  {"id":23296,"date":"2023-07-13T15:23:03","date_gmt":"2023-07-13T13:23:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21110-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:05","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:05","slug":"21110-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21110-01\/","title":{"rendered":"Planerisch optimiertes \u00f6kologisches Freizeitzentrum"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Freizeit Center Stechlin im Ortsteil Neuglobsow dient der Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur der Gemeinde Stechlin (Brandenburg). Das Bauvorhaben soll als beispielgebende Architektur f\u00fcr einen Tourismus im Einklang mit der Natur entwickelt und dargestellt werden. Die Besucher sollen die Ziele des Demonstrationsvorhabens als Multiplikatoren verbreiten. Beabsichtigt ist eine \u00f6kologische Gesamtbilanzierung. Die Verringerung der Betriebskosten ist f\u00fcr die Gemeinde dabei ein zentraler Punkt. Diese soll erreicht werden durch Funktionalit\u00e4t, Kosten- und Energieeffizienz. Beeintr\u00e4chtigungen des Naturraums durch die Bauma\u00dfnahme werden minimiert. Der \u00f6kologische Charakter der Bauma\u00dfnahme soll wahrnehmbar sein und aktiv vermarktet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie planerische Optimierung begann fr\u00fchzeitig mit der Hinterfragung des Bedarfs und einer Reduzierung des Raumprogramms. Die intensive Diskussion des Entwurfs und verschiedener Ausf\u00fchrungsvarianten zwischen Bauherren, Architekt und Fachplaner f\u00fchrte zu einer optimierten L\u00f6sung. Brandschutztechnische Anforderungen sowie die Grenzen des Budgets hatten dabei einen bestimmenden Einfluss. Aufgrund der unsteten Nutzung des Geb\u00e4udes liegt ein Schwerpunkt der Optimierung in einer f\u00fcr jeden Nut-zungsfall optimierten Betriebsweise und der Vermeidung von Stand-by Verlusten. Insbesondere das L\u00fcftungskonzept sowie die intelligente Kontrolle der Geb\u00e4udesysteme sind dabei Schl\u00fcsselthemen. Die Erstellung einer \u00d6kobilanz f\u00fcr die Gesamtma\u00dfnahme mit einer detaillierten Betrachtung der verwendeten Baukonstruktionen und Anlagen war ein weiterer Eckpunkt der Optimierung. Hierf\u00fcr wurde die LEGEP Software eingesetzt. Der Planungsprozess wurde mit den getroffenen Entscheidungen und Beweggr\u00fcn-den in einem Planungslogbuch dokumentiert.<br \/>\nDie Bauarbeiten begannen im Mai 2003, im Dezember 2003 wurde das Geb\u00e4ude der Gemeinde \u00fcbergeben. Mit der Fertigstellung begann die betriebliche Optimierung in Verbindung mit dem eingesetzten selbstlernenden Kontrollsystem. Hierzu wurden die Nutzung sowie das Geb\u00e4udeverhalten mit Hilfe der installierten Messtechnik beobachtet. Das Kontrollsystem wurde justiert und ggf. korrigiert. Die messtechnische Bewertung des Geb\u00e4udes diente insbesondere der Kontrolle der Einhaltung der energetischen Zielgr\u00f6\u00dfen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Stechlinseecenter am Ortseingang Neuglobsows entspricht den traditionellen Bauten Neuglobsows auf eine moderne Weise. Die energetische Optimierung basiert auf einem hohen Niveau der W\u00e4rmed\u00e4mmung, der Reduzierung der geb\u00e4udetechnischen Anlagen und einem nutzungsangepassten Geb\u00e4u-debetrieb \u00fcber ein intelligentes Kontrollsystem. Der mittlere U-Wert der Geb\u00e4udeh\u00fclle betr\u00e4gt 0,34 W\/m\u00b2K. Die Nutzung des Stechlinseecenters als Versammlungs- und Sportst\u00e4tte erfordert mechanische L\u00fcftungsanlagen. Dabei sorgt das Kontrollsystem daf\u00fcr, dass die L\u00fcftungsanlage nur in Betrieb geht, wenn die gew\u00fcnschte Luftqualit\u00e4t durch Fensterl\u00fcftung oder Passivhybridl\u00fcftung nicht erreicht werden kann.<br \/>\nDie gesamt\u00f6kologische Bilanzierung mit dem Programm Legep ergab, dass die Summe der Folgekosten im 48. Jahr den Neubaukosten entspricht. Die Analyse der \u00f6kologischen Wirkungsbilanz zeigte, dass der Energieverbrauch auf 7 von 10 Kenngr\u00f6\u00dfen einen ma\u00dfgeblichen Einfluss hatte. Eine Einsch\u00e4tzung der \u00d6kobilanz wurde dadurch erschwert, dass Daten f\u00fcr Vergleichsbauten nicht vorhanden waren.<br \/>\nDer Erdreich-W\u00e4rmetauscher erwies sich als au\u00dferordentlich wirksames Element im Energiekonzept des Stechlinseecenters. Die Vorerw\u00e4rmung der Zuluft im Winter betr\u00e4gt durchg\u00e4ngig mehr als 5 K und \u00fcber weite Strecken sogar \u00fcber 10 K. Im Sommer ist die Abk\u00fchlung \u00e4hnlich wirksam.<br \/>\nDas Ziel, trotz Leichtbau im Sommer ein angenehmes Raumklima auch ohne K\u00fchlfunktion der raumluft-technischen Anlagen zu schaffen, wurde erreicht. Die Messung ergab im w\u00e4rmsten Raum, dem Foyer, lediglich 25 Stunden, in denen eine Raumlufttemperatur 26\u00b0C erreicht oder \u00fcberschritten wurde. Neben dem EWT erwies sich auch der feststehende Sonnenschutz als besonders wirksam.<br \/>\nDer W\u00e4rmeverbrauch des Stechlinseecenters liegt mit 83,7 MWh\/a etwa 10% unter den in Anlehnung an die VDI 2067 w\u00e4hrend der Planung getroffenen Voraussagen. Der Stromverbrauch ist mit 46 MWh\/a hoch. Zu zwei Dritteln ist der Stromverbrauch einer nutzungsunabh\u00e4ngigen Grundlast zuzuordnen. Der j\u00e4hrliche Wasserverbrauch von 183 m\u00b3 im Stechlinseecenter ist im Verh\u00e4ltnis zur Geb\u00e4udegr\u00f6\u00dfe gering. Aufgrund des geringen Verbrauchs an Trinkwarmwasser wurde empfohlen, die Warmwasserbereitung au\u00dfer Betrieb zu nehmen und nur, wenn eine Nutzung der Duschen zu erwarten ist, einzuschalten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zum Abschluss des Projektes Planerisch optimiertes \u00f6kologisches Freizeitzentrum wurde im Stechlinseecenter ein Symposium mit dem Titel Energieeffizienz = Nachhaltigkeit? durchgef\u00fchrt. Die Veranstaltung hatte 60 Teilnehmer. Die Veranstaltung diente dazu, das Projekt der Fachwelt vorzustellen und mit Experten und Expertinnen des energieeffizienten und \u00f6kologischen Bauens zu diskutieren. Im Stechlin-seecenter wurde das Projekt den Besuchern auf Plakaten und durch Vorf\u00fchrungen pr\u00e4sentiert. In einem vierteiligen Abschlussbericht wurden die Ergebnisse ausf\u00fchrlich dokumentiert: Teil 1: Planerische Optimierung; Teil 2: Gesamt\u00f6kologische Bewertung; Teil 3: Energiekonzept; Teil 4: Messung und Betrieb.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Ansatz, eine passive Niedrigenergiebauweise durch innovative anlagentechnische Merkmale zu erg\u00e4nzen, um so zu einem schlanken Gesamtkonzept zu kommen, wurde best\u00e4tigt.<br \/>\nEine sommerliche \u00dcberw\u00e4rmung trat nicht ein. Der Erdreich W\u00e4rmetauscher erwies sich gerade bei ex-tremen Au\u00dfentemperaturen als \u00e4u\u00dferst wirksam. Der feststehende Sonnenschutz tat ein \u00dcbriges.<br \/>\nDer Heizw\u00e4rmeverbrauch entspricht den Voraussagen. Der Stromverbrauch ist sehr hoch. Ursache hier-f\u00fcr sind nicht die Konditionierungssysteme des Geb\u00e4udes, sondern die Entnahme von Strom.<br \/>\nDie \u00f6kologische Bilanzierung zeigte einen ma\u00dfgeblichen Einfluss des Energiebedarfs auf die meisten Kriterien der \u00d6kobilanz. Die Verwendung nat\u00fcrlicher D\u00e4mmstoffe hatte hingegen nur eine geringe Auswirkung. Insgesamt fehlte ein Ma\u00dfstab, um die Ergebnisse der \u00d6kobilanzierung einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nBei der betrieblichen Optimierung fehlte die enge Kooperation mit dem Betreiber. Einsparpotenziale wurden teilweise verschenkt, da sich der Nutzer nicht auf das Kontrollsystem einlie\u00df. Das sebstlernende Kontrollsystem funktionierte robust und f\u00fchrte zu keinerlei Beschwerden. Es lief aus Sicht der Nutzer unsichtbar im Hintergrund. Insofern war das System sehr erfolgreich. Gleichwohl bevorzugten die Nutzer die konventionellen Bedienelemente im Geb\u00e4ude.<br \/>\nEs gab keine Ausfallzeiten. Die einfachen Abh\u00e4ngigkeiten zu wenigen Sensoren und Eingangsgr\u00f6\u00dfen und der Verzicht auf justierbare Systeme waren die Voraussetzung f\u00fcr diese robuste Funktion. Insofern unterst\u00fctzt die passive Ert\u00fcchtigung des Geb\u00e4udes auch die Funktion der aktiven Systeme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Freizeit Center Stechlin im Ortsteil Neuglobsow dient der Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur der Gemeinde Stechlin (Brandenburg). Das Bauvorhaben soll als beispielgebende Architektur f\u00fcr einen Tourismus im Einklang mit der Natur entwickelt und dargestellt werden. Die Besucher sollen die Ziele des Demonstrationsvorhabens als Multiplikatoren verbreiten. Beabsichtigt ist eine \u00f6kologische Gesamtbilanzierung. 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