  {"id":23353,"date":"2023-07-13T15:23:11","date_gmt":"2023-07-13T13:23:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21230-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:12","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:12","slug":"21230-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21230-01\/","title":{"rendered":"Naturschutzma\u00dfnahmen in national wertvollen denkmalgesch\u00fctzten Parkanlagen (Kooperation von Denkmal- und Naturschutz)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ca. 600 denkmalgesch\u00fctzte Parkanlagen. Davon sollen im Rahmen des o. g. Projektes in f\u00fcnf national bedeutsamen Parks Wiederherstellungs- und Erhaltungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden. Dabei wird ausschlie\u00dflich auf die Durchf\u00fchrung naturschutzfachlicher Ma\u00dfnahmen abgestellt wie z. B. die Standortverbesserung und\/oder Pflege von sehr alten Geh\u00f6lzstrukturen, die Wiederherstellung historisch nachweisbarer Biotopgew\u00e4sser, Sanierung historischer Gew\u00e4sser, die Anpflan-zung von seltenen, lokal typischen Kulturrelikten sowie der Wildbienenschutz. Hintergrund dieser Ma\u00dfnahmen ist, dass naturnahe historische Parks grunds\u00e4tzlich ein hohes \u00f6kologisches Potenzial haben, das aber bisher kaum beachtet wurde. Wie naturschutzfachliche Untersuchungen im Rahmen eines vorangegangenen Projektes gezeigt haben, trifft dies in hohem Ma\u00dfe bei den o. g. Parks Remplin und G\u00fctzkow zu. In diesen Anlagen wurde eine \u00fcberraschende Vielfalt von Pflanzen- und\/oder Insektenarten nachgewiesen einschlie\u00dflich mehrerer in Mecklenburg-Vorpommern als stark gef\u00e4hrdet eingestufter Arten. Dazu z\u00e4hlen auch seltene Kulturrelikte, also solche Pflanzenarten die eine auff\u00e4llige Bindung an menschliche Siedlungspl\u00e4tze einer oder mehrerer Kulturstufen aufweisen.<br \/>\nInsgesamt soll das Projekt aufzeigen, dass eine Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Denkmalpflege notwendig und auch in Teilen durchsetzungsf\u00e4hig ist.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Grundlage gutachterlicher Bestandsaufnahmen und Bewertungen aus der Sicht der Denkmalpflege sowie des Naturschutzes erfolgte die Erarbeitung eines Leitkonzeptes, das durch die Parkeigent\u00fcmer best\u00e4tigt wurde. Belange des Arten- und Biotopschutzes wurden in das Leitkonzept eingebracht und sollen nun umgesetzt werden. Die geplanten Ma\u00dfnahmen je Park konzentrieren sich dabei auf solche naturschutzfachlich und\/oder kulturhistorisch wertvollen Elemente oder Arten, die von herausragender lokaler Bedeutung sind. So werden z. B. im Park Remplin Erhaltungsma\u00dfnahmen in zwei stark durch Windwurf gef\u00e4hrdeten originalen barocken Lindenalleen erfolgen und im Park G\u00fctzkow seltene Kulturrelikte im barocken Parkwaldrandbereich angepflanzt werden wie z. B. Ribes aureum (Gold-Johannisbeere) und Geranium phaeum (Brauner Storchschnabel). Gleichzeitig bleiben in beiden Parks Alt- und Totholz-B\u00e4ume f\u00fcr die Vielzahl der nachgewiesenen xylobionten K\u00e4ferarten erhalten. Im Kloster-bereich Bad Doberan wird &#8211; auf gegenw\u00e4rtig noch versiegelten Fl\u00e4chen &#8211; ein ehemaliges Feuchtbiotop wiederhergestellt und im Randbereich durch Anpflanzungen von Kulturrelikten bereichert. Im Frankenteich der Hansestadt Stralsund entsteht u. a. entlang des Ufers wieder ein Wasserpflanzenband und im Park Br\u00f6llin erfolgt die Wiederherstellung eines historischen Bienenhauses so, dass gleichzeitig Lebensst\u00e4tten f\u00fcr Wildbienen geschaffen werden. Die geplanten Ma\u00dfnahmen tragen somit zur Erhaltung der Ar-tenvielfalt in den Parks bei und sind gleichzeitig ein Beitrag zum Kulturschutz weil die Parkanlage durch die Ma\u00dfnahmen zum Teil wiederhergestellt und somit aufgewertet wird. Gerade am Beispiel der Anpflanzung seltener Kulturrelikte zeigt sich, dass Kulturschutz auch Naturschutz sein kann.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zur Organisation und Bearbeitung des Projektes Naturschutzma\u00dfnahmen in national wertvollen denk-malgesch\u00fctzten Parkanlagen (Kooperation von Denkmal- und Naturschutz) wurde vor Ma\u00dfnahmebeginn mit allen Projektpartnern (Stadt Bad Doberan, Gemeinde Remplin, Verein schloss br\u00f6llin e.V., Hansestadt Stralsund) Kooperationsvereinbarungen zur Umsetzung der Teilprojekte<br \/>\n&#8211;\tRenaturierung der Doberbachniederung im Klostergebiet Bad Doberan<br \/>\n&#8211;\tPark Remplin &#8211; Wiederherstellung der barocken Lindenallee<br \/>\n&#8211;\tSanierung des denkmalgesch\u00fctzten Gutsparks Br\u00f6llin -Wildbienenhaus<br \/>\n&#8211;\tRekonstruktionsarbeiten am Wulflamufer (3.BA)<br \/>\nabgeschlossen, in denen die Projektinhalte, die Form der Mittelvergabe, die Projektablaufkontrolle, die Berichterstattung und die Vorgaben zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit fixiert wurden. Gleichzeitig gaben alle Projektpartner Verpflichtungserkl\u00e4rungen zur Eigenmittelbereitstellung ab, um somit die Gesamtfinanzierung des Gesamtprojektes abzusichern.<br \/>\nIn mehreren Arbeitsbesuchen vor Ort als auch durch regelm\u00e4\u00dfige Telefonate informierten sich der Koordinator des Projekttr\u00e4gers, Herr Dr. G\u00f6tze und der Vertreter des Umweltministeriums, Herr Lehmann vom Stand und Fortgang der Arbeiten. Die gro\u00dfe Fachkenntnis des Vertreters des Umweltministeriums half dem Projekttr\u00e4ger bei der fachlichen Einsch\u00e4tzung der Renaturierung der historischen Parkanlagen und bei der Beachtung der Naturschutzaspekte.<br \/>\nAus den Sachberichten der Projektpartner geht hervor, das eine konstruktive Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen regionalen Firmen und \u00c4mtern bestand und alle, trotz schwieriger Wetterbedingungen zum Gelingen der Teilprojekte und somit zur Realisierung des Gesamtprojektes beitrugen.<br \/>\nDie beispielhafte Kombination von \u00f6ffentlichen, Stiftungs- und Eigenmitteln der Kommunen und Vereine zur Umsetzung von Denkmal- und Naturschutzzielen fand auch die Anerkennung des Umweltministers Mecklenburg-Vorpommerns, Herrn Prof. Dr. Methling bei der feierlichen Er\u00f6ffnung der renaturierten Doberbachniederung am 24.06.2005 in Bad Doberan<br \/>\nDie Sach- und Bildberichte verdeutlichen, dass in allen Teilprojekten die Vorgaben des Denkmal- und Naturschutzes entsprechend der formulierten Zielstellungen umgesetzt wurden. Arbeitsbesuche Vor-Ort, zeigten, das die renaturierten denkmalgesch\u00fctzten Parkanlagen zur Wertsteigerung der Ortsbilder und Parklandschaften beitragen und von den B\u00fcrgern und Touristen gesch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Auf Schautafeln in den renaturierten Parkanlagen, Mitteilungen in der regionalen Presse (z. B. Pressemit-teilung des Umweltministeriums vom 24.06.2005, St\u00e4dtischer Anzeiger vom 02.07.2005, Ostseezeitung vom 25.\/ 26. 06. 2005, Bad Doberaner Anzeiger vom 29.06.2005, Mecklenburger Schweiz vom 22.06. 2005, S. 15) und Er\u00f6ffnungsveranstaltungen wurden die Ziele des Parkprogramms vorgestellt und die einzelnen Ma\u00dfnahmen n\u00e4her beschrieben. Bei allen Pr\u00e4sentationen wurde darauf geachtet, dass Hin-weise auf die F\u00f6rderung durch die Âé¶¹´«Ã½ vorhanden sind.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auf der Grundlage der eingereichten Sachberichte, der vorgelegten Bilddokumente und Vor-Ort-Besichtigungen kann eingesch\u00e4tzt werden, dass die in den Teilprojekten vorgesehenen Ma\u00dfnahmen termingerecht und in hoher Qualit\u00e4t erf\u00fcllt worden. Die Auflagen\/ Anforderungen des Natur- und Denkmalschutzes wurden in allen Teilprojekten erf\u00fcllt, die umweltgesch\u00e4digten Parkanlagen denkmalgerecht wieder hergestellt und in vorgesehenen Teilbereichen den Schutzbestrebungen des Naturschutzes Rechnung getra-gen. Damit erf\u00fcllten alle Projektpartner die Anforderungen der F\u00f6rderrichtlinien der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.<br \/>\nMit der Renaturierung der historischen Parkanlagen wurden f\u00fcr die B\u00fcrger\/innen und f\u00fcr die Touristen nat\u00fcrliche Kleinode geschaffen, die neben der Naherholung auch der Verbesserung des Wohnumfeldes und der kulturhistorischen Bildung dienen. Die Kombination von Stiftungsgeldern mit Landes- und kommunalen Mitteln hat sich zur Umsetzung der vorgesehenen Zielstellungen des Denkmal- und Naturschutzes bew\u00e4hrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ca. 600 denkmalgesch\u00fctzte Parkanlagen. Davon sollen im Rahmen des o. g. Projektes in f\u00fcnf national bedeutsamen Parks Wiederherstellungs- und Erhaltungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden. 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