  {"id":23266,"date":"2023-07-13T15:22:59","date_gmt":"2023-07-13T13:22:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21009-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:00","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:00","slug":"21009-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21009-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Konzepten zum Schutz national wertvoller arch\u00e4ologischer Kulturdenkm\u00e4ler auf ackerbaulich genutzten, erosionsgef\u00e4hrdeten Fl\u00e4chen in der Lommatzscher Pflege (Machbarkeitsstudie)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Lommatzscher Pflege, einem Teilgebiet des mittels\u00e4chsischen L\u00f6\u00dfh\u00fcgellandes zwischen D\u00f6beln, Mei\u00dfen und Riesa, ist das Archiv im Boden seit Jahrzehnten einem schleichenden Zerst\u00f6rungsprozess durch ackerbauliche Nutzung und Bodenerosion ausgesetzt. Ziel des Vorprojektes war es, beispielhaft neue Wege einer nachhaltigen arch\u00e4ologischen Substanzerhaltung in Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben und Beh\u00f6rden aufzuzeigen und Aussagen zur Durchf\u00fchrbarkeit eines Hauptprojekts zu gewinnen. Daf\u00fcr sollten erstens ad\u00e4quate Kommunikationsstr\u00e4nge zur Wissensvermittlung aufgebaut, zweitens der Aufwand f\u00fcr die Erhebung und Bewertung von Fachdaten abgesch\u00e4tzt, drittens effiziente Verfahren zur Evaluierung arch\u00e4ologischer Denkm\u00e4ler erprobt, viertens individuelle Besonderheiten der Partnerbetriebe ermittelt, f\u00fcnftens gemeinsam erste Ma\u00dfnahmenvorschl\u00e4ge erarbeitet und sechstens daf\u00fcr die f\u00f6rderpolitischen Rahmenbedingungen gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt ist konsequenter Freiwilligkeit verpflichtet. In mehreren Einzelgespr\u00e4chen wurden den Betrieben die Projektziele vorgestellt, gemeinsam Arbeitsfenster definiert sowie betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen ermittelt. Durch die Sichtung von Schlagkarteien konnte eine Datenbank mit fl\u00e4chenspezifischen Bewirtschaftungsbiographien und betriebsspezifischen Rahmendaten aufgebaut werden. Die \u00dcberlagerung von umwelt- und planungsrelevanten Fachdaten und arch\u00e4ologischen Kultur-denkm\u00e4lern sowie landwirtschaftlichen Schlaggeometrien erfolgte in einem geographischen Informationssystem. Zur Erkundung des Erhaltungszustandes wurden bodenurkundliche Untersuchungen durchgef\u00fchrt und zur Veranschaulichung des Gef\u00e4hrdungsgrades erg\u00e4nzend Modellierungen der Wassererosionsprozesse vorgenommen. Der arch\u00e4ologische Kenntnisstand fu\u00dft auf Recherchen im Orts- und Luftbildarchiv, auf Begehungen und Grabungen. Auf dieser Grundlage konnten wiederum in Einzelgespr\u00e4chen gemeinsam mit den Betrieben erste Ma\u00dfnahmevorschl\u00e4ge diskutiert und bei Feldbege-hungen im Gel\u00e4nde vertieft werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde von den Kooperationspartnern mit gro\u00dfer Aufgeschlossenheit aufgenommen. Durch Vorortbegehungen konnte der Grad der Akzeptanz zus\u00e4tzlich gesteigert werden. Die langj\u00e4hrige Beratungst\u00e4tigkeit des LfL hat ein erhebliches Problembewu\u00dfsein f\u00fcr unser Anliegen geschaffen. Haben sich die Verankerung im Raum und der individuelle Zugang als erfolgreich erwiesen, m\u00fcssen Einzelgespr\u00e4che k\u00fcnftig noch besser auf die saisonalen Betriebsabl\u00e4ufe abgestimmt werden. Durch die Bereit-stellung von Fl\u00e4chendaten und betriebsspezifische Kennziffern der Partnerbetriebe konnten gezielt Arbeitsfenster ausgew\u00e4hlt, Fl\u00e4chenbiographien rekonstruiert und Betriebsprofile erstellt werden, die den gew\u00e4hlten betriebsspezifischen Ansatz best\u00e4tigen. In sieben Arbeitsfenstern wurden auf einer Fl\u00e4che von ca. 5000 ha elf arch\u00e4ologische Kulturdenkm\u00e4ler exemplarisch bearbeitet. Fruchtfolgen und Bestellungen lassen sich in den Schlagkarteien bis zur Wende mit vertretbarem Aufwand sinnvoll zur\u00fcckverfolgen und auswerten. Ebenso reibungslos verlief die Recherche und \u00dcberlagerung umweltrelevanter Fachdaten. \u00dcberraschend ist die hohe fachliche Durchdringung einzelner Teilgebiete mit Studien zum Bodenabtrag (Erosion 3D Studien), die f\u00fcr die Definition k\u00fcnftiger T\u00e4tigkeitskorridore und zur Feinabstimmung von Ma\u00dfnahmen genutzt werden k\u00f6nnen. Der arch\u00e4ologische Kenntnisstand konnte durch die Bohrstocksondagen exemplarisch erheblich verdichtet werden, die eine Absch\u00e4tzung des Bodenabtrags erm\u00f6glichen. Dieser erreicht in Extrempositionen M\u00e4chtigkeiten von bis zu 1 m und mehr. Neben Erosionserscheinungen wirken sich au\u00dferdem bearbeitungsbedingte Verschleppungen und k\u00fcnstliche Verlagerungen von Bodenmaterial negativ auf die Denkm\u00e4lererhaltung aus. Die Kombination von schwach erodierten Plateaus und angegriffenen H\u00e4ngen l\u00e4sst erste Verallgemeinerungen f\u00fcr arch\u00e4ologische Kulturdenkm\u00e4ler in vergleichbaren Positionen zu. In anderen F\u00e4llen macht die kleinr\u00e4umige Heterogenit\u00e4t der Bodenprofile eine Einzelfallanalyse unausweichlich, die durch EROSION-Modellierungen unterst\u00fctzt werden kann und in ersten Ma\u00dfnahmevorschl\u00e4gen m\u00fcndete. Gen\u00fcgt auf Verebnungsfl\u00e4chen und flach geneigten H\u00e4ngen eine konsequente Umsetzung bodenschonender Bewirtschaftungsmethoden bzw. eine Verringerung der Eingriffstiefen, sind f\u00fcr besonders anf\u00e4llige Lagen landschaftsgestalterische Eingriffe in Erw\u00e4gung zu ziehen. Daf\u00fcr sind in Zukunft die Eigent\u00fcmer unbedingt einzubeziehen. Reversible Ma\u00dfnahmen lassen sich dagegen mit den Betrieben individuell vereinbaren. Das Vorprojekt gab Anst\u00f6\u00dfe, arch\u00e4ologische Denk-m\u00e4ler als Schutzziel in die Entscheidungsprozesse einzubringen und einen Katalog f\u00f6rderf\u00e4higer Ma\u00dfnahmen (Bearbeitungsrichtung, Eingriffstiefen usw.) aufzustellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Vorprojekt wurde einer breiten \u00d6ffentlichkeit durch F\u00fchrungen (Tag des offenen Denkmals im September 2004, Ausgrabungen) und Vortr\u00e4ge, der Fach\u00f6ffentlichkeit durch 4 Tagungsvortr\u00e4ge sowie einen Aufsatz (R.G\u00f6ldner, K.Hartsch, J.Oexle und M. Strobel Wie l\u00e4sst sich eine intensive landwirtschaftliche Fl\u00e4chennutzung mit dem Schutz arch\u00e4ologischer Kulturdenkm\u00e4ler in Einklang bringen? Ein Ausblick nach der Hochwasserkatastrophe im August 2002 in Arch Inf. 27\/1 2004, 1-12) vorgestellt. Des Weiteren informiert eine Internetseite des Landesamtes f\u00fcr Arch\u00e4ologie \u00fcber Projektinhalt und Zielstellung. Der Fachbeirat des Projektes wurde anl\u00e4sslich einer Projektvorstellung \u00fcber die Ergebnisse informiert. Die M\u00f6glichkeiten einer f\u00f6rderpolitischen Einbeziehung des arch\u00e4ologischen Kulturdenkmalschutzes in die derzeit laufende Neuformulierung der Agrarumweltprogramme in Sachsen f\u00fcr 2007 bis 2013 wurden in ersten Gespr\u00e4chen mit SMUL gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ohne die gro\u00dfe Aufgeschlossenheit der Partnerbetriebe und die Kooperationsbereitschaft der S\u00e4chsischen Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft (LfL) und dem S\u00e4chsischen Landesamt f\u00fcr Umwelt und Geologie (LfUG) h\u00e4tten weder die Datenbeschaffung und -integration innerhalb des Berichtszeitraumes durchgef\u00fchrt noch erste auf Betriebe und arch\u00e4ologische Kulturdenkm\u00e4ler zugeschnittene Ma\u00dfnahmevorschl\u00e4ge ausgearbeitet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Ergebnisse des Vorprojektes haben gezeigt, dass Wege und Methoden f\u00fcr die Umsetzung und damit Machbarkeit eines praktischen arch\u00e4ologischen Kulturdenkmalschutzes in intensiv genutzten Agrarr\u00e4umen m\u00f6glich und entwickelbar sind.<br \/>\nDurch das Vorprojekt konnten Kommunikations-, Abstimmungs- und Arbeitsstrukturen geschaffen werden, die nicht nur weiter ausbauf\u00e4hig sind, sondern sich auch auf andere intensiv genutzte Agrarr\u00e4ume \u00fcbertragen lassen. Das mit vorliegendem Bericht beantragte Hauptprojekt kann direkt auf einer vorhandenen Arbeits- und Vermittlungsplattform aufbauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Lommatzscher Pflege, einem Teilgebiet des mittels\u00e4chsischen L\u00f6\u00dfh\u00fcgellandes zwischen D\u00f6beln, Mei\u00dfen und Riesa, ist das Archiv im Boden seit Jahrzehnten einem schleichenden Zerst\u00f6rungsprozess durch ackerbauliche Nutzung und Bodenerosion ausgesetzt. 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