  {"id":23241,"date":"2023-07-13T15:22:50","date_gmt":"2023-07-13T13:22:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20899-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:52","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:52","slug":"20899-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20899-01\/","title":{"rendered":"Optimierung der Tankreinigung auf Chemikalientankern"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Tankreinigung auf Chemikalientankern stellt nach wie vor eine der gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten der Spezialschifffahrt dar. Strikte Umweltauflagen, MARPOL-Richtlinien und scharfe Kontrollen der K\u00fcstenstaaten haben daf\u00fcr gesorgt, dass anstelle von Kaltreinigern auch auf Basis organischer L\u00f6semittel nur noch umweltfreundliche, biologisch abbaubare Reinigungsmittel eingesetzt werden. Tenside als Reinigungsmittel erf\u00fcllen diese Kriterien. WATENSOL, ein Reinigungsmittel auf Tensidbasis, f\u00fchrt neben dem ver-besserten Reinigungsergebnis zu einer deutlichen Reduzierung des anfallenden Waschwassers sowie zu einer Verringerung der Reinigungszeiten. Projektziel war eine erweiterte Anwendbarkeit des in einem Vorprojekt entwickelten Reinigungsverfahrens auf eine gr\u00f6\u00dfere Produktpalette und die Modifikation des Reinigers WATENSOL zum Einsatz mit Meerwasser.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBasierend auf den \u00fcberzeugenden Erkenntnissen der zu diesem Thema durch die DEUTSCHE BUNDESSTIFTUNG UMWELT gef\u00f6rderten Vorstudie (Az 06477) und den daraus resultierenden Weiterentwicklungen der Folgezeit, sollte auch die Nachhaltigkeit des Umweltentlastungspotentials durch \u00f6kotoxikologische Methoden belegt werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts sollten gezielt Demonstrationsversuche und reale Tankreinigungen auf Schiffen kombiniert werden. Im einzelnen sind im Projekt erfolgt:<br \/>\n\u00b7\tOptimierung der Demonstrationsanlage und Reinigungsversuche an verschiedenen Produkten<br \/>\n\u00b7\t\u00dcbertragung und Verifizierung der Ergebnisse auf reale Situationen und Anlagen<br \/>\n\u00b7\tBewertung der Reinigungsleistung sowie der anfallenden Slops mit Hilfe von chemischer Analytik und \u00f6kotoxikologischen Wirkungserfassungen<br \/>\n\u00b7\tVergleichende Bewertung der neuen Reinigungsstrategie mit bereits eingesetzten Verfahren unter dem Aspekt der \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Kriterien<br \/>\n\u00b7\tWeiterentwicklung von Watensol f\u00fcr die Reinigung mit Meerwasser<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei der Erarbeitung der Reinigungsempfehlungen im Laborma\u00dfstab zeigte sich eine gute Anwendbarkeit der Reinigung mit Watensol\u00aeN im Kreislaufverfahren f\u00fcr leichte Mineral\u00f6le, pflanzliche \u00d6le, Fettalkohole, Petrochemikalien, Paraffine, Stearine und Wachse. Dabei war insbesondere bei den Petrochemikalien und Paraffinen eine deutliche Reduzierung der Reinigungstemperatur gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Reini-gungsverfahren m\u00f6glich (10\u00b0C bei Paraffinen und 40 \u00b0C bei Petrochemikalien). Durch die Unterteilung der leichten Mineral\u00f6le bez\u00fcglich ihrer Viskosit\u00e4t kann ebenfalls die Reinigungstemperatur herabgesetzt und somit der Energieaufwand verringert werden, da eine Senkung der Reinigungstemperatur ein erhebliches Umweltentlastungspotential darstellt. So wird bereits durch eine Senkung der Reinigungstemperatur um 10\u00b0C eine Reduzierung des Heiz\u00f6lverbrauchs um 145 kg erzielt, was neben der Kosteneinsparung die Abgasemissionen von Kohlendioxid und Schwefeldioxid deutlich reduziert. Zus\u00e4tzlich konnte aufgrund der Reinigung im Kreislaufverfahren eine Abnahme der bei der Reinigung anfallenden Abwassermenge von 620 m3 auf ca. 200 m3 ermittelt werden.<br \/>\nMit dem Produkt Watensol\u00aeS konnte im Rahmen des Projektes ein Schiffsreiniger entwickelt werden, der auch f\u00fcr eine Reinigung mit Meerwasser geeignet ist. Da Meerwasser w\u00e4hrend des Seetransports keinen Tankraum beansprucht, kann so die Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz des Reinigers wesentlich gesteigert werden. Die Reinigungsversuche mit dem weiterentwickelten Reiniger Watensol\u00aeS zeigten eine gute \u00dcbertragbarkeit der f\u00fcr Watensol\u00aeN erarbeiteten Reinigungsempfehlungen. In dem durchgef\u00fchrten Gro\u00dfversuch auf einem Chemikalientanker zeigte sich eine gute Anwendbarkeit der entwickelten Reini-gungsempfehlungen an Bord.<br \/>\nDie \u00f6kotoxikologische Bewertung erfolgte aus einer Testkombination von Algenwachstumshemmtest, Leuchtbakterientest und Daphnientest. Bei den durchgef\u00fchrten \u00f6kotoxikologischen Untersuchungen der Abw\u00e4sser war eine deutliche Hemmung (> 20 %) der eingesetzten Testorganismen mindestens bis zu einer Verd\u00fcnnung von 1:50 im Algenwachstumshemmtest, 1:24 im Daphnientest und 1:16 im Leuchtbakterientest festzustellen. Auch war nach der Reinigung aller untersuchten Produkte eine \u00e4hnliche Gr\u00f6-\u00dfenordnung der Toxizit\u00e4tsdaten zu verzeichnen.<br \/>\nDa die ermittelten Sensitivit\u00e4tsunterschiede der Testorganismen typisch f\u00fcr eine Tensidexposition ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Toxizit\u00e4t des Waschwassers in erster Linie auf die Tensidkomponente des Reinigers zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Da bei der Reinigung mit anderen tensidhaltigen Reinigungsmitteln aufgrund der hohen aquatischen Toxizit\u00e4t von Tensiden \u00e4hnliche Ergebnisse zu  erwarten sind, erscheint eine Aufnahme von Toxizit\u00e4tsbeschr\u00e4nkungen im Marpolabkommen dringend erforderlich.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>S. Bley, R. Grabau, K. Wohlers, H. Neumann-Hensel (2004): Optimierung der Tankreinigung auf Chemikalientankern. Poster SETAC Aachen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Tankreinigung im Kreislaufverfahren mit Watensol stellt bez\u00fcglich der anfallenden Abwassermengen sowie des Energieverbrauchs ein erhebliches Umweltentlastungspotential dar. Aufgrund der Weiterentwicklung des Tankreinigers f\u00fcr den Einsatz mit Meerwasser ist mit einer Akzeptanzsteigerung zu rechnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Tankreinigung auf Chemikalientankern stellt nach wie vor eine der gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten der Spezialschifffahrt dar. Strikte Umweltauflagen, MARPOL-Richtlinien und scharfe Kontrollen der K\u00fcstenstaaten haben daf\u00fcr gesorgt, dass anstelle von Kaltreinigern auch auf Basis organischer L\u00f6semittel nur noch umweltfreundliche, biologisch abbaubare Reinigungsmittel eingesetzt werden. Tenside als Reinigungsmittel erf\u00fcllen diese Kriterien. 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