  {"id":23210,"date":"2024-11-27T10:36:39","date_gmt":"2024-11-27T09:36:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20793-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:39","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:39","slug":"20793-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20793-01\/","title":{"rendered":"Revitalisierung und Verbund ausgew\u00e4hlter Rh\u00f6n-Flie\u00dfgew\u00e4ssersysteme mit herausragender Bedeutung des nationalen Naturerbes &#8211; Verkn\u00fcpfung von Naturschutz und Hochwasserschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Vorhaben begr\u00fcndet sich durch fehlende Auendynamik aufgrund von Uferbefestigungen, mangelnde Durchg\u00e4ngigkeit des Gew\u00e4ssersystems, Konflikte mit intensiver Auennutzung vielfach bis an die Gew\u00e4sserufer heran und Hochwassergef\u00e4hrdung. Hauptziel ist die Wiederherstellung\/Verbesserung eines Biotopverbunds f\u00fcr national bedeutsame Lebensgemeinschaften der Flie\u00dfgew\u00e4sser Ulster, Streu und Brend durch Ma\u00dfnahmen der Revitalisierung, insbesondere durch Erh\u00f6hung der Eigendynamik und Wiederher-stellung der Durchg\u00e4ngigkeit, orientiert an den Lebensraumanspr\u00fcchen ausgew\u00e4hlter Zielarten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00f6rderung nat\u00fcrlicher Flie\u00dfgew\u00e4sserdynamik und der Retentionsleistung der Aue durch Herausnahme einzelner Verbauungen und lokal Einsatz von Totholz nach Schaffung ungenutzter Uferrandstrei-fen<br \/>\n\tSchaffung einer L\u00e4ngsdurchg\u00e4ngigkeit der Flie\u00dfgew\u00e4sser durch R\u00fcckbau von Querverbauungen oder Bau von Fischaufstiegshilfen\/Umleitungen<br \/>\n\tEntnahme von Fichten und Pappeln im Uferrandbereich und auf Feuchtwaldstandorten<br \/>\n\tRevitalisierung von Quellen durch Vermeidung von N\u00e4hr- und Schadstoff-Eintr\u00e4gen, von Entw\u00e4sserung und nachteiligen Vegetationsver\u00e4nderungen vor allem im land- und forstwirtschaftlichen Einflussbereich<br \/>\n\tVerringerung der Ackernutzung in der Aue, insbesondere im gew\u00e4ssernahen Bereich, sowie &#8211; soweit notwendig und m\u00f6glich &#8211; Ver\u00e4nderung von Nutzungszeitpunkten und -intensit\u00e4ten im Gr\u00fcnland<br \/>\n\tInformation der im Projekt beteiligten Zielgruppen und der breiten \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Ziele und Wege der Gew\u00e4sser-Revitalisierung<br \/>\n\tSchaffung und Demonstration von Musterl\u00f6sungen und Umsetzungserfahrungen in Flie\u00dfgew\u00e4sser-Landschaften der Mittelgebirge unter vorrangiger Nutzung vorhandener Finanzierungsinstrumente unter den Rahmenbedingungen dreier unterschiedlicher Bundesl\u00e4nder<\/p>\n<p>Relativ neue Wege werden insbesondere begangen durch das repr\u00e4sentative Zielarten-System, die Verkn\u00fcpfung vorhandener staatlicher Mittel zu einer h\u00f6chstm\u00f6glichen F\u00f6rdereffektivit\u00e4t, die Anwendung preiswerter Revitalisierungs-Methoden als Hilfe zur Selbsthilfe sowie die Einbindung \u00f6komorphologi-scher Gew\u00e4sserdaten in die Erfolgskontrolle (Strukturg\u00fctekartierung).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die F\u00f6rderung der DBU l\u00f6ste bisher > 1,5 Mio. \u0080 an Investitionen Dritter aus, weitere Ma\u00dfnahmen folgen. Angesichts > 500 km Flie\u00dfgew\u00e4sserl\u00e4nge im Projektgebiet wurden wie vorgesehen exemplarische L\u00f6sungen realisiert, die als Vorbilder f\u00fcr k\u00fcnftige Umsetzungsma\u00dfnahmen dienen k\u00f6nnen.<br \/>\nIm Hinblick auf die Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der Eigendynamik und einer Wiederherstellung der L\u00e4ngsdurchg\u00e4ngigkeit wurden unterschiedliche L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten in der Praxis demonstriert, insbesondere eine aktive Wiederherstellung ehemaliger Flie\u00dfgew\u00e4sserabschnitte, die Entnahme von Uferver-bauungen und gezielte Initiierung eigendynamischer Entwicklungen durch Einbau von Str\u00f6mungsleitwerken und Totholz, Entnahme von Uferverbauungen und Unterlassung jeglicher Unterhaltung ohne weitere wasserbauliche Ma\u00dfnahmen, der Einbau von rauen Rampen sowie der Bau von Umgehungsgerinnen in unterschiedlicher Ausf\u00fchrung. Fichten und Pappeln wurden in einzelnen Gew\u00e4sserabschnitten entnom-men, und insgesamt wurden > 1.000 Quellen als Grundlage f\u00fcr Schutzbem\u00fchungen (und besonders die Sensibilisierung der \u00d6ffentlichkeit) erfasst und bewertet.<br \/>\nDie Optimierung der Auennutzung unter Naturschutzgesichtspunkten konnte dagegen nicht in dem ge-planten Umfang umgesetzt werden, sondern beschr\u00e4nkte sich auf (ebenfalls relativ wenige) Uferrandstreifen. Es wurde umfangreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit betrieben, so dass das Projekt einen hohen Be-kanntheitsgrad besitzt, welcher die Umsetzung f\u00f6rdert. Aus den gesammelten Erfahrungen wurden auf andere Projekte \u00fcbertragbare Konsequenzen und Empfehlungen abgeleitet. Dazu wurden erreichte Ziele und f\u00f6rderliche Umst\u00e4nde ebenso wie Defizite und  diese verursachende hemmende Faktoren bilanziert.<br \/>\nHinsichtlich des Projektmanagements zeigte sich die Notwendigkeit einer unabh\u00e4ngigen Personalkapazit\u00e4t zur Projektsteuerung, die Bedeutung partizipativer Verfahren in Form von Runden Tischen und die Notwendigkeit eines nicht zu engen zeitlichen Rahmens (die urspr\u00fcnglich vorgesehenen drei Jahre Projektlaufzeit waren deutlich zu kurz).<br \/>\nBei der Finanzierung bedarf es einer bewussten Wahl der kosteneffizientesten Ma\u00dfnahmen und der Kombination eines breiten Spektrums an F\u00f6rdermitteln, u. a. auch von Pooll\u00f6sungen im Rahmen von<br \/>\n\u00d6kokonten. Ein externes Projektmanagement verursacht Kosten, die aber sehr sinnvoll investiert sind, da sie den Umsetzungserfolg deutlich erh\u00f6hen k\u00f6nnen. Die F\u00f6rderlandschaft hinsichtlich der WRRL- und FFH-Umsetzung ist noch wesentlich erg\u00e4nzungsbed\u00fcrftig. Konflikte mit Landnutzern k\u00f6nnten durch \u00f6konomische Analysen entsch\u00e4rft werden.<br \/>\nIm Hinblick auf Methoden der Revitalisierung erleichtern Musterl\u00f6sungen vor Ort und der Bezug auf vor-beugenden Hochwasserschutz die Umsetzung vergleichbarer Vorhaben. Die Schaffung von Uferrandstreifen kann nur kooperativ angegangen werden; eine Alternative hierzu kann eine gro\u00dffl\u00e4chig-extensive Beweidung der Auen insgesamt sein. Revitalisierungen durch Einbringen von Totholz ist eine besonders kosteng\u00fcnstige L\u00f6sung.<br \/>\nWichtige Teilbereiche des Projekts werden eigenst\u00e4ndig von den Beh\u00f6rden weitergef\u00fchrt, andere ben\u00f6tigen weiteren Input externer Moderation. Daher wird ein Naturschutzgro\u00dfprojekt des Bundes mit einem wesentlich gro\u00dffl\u00e4chigeren Ansatz in bayerischen Flie\u00dfgew\u00e4ssersystemen angestrebt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit umfasste die interne Kommunikation in Form von Runden Tischen zur Koordination sowie die externe Kommunikation mit zahlreiche F\u00fchrungen (bes. Schulklassen), Ausstellungen, Lehrpfad, Homepage (www.rhoen-im-fluss.de), Pressearbeit und einem Projektfilm.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt setzte erfolgreich Beispiele zur Gew\u00e4sserrevitalisierung mit unterschiedlichen Methoden um; es f\u00f6rderte kooperative Projektplanungs-Strategien, welche zwischenzeitlich auch auf andere Themenbereiche \u00fcbertragen wurden und es betrieb eine umfassende \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Durch den Bezug auf Zielarten, wie Bachforelle und die endemische Rh\u00f6n-Quellschnecke sowie auf den Hochwasserschutz, war die Notwendigkeit der Ma\u00dfnahmen gut vermittelbar. Kritisch ist anzumerken, dass die Projektlaufzeit deutlich zu kurz war, da Planung und Abstimmung lange Zeitr\u00e4ume erfordern, dass nicht alle Beteiligten offen kooperierten und dass die Mittel f\u00fcr ein Monitoring wesentlich zu knapp bemessen waren. Im Er-gebnis war das Projekt aber ein ganz entscheidender T\u00fcr\u00f6ffner, der gerade auch die l\u00e4nder\u00fcbergreifende Zusammenarbeit im Biosph\u00e4renreservat f\u00f6rderte. Auf der Basis der gebildeten Netzwerke werden weite-re Bausteine nach den Beispielen der geschaffenen Musterl\u00f6sungen umgesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Vorhaben begr\u00fcndet sich durch fehlende Auendynamik aufgrund von Uferbefestigungen, mangelnde Durchg\u00e4ngigkeit des Gew\u00e4ssersystems, Konflikte mit intensiver Auennutzung vielfach bis an die Gew\u00e4sserufer heran und Hochwassergef\u00e4hrdung. 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