  {"id":23339,"date":"2023-07-13T15:23:07","date_gmt":"2023-07-13T13:23:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21186-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:10","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:10","slug":"21186-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21186-01\/","title":{"rendered":"Neubau einer Einfachsporthalle an der Grundschule Burgweinting &#8211; Solarfassade und Sonderbauteile"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr die vorliegende Planung war der notwendig gewordene Neubau einer Sporthalle im Stadtteil Burgweinting. Zielvorgabe f\u00fcr die Planungskonzeption war, neben einer ansprechenden Geb\u00e4udekonzeption auch einen energetisch optimierten Hallenstandard zu erreichen. Dabei galt es, nicht nur die vorgegebenen Werte u. a. der EnEV 2002 zu erreichen, sondern durch entsprechende Fassadenausbildung ein optimiertes W\u00e4rmeverhalten der Halle im Ganzjahresbetrieb zu erzielen. Auf den \u00fcblicherweise zus\u00e4tzlich erforderlichen Sonnenschutz und auf Dach\u00fcberst\u00e4nde wird deshalb verzichtet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Sporthalle ist mit ihrer L\u00e4ngsseite nach S\u00fcden ausgerichtet. Sie ist im unteren Teil im Boden versenkt und ab einer H\u00f6he von 3,80 m rundum verglast. Damit der Sonnenschutz, die Ausleuchtung und die W\u00e4rmeentwicklung im Innenbereich f\u00fcr den Sportbetrieb optimal ausgerichtet sind, wurde f\u00fcr die Licht- und W\u00e4rmesimulation das Fraunhofer Institut ISE in Freiburg unterst\u00fctzend eingeschaltet. Abgestimmt mit dem Hallentragwerk, den Einbauten, der Oberfl\u00e4chengestaltung, der Dimensionierung von Fensterfl\u00e4chen und L\u00fcftungsquerschnitten und der Qualit\u00e4tsanforderung an die Verglasung wurde folgendes Ergebnis erarbeitet :<br \/>\nDie Verglasung unterscheidet sich an den vier Seiten des Geb\u00e4udes:<br \/>\nS\u00fcdseite: Sonnenschutzverglasung mit 75 %-iger PV-Zellen-Belegung und Licht streuenden Eigenschaften. Die Module bestehen aus einem \u00e4u\u00dferen Glasverbund mit integrierten Solarzellen und einer Funktionsbeschichtung (einem mit Krypton gef\u00fcllten Scheibenzwischenraum) und einem ballwurfsicheren in-neren Verbundglas. Die Lichtstreuung wird durch Verwendung einer sandgestrahlten oder ge\u00e4tzten Scheibe im inneren Verbund oder durch eine Licht streuende Folie erreicht.<br \/>\nOst- Westfassade: Einbau stark streuender Gl\u00e4ser mit sehr niedrigem g-Wert und niedrigem U-Wert von 0,9 W\/m\u00b2K, die das Tageslicht schlagschattenfrei und ohne Blendwirkung in die Halle lenken.<br \/>\nDie Nordseite wird mit einer Standard &#8211; W\u00e4rmeschutzverglasung ausgestattet.<br \/>\nMit diesem Fassadenkonzept kann eine sehr gute und gleichm\u00e4\u00dfige Ausleuchtung des Hallenraumes erreicht werden; m\u00f6gliche Blendwirkungen sind ausgeschlossen.<br \/>\nUm f\u00fcr die Halle vor allem in den Sommermonaten ein g\u00fcnstiges Temperaturspektrum zu bekommen, wird neben den Sondergl\u00e4sern ein mittels Raumf\u00fchler innen\/au\u00dfen elektronisch gesteuertes, nat\u00fcrliches Bel\u00fcftungssystem eingebaut (Zuluft\u00f6ffnungen im Sockelbereich, Abluft\u00f6ffnungen in der Glasfassade). Durch die Steuerung der L\u00fcftung wird die Abk\u00fchlung im Sommer optimiert und die Heizenergieverluste im Winter minimiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die untersuchte Gleichm\u00e4\u00dfigkeit nach DIN EN 12464, gemessen bei Sonnenschein, betrug g = 0,54. Die DIN fordert f\u00fcr Turnhallen einen Wert von g = 0,50. Der Idealwert von minimalem und maximalem Leuchtdichteunterschied ist 1 (theoretisch).<br \/>\nDie Blendfreiheit nach S\u00fcden wurde mit den neu entwickelten Sondergl\u00e4sern mit integrierter Photovoltaik sehr gut erreicht.<br \/>\nDie Licht streuenden Gl\u00e4ser auf der Ost- und Westfassade mit direktem Lichttransmissionswert von 0,0 und einem sehr niedrigem diffusen Lichttransmissionswert von 0,30 werden von empfindlichen Personen bei direkter Sonneneinstrahlung und direkter Blickrichtung in die Gl\u00e4ser als zu hell empfunden. Die M\u00f6glichkeit den diffusen Lichttransmissionswert niedriger einzustellen, w\u00fcrde die Gleichm\u00e4\u00dfigkeit der Ausleuchtung negativ beeintr\u00e4chtigen.<br \/>\nF\u00fcr die Mehrheit der Sportler sind die Ausleuchtung und der Blendschutz sehr gut eingestellt.<\/p>\n<p>Die thermischen Messungen zeigen, dass sich die Halle in Burgweinting trotz der leichten Bauart, der vergleichsweise gro\u00dfen Glasfl\u00e4chen und der freien, unbeschatteten Lage nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig aufheizt.<br \/>\nMit der Art der Sondergl\u00e4ser und der gesteuerten nat\u00fcrlichen Bel\u00fcftung wird in Burgweinting ein Temperaturniveau im Innenraum erreicht, dass vergleichbar ist mit konventionell gebauten Sporthallen. <\/p>\n<p>Die geb\u00e4udeintegrierte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 10,07 kWp erzeugte bisher von Februar 2004 bis 11. Februar 2007 20.672 kWh Strom; der h\u00f6chste Tageswert mit 48,05 kWh war am 28.02.05.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tFraunhofer Institut Solare Energiesysteme ,Jahresbericht 2004<br \/>\n&#8211;\tsb sportst\u00e4ttenbau und b\u00e4derbau, 5\/2004 September\/Oktober<br \/>\n&#8211;\tSOLARES BAUEN, Sonderheft der SONNENENERGIE OKTOBER 2004<br \/>\n&#8211;\tBaumeister B1, KALTER STAHL, Fokus: Photovoltaikfassade  Januar 2005<br \/>\n&#8211;\tPhoton DAS SOLARSTROM-MAGAZIN, 3\/2005 M\u00e4rz 2005<br \/>\n&#8211;\tDETAIL &#8211; Solares Bauen, Juni 2005<br \/>\n&#8211;\tDETAIL &#8211; Arquitectura solar, Edicion espa\u00f1ola  Sept\/Oct 2005 &#8211; 4 (spanisch)<br \/>\n&#8211;\tarchitektur + sonnenschutz, Fachzeitschrift f\u00fcr Technik in der Fassade 5\/2005<br \/>\n&#8211;\tDBZ &#8211; Sonderheft Licht Architektur Technik, Sportst\u00e4tten, Januar 2006<br \/>\n&#8211;\tbauen mit holz, Fachzeitschrift f\u00fcr konstruktiven Holzbau und Ausbau, 5\/2006<br \/>\n&#8211;\tManagement und Modernisierung von Turn- und Sporthallen, Edmund A. Spindler (Hrsg.), C.F. M\u00fcller Verlag, ISBN 3-7880-7795-6, ab 4.Quartal 2006-11-09<br \/>\n&#8211;\tZahlreiche Firmenprospekte der beteiligten Hersteller, wie raico, Sch\u00fcco-Solar, Desso DLW \u0085<\/p>\n<p>Anerkennungspreis beim Wettbewerb (2. bis 5. Platz) Geb\u00e4udeintegrierte Photovoltaik vom Solarenergief\u00f6rderverein Bayern e. V. ,Preisgeld: 2000.-\u0080<\/p>\n<p>Ausgezeichnet mit der Plakette Deutscher Solarpreis 2005 von Eurosolar f\u00fcr Eigent\u00fcmer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das architektonische Ziel wurde erreicht, eine Sporthalle zu bauen, die zu jeder Tageszeit und Witterung Blendfreiheit bei gleichzeitiger optimaler Ausleuchtung des Innenraumes garantiert.<br \/>\nDie nat\u00fcrliche Bel\u00fcftung mit Nachtausk\u00fchlung funktioniert sehr gut und best\u00e4tigt die Prognosen der Simulationen durch das Fraunhofer Institut.<br \/>\nDie Einnahmen durch die selbst erzeugte Energie (Photovoltaik) sind deutlich h\u00f6her als der Energieverbrauch f\u00fcr Heizung und Strom.<br \/>\nErkenntnisse aus der Analyse, welche zu einer Verbesserung des wirtschaftlichen Betriebes f\u00fchren, werden direkt umgesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass f\u00fcr die vorliegende Planung war der notwendig gewordene Neubau einer Sporthalle im Stadtteil Burgweinting. 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