller drei f\u00fchrenden Druckmaschinenhersteller eingesetzt werden. Die Optimierung der Basisrezeptur f\u00fchrte zu ei-ner Rohstoffkombination, die konkurrenzf\u00e4hig zum Preis des 2-Propanols auf dem Markt angeboten werden kann. Auf Grund der im Vergleich zum 2-Propanol niedrigeren Verbrauchsmengen ist es f\u00fcr den Drucker jetzt sogar billiger ohne 2-Propanol zu drucken. Die Anwendungstests mit unterschiedlichen Druckfarbenserien zeigten keine Farbserie, bei der unerwartete Schwierigkeiten auftraten.<br \/>\nF\u00fcr den Einsatz in Bogenoffsetdruckereien, die zu Schwierigkeiten mit der in diesen Betrieben vorhandenen Dosiertechnik f\u00fchren ist das Produkt MonoGreen\u00e2 entwickelt worden. Auch dieses Produkt kann an Bogendruckmaschinen aller drei f\u00fchrenden Druckmaschinenhersteller eingesetzt werden.<br \/>\nEs ist beim Einsatz von Alkogreen\u00e2 und MonoGreen\u00e2 damit zu rechnen, dass der Feuchtwasserumlauf etwas st\u00e4rker verschmutzt, als dies die Drucker beim Gebrauch von 2-Propanol gew\u00f6hnt sind. Die drucktechnischen Eigenschaften sind nicht tangiert. Ein Teil der Praxisanwender hat deshalb in den Feucht-wasserkreislauf der Druckmaschine zus\u00e4tzliche Filtersysteme integriert.<br \/>\nDie Anwendung gr\u00f6\u00dferer Mengen von AlkoGreen\u00e2 im Rollenoffsetdruck ist zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt nicht zu erwarten. Die dieser Verwendung entgegenstehenden Probleme sind:<br \/>\n1.\tDie Praxisbetriebe verf\u00fcgen im Regelfall \u00fcber mehrere Druckmaschinen, deren Feuchtmittel- und Alkoholversorgung \u00fcber eine zentrale Tankanlage erfolgt. Eine Produktumstellung bedingt dort die Bef\u00fcllung des kompletten Tanks und die gleichzeitige Versorgung aller Druckmaschinen mit dem neuen Produkt. Nachdem die Dosierung in den Feuchtmittelaufbereitungsger\u00e4ten der Firma technotrans zus\u00e4tzliche Nachr\u00fcstungen mit dem Digidos Dosiersystems erfordert h\u00e4tte, wollte kein Druckereileiter dieses Risiko bei einer Produkteinstellung eingehen.<br \/>\n2.\tDas Feuchtmittel im Umlauf verschmutzt bei einer Verwendung von AlkoGreen\u00e2 st\u00e4rker als dies bei Verwendung von 2-Propanol \u00fcblich ist. Verk\u00fcrzte Waschzyklen werden im Rollenoffsetdruck nicht toleriert. Ob die Reinigungswirkung eines Filters im Feuchtmittelkreislauf f\u00fcr eine Rollenoffsetdruckmaschine ausreichend ist konnte nicht getestet werden, da keine gro\u00dfe Rollenoffsetdruckerei sich zu ei-nem Test bereiterkl\u00e4rte.<br \/>\nUm die Schwierigkeiten zu umgehen erfolgte die Entwicklung eines f\u00fcr den Rollenoffsetdruck optimierten Feuchtmittelzusatzes. Das Produkt AlkoLight\u00e2 enth\u00e4lt zus\u00e4tzlich zu der Basisrezeptur des AlkoGreen\u00e2 eine geringe Menge 2-Propanol und ist damit nicht vollst\u00e4ndig emissionsfrei. Die Markteinf\u00fchrung des Produktes AlkoLight\u00e2 verbesserte die Akzeptanz und die Produkteigenschaften des Alkoholsubstitutes f\u00fcr den Rollenoffsetdruck. Mit dem Produkt AlkoLight\u00e2 arbeiteten Rollenoffsetdrucker in Frankreich und Gro\u00dfbritannien. In Deutschland war aus den o.g. Gr\u00fcnden die Nachfrage geringer.<br \/>\nEs ist eine Produktfamilie &#8211; Alkogreen\u00e2, MonoGreen\u00e2 und AlkoLight\u00e2 &#8211; entwickelt worden, die entweder zu einem v\u00f6lligen Verzicht auf das 2-Propanol in Feuchtmitteln oder zu einer deutlichen Reduktion des Einsatzes von 2-Propanol f\u00fcr den Offsetdruck f\u00fchren kann. Die Verwendung der entwickelten Produkte f\u00fchrt zu Kostenneutralit\u00e4t bzw. sogar zu Kostenvorteilen im Vergleich zur Verwendung von 2-Propanol. F\u00fcr eine erfolgreiche Verwendung sind allerdings Ver\u00e4nderungen in den Einsatzgewohnheiten der Dru-cker notwendig, die nur z\u00f6gernd akzeptiert werden bzw. nach der Einweisung auch wieder in Vergessenheit geraten und dadurch zu Akzeptanzproblemen in den Druckereien gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Partner Bundesverband Druck und Medien (bvdm) konnte geplante Informationsveranstaltungen in allen seinen Landesverb\u00e4nden zur effektiven Information f\u00fcr Druckereibetriebe bisher nicht durchf\u00fchren. Um diesen Ausfall zu kompensieren hat die Fa. DC Druckchemie eine eigene Informationskampagne in den Medien durchgef\u00fchrt sowie umfangreiches Informationsmaterial und Produktproben verteilt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Trotz der aus technischer Sicht positiven Projektergebnisse war die Reaktion des Marktes nicht so wie erhofft, obwohl bis jetzt bereits mehr als 1000 t dieser Produkte verkauft worden sind, was in etwa einer Emissionsreduzierung von 3000 bis 4000 Tonnen 2-Propanol entspricht. An einer weiteren Verbesserung der drucktechnischen Eigenschaften der Produkte wird gearbeitet. Das Ziel, gro\u00dfe Mengen des in der Druckindustrie eingesetzten 2-Propanols durch emissionsfreie Produkte zu ersetzen, erscheint immer noch erreichbar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Druckindustrie der Bundesrepublik Deutschland werden j\u00e4hrlich 20 bis 25 000 Tonnen 2-Propanol als Zusatzstoff f\u00fcr Feuchtmittel im Offsetdruck eingesetzt. 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